Pflanz- und Pflegeanleitung für Historische Rosen

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Pflanz- und Pflegeanleitung für unsere historische Rosen

Standort

Alle Rosensorten bevorzugen einen sonnigen warmen Standort. Generell sollten Rosen nicht dorthin gepflanzt werden, wo schon einmal Rosen oder andere Rosengewächse wie z.B. Obst oder Erdbeeren gestanden haben.

Rosen lieben Licht und Luft. Sie brauchen viel Sonne, mögen aber auch Wind - so trocknen die Blätter nach Regen oder Morgentau schnell ab. Bleiben die Blätter häufig feucht, entstehen Pilzkrankheiten - ein leidiges Problem, das viele Rosengärtner kennen.

Achten Sie auch auf den richtigen Boden. Idealerweise sollte er lehmig und humusreich sein und Sandanteile enthalten. Schwere Böden können mit grobem Sand, leichte Böden mit Kom- post und abgelagertem Mist verbessert werden.Pflanzzeit

Günstiger Zeitpunkt für das Pflanzen der Rosen ist Mitte Oktober bis Anfang Dezember und Anfang März bis Ende April. Container-Rosen können das ganze Jahr gepflanzt werden, auch wenn sie in voller Blüte stehen. Pflanzt man sie während der Sommermonate, muss beachtet werden, dass man sie anschließend über einen längeren Zeitraum ständig wässert.

Eingeschränkt wird die Pflanzzeit durch die Frostperioden während des Winters. In sehr nassen Wintern sollte man abwarten, bis der Boden abgetrocknet ist.

Bodenvorbereitung

Vor dem Pflanzen sollte der Boden tiefgründig, d. h. mindestens spatentief gelockert werden und im Untergrund durchlässig sein. Bodenverdichtungen z.B. durch Maschinen müssen unbe- dingt gelockert werden. Rosen lieben einen humosen, nicht zu sauren Boden. Durch kalkhalti- gen Gartenkompost oder Rindenhumus kann der Boden entsprechend verbessert werden. Wird der Boden wie oben beschrieben vorbereitet, ist eine Düngung zum Zeitpunkt des Pflanzens nicht notwendig.

Rosen reagieren auf falsches Düngen sehr empfindlich. Deshalb empfiehlt es sich eine Bodenprobe zu entnehmen, um Nährstoffgehalt und ph-Wert bestimmen zu lassen. Da die Rosen beetweise oder in Gruppen gepflanzt werden, sollte die Bodenvorbereitung nicht nur im Pflanzloch, sondern flächig vorgenommen werden.

Pflanzabstände

Je nach Wuchsstärke der Rosen ergeben sich folgende Pflanzabstände:

* Edelrosen: 40-60 cm
* Beetrosen: 30-40 cm
* Zwergrosen: 25-35 cm
* Schwach wachsende Strauchrosen: 60-100 cm
* Stark wachsende Strauchrosen: 100-150 cm
* Kletterrosen: 130-150 cm
* Bodendeckende Rosen: 3-5 Stück pro qm

Transport / Lagerung

Rosen werden meist mit nackten Wurzeln verpflanzt. Sie müssen deshalb während des Trans- portes vor Trockenheit, Sonne und Wind geschützt werden. Zu Hause die Pflanzen sofort wässern, d.h. mindestens 24 Stunden vor dem Pflanzen komplett in Wasser tauchen. Vorher alle stärkeren Wurzeln frisch anschneiden.

Die Rosen direkt aus dem Wasserbad pflanzen oder bis zum Pflanzen vor dem Austrocknen schützen.

Bei Container-Rosen den Ballen mit Topf im Wasserbad vollsaugen lassen, bis keine Blasen mehr aufsteigen.

Pflanzschnitt

Richtiges Werkzeug: Nur sehr scharfe Scheren verwenden, nicht quetschen oder reißen.

Unbedingt immer Handschuhe für stachelige Gehölze sowie Schutzbrille tragen und niemals in Hektik schneiden. Dornen bzw. Stacheln können schlecht heilende Wunden oder gar eine Blutvergiftung verursachen. Äußerst wichtig und Voraussetzung für jeden Gärtner ist übrigens eine Tetanus Impfung, die alle 10 Jahre aufgefrischt werden muss.

Bei der Herbstpflanzung schneidet man nur die Frucht- und Blütenstände ab. Bei der Frühjahrs- pflanzung kürzt man die Triebe über einem Auge auf ca. 30 cm ein, und schneidet die Triebe auf 3-7 Augen zurück. Rosen werden im Frühjahr am besten zur Forsythienblüte geschnitten.
Geknickte und verletzte Wurzeln über der Schadensstelle abschneiden, wesentlich zu lange Wurzeln etwas einkürzen.

Regel: Schwacher Trieb starker Rückschnitt, starker Trieb schwacher Rückschnitt. Der Schnitt erfolgt leicht schräg oberhalb eines nach außen zeigenden Auges.
 
