Pentax-Objektive für analoge und digitale Spiegelreflexkameras

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Pentax Objektive für analoge und digitale Spiegelreflexkameras – Ein Ratgeber

Pentax ist eine Markenbezeichnung für Objektive, Fotokameras und andere optische Produkte. Die dazugehörige japanische Gesellschaft war bis 2008 die Pentax K.K. oder englisch Pentax Corporation. Das Unternehmen stellte Überwachungstechnik, Fotoapparate und optische Instrumente für die Medizintechnik sowie hochwertige Ferngläser und astronomische Okulare und Teleskope her. Der Begriff Pentax leitet sich ab aus den Bezeichnungen Pentaprisma und Contax und stammte ursprünglich von dem ostdeutschen VEB Zeiss Ikon, der ihn 1957 an Asahi Optical veräußerte. Die Pentax Corporation wurde 2008 vom japanischen Konzern Hoya übernommen und existiert seit diesem Zeitpunkt nicht mehr als selbstständige, börsennotierte Gesellschaft. Die Entwicklung und Fertigung optischer Produkte unter der bekannten Markenbezeichnung „Pentax" verblieben jedoch unter dem Dach der Hoya K.K. Diese veräußerte die Fotosparte mit der Marke Pentax an den Elektronik-Konzern Ricoh.

Geschichte der Firma Pentax

Die Asahi Kōgaku Kōgyō Goshi-gaisha, was zu Deutsch etwa „Optikwerke Asahi KG" heißt, wurde 1919 gegründet. Das Unternehmen produzierte zunächst Brillengläser, ab 1933 auch Objektive für Kameras und Linsen. 1938 wurde die Unternehmensform verändert. Der Großteil des Auftragsvolumens bestand bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs aus optischen Geräten für den militärischen Bedarf. Die Gesellschaft wurde nach dem Ende des Krieges von den Siegermächten aufgelöst, erhielt jedoch 1948 die Erlaubnis zur Neugründung. Das Unternehmen nahm seine Vorkriegsaktivitäten wieder auf und stellte Ferngläser und Kamera-Objektive für Chiyoda Kōgaku Seikō und Konishiroku her, die Vorgänger von Minolta und Konica. Ab 1952 wurden Fotoapparate, besonders Spiegelreflexkameras, hergestellt, die ab 1957 unter dem Namen „Asahi Pentax" und in Nordamerika auch unter „Honeywell Pentax" in den Handel gebracht wurden. 1964 wurde eine der ersten Spiegelreflexkameras mit TTL-Belichtungsmessung, die auch als Innenmessung bezeichnet wird, die Asahi Pentax Spotmatic, der Öffentlichkeit vorgestellt. In den folgenden Jahren trat der Teil des Namens Asahi auf den Gehäusen der Kameras immer mehr in den Hintergrund, bis letzten Endes nur noch Pentax übrig blieb. Der Namen des Unternehmens wurde 2002 schließlich von Asahi Optical Co. zu Pentax Co. geändert.

Blütezeit der Pentax-Fotografie

Vor allem in den 60er, 70er, und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts konnte Pentax eine Blütezeit verbuchen. Danach verlor sie besonders im Zusammenhang mit der Einführung und weiteren Entwicklung der Autofokustechnik Marktanteile etwa an Nikon, Canon oder an Minolta, das heute zu Sony gehört, die in unseren Tagen die Verkaufszahlen für digitale Spiegelreflexkameras und kompakte Fotoapparate dominieren. Pentax hatte 2010 im globalen Digitalkamera-Markt nur noch einen Anteil von 1,5 Prozent und stand damit auf Platz 10 aller Anbieter - 1. Canon 19 Prozent; 2. Sony 17,9 Prozent; 3. Nikon 12,6 Prozent.

Das Unternehmen Pentax produzierte zeitweise an etwa zehn Standorten in Taiwan, Japan, Vietnam, Hongkong und auf den Philippinen. Hierbei wurden 2007 weltweit etwa 6.000 Mitarbeiter beschäftigt. 1966 war das europäische Hauptquartier gegründet worden und hatte seinen Sitz über viele Jahre hinweg in Hamburg. Die Pentax Corporation ist seit November 2007, seit der Übernahme der Gesellschaft durch den japanischen Konzern Hoya K.K., nicht mehr an der Tokioter Börse notiert. Auch nach der Übernahme blieb der Markenname Pentax für sämtliche CCTV, Fotoapparate, Messtechnik oder Endoskope erhalten. Im Oktober 2009 wurde das europäische Hauptquartier von Pentax für das Geschäft mit den Kameras von Hamburg nach Paris verlegt.

