Pedelec - Fahrrad mit Hilfsmotor?

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Pedelec - Was ist das?
Wenn man ein Pedelec im ersten Moment sieht, denkt man unwillkürlich an ein Fahrrad. Bei genauerem betrachten findet man ein Akku, der meist unter dem Gepäckträger oder hinter dem Sattel unter gebracht ist. Die verwendete Stromqelle sollte mindestens ein Lithium Ionen Akku sein. Alles andere ist Sondermüll und Technik von vorgestern! Der Akku treibt einen Motor mit 250W an. Nach StvO muss der Motor über 25 km/h abschalten. Wer schneller fahren will, muss selber treten. WICHTIG: Ein Pedelc benötigt die Tretunterstützung des Fahrers! Wer meint, er steigt auf das Pedelec und kann sich ohne treten mit hoher Geschwindigkeit fort bewegen, der Irrt. Es gibt eine Ausnahme: Pedelecs mit so genannter Anfahrhilfe gibt es im Luxussortiment. Hierbei beschleunigt das Pedelec auf "Knopfdruck" auf 6 km/h. Diese soll ermöglichen, dass Menschen mit körperlicher Behinderung am Berg anfahren können. Pedelecs mit einer Unterstützung von bis zu 25km/h sind grundsätzlich Versicherungs und Fahrerlaubnis befreit. Eine Helmpflicht besteht auch nicht. Jedoch sollte im eigenen Interresse einer getragen werden. So genannte SPedelecs schaffen es auf 45 km/h. Diese benötigen eine Fahrerlaubnis, eine Versicherung und eine Strassenzulassung. Es besteht Helpflicht.
Sind Radwege vorhanden, müssen Pedelecs bis 25 km/h diese verwenden. SPedelecs gehören in jedem Fall auf die Strasse und dürfen keine Radwege verwenden, da diese rechtlich einem Motorroller mit 50 ccm gleich gestellt sind.
Umgang mit dem Akku:
  1. Nie öffnen oder fallen lassen
  2. Kein so genannter Memory-Effekt. Das heisst, der Akku kann auch geladen werden, wenn dieser noch nicht Leer ist ohne Kapazitätsverlust zu erleiden.
  3. Der Ladevorgang sollte zwischen + 10 GradC und +30 GradC statt finden. Die Ladedauer hängt vom Ladezustand des Akkus, der Kapazität des Akkus und des Ladegerätes, welches im Lieferumfang ist ab. Nach Beendigung des Ladevorganges ändert eine LED am Ladegrät ihren Zustand. Je nach Hersteller ist das unterschiedlich: Von blinken auf dauer an oder ändern der Lichtfarbe, von z.B. Rot auf Grün.
  4. Kaum Spannungsverlust bei der Lagerung - Diese sollte möglichst frostfrei ohne Sonneneinstrahlung erfolgen. Hierbei sollte die Akkukapazität etwa 50% betragen. Die Kapazität sollte im Winterhalbjahr oder bei längerer Nichtbenutzung mindestens monatlich kontroliert werden.  Entleerte oder volle Akkus, die gelagert werden, altern schneller.
  5.  Betrieb im Winter: Sollten Akkus frostfrei gelagert werden, sieht es bei der Benutzung anders aus. Sind die Strassen frei von Eis und Schnee steht einer Benutzung bei Temperaturen von -10 Grad C nichts im Weg. Durch die Benutzung des Akkus erzeugt dieser seine eigene Wärme, die ihn frostfrei hält. Aus diesem Grund müssen Akkus im Winter unbedingt mit genommen werden, wenn das Pedelec abgestellt wird.
  6. Betrieb im Sommer: Hohe Temperaturen schaden dem Akku. Diese sollten nicht höher als etwa +50 Grad C gemessen auf der Gehäuseoberfläche sein. Akkus gehören aus diesem Grund nicht für längere Zeit im Sommer in das Innere eines abgestellten Fahrzeuges.
  7. Gewichtsreduzierung: Akkus älterer Generationen können ohne weiteres 20kg wiegen. Ein Lithium Ionen Akku wiegt weniger als die Hälfte.
  8. Reichweite: Ausschlaggebend ist die Wattzahl des Akkus, die man auf dem Typenschild findet. Je höher diese Angabe, je grösser ist die Reichweite. Ist die Wattzahl nicht angegeben, kann man diese selber errechnen. AmperStunden x Volt= Watt
Angabe von Händler und Hersteller zu Kilometerleistungen des Akkus gehören in das Reich der Phantasie und sind nicht nachvollziehbar, da diese von verschiedenen Faktoren abhängen:
  1. Gewicht des Fahrers
  2. Wie stark muss der Motor unterstützen, bzw. welcher Modus am Bordcomputer gewählt wurde gewählt
  3. Beleuchtung an/aus. - Die beiden laut StvO angebrachten Lampen greifen meist auch auf den Akku zu. Diese werden nicht wie bei Fahrrädern von einem Dynamo gespeist.
