Passender Autolack in Spraydosen oder Eimern

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Wie Sie den passenden Autolack in Spraydosen oder Eimern für Ihren Wagen finden

Lackschäden am Auto sind generell ärgerlich, aber nicht immer unvermeidbar. Auf jeden Fall stellen sie eine Wertminderung dar. Denn der Autolack hat nicht nur eine „kosmetische" Aufgabe, sondern dient ebenso dem Schutz.

Immerhin ist so mancher Lackschaden in Eigenregie auszubessern. Entsprechende Spraydosen oder sogar ganze Eimer an Farbe sind schnell gefunden. Alles, was Sie zum Thema Autolack, Spraydosen, Farbeimer und Lackieren wissen sollten, finden Sie in diesem Ratgeber.

Farbe ist alles: Wofür Autolack gut ist

Wichtig ist wohl zuerst einmal zu wissen, wofür der Autolack überhaupt gut ist. Früher einmal wurden vor allem im Rennsport Farben nach Ländern vergeben. Britische Konstrukteure lackierten ihre Boliden in Grün - in dem noch heute legendären „Britisch Racing Green" -, Franzosen in Blau, die Deutschen in Silber. Der Mythos der bis heute lebendigen Silberpfeile beruht tatsächlich auf einer Art Standardisierung der Landesfarben.

Heute gilt der Autolack natürlich längst nicht mehr zum Erkennen oder Zeigen von Nationalitäten, sondern vielmehr der eigenen Individualität und des Geschmacks. Zugegeben lässt sich über letztgenannten Punkt streiten. Den Geschmack aber mal außen vorgelassen, bieten die Hersteller mitunter eine wahre Farbenpracht. Blau, Weiß, Schwarz, Braun, Gelb, Orange, Pink; unmöglich ist bei der Autofarbe heute scheinbar nichts mehr. Manche Zeitgenossen kreieren sich sogar ihre ganz eigenen Wunschfarben.

So oder so hat der Autolack jeweils ganz spezielle Funktionen, die weit über die eigentliche Optik hinaus gehen. Die Lackierung ist nämlich längst zu einem Art Schutz für das Auto geworden, vor allem für dessen Karosserieteile. Die sind meist aus diversen Blechen, Stahl oder Aluminium gestanzt oder gegossen und müssen vor Wettereinflüssen geschützt werden. Genau hier spielt die Lackierung ihren Trumpf aus, indem sie die Oberfläche der Karosserie quasi versiegelt.

Neuer Autolack muss her: Warum überhaupt lackieren

Um den Schutz der Serienlackierung zu stärken, wird die Farbe nicht einfach so aufgetragen. In der Regel wird in mehreren Schichten lackiert, wobei die erste in speziellen Brennkammern bei rund 160 Grad Celsius sogar ausgehärtet wird.

Zuerst wird eine Vorbehandlung durchgeführt, bei welcher diverse Phosphatsalzlösungen aufgetragen werden, die schließlich eine Metall-Phosphat-Schicht bilden. Im zweiten Schritt erfolgt eine Grundierung, das bisher nackte Blech wird mit einem Korrosionsschutz versehen. Dieser Schutz soll Rost verlangsamen, am besten sogar ganz abhalten. Im dritten Schritt folgt der sogenannte „Füller" zur Füllung von Unebenheiten, die unter der späteren Lackierung sichtbar sein könnten. Ist der Füller aufgetragen, werden die Fahrzeugteile glatt geschliffen. Erst jetzt und somit im vierten Schritt wird das Blech mit dem Basislack behandelt, der bereits die spätere Farbgebung sowie gewisse Effekte wie etwa Metallic oder Perleffekt enthält. Im fünften und letzten Arbeitsgang wird Klarlack aufgetragen, der noch einmal als Schutzfunktion gegen äußere Belastungen aller Art dient.