Niedergang und Verkauf der Marke Pentax

2011 verkaufte die Hoya-Group die Fotosparte einschließlich der Divisionen Sport Optics und Security Systems und unter der Marke Pentax an den Elektronikkonzern Ricoh für umgerechnet rund 85 Millionen Euro. Jedoch sollte die medizinisch-technische Sparte bei Hoya verbleiben. Die Übernahme durch Ricoh wurde zum 1. Oktober 2011 vollzogen. Die zu diesem Zweck neu gegründete Firma heißt "PENTAX RICOH IMAGING COMPANY, LTD." Dieses Unternehmen beschäftigt etwa 1.900 Mitarbeiter und hat seinen Hauptsitz in Tokio. Die Gesellschaft beschäftigt sich mit der Planungsfunktion für Objektive und Kameras, Produktionsbetriebe, Niederlassungen und der weltweiten Distribution der Vorgänger-Unternehmen. Noch immer befindet sich der Hauptsitz der deutschen Niederlassung für das Geschäft mit Kameras und Objektiven in Hamburg und hieß seit Oktober 2011 Pentax Ricoh Imaging Deutschland GmbH. Bereits 2013 wurde der Firmenname in RICOH IMAGING COMPANY, LTD. geändert. Dementsprechend wurden die diversen Niederlassungen in den verschiedenen Ländern umbenannt. Der Markenname PENTAX soll zukünftig weiterhin für Ferngläser, Spiegelreflexkameras und andere Systemkameras mit Wechselobjektiven verwendet werden. Kompaktkameras dagegen sollen in Zukunft unter dem Label RICOH in den Handel gebracht werden.

Pentax-Objektive mit dem K-Bajonett

Pentax brachte 1975 die Kameras KM, KX und K2 sowie die SMC PENTAX-Objektive der K-Serie mit Bajonett-Verschluss auf den Markt. Die robuste und preisgünstige Pentax K1000, die ein Jahr später eingeführt wurde, konnte über 2,5 Millionen Mal verkauft werden. Außerordentlich erfolgreich waren auch die zwischen 1976 und 1980 in den Handel gebrachten Modelle ME, ME Super, MV, und MX der kompakten M-Serie, zu der die entsprechenden SMC PENTAX-M-Objektive eingeführt wurden. Über viele Jahre hinweg galt die Kombination der Zeitautomat-Kamera MV mit einem flach gebauten 40er-Objektiv als leichtestes und kleinstes Spiegelreflex-System, das im Kleinbildformat als vollwertige Option angesehen wurde. Pentax stelle 1980 die Kleinbild-Systemkamera mit Wechselsucher, die Pentax LX, der Öffentlichkeit vor. Dieser Fotoapparat wurde bis 2000 produziert und besitzt als besondere Funktion eine Belichtungsmessung während der Bildaufnahme und in der Filmebene. Pentax präsentierte 1981 mit der Pentax ME-F die erste Spiegelreflexkamera mit TTL-Autofokus vor, während die erste Kleinbild-Sucherkamera mit Autofokus von Konica im Jahr 1977 mit der C35-AF vorgestellt wurde. Bei dem Modell ME-F befindet sich der AF-Motor im Objektiv, so wie dies aktuell immer noch bei Canon praktiziert wird. 1983 waren der Kleinbild-SLR-Multiautomat Pentax Super A und die zugehörigen SMC PENTAX-A-Objektive ebenfalls auf dem allerneusten Stand der Technik.

Das K-Bajonett wird von Experten als Folgemodell des universellen M42-Anschlusssystems angesehen. Dieses System wurde von Anfang an besonders großzügig lizenziert, sodass es auch von einer ganzen Reihe anderer Herstellern verwendet wurde. Spezielles Augenmerk wurde bei der Entwicklung unter anderem auf die einfache Möglichkeit zur Adaptierung für ältere Objektive mit M42-Schraubanschluss gelegt. Das K-Bajonett blieb auch bei den folgenden Weiterentwicklungen, der elektrischen Übertragung von Objektivparametern, der Einführung von Apparaten mit Autofokus und der Einführung von Objektiven mit Ultraschall-Autofokus, weitgehend kompatibel. Auf diese Weise konnten auch sehr alte Objektive zumindest mit Belichtungsmessung und manueller Bedienung an aktuellen digitalen Apparaten betrieben werden. Einige Hersteller haben in der Folge eigene Erweiterungen des K-Bajonetts auf den Markt gebracht, die in Einzelfällen nicht kompatibel waren. Beispielsweise führt die Verwendung einiger Ricoh-Objektive an Pentax-Fotoapparaten mit Autofokusantrieb zu einem Verklemmen, sodass Objektiv und Kamera ohne Hilfsmittel nicht mehr zu trennen sind.

