Phoenix Palmen: Das brauchen die pflegeleichten Pflanzen aus der Karibik

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Phoenix Palmen: Das brauchen die pflegeleichten Pflanzen aus der Karibik

Die Phoenix Palme oder auch Kanarische Dattelpalme mit der lateinischen Bezeichnung Phoenix canariensis ist eine Pflanzenart der Gattung Dattelpalmen aus der Familie der Palmengewächse. Die Phoenix Palme ist eine sehr robuste, schnell wachsende und anpassungsfähige Palmenart, deren Pflege keinen hohen Aufwand mit sich bringt. Aus diesem Grund werden auch größere Gewächse sehr günstig angeboten. Dies ist auch der Hauptgrund, dass die Kanarische Dattelpalme die weltweit am weitesten verbreitete Palmenart ist, die in öffentlichen Anlagen und Parks angepflanzt wird.
In den gemäßigten Klimazonen offenbart sich allerdings, dass die Pflanze lediglich eingeschränkt bis etwa minus fünf bis zehn Grad Celsius frostbeständig ist. Ausgewachsene Palmen werden daher in unseren Breiten nicht als Massenware angeboten, wodurch der Kauf einer Kanarischen Dattelpalme mit einem vergleichsweise hohen Aufwand verbunden ist. In diesen Bereichen beschränkt sich das Angebot auf die erheblich frostresistentere chinesische Hanfpalme. Jedoch sind vereinzelt Phoenix Palmen in mikroklimatisch begünstigten Regionen auch in Deutschland in der Freilandkultur anzutreffen. Häufig werden kleinere Palmengewächse als Topf- oder Kübelpflanze verwendet. Die Phoenix Palme ist äußerst dekorativ, weshalb die Pflanze besonders im Mittelmeerraum sehr beliebt ist.

Typische Merkmale der Phoenix Palme

Die Phoenix Palme erreicht eine Gesamthöhe von bis zu 18 Metern, in Einzelfällen werden auch Höhen von über 20 Meter bei einem Durchmesser des Stammes zwischen 90 und 140 Zentimeter erreicht. Der gerade, dicke Schaft der Palme ist mit Narben in Form von Rhomben übersät, die beim Abfallen der Blätter entstehen. Verglichen mit der echten Dattelpalme verzweigt sich der Stamm in keinem Fall. Die Phoenix Palme bildet eine üppige Krone. Die Blätter sind schief stehende, frische grüne Wedel mit einer Länge von fünf bis sechs Metern. Einzelne Fiedern können dabei 40 bis 50 Zentimeter Länge erreichen.

Die Kanarische Dattelpalme ist zweihäusig getrenntgeschlechtig oder diözisch, was so viel bedeutet, dass weibliche und männliche Blüten auf getrennten Exemplaren vorkommen. Die männlichen Blüten weisen eine gelblich-weiße Färbung auf und sind in dichten, hängenden Blütenständen angeordnet. Dagegen sind die weiblichen Blüten von gelber Farbe und in Blütenständen, die die Form von Ähren aufweisen, angeordnet. Die Blütezeit liegt zwischen Februar und Juni. Die dunkelbraunen Beerenfrüchte, die nur von einer geringen Menge Fruchtfleisch umgeben sind, weisen einen Durchmesser von etwa 1,2 cm und eine Länge von 1,5 bis 2,5 cm auf. Grundsätzlich sind die Früchte essbar, jedoch werden diese lediglich als Tierfutter für Ziegen und Schweine verwendet.

Herkunft der Phoenix Palme

Die Phoenix Palme ist in der Karibik und auf den Kanarischen Inseln sowie den Azoren, den Kapverdischen Inseln und auf Madeira bekannt. Im gesamten Mittelmeergebiet wird die Kanarische Palme häufig als Alleebaum und in Gärten und Parks gepflanzt. Auf den Kanarischen Inseln, und hier besonders auf La Gomera, der Kanareninsel mit den meisten Palmen, wird bereits seit dem 16. Jahrhundert mit Hilfe der Phoenix Palme Palmhonig erzeugt. Zu diesem Zweck wird eine Kerbe in den Vegetationskegel geritzt, aus der sich über Nacht Saft ergießt. Über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten hinweg liefert die Pflanze so jeden Tag acht bis 14 Liter Saft. Im Anschluss daran wird der Kanarischen Dattelpalme eine Ruhezeit von mehreren Jahren gewährt, damit sich die Pflanze erholen kann. Seit 1999 existiert auf La Gomera ein Gesetz, wonach die Dattelpalme zum Wahrzeichen ernannt worden ist und steht damit unter strengem Schutz.

