Pflege und Haltung einer Trachycarpus fortunei - Palme

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Etwa 2004 entdeckte ich die Aufzucht exotischer Pflanzen als Hobby.Mit der Zeit wurde meine Sammlung immer größer und umfasst mittlerweile Palmen,Bananen und andere exotische Pflanzen .

Hier ein paar Tipps zur Trachycarpus fortunei,der wohl am besten geeigneten Palme für Auspflanzungen in Deutschland inklusive Bilder meiner 4 ausgepflanzten Trachys

    <----- ca.50 cm Stamm und schöne große Wedel

Erde:

Das Substrat sollte sollte durchlässig sein,aber auch eine gewisse Festigkeit haben für einen festen Stand der Palme.

Für die Festigkeit sorgt lehmhaltige Gartenerde.

Damit das Substrat aufgelockert ist,wird grober Sand oder Quarzsplitt (oder auch Perlite)dazugemischt.Nichtzuletzt auch weil viele Palmen die im Sand enthaltenen Silikate benötigen.

Da die meisten Palmen ein leicht saueren ph-Wert bevorzugen,mischt man Torf dazu.Der hat allerdings keine Nährstoffe,so man am besten auch noch Kompost dazumischt.Diesen kann man übrigens in einem Kompostwerk vor Ort beziehen,oder wie bei uns kostenfrei im Entsorgungspark der Stadt.

Man kann natürlich auch fertige Palmenerde kaufen.Die kostet über 5 Euro,beinhaltet viel Torf und ist eher für kleine Pflanzen geeignet.

Grundsätzlich kann man beim Mischen der Erde nicht viel falsch machen.Mit dem Mischverhältnis experimentiere ich noch.Zuletzt nahm ich für meinen großen "Baukübel" zum mischen :  2/3 lehmige Gartenerde / Blumenerde ----1/3 Torf oder Rindenhumus + 2 Hände voll Sand + 2 Hände voll Perlite

     <------ vor 2 Jahren eingepflanzt,gut angewachsen

Umpflanzen:

Umgepflanzt wird,wenn der Topf gut durchwurzelt ist und die ersten Wurzeln am Topfboden sichtbar werden

Es empfiehlt sich nur jeweils die nächst größere Topfgröße zu wählen.Das Wurzelgeflecht wird so stärker und die Pflanze investiert ihre Kraft nicht nur ins Wurzelwachstum um einen übergroßen Topf zu durchwurzeln.

Da Palmen "Tiefwurzler" sind und die Wurzeln zuerst in die Tiefe statt Breite wachsen,eignen sich tiefe Töpfe am besten,zum Beispiel 7 x7 x18 cm oder 9x9x20 cm ....

    <----als "Sturmschaden"gekauft,neue Wedel kommen nach und nach,knapp 1 m Stamm

Giessen :

Das Substrat sollte nicht zu feucht und auch nicht zu trocken werden.Am besten kann man die Feuchtigkeit der Erde kontrollieren indem man 5 cm den Finger in die Erde steckt.

Stellt man dabei fest,daß die Erde richtig trocken ist,kann es eventuell sein,daß das Giesswasser nicht mehr aufgenommen wird und einfach durch den Topf läuft...die Pflanze vertrocknet.In dem Fall hilft es,wenn man man den Topf für paar Minuten ins Wasser stellt (Tauchmethode) um die Erde wieder saugfähig zu machen.

Stellt man fest daß die Erde triefnass ist ,besteht die Gefahr, daß die Wurzeln absterben oder faulig werden.Dann bitte nicht giessen.

Grundsätzlich im Sommer reichlich giessen,besonders wenn es warm / heiss ist. Die Erde sollte immer bißchen feucht sein.

Im Winter nur mäßig giessen. Die Erde sollte relativ trocken sein um Wurzelfäule zu vermeiden(bei kalter Überwinterung vor allem).

Das Gießwasser sollte abgestanden und temperiert sein.Am besten mit Regenwasser giessen,damit der ph-Wert durch das kalkhaltige Wasser nicht in den alkalischen Bereich geht ...denn die Palmen lieben saure ph-Werte.

..

  <---- ganz klein (20 cm) eingepflanzt vor 3 Jahren,wächst sie nun in Turbo-Geschwindigkeit

Düngen:

Auch hier gibt es wieder spezielle Palmendünger. Ein normaler Grünpflanzendünger ist aber nicht nur billiger,sondern entspricht auch den Bedürfnissen der Palmen.

Grundsätzlich gilt :Durch zu wenig Düngung ist noch keine Pflanze eingegangen,da auch im Substrat Nährstoffe enthalten sind.Durch Überdüngung dagegen schon. Hier ist weniger mehr.Meine Pflanzen bekommen ca. alle 2 Wochen dosierte Düngernahrung

  <------ die 2. kleine(auch vor 3 Jahren eingepflanzt),die groß raus kommt

Standort:

Im Sommer im freien möglich oder Zimmerfenster.Nach dem Winter bitte vorsichtig an ganztägige pralle Sonne gewöhnen,sonst könnten die Blätter verbrennen.

Überwinterung am Zimmerfenster warm ,oder im frostfreien Gewächshaus/Wintergarten.Es soll sogar eine relative dunkle Überwinterung möglich sein bei 5 Grad .

   <----- sonnenhungrige Palmwedel von oben fotografiert

Auspflanzen:

Empfohlen wird dies erst ab dem 3. bis 4.Jahr.Je älter die Pflanzen,desto frosthärter.

Die erste Frage ist:Wohnen Sie in einer wintermilden Region Deutschlands(Weingegend z.B.).Im Raum Hameln z.B. sind die Winter relativ mild mit Temperaturen selten unter -10 Grad,so daß ich oft ohne Winterschutz über den Winter komme.

Grundsätzlich sind kurze Frostperioden weniger schädlich als Dauerfrost.

Um die Wurzel zu schützen empfiehlt es sich den Boden zu mulchen/mit Stroh/Laub zu bedecken oder ähnliches.

Ab - 5 Grad Dauerfrost Blätter zusammenbinden.

Ab -10 Grad Dauerfrost Stroh/Reisigmatte um Pflanze binden.

Um die Palme vor Herzfäule zu schützen empfiehlt sich ein Regendach/Folie für das Palmenherz bei länger anhaltenden feuchten Witterung mit Frost.

Bei schönen Wetter kann der Winterschutz wieder entfernt werden.

Das ist die Theorie.

In der Praxis habe ich den Winter 2007/2008 gar nix geschützt (auch kein Wurzel- oder Regenschutz)und die Palmen überlebten ohne Schaden.

Wir hatten allerdings einen milden Winter ,oft mit leichten Frost und nur 2 mal Temperaturen bis -8 Grad für ein paar Tage.

Doch dann kam der sehr kalte Winter 2008/2009 und ich befolgte die Winterschutzanweisungen nicht.Bei Tiefstwerten über mehrere Tage unter -15 Grad sind 3 kleinere Palmen erfroren,die 2 größeren Trachycarpus fortunei verloren sämtliche Blätter...also,besser alles verpacken im Winter!

So,ich hoffe,der Ratgeber war hilfreich und wünsche viel Freude mit Ihren Pflanzen.

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