Pflege älterer Familienmitglieder und der MDK

Aufrufe 20 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Viele ältere Menschen werden innerhalb der Familie betreut und gepflegt, weil sie sich allein nicht mehr versorgen können. Dafür steht den Pflegenden in den meisten Fällen ein Entgeld der Pflegekasse zu. Dieses wird entsprechend der "Pflegestufen" gestaffelt. Um diese festzustellen, überprüft der MDK (medizinischer Dienst der Krankenkassen) die Pflegebedürftigkeit.

Wichtig ist es zu wissen, dass sogenannte hauswirtschaftliche Arbeiten (zB. kochen, einkaufen, sauber machen usw.) nur einen geringen Anteil der Pflege ausmachen.

Was zählt, ist die mobilisierende Pflege! Auch wenn es schneller geht, die Pflegeperson selbst zu waschen sollte man sie motivieren soviel wie möglich selbst zu tun.  Zum Beispiel bei der Körperpflege: Hände und Gesicht können oftmals mit kleinen Hilfestellungen noch selbständig gewaschen, abgetrocknet und eingecremt  werden. Zum Kämmen der Haare, selbst wenn nur "vorne" eigenständig gekämmt wird, sollte motiviert werden. Beim Anziehen kann man ermuntern, den Pullover nach dem Überstreifen selbst am Körper herunter zu ziehen. Beim Essen reichen ist es sinnvoll, die Hand des Pflegebedürftigen mit dem Löffel / der Gabel lediglich zum Mund zu  führen, anstatt es selbst zu tun.

Diese "mobilisierende Pflege" sollten Sie auch beim Besuch des MDK betonen.

Und denken Sie daran: viele alte Menschen sind davon überzeugt, dass sie noch alles alleine machen (können) oder sie schämen sich ihrer Hilfsbedürftigkeit. In diesem Fall sollten Sie ein anschauliches Beispiel vor dem MDK abgeben: lassen Sie zum Beispiel die zu pflegende Person sich selbständig kämmen oder sagen Sie, dass der Mitarbeiter des MDK mal einen Blick auf die Haut werfen möchte und dazu der Pullover/ die Bluse ausgezogen werden muss...

Sollte der MDK eine Einstufung ablehnen, besteht die Möglichkeit des  schriftlichen Widerspruchs. Zweckmäßig ist dort die Zeit der einzelnen Pflegeverrichtungen minutiös anzugeben (zB. morgentliche Körperpflege inkl. Intimpflege ca. 30 Minuten, duschen ca 20 Minuten, Nahrung reichen ca. 30 Minuten usw.) Erst zum Schluss die anfallenden individuellen Hausarbeiten (zB. Bett machen, Nahrung zubereiten, Wäschepflege usw.) Und lassen Sie sich nicht einschüchtern von wegen: "sie kochen doch sowieso"- die meisten alten Menschen bedürfen einer "Schonkost" (zB. Salzarm wegen Bluthochdruck )oder einer Kost im Rahmen der Diabetes-Ernährung.

Informieren Sie sich auch über Hilfsmittel wie Badewannenlifter, Pflegebett, Antidecubitus-Matratzen (zB.bei Bettlägerigkeit), Inkontinenzvor- und -einlagen, Rollator, Rollstuhl, spezielles Essgeschirr, "Greifer" (= "verlängerter Arm") usw. Viele Dinge werden von der Krankenkasse zur Verfügung gestellt oder per Rezept bewilligt!

 

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden