Pflanz- und Pflegetipps für Bambus

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PFLANZ- UND PFLEGETIPPS FÜR BAMBUS

Standort

Obwohl man meist den Standort nach optischen und dekorativen Gesichtspunkten aussucht, sollte man die Ansprüche der Pflanze bzgl. Licht, Wärme, Boden und Feuchtigkeit dabei nicht außer acht lassen. Die Auswahl einer Bambussorte sollte in erster Linie von ihrem späteren Standort abhängig sein.
Viele Bambusarten mögen volle Sonne, müssen aber vor Wintersonne etwas geschützt werden. Kleinere Bambusarten, wie z.B. Fargesia, Sasa, Sasaella und Pleioblastus fühlen sich an einem absonnigen oder halbschattigen Standort besonders wohl. Für neu ausgepflanzte, kleinere Bambusse ist generell ein leicht schattiger Standort ideal.
Scharfen, eisigen Wind mag Bambus überhaupt nicht, weil er die Bambusblätter zu schnell austrocknet. An windgeschützten Stellen vor Wänden, in Innenhöfen oder vor bzw. in einer dichten Hecke gedeiht Bambus besonders gut.
Bambus wächst nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Breite. Dies sollte man bei der Standortwahl bedenken, vorallem wenn man Bambus nahe der Grundstücksgrenze (Grenzabstände beachten) pflanzt. Selbst Fargesien, die keine Ausläufer treiben, können nach einigen Jahren einen stattlichen Durchmesser erreichen. Bei Ausläufer bildenden Arten muss man i. d. R. die Ausbreitung der unterirdischen Rhizome durch den Einbau einer Rhizomsperre begrenzen. 

Pflanzzeit

Bambus kann theoretisch das ganze Jahr über gepflanzt werden, solange der Boden nicht gefroren ist. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass die beste Pflanzzeitraum die erste Jahreshälfte ist. Bambus bildet erst nach dem Neuaustrieb der Halme, etwa ab Mitte Juni neue Rhizome und Wurzeln. Eine Bambuspflanze, die man im Frühjahr pflanzt kann also bis zum Herbst gut einwurzeln und ist damit besser gegen Kälte und Austrocknung im Winter gewappnet.
Die meisten, im Herbst gepflanzten Bambusse wurzeln nicht mehr ein und halten bis zum Austrieb neuer Halme im folgenden Frühjahr eine Ruheperiode ein. Sie brauchen daher im Winter mehr Aufmerksamkeit und müssen gegen Frost geschützt und bei Trockenheit gewässert werden. Je später im Jahr der Pflanzzeitpunkt liegt, umso wichtiger wird der Winterschutz. Bambusarten, die nicht ausgesprochen winterhart sind, sollten keinesfalls im Herbst gepflanzt werden.

Boden

Bambus stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden. In schweren, lehmigen Böden und in reinen Sandböden gedeiht er allerdings weniger gut. Optimale Böden sollten humushaltig und durchlässig sein. Schwere, undurchlässige Böden können mit Sand oder feinem Kies wasserdurchlässig gemacht, sandige Böden mit lehmiger Gartenerde, Humus oder reifem Mistkompost verbessert werden.
Verdichtete Böden mit Staunässe, wie man sie oft in Neubaugebieten antrifft, sind tödlich für Bambus. Die Wurzeln faulen ab und der Bambus geht ein. GGf. muss man dann bei derartigen Böden so tief graben, bis man wieder auf durchlässigen Boden trifft oder aber eine Drainage mit Kies einbringen. Auf Grundwasser nahen Böden oder neben einem natürlichen Gewässer sollte man den Boden mindestens 30cm anhäufen und den Bambus erhöht pflanzen.

Wasser

Da Bambus über seine zahlreichen, dünnen Blätter viel Feuchtigkeit verdunstet, die er über den Boden wieder aufnimmt, muss bei länger anhaltender Trockenheit, besonders während der Wachstumsphase, gegossen werden. Wassermangel signalisiert Bambus durch das Einrollen seiner Blätter. Sie verkleinern dadurch ihre Oberfläche und verdunsten weniger Feuchtigkeit. Nach einer ausreichenden Wassergabe entrollen sie sich und werden wieder glatt und schön. Das Einrollen der Blätter ist aber nicht immer ein Zeichen von Wassermangel. Einige Bambusarten wie z.B. Fargesia murielae, jiuzhaigou oder denudata rollen im Winter bei Frost und im Sommer, wenn es sehr heiß ist und sie voll der Sonne ausgesetzt sind, trotz ausreichender Bodenfeuchte ihre Blätter ein.
Im Sommer sollte man früh am Morgen oder nach Sonnenuntergang wässern und auch gelegentlich die Blätter mit Wasser übersprühen.

Düngung

Bambus benötigt viel Dünger, insbesondere Stickstoff und Kieselsäure. Ab dem Frühjahr sollte deshalb reichlich gedüngt werden. Zum Düngen sehr gut geeignet ist jede Art von verrottetem Mist, da dieser einen sehr hohen Stickstoffanteil besitzt.
Steht kein Mist zur Verfügung, so kann man Stickstoff auch mit handelsüblichen Rasen- oder Gartendüngern (NPK-Dünger), die den Bambus gleichzeit noch mit Phosphor und Kalium versorgen, ausbringen. Gedüngt wird von Anfang April bis Ende Juni. In monatlichem Abstand können ca. 60 bis 150g (je nach Größe des Bambus) Mineraldünger pro qm ausgestreut werden. Danach sollte man das Düngen einstellen, damit der Bambus ausreifen kann und für den kommenden Winter gut gerüstet ist.
Ein weiterer wichtiger Bambusnährstoff ist Kieselsäure. Bambus enthält einen hohen Anteil an Silizium, welches ihm auf natürliche Weise über die auf dem Boden liegenden, verrottenden Blätter zugeführt werden kann. Man sollte deshalb die abgefallenen Blätter rund um die Pflanze von Zeit zu Zeit zusammenrechen und zwischen die Halme werfen.

Begrenzung

Der Ausbreitungsdrang vieler Ausläufer treibenden Bambussorten ist so vehement, dass sie zur Gartenplage werden können. Dies gilt sowohl für kleine, als auch für hohe Bambusse. Die Rhyzome durchbohren fast alles (dünnere Teichfolien, in Magerbeton verlegte Terrassen- und Gehwegplatten, Bruchsteine) was ihnen im Weg steht und verdrängen zudem andere Gartenpflanzen, weil sie ihnen Nahrung, Wasser und Platz entziehen. Wer sich von Anfang an ein arbeitsintensives und nicht immer von Erfolg gekröntes Abstechen und Ausgraben von Rhyzomen ersparen will, der muss vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Kleinere Bambussorten kann man z. B. in einen großen Mörtelkübel oder in ein Plastikfass pflanzen, die man mit herausgeschnittenen Böden ebenerdig eingräbt. Hohe Bambussorten wie Bashania, Phyllostachys, Pseudosasa oder Semiarundinaria kann man mit eigens zu diesem Zweck im Fachhandel angebotener Rhyzomsperre eingrenzen. Dazu hebt man um die vorgesehene Pflanzfläche (rund, oval oder rechteckig) einen ca. 65cm tiefen Graben aus und stellt die Rhizomsperre senkrecht, etwas schräg nach außen, hinein. Die Oberkante der Sperre muss sichtbar sein, um später evtl. darüber kriechende Rhizome entfernen zu können. Die überlappenden Enden der Sperre werden entweder mit einem Heißluftfön verschweißt oder verschraubt. Anschließend wird der Graben zugeschaufelt und verdichtet.
Bei hohen Bambussen sollte die rundum eingegrenzte Fläche mindestens 4-5qm umfassen, damit der Bambus genügend Wasser und Nährstoffe findet, sich gut entwickeln und seine Endhöhe erreichen kann. Durch Schnitt (Halme und Rhizome) lassen sie sich aber auch auf kleineren Flächen halten.