Verwandte Arten der Kanarischen Dattelpalme

Phoenix dactylifera: Wird auch als echte Dattelpalme bezeichnet. Die Phoenix dactylifera ist die typische Oasenpalme und weist gegenüber der Phoenix Palme einen schlankeren Stamm auf, der ebenfalls braun oder grau und sehr rau ist. Die Krone ist bei Weitem nicht so kompakt. Die Blätter erscheinen heller und sind leicht blau-grau getönt. Diese Art erreicht eine Höhe von 20 Metern und trägt die bekannten Dattelfrüchte, die in den Erzeugerländern als ein wichtiges Lebensmittel angesehen werden. Die gelben Früchte, die im Laufe der Lagerung allmählich braun werden, werden meist in Zucker eingelegt und hieraus entsteht das die sehr süße Masse, die in Mitteleuropa oft als Datteln angeboten wird. Dagegen sind Datteln, die ohne Zuckerzusatz getrocknet werden, allein süß genug, besitzen ein angenehmes Aroma, sind sättigend und können ohne Zusätze lange gelagert werden. In der jüngsten Zeit werden diese oft als Bio-Ware angeboten. Die echte Dattelpalme benötigt einen möglichst ganztägig sonnenbeschienenen Platz und relativ viel Wasser, sie erträgt staubtrockene Wüstenwinde und liebt hohe Temperaturen, verkraftet aber dennoch auch einen leichten Frost. Ihre Aufzucht kann sehr leicht aus den Kernen ihrer Früchte vollzogen werden.

Phoenix theoprastii: Neben der Chamaerops humilis ist die Phoenix theoprastii die einzige in Europa, der Westtürkei und Kreta heimische Palme. Ihr Aussehen ähnelt stark dem der Kanarischen Dattelpalme. Sie ist jedoch mit ihrer maximalen Höhe von etwa 7 Metern eher eine kleinere Ausgabe der Phoenix Palme und weist auch eine dichte, aus vielen Wedeln gebildete Krone auf. Die Farbe der meist bläulichen Fiederblätter erinnert an die Phoenix dactylifera. Sie ist außerhalb ihres Ursprungsgebiets selten anzutreffen.

Phoenix roebelenii: Der maximalen Höhe von nur drei Metern verdankt diese in Laos heimische Palme den Namen Zwergdattelpalme. Die Fiederblätter weisen eine mittelgrüne Färbung auf und sind wesentlich feingliedriger und weicher als die der größeren Arten. Die Oberfläche des Stammes ähnelt in etwa einer unreifen Ananas und ist im oberen Teil mit Fasern versehen. Die Zwergdattelpalme bevorzugt einen sehr hellen Standort, sie kommt mit der intensiven Einstrahlung der Mittagssonne allerdings nur nach längerer Eingewöhnungszeit zurecht. Obwohl auch die Zwergdattelpalme kurzfristig leichten Frost überstehen kann, mag sie Temperaturen oberhalb von 20 Grad Celsius und sollte bei wenigstens 10 Grad Celsius überwintern. Die Zwergdattelpalme ist zwar recht robust und auch als Zimmerpalme geeignet, allerdings benötigt sie unbedingt eine hohe Luftfeuchtigkeit und viel Licht. Bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit wird sie häufig von Spinnmilben befallen.

Phoenix rupicola: Die Klippendattelpalme, die aus Indien stammt, erreicht eine Höhe von acht Metern. Wegen ihres schlanken Stamms und den zierlichen, glänzenden Fiederblättern, die viel dichter zusammen stehen als bei der Zwergdattelpalme, wirkt sie sehr anmutig und ist wohl die schönste ihrer Art. Die Klippendattelpalme benötigt ebenfalls relativ viel Wasser und liebt eine angemessene Luftfeuchtigkeit, ist aber dennoch relativ robust. Als Kübel- oder Zimmerpflanze hat sie wie die Senegaldattelpalme kaum Bedeutung.

