Pauschalierter Ausschluss vom Widerruf

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Gern findet man unter den Gründen für den Ausschluss des Widerrufsrechts folgende Sätze:
- Lieferung von Waren, die nach Kundenspezifikation angefertigt werden und/oder eindeutig auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten sind oder die aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht für eine Rücksendung geeignet sind oder schnell verderben können oder deren Verfallsdatum überschritten würde,
- Lieferung von Audio- und Videoaufzeichnungen oder von Software, sofern die gelieferten Datenträger vom Verbraucher entsiegelt worden sind,
- Lieferung von Zeitungen, Zeitschriften und Illustrierten.
Diese Liste von Ausschlüssen ließe sich natürlich fortsetzen. Denn aus Angst vor Abmahnungen schreiben viele gewerbliche Verkäufer alles in ihre Widerrufsbelehrungen und AGB hinein, was sich in unzähligen Internetforen oder pseudoinformativen Websites finden lässt. Immer getreu nach dem Motto "viel hilft viel" wird sich in Grund und Boden geschrieben. Nicht nur, dass so eine Tapete an teilweise überflüssigen Formulierungen potentielle Kunden beim schier endlosen Herunterscrollen abschreckt, sondern sind insbesondere die Ausschlüsse meist schlicht weg fehl am Platz .
Als Beispiel sei mal zu unterstellen, dass ein reiner Verkäufer von Staubsaugern selten in die Verlegenheit kommen wird an seine Kunde kundenspezifische Modelle oder gar Zeitschriften auszuliefern. Es gilt zu beachten, dass die wohl formulierten Ausschlüsse des Widerrufs immer mit den Angeboten des Händlers im Einklang stehen müssen. Pauschal alles auszuschließen verstoße nach Meinung vieler Gerichte gegen das Gebot der Deutlichkeit und wäre somit durch irreführende Formulierungen abmahnfähig.
Fazit: Lieber kurz und knapp als lang und teuer!
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