Schnitt

Bodendeckende Bambusse sollten jährlich, vor Beginn der Vegetation stark zurück geschnitten werden. Zwergbambusse, vorallem die mit panaschierten Blättern, treiben danach umso schöner aus.
Bei höheren Bambusarten werden die Halme nach ca. 5 Jahren unansehnlich. Die jährlich neu gebildeten Zweige werden kürzer und die Blätter immer kleiner. Die charakteristische Eleganz der Bambuspflanze geht dadurch verloren. Man sollte deshalb jedes Jahr die höheren Arten auslichten, indem man Althalme (Halme die älter als 5 Jahre sind), Halme die nicht voll ausgereift sind (zu spät ausgetriebene Halme) und Halme die zu dicht stehen bodeneben abschneidet. Allerdings sollten dabei die kräftigsten und stärksten Halme stehen bleiben. Der Bambus erhält durch das Auslichten mehr Ebenmaß und die jungen, eleganten Halme kommen wieder voll zur Geltung.
Im oberen Teil vom Hecken bilden sich im Laufe der Jahre dichte Blätterschirme, während im unteren Teil die Belaubung geringer wird. Der gewünschte Sicht- oder Windschutz geht dadurch womöglich verloren. Evtl. ist die Hecke auch zu hoch und bringt dadurch zu viel Schatten in den Garten. Hier greift man zu folgendem Trick. Alle älteren Halme werden jährlich entfernt. Durch die geringere Blattmasse wird dann weniger Nahrung und Wasser durch Sonnenenergie in pflanzliche Substanz umgewandelt. Die Wuchskraft des Bambus wird durch diese Maßnahme auf natürliche Weise gebremst und der Bambus bildet nur mittelhohe  Halme.
Speziell bei Fargesia sollte man mit dem Schnitt ruhig Geduld haben. Wenn eine bestimmte Höhe erreicht ist, hängen die Halme oft stark über und verdichten so die Hecke zusätzlich. Sollte ein Schnitt jedoch unumgänglich werden, können die einzelnen Halme mit einer Gartenschere über einem Halmknoten abgeschnitten und so auf die gewünschte Länge gebracht werden.

Winterschutz

Die Winterhärte hängt vom Zusammenwirken verschiedener Faktoren ab. Von ganz entscheidender Bedeutung sind dabei die Luftfeuchtigkeit, die Bodenstruktur, die Länge der Minustemperaturen, die Rhyzommasse, die sich seit der Pflanzung ausbilden konnte und der Schutz vor Wintersonne und eisigem Wind.
Ein Gartenbesitzer, der nicht nach jedem härteren Winter feststellen möchte, dass sein Bambus für unser mitteleuropäisches Klima weniger geeignet ist, sollte deshalb nur dem Klima angepasste Bambusse pflanzen. Unschlagbar in ihrer Winterhärte sind Fargesien. Von den hohen Bambussorten nehmen Phyllostachys bissetii und Phyllostachys aureosulcata eine Spitzenposition ein, gefolgt von Ph. aureosulcata 'Aureocaulis', Ph. aureosulcata 'Spectabilis', Ph. humilis, Ph. nuda und einigen anderen.
Bei den kleinen Bambusse sind oft nur die Rhyzome winterhart. Die Blätter werden im Winter öfters geschädigt. Nach einem Rückschnitt im Frühjahr treiben sie aber meist wieder aus.Grundsätzlich sollten neu ausgepflanzte Bambusse mindestens im ersten Winter und weniger winterharte Bambusse jeden Winter vor Frost geschützt werden. Als Schutzmaterial sehr gut geeignet ist gehächselter Gehölzschnitt, Laub oder Stroh. Damit das Schutzmaterial nicht vom Wind verweht wird, stellt man Kaninchendraht senkrecht um den zu schützenden Wurzelbereich und füllt den so entstandenen Korb mindestens 30cm dick mit dem Material auf. Bodendecker können mit Tannenreisig oder luftdurchlässigem Frostschutzvlies abgedeckt werden. Auch Schnee schützt den Boden vor Frost und das Blattwerk des Bambus vor Austrocknung. Widerstehen Sie deshalb der Versuchung den Schnee von Ihrem Bambus zu entfernen, wenn es vor einer Frostperiode geschneit hat.
Da Bambus auch im Winter grün bleibt, muss er bei länger anhaltender Trockenheit an frostfreien Tagen gegossen werden. Insbesondere Fargesien lieben es öfters zu duschen.
Kübelbambusse überwintert man am Besten an einem hellen, kühlen Ort bei Temperaturen zwischen 0 und 8 Grad Celsius. Dudurch vermeidet man Probleme mit erfrorenen oder verfaulten Rhyzomen und einem zu nassen Pflanzsubstrat, wie sie häufig beim Überwintern im Außenbereich trotz Schutzmaßnahmen auftreten können.

 

Schlagwörter:

Bambus

Pflanzung

Pflege

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