Peripherie drahtlos angebunden – Bluetooth-Adapter und -Dongles richtig eingesetzt

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Peripherie drahtlos angebunden – Bluetooth-Adapter und -Dongles richtig eingesetzt

Der Datenaustausch ohne Kabel zwischen mobilen Endgeräten ist mit Bluetooth-Adaptern und -Dongles einfach und praktisch geworden. Bluetooth arbeitet mit Kurzstreckenfunk und lässt sich durch entsprechende Antennen ohne Probleme nachrüsten. Es ist allerdings wichtig, ein wenig über die Technologie zu wissen, um beim Kauf das passende Zubehör zu finden.

Geräte mit Bluetooth-Funktion

Verbindungen, die ohne Kabel auskommen, sind komfortabel. Viele moderne Geräte wie zum Beispiel Computer, Net- oder Notebooks und Handys sind bereits mit Bluetooth ausgerüstet. Weitere Geräte, die von der Bluetooth-Technik profitieren, sind unter anderem:

  • Tastaturen,
  • Computermäuse,
  • Drucker,
  • Digitalkameras,
  • Lautsprecher,
  • Freisprecheinrichtungen oder
  • Digitale Bilderrahmen.

Selbst moderne Autoradios arbeiten heute bereits mit dieser Technik.

Geräte Bluetooth-fähig machen

Auch ältere Geräte können mit dem passenden Zubehör Bluetooth-fähig gemacht werden. Besonders einfach ist das bei Computern und Laptops. Hier werden Empfänger, die auch Bluetooth-Dongles genannt werden, einfach über einen freien USB-Port angeschlossen.

Bluetooth unterliegt einer speziellen Lizenzierung. Deshalb ist diese Technik auch nicht herstellergebunden. Sender und Empfänger müssen also nicht vom gleichen Hersteller stammen. Trotzdem sollten Sie in der Lage sein, die passenden Adapter und Dongles zu erkennen.

Achtung: Bei kleinen tragbaren Geräten wie zum Beispiel MP3-Playern oder Digitalkameras kann es sein, dass Sie spezielles Zubehör des Herstellers der Geräte verwenden müssen, damit die Bluetooth-Technik funktioniert. Schauen Sie dazu in das jeweilige Handbuch oder vergewissern Sie sich auf der Herstellerwebseite, wie Sie solche Geräte mit Bluetooth nachrüsten können.

Geschichte der Bletooth-Technik

Etwa Mitte der 1990er-Jahre kam Bluetooth auf den Markt. Die damals eingeführte Version 1.0 wurde inzwischen ständig weiterentwickelt. Während man früher Daten via Bluetooth mit einem maximalen Volumen von bis zu 730 Kilobit pro Sekunde übertragen konnte, hat sich dies mit Einführung von EDR (Enhanced Data Rate) deutlich verändert.

Die Version 2.0 EDR ermöglichte bereits ein Datentransfervolumen von etwa 2 Megabit pro Sekunde. Inzwischen jedoch hat Bluetooth die Geschwindigkeit von DSL erreicht. Aktuell ist derzeit (Stand: August 2013) die Version 3.0+HS (High Speed). Das ermöglicht rein theoretisch einen maximalen Datenaustausch von bis zu 24 Megabit pro Sekunde. In der praktischen Anwendung werden diese Transferraten aber in der Regel nicht erreicht.

Praktisch ist, dass die neuen Bluetooth-Versionen abwärts kompatibel sind. Sie erlauben also auch die Kommunikation mit älteren Adaptern oder Dongles. Hierbei müssen Sie allerdings beachten, dass sich die Übertragungsgeschwindigkeit immer am schwächsten Glied in der Gerätekette orientiert. Wenn also zum Beispiel ein älterer PC über die Bluetooth-Version 1.0 verfügt, kann ein 3.0+HS-Adapter die Geschwindigkeit nicht erhöhen, sondern passt sich vielmehr dem geringeren Datentransfervolumen an.

Bluetooth-Klassen

Welche Entfernungen mit dieser Funktechnik überbrückt werden können, hängt davon ab, welcher Bluetooth-Klasse man die jeweiligen Geräte und Adapter zuordnen kann. Drei unterschiedliche Klassen gibt es, die Entfernungen von zehn bis etwa 100 Metern zwischen Sendern und Empfängern möglich machen.

Geräte der Klasse 1 arbeiten mit 100 Milliwatt Sendeleistung. Bis zu 100 Meter Entfernung zwischen Sender und Empfänger sind hier kein Problem. Zu den häufigsten Geräten der Klasse 1 zählen unter anderem:

  • Computer,
  • Notebooks,
  • Bluetooth-USB-Sticks.

