Pflanzenölkraftstoff

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Pflanzenölkraftstoff

Als günstige Alternative zu herkömlichen Dieselkraftstoff können Fahrzeuge auch mit Pflanzenölkraftstoff
(Rapsöl, Palmöl, Sojaöl u.ä.) gefahren werden. Auf den ersten Blick scheint dies auch eine sehr
günstige Alternative zu sein- auch der Umwelt gegenüber, da dieser Kraftstoff CO2-Neutral verbrennt -
hier möchte ich Ihnen gern einige Problematiken des Pflanzenölkraftstoffes,
auch bezugnehmend auf Motorenöl darlegen.


 Das Problem: 

Pflanzenöle sind unreiner und zähflüssiger als konventioneller Dieselkraftstoff, sind weiniger Zündwillig
(Cetanzahl von "nur" 36-39, Diesel 50-55) und haben einen höheren Flammpunkt (über 220°C, Diesel 80°C).

Pflanzenöle verbrennen schlechter und tendieren daher zu Ablagerungen und zu hohen Kraftstoffeintrag im
Motorenöl. Bei einer Außentemperatur von unter 5°C ist eine Förderung des Kraftsoffes ohne Heizsystem sehr
schlecht, unter 0°C nicht mehr möglich - dieses Problem liegt auch bei Biodiesel (RME, RapsMethylEster) vor,
hier gibt es eine Paraffin-Ausflockung bei tiefen Temperaturen - die Fließfähigkeit ist stark beeinträchtigt.

Durch hohen Pflanzenölkraftstoff-Eintrag in das Motorenöl - Granzwert liegt bei 6% -(duch unsaubere Verbrennung)
- dieses kann auch nicht, wie z.B. Diesel oder Benzin welches im Motoröl ist verdunsten, da die Verdunstungstemperatur
bei über 300°C liegt - wird das Motorenöl sehr schnell zersetzt, geht kaputt

  Warum:  1. Pflanzenöl enthält sehr viele ungesättigte Säuren, diese wollen und können schnell
   chemische Reaktionen mit "allem" eingehen, so reagiert der Kraftstoff im Motorenöl
   mit wichtigen Bestandteilen des Öles, z.B. Korrosionsschutz und macht das Öl sehr
   schnell unbrauchbar.

   2. durch diese ungesättigten Sären entstehen langkettige Molekühlverbindungen,
   welche sich nicht nur im Filter, sondern vorzugsweise an heißen Komponenten
   ablagern. So entstehen bei zu lngem Betrieb (zu langen Ölwechselintervallen)
   mit zu hohem Pflanzenölanteil im Öl klebrige Ablagerungen in der Kolbenringnut,
   an den Einspritzdüsen und an den Auslassventilen, in allen Leitungen und Bohrungen
   in denen das Öl ströhmt.

Momentan ist an eine erheblich längere Ölverweilzeit (vergleichbar mit "normalen" Kraftstoffen), bei neuesten Motoren und
Motorenöl von bis zu 50.000 km noch nicht zu denken. Der Ölwechelintervall sollte MINDESTENS HALBIERT werden,
je nach Fahrweise (Kurz oder Langstrecke) sogar GEVIERTELT werden.


Alles in allem, sollte auf jeden Fall naben der reinen Kraftstoffkostenrechnung auch eine Gegenrechnung mit sonstigen
Folgekosten (Ölwechsel, Reperaturen, Umbau usw.) vollzogen werden - ein höherwertigeres Motorenöl, 5W-30 Langzeitöl
o.ä. sollte verwendet werden.


Bei Frage stehe ich gern zur Verfügung.


Ihr Schmierstoffspezialist

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