Peugeot Elystar 125 ccm Roller

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Hallo Gemeinde,
seit gut einem Monat bin ich stolzer Besitzer eines gebrauchten 125er Peugeot Elystar. Mein Erfahrungsbericht soll sich an all diejenigen richten, die darüber nachdenken einen gebrauchten Roller zu kaufen. Ich möchte hier nicht auf die technischen Details eingehen, das hat jemand bereits bei CIAO in vollem Umfang erledigt.


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Auf der Suche
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Bevor ich mir diesen Roller zugelegt habe, war ich auf der Suche (motoscout und mobile) nach einem handlichen Alltagsroller bis 125 ccm, der einen guten Ersatz für mein Motorrad darstellen sollte. Schließlich wollte ich diesen für die tägliche Fahrt zur Arbeit nutzen. Bei meiner Auswahl kam es somit ausschließlich auf die Wirtschaftlichkeit und nicht auf Motorleistung und den Fun-Faktor an, den man aber durchaus auch beim Elystar hat.

Ich hatte mehrere Modelle - alles 125er - verschiedener Hersteller ins Auge gefasst. Darunter waren auch der KYMCO Grand Dink 125, der Suzuki Burgman  125, der DAELIM Freewing 125 und der Peugeot Elystar. Alle Roller haben ungefähr das gleiche Design. Preislich waren alle für rund 1500 Euro zu kaufen. Die chinesischen Roller waren meist ein oder zwei Jahre jünger. Der Verbrauch war bei allen mit ca. 3 Litern angegeben.

Das Angebot ist relativ groß und ich habe mich im Internet und auch hier bei CIAO  erst mal über die unterschiedlichen Zweiräder informiert. Ziemlich früh stand fest, das es möglicherweise ein Elystar werden wird, da dieser nach meiner Meinung das schönste Design und die beste Technik (u.a. ABS) inne hat.

Ich hatte einen Händler aus der Nähe heraus gesucht und wollte nun endlich mal einen Roller Probefahren.
 

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Die erste Probefahrt mit einem Elyseo
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Meine erste Roller-Probefahrt mache ich bei einem freien Händler mit einem Peugeot Elyseo, dem Vorgängermodell der Elystar. Dummerweise hatte es an diesem Tag so stark geregnet das ich diese Fahrt nicht wirklich genießen konnte.
Trotzdem ein glücklicher Umstand, denn somit erschloss sich mir die Erfahrung wie sich das Gefährt im Regen verhält. Durch die hohe Scheibe und den verbreiterten Handschutz (beides Aufpreis), war man dem Regen und der Witterung nur begrenzt ausgesetzt. Allerdings minderte sich die Freude mit steigender Geschwindigkeit ab ca. 80 km/h. Dann nämlich machte sich der Wind an der Fahrstabilität zu schaffen und der Roller wurde zunehmend unstabiler.

Alles in allem hat mir die Fahrt aber schon mal einen ersten Eindruck verschafft was mich als Rollerfahrer erwarten würde.

Nachdem ich mir dann Tage später den Daelim und Kymco bei einem weiteren Händler angesehen habe, war mir auch schon ohne Probefahrt klar, das ich ein wenig mehr Qualität erwarte als von diesen beiden Herstellern geboten wurde. Bei einem der beiden war bereits die Sitzbank an der Naht aufgeplatzt. Insgesamt machten beide keine gute Figur. Die Ausstattung war sehr spartanisch und sah billig aus.
Den Suzuki Roller habe ich mir dann als nächstes auf meine Liste gesetzt, doch durch einen Zufall ergab sich erst eine Probefahrt mit einem Elystar bei einer Privatperson.


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Probefahrt mit der Elystar
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Nach einem kurzem Gespräch mit dem dem Verkäufer drehte ich dann auch gleich meine erste Runde. Einfach toll, meine Erwartungen waren zunehmend erfüllt. Ein ganz solides Fahrverhalten, toller Durchzug und geschmeidiges gleiten durch die Stadt. Genau danach hatte ich gesucht. Der Elystar ist von den Fahreigenschaften deutlich besser als der Elyseo (Vorgängermodell).

Leider habe ich den Suzuki-Roller nicht Probe gefahren, daher kann ich hierüber auch nicht berichten.


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Die Fahreigenschaften
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1. Durchzug
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Der Roller hat vom Stand weg ein konstantes Durchzugsverhalten. Ein Genuss bei jeder Geschwindigkeit. Auch zu Zweit kann man fast keine Leistungseinbuße feststellen.
Im kalten Zustand ist die Leistung noch nicht voll da, das ändert sich aber nach wenigen Metern.