Das Schnittgut immer gründlich von den Beeten entfernen, das beugt  Schädlingsbefall und Krankheiten vor. Liegen gelassenes Schnittgut ist die ideale Brutstätte für Krankheiten wie echter Mehltau und Rosenrost. Das Schnittgut von Rosen besser in den Müll werfen, anstatt auf den Komposthaufen. Sporen von Sternrußtau sind hartnäckiger als man denkt.

Vorbereitung / Pflanzloch

Das Pflanzloch doppelt so groß wie das Wurzelvolumen ausheben. Es muss so tief sein, das die Wurzeln senkrecht eingepflanzt werden können und nicht eingeknickt sind.

Einpflanzen der Rosen

Die Veredlungsstelle, die knotige Verdickung zwischen Wurzeln und Trieben, muss ca. 5 cm unter der Erdoberfläche sein. Das Erdgemisch ins Pflanzloch füllen, dabei Pflanze rütteln, um Hohlräume zu vermeiden. Bei Container-Rosen vorher den Topf entfernen.Angießen der Rosen

Besser als Antreten ist das Einschlämmen. Man legt in Größe des Pflanzloches einen Gießrand an. Nach Möglichkeit mit dem Schlauch, ansonsten der Gießkanne, den Gießrand mehrmals vollaufen lassen. Dabei sollte der Druck nicht zu stark sein, damit die Erde nicht weg- oder ausgespült wird, sondern das Wasser ganz langsam im Boden versickern kann.

Nachgesackte Erde auffüllen und soviel Wasser nachgießen, bis es nicht mehr versickert. Um sicher zu gehen, dass der Boden durchdringend gewässert ist, prüft man die Feuchtigkeit mit dem Finger.

Achtung! Regenwetter erspart nicht das Angießen.

Das Anhäufeln

Bei Herbstpflanzung sollen die Rosen ca. 20 cm hoch angehäufelt werden. Dazu eignet sich Humus oder leichte Gartenerde, auf keinen Fall Torfmull verwenden. Das Anhäufeln dient der Rinde zum Schutz vor Frost und vor Austrocknung. Bei Herbstpflanzung zusätzlich die oberirdi- schen Teile der Rosen mit Fichten- oder Tannenreisig abdecken.

Das Abhäufeln

Ende April / Anfang Mai, wenn die Spätfrostgefahr vorbei und ein Neuaustrieb sichtbar ist, werden die Rosen abgehäufelt, und es erfolgt der eigentliche Pflanzschnitt.

Das Düngen

Düngen ist bei Rosen genau so wichtig, wie das Schneiden. Als Orientierung hierzu nehmen viele Rosenliebhaber die Blüte der Haselnuss-Sträucher. Wenn der Haselnuss blüht, bekommen die Rosen eine Düngergabe. Dazu entweder organischen, oder mineralischen Dünger ausbrin- gen (je nach Nährstoffgehalt ca. 100-150gr. pro qm) und leicht in den Boden einarbeiten.

Gegen Ende Mai erhalten die Rosen noch eine Düngergabe, diesmal mit einem Rosen Spezial- dünger. Auch diesen leicht in den Boden einarbeiten, und den Boden einmal kräftig wässern.

Nach der ersten Blüte werden die Rosen noch einmal gedüngt. Am besten Kompost, oder etwas organischen Dünger. Nicht zu viel, höchsten zwei-drei Hände voll. Die letzte Düngung sollte Ende Juli bis Mitte August erfolgen. Wenn die Rosen zu spät gedüngt werden, können ihre Triebe nicht mehr ausreifen. Das kann zum Erfrieren der Triebe führen.

Im Herbst gepflanzte Rosen auf keinen Fall düngen.

Besonderheiten bei Hochstamm- und Trauerstammrosen

Um dem Stämmchen Halt zu geben, wird ein Pfahl in Hauptwindrichtung eingeschlagen, so dass die Pflanze vom Pfahl weggedrückt wird.

Zunächst schlägt man den Pfahl in das ausgehobene und vorbereitete Pflanzloch ein, und setzt dann die Pflanze ins Pflanzloch hinein, damit Wurzeln oder Ballen der Pflanze durch das Ein- schlagen des Pfahles nicht beschädigt werden.

Als Bindematerial eignen sich verstellbare Baumbänder aus Kunststoff, die in Form einer 8 gebunden werden.

Der Abstand zwischen Stamm und Pfahl lässt sich stabilisieren, wenn die Schleife zusätzlich mit Kokosband umwickelt wird. Rutschende Bänder werden mit einem Nagel am Pfahl befes- tigt.

Die Pflanzen immer wieder auf Scheuerstellen und Einschnürungen hin überprüfen. Um dem Rosenstämmchen bei Herbstpflanzung einen optimalen Winterschutz zu geben, muss die Krone durch eine Umhüllung mit Vlies geschützt werden. Der Pfahl sollte so lang gewählt sein, dass er in die Krone hineinragt. So kann nicht nur der Stamm, sondern auch die zusammengebun- dene Krone daran befestigt werden.

Das Vlies erst nach Spätfrostgefahr wieder entfernen. Im Frühjahr erfolgt dann der eigentliche Pflanzschnitt, wie er oben beschrieben wurde.

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