Bis zu zehn Milliwatt Sendeleistung erreichen die Geräte der Klasse 2. Auch hier sind es überwiegend Computer, Notebooks und USB-Erweiterungen, die dieser Klasse zugeordnet werden können. Die maximale Entfernung liegt hier bei 50 Metern.

Die Geräte der Klasse 3 verfügen über die geringste Reichweite und haben eine Sendeleistung von maximal einem Milliwatt. Nur etwa zehn Meter Entfernung sollten Sender und Empfänger voneinander haben, damit Bluetooth in dieser Geräteklasse funktioniert. Normalerweise verwendet man sie bei Handys, MP3-Playern oder Digitalkameras und anderen tragbaren Kleingeräten.

Allen Klassen gemeinsam ist die verwendete Sendefrequenz, das 2,4-Gigahertz-Band. Hier funken auch andere kabellose Techniken wie zum Beispiel das WLAN oder DECT-Telefone. Ebenfalls über diese Frequenz arbeiten beispielsweise auch Mikrowellen. Allerdings sind hier weder Störungen noch Probleme zu erwarten. Das liegt unter anderem daran, dass Bluetooth innerhalb von einer Sekunde immer wieder zwischen den etwa 80 Funkkanälen dieses Frequenzbandes hin und her wechselt.

Hinweist: Alle Geräte, die mindestens den Bluetooth-Standard 1.2 benutzen, arbeiten vollkommen störungsfrei. Bei älteren Versionen kann es zu Funkstörungen kommen. Überprüfen Sie anhand des Handbuches oder auf der Herstellerwebseite, welche Bluetooth-Version Ihre Geräte haben.

So erreichen Sie die optimale Reichweite

Die auf den Geräten angegebenen Reichweiten lassen sich übrigens nur unter optimalen Bedingungen erreichen. Optimale Bedingungen sind gegeben, wenn sich zwischen dem Sender und dem Empfänger keinerlei sichtbare Hindernisse befinden.

In der Praxis bilden aber häufig Wände oder größere Gegenstände aus Metall, die auf dem Signalweg liegen, ein Hindernis. Das führt dann automatisch zu einer Reichweitenreduzierung, die die mögliche Entfernung zwischen Sender und Empfänger bis auf wenige Meter zusammenschiebt.

Profile für die Kommunikation zwischen Bluetooth-Geräten

Auch wenn es unterschiedliche Geräteklassen in der Bluetooth-Technik gibt, bedeutet das nicht, dass diese Geräte nicht miteinander kommunizieren können. Dafür, dass die Verständigung problemlos klappt, ist das sogenannte Profil zuständig. Hier wird zum Beispiel festgelegt, welche Art von Datenstrom möglich ist. Um via Bluetooth drucken zu könne, benötigen zum Beispiel Sender (PC) und Empfänger (Drucker) das Profil BPP (Basic Printing Profile). Für die Bildbearbeitung wäre BIP (Basic Imaging Profile) notwendig.

Weitere wichtige Profile verbergen sich hinter folgenden Abkürzungen:

  • A2DP (Advanced Audio Distribution Profile) für die Musikübertragung
  • AVRCP (Audio Video Remote Control Profile) für Fernsteuerbefehle
  • GAVDP (Generic AV Distribution Profile) für die Übertragung von Audio- und Videodateien

Kauftipp: Wenn Sie Bluetooth-Adapter oder -Dongles kaufen, sollten Sie darauf achten, dass diese Erweiterungen mit den Geräten, die Sie damit betreiben, kommunizieren können. Dazu sollten Sie die jeweils unterstützten Profile kontrollieren. Die Technischen Datenblätter auf der Herstellerwebseite zeigen, welche Profile die Adapter oder Dongles unterstützen. Außerdem finden Sie hier in der Regel entweder eine Kompatibilitätsliste oder Informationen darüber, wo Sie eine solche Liste finden können.

Treiber für die Bluetooth-Funktion

Computer und Notebooks mit modernen Betriebssystemen erkennen Bluetooth-Adapter oder -Dongles automatisch. Wenn Sie noch mit einem älteren Betriebssystem arbeiten, ist unter Umständen eine Installationssoftware mit den passenden Treibern notwendig.

Kauftipp: Achten Sie in jedem Fall darauf, dass eine Treiber-CD zum Lieferumfang gehört, wenn Sie Bluetooth-Adapter oder -Dongles kaufen. Damit sind Sie flexibel und können die Erweiterungen jederzeit auch mit älteren Betriebssystemen nutzen.