2. Höchgeschwindigkeit
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Die Höchstgeschwindigkeit liegt - laut Tacho - bei  115 km/h und das ist auch absolut ausreichend. Ab ca. 100 km/h benötigt der Roller für den "Rest" etwas Zeit, man spürt deutlich wie er gegen den Wind kämpft. Wenn die Höchstgeschwindigkeit erreicht ist, dann regelt die Elektronik ziemlich hart ab, ein überdrehen und somit die Steigerung der Geschwindigkeit ist somit ausgeschlossen.

2. Im Regen (Reifen)
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Die Reifen sind extrem wichtig und genau hier ist die richtige Gummimischung entscheidend. Ich kann hier nur von den beiden Pellen berichten die gerade montiert sind, vorn und hinten Hutchinson Funzy 120 vorne bzw.  hinten 130/70 12.
Also die Reifen sind bei feuchter Witterung eine Katastrophe. Die Haftung bei Regen, zumindest in der Kurve, ist ziemlich schlecht. Gerade in Kurven muss man dadurch natürlich extrem aufpassen. Leider habe ich keine Erfahrung mit anderen Reifen, aber der nächste Satz (von anderen Rollerfahrern empfohlen) soll vom Hersteller Heidenau sein. Der hintere Reifen kostet 42 Euro.
Das ein oder andere mal kann man deutlich spüren das der Reifen die Haftung verliert und beide Reifen abschmieren. Ziemlich unangenehmes Gefühl.

3. Trockene Fahrbahn (Reifen)
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Einfach toll, es gibt nicht weiteres zu berichten. Fahrspaß pur! Guter Gripp.

4. Verbrauch
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Mit 3,5 Litern noch im normalen Durchschnitt.
Für mich sozusagen nur noch die Hälfte, da ich vorher eine durstige 750er gefahren habe. Ich könnte mir vorstellen das man bei etwas schonender Fahrweise auch auf 3 Liter pro 100 Kilometer kommt. Ich finde das Verbrauch-/Leistungsverhältnis absolut angemessen.
Der Verbrauch ergibt sich aus allen Fahrsituationen, also Stadtverkehr, Landstraße und Autobahn mit Vollgas.

6. Tuning
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Über das Tuning habe ich nur wenig gefunden. Dieser Roller ist eigentlich auch nicht das typische Objekt eines Tuners. Möglicherweise kann man ein wenig mit den Gewichten der Vario rumspielen um einen besseren Anzug und eine frühere Endgeschwindigkeit zu erzielen. Hierbei sollte aber klar sein, dass dies auf jeden Fall zu Lasten des Verbrauch´s geht. Für mich daher nicht von Interesse.
Des Weiteren muss man auch lange suchen um gescheite Informationen aus dem Internet abzugrasen. Einfach sehr mühsam.

7. Startverhalten
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Man muss nicht lange orgeln bis der Motor anspringt, kurz den Startknopf gedrückt und fertig. Sofort hört man ein gleichmäßiges Knattern, egal ob kalter oder warmer Motor. Das liegt sicher auch an der umfassenden Elektronik und der Einspritzanlage des Motors. Super!

8. Bremsen
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Die Bremsen sind genial, man hat in keiner Situation das Gefühl die Maschine beim Bremsen zu verlieren. Die Dosierung ist hervorragend, zumal man mit dem linken Hebel das Vorder- und Hinterrad bremst. Und das auch noch mit ABS! Super. Der rechte Bremse bremst ausschließlich das Vorderrad.

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Die negativen Seiten
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Negatives war auch zu erfahren durch eine Dame die mehrfach mit Ihrem Neufahrzeug die Werkstatt aufsuchen musste. Offensichtlich handelt es sich bei dem Roller im Bereich der Elektrik um eine Fehlkonstruktion, denn das beschriebene Problem trat bei mir auch bereits mehrfach auf.

1. Problem - Stromversorgung
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Beim Elystar leuchtet bei warmen Motor, eingeschaltetem Licht und gezogener Bremse die Batterielampe wenn der Motor im Leerlauf läuft. Dies ist ein Indiz dafür, dass der Generator nicht genügend Leistung fördert und nun die Batterie einen Teil Ihrer Energie abgeben muss. Für Langsteckenfahrer - so wie ich - kein Problem.
Die Entladung führt dazu - besonders wenn man in der Stadt oft Stop-and-go fahren muss - das die Batterie entladen wird. Wenn man den Roller dann mit einer geschwächten Batterie abstellt, könnte es zu Probleme beim starten des Motors kommen.

2. Problem - Die Spiegel
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Des Weiteren würde ich die Spiegel als mangelhaft bezeichnen. Bei niedrigen Geschwindigkeiten (bis 30km/h) vibrieren diese so stark, dass man kaum etwas erkennen kann. Das kann teilweise auch bei höheren Geschwindigkeiten auftreten und ist von der Motordrehzahl abhängig.


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Fazit:
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Guten Gewissens kann man sich diesem Gefährt jeden Tag anvertrauen. Auch Gebrauchte sind noch ihr Geld Wert, man erhält für gutes Geld einen guten Roller.

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