PayPal - wo der Verkäuferschutz endet

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Unter vielen Verkäufern ein Dauerbrenner ist PayPal - eine eBay-Tochter wie mobile.de oder Kijiji,de. Anfangs war PayPal eine für Käufer und Verkäufer kostengünstige als auch schnelle Alternative im internationalen Zahlungsverkehr. Wenige Verkäufer akzeptierten und akzeptieren Kredikarten, der Bargeldversand war nie frei von Risiken und der Weg zu Western Union war mehr schlecht als recht. Aus jenem kleinen Unternehmen ist mittlerweile auch dank exorbitanten nationalen Transaktionszuwächsen eine nicht mehr wegzudenkende Zahlungsmöglichkeit geworden.
Für den Käufer bietet es ein fast risikofreies Versenden von Geldern. Sollte die Ware einmal nicht ankommen oder diese mangelhaft sein, dank PayPal und dem Käuferbeschwerdeverfahren hält der Käufer eine kraftvolle Waffe gegen Betrug und Missbrauch im nationalen wie auch internationalen Warenverkehr in seinen Händen.
Aus eigener jahrelanger Erfahrung als Verkäufer darf ich zudem behaupten, dass sich gemessen an unzähligen Chargebacks der Anfangsjahre bei PayPal bedingt durch Kreditkartenbetrug und Datenmissbrauch der Nutzen dem Übel bei PayPal schon lange überwiegt. Trotz Unkenrufen nach einer generellen Identfikationskontrolle bei der Anmeldung eines neuen eBay-Mitglieds mit Hilfe des Postident-Verfahrens hat es eBay in der jüngsten Vergangenheit geschafft den Missbrauch von eBay-Mitgliedskonten und Pseudo-Mitgliedern mit Hilfe von Algorithmen riesiger Datenbanken einzudämmen.
Leider gibt es aber weiterhin eine eigentlich schnell zu schließende Sicherheitslücke im Hause PayPal/eBay. Sie besteht in dem Fehlen oder der Unlesbarkeit einer Lieferadresse in der Zahlungsbestätigung von PayPal. Fehlt die Lieferadresse ganz in der E-Mail über den Erhalt einer Zahlung von PayPal, erlischt beim Versenden an die zum Beispiel von eBay erhaltene Adresse der Verkäuferschutz bei PayPal, obwohl eBay und PayPal quasi ("ein herrliches Wort") das gleiche Unternehmen sind.
Gleiches gilt, wenn man die Lieferadresse partout nicht lesen geschweige denn für das Versandunternehmen leserlich auf das Paket bringen kann. Asiatische Schriftzeichen sind dafür großartig geeignet, um den Versender in den Wahnsinn zu treiben. Denn wie soll man einem deutschen hochkonservativen Postbeamten ein Paket mit Mandarinschriftzeichen übergeben können, welches er dann auch noch quittiert?
Ändern könnten eBay und PayPal es relativ einfach. Eine Verschmelzung von Lieferadressen beider Unternehmen verbunden mit einem internationalen Adressstandart hin zu eine Änderung der Statuten bei PayPal würden den Verkäuferschutz erweitern.
Also sollte Vlad Tepes aus einem rumänischen Bergdorf mal wieder eine Rolex mit PayPal ohne Lieferadresse bezahlen wollen, bitte nicht aus reiner Profitgier ins offene Messer laufen und die Transaktion auch mit Hilfe von eBay abbrechen lassen. Getreu nach einem meiner Lebensmottos "Man muss nicht jedes Geschäft machen.".
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