Perlmuttblinker - schillernde Schönheiten !

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Perlmuttblinker - schillernde Schönheiten !

Es war einmal...  so oder ähnlich fängt wohl die Geschichte der Perlmuttblinker an ! Früher wie heute als Schmuck oder auch Zahlungsmittel (!) verwendet, verzaubert dieses Material sowohl Fischer, Angler als auch Hecht und Salmoniden - kurzum alle "Augenjäger" über oder unter Wasser !
Der Grund ist die irisiernde prismatische Lichtreflektion der Schale von einigen Muschel- und Schneckenarten.
Die von Perlmuttködern reflektierte Lichtwellenlänge ist ggü. Metallködern von vielen Fischen auch in grösseren Gewässertiefen noch gut erkennbar. Viele Angler, die Ihre Köder in grossen tiefen Seen anbieten (Boots- und Schleppangeln) sind davon überzeugt, daß die Fische den Köder aufgrund der Wellenlänge des reflektierten Lichts instinktiv als natürliche Nahrungsquelle erkennen und auch dann noch zuschnappen, wenn der Köder schon fast die Füsse des Anglers erreicht hat - und der Erfolg gibt vielen guten Fischern Recht !
                         Regenbogenforellen - mit Perlmutt Spangen, Trout Bait und Spinner gefangen...

Perlmuttköder (auch Spangen genannt) haben Ihren Ursprung vor allem in der Alpenregion, wo diese auch heutzutage vor allem bei Seeforellenanglern immer noch sehr beliebt sind. Der bekannteste Perlmuttköder, dem heutzutage gerade in den USA ein grosses Sammlerinteresse entgegenkommt waren sicherlich die schweizer Lemax Perlmuttköder - wobei zeitgleich in England bei Hardy auch solche Köder vertrieben wurden.

Es gibt einige wenige Spezialisten, die diese Köder überhaupt herstellen und ich glaube, an dieser Stelle auch mal auf den Preis eines solchen Köders eingehen zu können - und woraus sich dieser zusammensetzt :
- jedes Stück ist ein Unikat, welches aufgrund der Materialeigenschaften mühevoll von Hand hergestellt wird
- die verschiedenen Werkzeuge & Maschinen zur Bearbeitung können hunderte von Euro kosten
- das Rohmaterial ist sowohl preislich als auch qualitativ sehr unterschiedlich - hohe Abfallquote,
- und vor Allem die Erfahrung des Herstellers (wo das Material bricht / wo das Material einen Fisch hält / Materialstärke).

Für einen wundervollen Köder sind viele Fischer zahlungsbereit, wenn man bedenkt, wieviel Arbeit z.T. in solch einem Köder steckt. Einige sehr hochklassige Köder werden für Stückpreise über 50€ (und mehr gehandelt) - und aufgrund des Arbeitsanteils halten viele Angler auch derartige Preise für angemessen.

Ich stelle diese Köder seit einiger Zeit selbst her und bislang ist auf Angelgerätemessen und Flohmärkten für Angelgeräte das Interesse der angelnden Kunden riesig - man muss den Leuten jedoch eine Menge zu den Ködern erzählen und für welche Fischart und welche Gewässerbedingungen die verschiedenen Köderformen geeignet sind. Oftmals wird auch einfach gefragt, wie diese Köder laufen: dazu sollte man einmal diverse verschiedene
Perlmuttköder in die Hand nehmen und sich fragen, wo der Schwerpunkt (!) des Köders im Wasser liegt. Achten Sie auf die Wölbung und auf den Köderschwerpunkt und nicht nur auf die glänzende Oberfläche, dann werden Sie sicher den gewünschten Köder erkennen und finden.

                                  
                                                  Stark gewölbte Köder mit 'rotating' Action !

P.S. Oftmals können Sie einen Perlmuttköder auch 'umdrehen' und erhalten dadurch eine ganz andere
Aktion im Wasser ;-) !

Schlanke Form XL (schwache Wölbung / grosse Materialstärke -> WG) => Wurfköder, schnelle Führung / schnellfliessende Gewässer.

Schlanke Form XL (starke Wölbung / grosse Materialstärke -> WG) => Wurfköder, langsame Führung / tiefe und grosse Gewässer.

Breite Form L/XL (schwache Wölbung / mittlere Materialstärke) => Schleppköder für Hecht & Seeforelle,
Lachs & Meerforelle.

mittelbreite Form M ( var. Wölbung / mittlere Materialstärke) => leichter Wurfköder für Bootsangeln & Meerforelle im Fluss !

- schlanke Form M (schwache Wölbung / grosse Materialstärke) => Wurfköder für Distanzfischen auf Meerforelle / Forelle & Saibling.

- schlanke & mittelbreite Form S (var. Wölbung / schwache bis mittlere Materialstärke) = Wurfköder für Bachforelle & Regenbogenforelle sowie (wenn vorhanden) Saibling - WG 4 bis 7 g = Wurfköder, bis 4g = evtl. Fischen mit Spirolino, Bullet Blei (v. Drop Shot Fischen) u.a.
                                             
* Sollten Sie wie einer meiner Kunden (Lachsangler mit Boot vor Rügen) regelmässig mit Fischen jenseits der 10kg rechnen, so empfehle ich eine Hardmono Verbindung mit Quetschhülsen (0.60 - 0.80mm) zwischen dem oberen und unteren Sprengring, da solch grosse Fische (mit einer wahrscheinlich doppelt so hohen Kampfkraft wie ein gleich schwerer Hecht) in ihren explosiven Reaktionen auch aus robusten Perlmuttködern 'kurzen Prozess' machen können. Dies gilt auch für Huchen oder Meeresfische in tropischen Gewässern.
Mit einer HardMono- oder Stahlverbindung nehmen Sie bei grossen Fischen auch plötzlich auftretende enorme Belastungen aus dem Perlmutt-Material 'raus. Dies nur als Hinweis ! Fische von 10-12 Pfd. sollten für das knochenharte Material normalerweise keine grossen Probleme darstellen. Sprengringe, Snap-Links und Drillinge sollten in der Tragkraft dem Material angepasst sein.

                        
                                              Paua Abalone Blinker mit Kupferdrahtverbindung

Nochmal zur Fängigkeit eines Perlmuttköders (eigene Erfahrung, z.B. 01.11.2009): nachdem ich eine dreiviertel Std. konzentriert einen franz. Markenspinner durchs Wasser gezogen habe (worauf ich mich sonst immer verlassen habe), wechselte ich auf Perlmuttköder und hatte in 3 Std.  etwa 5 Fischkontakte, von denen ich eine Regenbogenforelle sowie einen Saibling landen konnte (siehe Bild unten) !

                                  

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