Merkmale der aktuellen Angebotspalette von Pentax

Pentax bietet aktuell im gehobenen Qualitätssegment der neueren SLR-Objektive die besonders kompakten, zum Teil von Hand gefertigten Modellreihen FA- & DA Limited sowie die gegen Feuchtigkeit und Staub resistenten und mit einem Ultraschall-Autofokusmotor (SDM) versehenen DA*-Modelle an. Auch die Objektive, die mit dem Kürzel "WR" bezeichnet sind, weisen eine wetterbeständige Abdichtung auf. Verglichen mit früheren Pentax-Modellreihen sowie gegenüber den marktführenden Produzenten ist die aktuelle Produktpalette an Wechselobjektiven für DSLR weniger umfangreich. Allerdings sind die heutigen Pentax-DSLR-Kameras seit 1975 mit allen vorhergehenden K-Bajonett-Objektivserien rückwärtskompatibel, zum Teil jedoch mit Funktionseinschränkungen bei der Blendensteuerung und der Belichtungsmessung. Pentax hatte für 2012 bzw. 2013 unter anderem diverse Zooms, verschiedene Festbrennweiten und ein langes Teleobjektiv (560 mm, f/5,6) sowie einen 1,4×-Telekonverter angekündigt.

Verschiedene Pentax-Objektive und ihre besonderen Eigenschaften

Pentax smc DA* 55 mm / 1,4 SDM 

Dieses Objektiv liegt mit einer auf das Kleinbild-Format umgerechneten Brennweite von 88 Millimeter exakt in dem Bereich, der als klassische Brennweite für die Porträt-Fotografie gilt. Die Autofokus-Leistung kann als sehr gut bezeichnet werden. Ausstattung und Qualität des Objektivs sind mehr als zufriedenstellend. Die Auflösung muss eher als durchschnittlich bezeichnet werden.

Pentax SMC DA 18-55 mm / 3,5 bis 5,6 AL WR

Wegen der defensiven Aufbereitung der Details, liegen die Werte der Pentax-SLRs nur auf mittlerem Niveau. Dabei erweisen sie sich als außergewöhnlich konstant und homogen bei allen Brennweiten und Blendenstufen. Herausragend ist die gute Fertigungsqualität mit einem Dichtungsring gegen Nässe und einem Metallbajonett. Der Zoom und der Fokussier-Ring lassen sich ausgezeichnet bedienen. Die Nahgrenze ist sehr gut. Darüber hinaus weist das Modell eine feststehende Frontfilterfassung, gut dimensionierte Streulichtblende und einen sehr guten Streulichtschutz auf.

Pentax smc DA* 55 mm / 1,4 SDM

Das Pentax-Objektiv liegt mit einer auf Kleinbild umgerechneten Brennweite von 88 Millimetern genau in dem Bereich, der als klassische Porträt-Brennweite gilt. Die Autofokus-Leistung ist ausgezeichnet, die Ausstattung und die Objektivgüte sind eher zufriedenstellend. Die Auflösung ist als durchschnittlich zu bezeichnen.

Pentax smc DA 18-135mm f/3.5 bis 5.6 ED AL [IF] DC WR

Der Autofokus arbeitet dank neuartigem AF-Antrieb mit Direct Current-Motor und Innenfokussierung leise und schnell. Das mit sechs Dichtungen versehene System macht einen ausreichend robusten Eindruck für den Einsatz auch bei unguten Verhältnissen. Bei allen Brennweiten und Blenden ist die Abbildungsleistung in der Mitte des Bildes sehr gut.

Pentax smc DA 12 bis 24 mm / 4,0 ED AL(IF)

Mit etwa 1.100 Euro muss die durchgängige Lichtstärke von 1:4,0 des Pentax-Objektivs entsprechend bezahlt werden. Für diesen Preis gibt es aber auch gute Leistungen beim Autofokus und der Qualität des Objektivs sowie eine maximale Auflösung an dem Bajonett. Die Pentax-Optik wartet neben einer hohen Fokus-Genauigkeit mit einer recht schnellen Schärfe-Einstellung auf.

Das japanische Unternehmen besitzt in der Welt der Fotografie einen ausgezeichneten Ruf, besonders die Pentax-Objektive überzeugen durch ihre Robustheit und ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

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