Payback - Zahltag, Kinoversion & Director's Cut, 2 DVDs

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nicht schlecht (Director's Cut), - ergibt 2 Varianten des Film's ...

 

 ... trotzdem ist die verkürzte, Kinofassung von "Payback - Zahltag" doch eindeutig die bessere Version hier von, weitgehend, derselben Geschichte (identische Grundstory, diesselben Darsteller kommen vor).

Es braucht sich also niemand unbedingt von seiner alten DVD zu trennen.

Das ganze - diese Version hier ist mehr als Ausleihtip empfehlenswert !

Hinweis: wer sich an dieser Stelle zuerst einmal über die ganze Vorgeschichte hierzu informieren möchte, - sollte sich ganz besonders den reich bebilderten Schnittbericht dazu - Vergleich zwischen Director's Cut (Spoilergefahr !) und Kinofassung - ansehen.

Was hier betrieben wurde, ist (dh. ausnahmsweise !) im Grunde auch weniger ein Versuch, später Zuschauern nochmal mit der erweiterten Fassung 2x das Geld aus der Tasche zu ziehen. Sondern, bedingt durch die ganzen Umstände schon während der Dreharbeiten hier kam es damals lediglich zu der Fassung, so, wie wir sie bisher kannten.

Dieser Director's Cut ist also nicht viel "mehr Film". Sondern er besteht größtenteils aus wieder eingefügte Szenen, - die sogar vorher aber bereits schon existierten, und früher leider entfernt werden mußten und ... sowie neu nachgedrehten dazu. Dafür wurden aber auch andere (bisher bekannte) nun weg gelassen. Besonders, zum Ende hin ändert sich dieser Film also.

Weniger schön, wer ihn bisher schon kannte, aber, so kann er sich beide Fassungen ansehen. Ganz nett, nun aber erst recht besonders für diejenigen, wer ihn sich so jetzt erst kauft. Gleichermaßen den möglichen Neukauf trotzdem wert, wer unbedingt beide haben will.

Sie ergeben zwar vom Ablauf her betrachtet dann auch einen etwas anderen Film. Aber die Grundidee der allgemeinen Rahmenhandlung bleibt gleich. Porter - Mel Gibson wird hierdurch sogar, was das Mainstream Publikum viel lieber gesehen hätte. Er darf nun von Zeit zu Zeit auch mal lächeln, wirkt z.T. verletzlicher, nicht ganz so gnadenlos und unberechenbar. Eben ein typischer Sympathieträger, (fast) der klassische Held.

Umso erstaunlicher ist es, das sich zuerst für die andere Fassung des Film's früher entschieden wurde. Dort spielt Gibson nämlich etwas, was höchst selten in Hollywood vorkommt. Zwar im Recht, aber doch einen echten Kotzbrocken, brutal, eiskalt, zynisch, wortkarg ...

 ... einen "Anti - Helden" (trotzdem der Star des ganzen), - der seelenruhig jemanden ins Jenseits befördern darf, dabei meißtens noch mit sarkastischen Sprüchen bedenkt. Was, wie gesagt, weniger passiert. Vergleichbar wäre dazu vielleicht nur "8 Millimeter" (1999), - mit Nicolas Cage.

Auch dieser durfte im genannten Film einfach mal völlig "ungestraft" (auch, erst recht vom Zuschauer) Selbstjustiz üben, er war aber trotzdem, eben, weil seine "Gegner" moralisch und menschlich total verwerflich waren, dabei immer noch sowas wie der gute geblieben.

Einen gewaltigen Unterschied gibt es aber zu beiden: während Cage bei "8 mm" hin, - und her gerissen war zwischen dem was er dann doch getan hat, er selbst aber nur es wollte, weil sonst alle Regeln dafür versagten, - pfeift Porter - Gibson hier schlicht darauf. Er zieht bis zum Ende sein Ding durch, in beiden Fassungen.

Das Problem war, - natürlich mußten die nun eingefügten Szenen für die deutsche Tonspur jetzt auch wieder neu nachsynchronisiert werden. Zum Glück fanden sich aber erneut diesselben Sprecher dafür ein.

Bei ihnen, im Kopf, wird dennoch wschl. folgendes passieren ... eben, weil man dies nun schon so genau weiß, dadurch fällt es auf !

Wäre der Film allerdings gleich in dieser oder beiden Fassung erschienen, hätte diese Tatsache vermutlich kaum einer bemerkt ?

Einige, gute Szenen sind nun hinzu gekommen, Porter darf seine Frau z.B. auch nochmal verprügeln, bevor ihr Drogenproblem das gleiche Ende wie zuvor nimmt. Er wird öfter verwundet, hat sogar mehr Actionszenen zu bestehen, dafür ist es aber auch weniger dialoglastig.

Nicht ganz so schön ist, statt den wie vorher gut gespielten Auftritten von Kris Kristofferson z.B. als Obergangster am Schluß, - bekommt es Porter nun plötzlich nur noch mit einer vollkommen unbekannten Frau als Anführerin des Syndikat's zu tun.

Auch der Ausgang der Geschichte verläuft komplett anders, weniger als ein klares "Happy End" (obwohl das dieser Film ohnehin nie in solch einer Form hatte) ...

 ... und, der Director's Cut ist ironischerweise sogar kürzer als die vormalige, alte Kinofassung (Laufzeit jetzt nur noch 87 Minuten, statt vorher ca. 97 Minuten).

Trotzdem, ist es mal ganz interessant, mit zu verfolgen, wie sich der Regisseur, Brian Helgeland seinen Film gewünscht und vorgestellt hatte. In der Kinofassung wurden noch blaue Farbfilter - Effekte eingesetzt, auf die nun ebenfalls lieber verzichtet wurde, heißt: das Gesamtbild wirkt also realistischer, farbenprächtiger.

Fazit: "Payback" ist (und bleibt) in BEIDEN Fassungen ein sehr guter Film, sehr unterhaltsam, mal weniger das übliche Klischee, wie wir es schon alle gut genug kennen. Falls ihnen Mel Gibson als mieser Hund besser gefiel (dh. Kenner der alten Variante), - bleiben sie dabei, besonders, wenn sie ihn garnicht anders sehen wollen bzw. auch so mögen würden. Wer sich allerdings mal die Figur, seine Motive und das ganze drumherum immer schon etwas "natürlicher" gewünscht hatte, zugreifen.
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