Phoenix reclinata: Die sogenannte Senegaldattelpalme ist eine tuffbildende Art. Wer ihren schlanken Stamm außer Acht lässt, kann sie sehr leicht mit der Kanarischen Dattelpalme verwechseln. Allerdings wird die Senegaldattelpalme nur halb so groß. Sie bevorzugt hohe Temperaturen und ist eine robuste, attraktive Pflanze, die jedoch keinen Frost verträgt. Als Zimmerpflanze ist sie nicht weit verbreitet, und auch als Kübelpalme findet sie zu Unrecht kaum Verwendung.

Pflege der Phoenix Palme

Phoenix dactylifera und Phoenix canariensis bevorzugen einen Platz, der mit reichlich Sonne versehen ist. Dagegen sollte die Phoenix roebelenii einen Standort erhalten, der etwas schattiger aber doch hell ist. Allerdings mag auch die Zwergdattelpalme ein wenig Sonne am Morgen. Die Phoenix Palmen gedeihen bei üblichen Zimmertemperaturen. Die Palmen sollten im Winter Temperaturen zwischen 10 und 13 Grad Celsius ausgesetzt werden. Eine an das Klima angepasste und im Außenbereich kultivierte Phoenix Palme gilt als frostbeständig bis etwa minus sieben Grad Celsius. Die Pflanzen können auch in Zimmerkultur Früchten und Blüten tragen. Weil die Blüten allerdings in aller Regel erst im fortgeschrittenen Alter auftreten, ist das Blütenwachstum bei Zimmerkultivierung der Phoenix recht selten. Die Pflanzerde sollte aus einem Gemisch auf der Grundlage von Kompost mit einem Zusatz von etwas Kies und scharfem Sand, Lavagranulat und Blähtonbruch bestehen. Humus oder Torferde ohne Zusatz ist nicht geeignet, da ein solches Substrat zusammen fällt und die Belüftung und die Drainage der Wurzeln nicht mehr sicherstellt.

Hinweise zum Gießen und Düngen der Kanarischen Dattelpalme

Die Phoenix Palme sollte während der Hauptwachstumsphase kräftig und häufig gegossen werden. Als Liebhaber der Pflanzen sollten Sie dabei darauf achten, dass nach dem Gießen kein Wasser im Untersetzer zurückbleibt. Wenn die Ruheperiode der Palmen beginnt, sollten Sie das Gießen allmählich einschränken und im Laufe der winterlichen Ruheperiode sollten Sie die Kanarischen Dattelpalmen nur sehr sparsam gießen. Die Bewässerung können Sie dann im Frühjahr langsam steigern. Mit dem Beginn der Hauptwachstumsphase gießen Sie die Palmen wieder reichlich. Während der Hauptwachstumsperiode erhalten gesunde und gut wachsende Kanarische Dattelpalmen eine Düngung mit handelsüblichem Flüssigdünger.

Vermehrung der Phoenix Palmen

Wer seine Palmen aus Samen heranziehen möchte, sollte für die Keimung im Frühling einen besonders warmen Ort aussuchen. Zu diesem Zweck werden die Samen ein bis zwei Zentimeter tief in die Erde gesteckt und stets feucht gehalten. Wenn die Keimung des Palmensamens abgeschlossen ist, erscheint ein ungeteiltes Keimblatt. Die ersten gefiederten Wedel der Palme zeigen sich nach zwei bis drei Jahren. Die Zwergdattelpalme bildet seitlich Schösslinge aus, die abgetrennt werden können, sobald sich einige Wurzeln gebildet haben. Die Schösslinge sollten Sie dann in kleine Gefäße mit Blumenerde pflanzen und nur mäßig gießen. Frische Austriebe signalisieren das gesunde Anwachsen der jungen Palme, die ab diesem Zeitpunkt wie eine ausgewachsene Pflanze behandelt werden kann. Im Allgemeinen sollten Sie für Phoenix Palmen möglichst hohe Töpfe, Pflanzgefäße oder Kübel verwenden. Ihre Pfahlwurzeln wachsen gerade nach unten, wofür sie ausreichend Platz benötigen. Ein Anzeichen für den Zeitpunkt, dass der Topf zu eng wird, ist dann gegeben, wenn sich die oberen Wurzeln der Palmen aus den Gefäßen herausschauen. Spätestens dann sollten Sie die Pflanzen in größere, höhere Schalen umtopfen.

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