Piaggio Ape 50

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Das Spass - Liefer - Arbeits - Lasten - Dreirad schlechthin

Die Ape50 gtibt es seit den späten 70er Jahren. Nachdem die Ape (dt. Biene = fleissiges Insekt) auf der Basis der Vespa (dt. Wespe = unbekümmertes Insekt) ein grosser Erfolg wurde, entwickelten die Ingenieure bei Piaggio auch eine Version für den Markt der führerscheinfreien Fahrzeuge. In Italien waren Fahrzeuge unter 50ccm traditionell "senza patente". Bei uns jedoch braucht man mindestens den Führerschein Klasse S ab 16 Jahren, um ein solches Fahrzeug zu fahren. Alternativ tut es natürlich auch der PKW Führerschein. Es gibt sogar Varianten mit einer Zulassung als Krankenfahrstuhl, die darf man, je nach Alter, auch ohne Führerschein fahren.

Die ganz frühen Modelle mit Buckeldach und ohne Tür kommen kaum mehr auf den Markt, deshalb beschränke ich mich auf die Fahrzeuge mit dem Motor der Vespa PK50. An diesen Motor wurde ein RW Vorlege mit Differential angeflanscht und fertig war die Antriebseinheit. Dies hat heute den unschlagbaren Vorteil, dass die Tuningteile der PK50 auch bei der Ape 50 passen, und es gibt eine Menge Tuningteile!!! Der Motor ist unproblematisch und wartungsarm, einzig das Öl im Getriebe muß geprüft werden, und das wird leider immer wieder vergessen.

Bis Mitte der 80er gab es ein schmales Fahrerhaus, das dann einem breiten Fahrerhaus weichen musste. In das breite Fahrerhaus passen zur Not sogar zwei Erwachsene, sie müssen sich allerdings sehr gut kennen. Die Pritsche gab es in zwei Längen, den Kasten immer nur in einer Länge. Zwischen Kasten und langer Pritsche liegen etwa 20cm. Das lange Modell ist auf jeden Fall vorzuziehen, weil es nicht nur harmonischer aussieht, sondern einfach besser läuft. Wichtig ist bei den Pritschenm,odellen, dass die Schweißpunkte auf der Pritsche nicht ausgerissen sind. Die ausgerissenen Schweisspunkte sind ein Zeichen von gnadenlosem Überladen. Eine Reparatur ist aufwendig, weil im Anschluß an die Pritsche auch noch die Traverse unter der Pritsche einreisst. Die Plastikschienen an den Fenstern reissen leicht ein, das ist aber leicht zu reparieren. Rost gibt es auch, die Schweissarbeiten sind aber eigentlich nie ein Problem. Der Lack an den Fahrzeugen ist sehr dünn und oft beschädigt.

Viele, fast alle Fahrzeuge, die heute auf dem Markt sind, kommen aus Italien. Zum Teil gibt es da wunderschöne Fahrzeuge, es gibt aber auch üble Grotten vom kommunalen Müllfeger. Also dringend ansehen bevor man kauft. Vom Zustand sind auch die Preise abhängig, und weniger vom Baujahr. Verbastelte Fahrzeuge sind unbedingt zu vermeiden. Wenn jemand 100 zusätzliche Verbraucher an die Batterie geklemmt hat und alles mit Teppich und Aufklebern zupappt dann hat er oft auch den Zylinderkopf nur mit zwei Schrauben fest. Ohne es zu verallgemeinern: In der Regel sind Fahrzeuge unterhalb von 1800€ Müll. Aber ein Neufahrzeug liegt auch nur bei etwa 4500€. Dabei Vorsicht bei Neufahrzeugen aus Österreich: Beim ersten Anmelden muß die Mehrwertsteuer nachentrichtet werden. Und damit ist das Fahrzeug kein Schnäppchen mehr.

Überhaupt wird bei den Papieren viel Unwahres erzählt. Höret Leute, denn nur das ist die Wahrheit: Die heutigen Neufahrzeuge werden mit COC - Papieren ausgeliefert. Dieses COC gilt in Deutschland als Betriebserlaubnis. Gebrauchte Fahrzeuge aus Italien haben italienische Papiere. Damit bekommt man manchmal ein deutsches Versicherungskennzeichen, man darf aber nicht damit auf deutschen Straßen fahren. Die italienischen Papiere sind nur die Grundlage, auf der man nach einer Vollabnahme beim Tüv (viel Spaß) eine neue Betriebserlaubnis ausgestellt bekommt. Wer mit italienischen Papieren unterwegs ist, begeht eine sehr unangenehme Ordnungswidrigkeit. Die deutschen Papiere zu beschaffen, ist eine Profiarbeit, die der ambitionierte Hobbybastler in der Regel nicht schafft. Also: Nur Ape50 mit deutschen Papieren oder COC Unterlagen. Übrigens gibt es kaum gebrauchte deutsche Fahrzeuge, weil Piaggio erst seit wenigen Jahren die Fahrzeuge offiziell importiert.

Eines noch: Die Versicherungskosten sind sehr unterschiedlich. Eine große französische Versicherung mit Sitz in Köln nimmt fast 300€ für die Ape 50, während die meisten anderen Anbieter bei etwa 70€ im Jahr liegen.

Die Ape ist ein wundervolles Fahrzeug, vollkommen alltags- und auch wintertauglich. Man hat allerdings auf der linken Spur nichts verloren.

 

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