Pairing

Wichtig ist, dass sich die jeweiligen Adapter oder Dongles mit den Bluetooth-Geräten verstehen. Dazu findet beim ersten Kontakt ein Abgleich statt, der als Pairing bezeichnet wird. Normalerweise funktioniert das Pairing automatisch. Das bedeutet, die Geräte stimmen untereinander ab, ob eine gegenseitige Kommunikation möglich ist. Die notwendigen Einstellungen nehmen die Bluetooth-Geräte dann ebenfalls automatisch vor. Treffen sie wieder aufeinander, können sie ohne Umschweife direkt miteinander kommunizieren.

Damit das Pairing funktioniert, muss der Anwender den Datenaustausch zwischen den Geräten erlauben. Um einen unerlaubten Zugriff auf die Daten zu verhindern, wird dafür vom Sender automatisch eine PIN-Nummer vergeben, die am Empfängergerät eingegeben werden muss.

Ohne Energie arbeitet allerdings auch Bluetooth nicht, selbst wenn keine Stromkabel vorhanden sind. Die Geräte verfügen in der Regel über Akkus oder Batterien. Innerhalb eines sogenannten Mini-Bluetooth-Netzes können theoretisch bis zu acht angeschlossene Geräte gleichzeitig miteinander kommunizieren. In der Praxis sind allerdings drei bis vier Geräte eher als realistisch anzusehen.

So schützen Sie sich vor unbefugtem Zugriff

Wie bei allen anderen kabellosen Verbindungen kann auch ein aktives Bluetooth-Modul zum Sicherheitsproblem werden. Der unbefugte Zugriff Dritte auf Computer, Laptop oder Handy sollte also möglichst weitgehend ausgeschlossen werden.

Der einfachste Weg dazu ist, die eigenen Bluetooth-Geräte einfach unsichtbar zu machen. Das erschwert den unbefugten Zugriff auf die eigenen Daten, denn fremde Bluetooth-Empfänger können Ihre Geräte zunächst nicht sehen. Im Menü der jeweiligen Geräte können die entsprechenden Einstellungen vorgenommen werden. Außerdem ist es immer sicherer, Bluetooth nur dann einzuschalten, wenn es tatsächlich verwendet werden soll – anschließend einfach wieder abschalten, das schont unter anderem auch den Akku.

Tipp: Deaktivieren Sie den automatischen Verbindungsaufbau mit Geräten in der Empfangsreichweite. Anstelle der automatischen Verbindung verwenden Sie die Funktion, bei der Sie selbst per Tastendruck bestätigen müssen, dass die Verbindung zustande kommen darf. Das ist zwar möglicherweise etwas umständlicher, schützt Sie aber effektiv vor unerwünschten Zugriffen auf Ihre Daten.

Sichere PIN-Nummern erstellen

Die Bluetooth-Adapter und -Dongles vergeben standardmäßig PIN-Nummern während des Pairings. Diese PIN-Nummern sind von erfahrenen Hackern leicht zu entschlüsseln. Deshalb sollten sie unbedingt durch eigene individuelle PINs ersetzt werden.

Tipp: Verwenden Sie für Ihre persönliche Bluetooth-PIN-Nummer mindestens acht, möglichst aber noch mehr Zeichen. Je länger die PIN-Nummer ist, umso schwerer wird die Entschlüsselung.

Es ist aber nicht immer möglich, eine eigene PIN-Nummer zu gestalten. Bei Geräten, die keine Dateneingabe vorsehen, funktioniert das nicht. Dazu gehören zum Beispiel Freisprecheinrichtungen. Bei solchen Geräten sollten Sie sehr viel Wert auf andere mögliche Sicherheitsvorkehrungen legen.

Das gilt auch für alle modernen Geräte, die mindestens mit der Bluetooth-Version 2.1 EDR arbeiten. Hier ist nämlich überhaupt keine PIN-Nummer mehr vorgesehen, weil Sender und Empfänger sich automatisch über die Kommunikation einigen. Wenn Sie hier unerwünschte Verbindungen verhindern möchten, bleibt Ihnen nichts anderes möglich, als die automatische Kommunikation zu deaktivieren und Bluetooth-Verbindungen im Einzelfall manuell zu autorisieren.

Fazit

Bluetooth-Adapter und -Dongles sind relativ preiswert. Wenn Sie also möglichst wenig Kabel am heimischen Computerarbeitsplatz haben möchten, können Sie mithilfe dieser Erweiterungen für Ordnung sorgen. Welche Ihrer Geräte Bluetooth-fähig sind und mit Adaptern oder Dongles angeschlossen werden können, erfahren Sie in den jeweiligen Handbüchern.

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