  4. Beschaffenheit des Weges: Eine Route in einem Mittelgebirge benötigt eine grössere Unterstützung durch den Motor/Akku, als die gleichlange Route im flachen Münsterland.
  5. Es gibt Akkus, die einen USB Ausgang besitzen, um z.B. Smartphones oder andere Electronic-Komponenten zu betreiben.
Der Antrieb:
  1. Vorderradantrieb: Nicht zu empfehlen! Der Motor befindet sich in der Mittelnabe des Vorderrades, das hat den Nachteil, dass das Rad bei Fahrten Berg hoch durchdrehen kann, weil nicht ausreichend Druck auf das Vorderrad aufgebaut werden kann.
  2. Mittelmotor: Hier sitzt der Motor direkt an den Pedalen. Laut verschiedener Quellen soll bei dieser Variante ein unangenehmes Fahrgefühl auftreten. Der Motor ruckeln. Vorteil/Nachteil: Keine Kette verbaut. Dadurch gibt es natürlich auch keine Kettenschaltung. Die Unterstützung muss alleine durch den Motor kommen.
  3. Hinterradantrieb: Für mich die ideale Lösung: Ruhiges Fahren mit viel Kraft auf der Strasse, da das Pedelec durch den Fahrer, Akku und Motor hinten am schwersten ist.
Der Preis: Ein Pedelec sollte ab 1000€ aufwärts kosten. Alles andere ist Technikschrott. Wie immer und Überall: Je Neuer etwas ist, je grösser die Nachfrage, je höher der Preis. Grössere Stückzahlen, insbesondere beim Akkubau sollten den Preis in den nächsten 2-3 Jahren fallen lassen.
SONDERBAUTEN:
Inzwischen gibt es Pedelecs auch zum Klappen oder als Dreirad für Behinderte Menschen oder als Lastenrad für Besorgungen, so gesehen auf Norderney. Relativ neu ist ein Pedelec ohne Kette. Hierbei wird beim Treten ein Dynamo betrieben, der den Akku teilladen kann. Gleichzeitig wird das Treten von einer Electronik interpretiert und der Motor angesteuert. Hierbei erfolgt keine direkte Unterstützung des Motors.
UMBAUSÄTZE für Fahrräder: Finger weg! - Mögen die Umbausätze  von guter Qualität sein, kann der Einbau unter Umständen tödliche Folgen haben. Herkömmliche Fahrräder halten oft die zusätzlichen Belastungen durch Gewicht der verbauten Komponenten nicht Stand. Bremsen sind oft unterdimensioniert. Aus einem VW Käfer wird auch kein Porsche, nur weil man 2 Komponenten von diesem einbaut.
FAHRWEISE:  An den Pedalen ist eine Scheibe mit Magneten montiert. Diese passieren beim Treten einen Magnetschalter. Dieser Schalter meldet an die Electronic wie oft/schnell die Magnete an ihm vorbei kommen. Die Electronic wertet dieses aus und gibt die Impulse an dem Motor weiter. Beim Anfahren sind ca. 3 Pedalumdrehungen nötig, bevor die Electronic den Motor zu schaltet. Ausnahme: Anfahrhilfe (siehe oben). Achtung!!! Dieser Augenblick verursacht bei den ersten Fahrten ein komisches Gefühl, ähnlich dem, als würde man bei seinen ersten Fahrstunden auf einem Fahrrad angeschoben. Da der Motor hilft, sollte man daran denken, dass der Bremsweg etwas länger wird als normal. Links abbiegen: Durch den Motor entstehen grössere Fliehkräfte, die dafür sorgen können, dass man sich im Gegenverkehr wieder findet. - Hier hilft nur eines: Stärker gegenlenken.

Bremsen: Grundsätzlich beide Bremsen ziehen um an zu halten. Die Bremshebel, sind ebenfalls über ein Kabel mit der Electronic verbunden. Diese meldet in diesem Fall an den Motor STOPP.
Bordcomputer: Je nach Ausführung kann man hier 2 Einstellungen vornehmen und verschiedene Zustände ablesen.
  1. Einstellungen: Licht an/aus und die Intensivität der Unterstützung durch den Motor. Je mehr Stufen gewählt werden können, desto feiner/genauer reagiert der Motor.
  2. Uhrzeit, aktuelle Geschwindigkeit, gefahrene Kilometer, gesamt Kilometer, Stoppuhr, Akkuspannung, Kilometer bis der Akku an die Steckdose muss.
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