Diese Schritte bei der Autolackierung sind selbstverständlich allein in der Serienfertigung der Hersteller möglich und kaum in der heimischen Garage. Selbst bei einer Ausbesserung und der sogenannten Reparaturlackierung schaut der Ablauf bereits anders aus, werden hier doch nur noch Lacke verwendet, die bei normaler Temperatur aushärten statt im Ofen.

Die Abfolge der Lackierung soll lediglich verdeutlichen, was für einen Aufwand die Industrie betreibt und warum so mancher Autolack - Stichwort Metallic - schnell einige Hundert Euro extra kostet. Trotzdem kann der Lack nur solange die Karosserie schützen, wie er eine geschlossene Oberfläche bildet.

Kleinere Lackschäden mit Spraydosen ausbessern

Schon ein kleiner Kratzer reißt diesen geschlossenen Schutz auf und kann auf lange Sicht böse Folgen haben. Diese Folgen sind Korrosion und somit Rost, was kaum gewollt ist. Zum einen sieht Rost nicht schön aus. Zum anderen bewirkt die Korrosion den langsamen Verfall des Fahrzeugs, was sogar in Sicherheitsmängeln ausarten kann. Tragende Teile beispielsweise können regelrecht durchrosten, weswegen andere Karosserieteile irgendwann sogar abfallen können.

Selbst die Bodenfläche kann durchrosten, womit die Sicherheit der Insassen direkt gefährdet ist. Stellen Sie sich einmal vor, Ihr Sitz bricht mitten auf der Autobahn bei 150 km/h durch das Bodenblech. Moderne Lacke sind allerdings so ausgereift, dass solche Fälle kaum noch auftreten. Obendrein dürfte der TÜV schnell seinen Finger erheben und eine Abnahme bei der nächsten Hauptuntersuchung verweigern.

Ausbessern mit Lackstiften

Doch so weit muss es nicht kommen. Ist ein Lackschaden entdeckt, sollten Sie handeln. Die einfachste Idee wären Lackstifte. Wie sinnvoll solch ein Stift ist, müssen Sie selbst entscheiden - es gibt durchaus positive Meinungen. Für einen tiefen und breitflächigen Kratzer dürfte solch ein Stift aber kaum eine Lösung sein. Die bessere Alternative wäre hier eine Spraydose. Zwar wird diese wohl um einiges zu viel Lack bieten, dafür lässt sich die neue Farbe gezielt auftragen. Obendrein können Sie später mit etwas Klarlack den wichtigen Schutzeffekt herstellen. Auch eine Grundierung zuvor ist möglich. Pro Spraydose müssen Sie rund zehn Euro kalkulieren, oft werden auch mehrere Sprayflaschen im Paket angeboten. Wie Sie richtig lackieren, erfahren Sie weiter unten.

Größere Schäden verlangen nach einem Eimer Farbe

Möchten Sie hingegen größere Schäden lackieren, etwa einen ganzen Kotflügel oder eine neue Motorhaube, wird eine Spraydose kaum reichen. Doch selbst in diesem „Härtefall" ist Hilfe nicht weit und in sogenannter Eimerfarbe gefunden. Tatsächlich bekommen Sie sämtliche Autolacke auch in ganzen Eimern oder vielmehr Büchsen in verschiedenen Größen und mit bis zu mehreren Litern Farbe.

Auch hier gibt es kaum Grenzen: Ob schwarze Autolacke, weiße Autolacke, Metallic-Autolacke oder bunte Autolacke - finden dürften Sie wohl jede Wunschfarbe. Allerdings stoßen viele Hobbyschrauber bei einer größeren Lackierung schnell an ihre Grenzen, denn eine Motorhaube zu lackieren, ist etwas anderes als einen kleinen Kratzer auszubessern. Hier braucht es zum einen das passende Werkzeug, zum zweiten einiges an Know-how und drittens eventuell noch eine gewisse Begabung. Doch dazu mehr im letzten Kapitel dieses Ratgebers. Denn bevor Sie überhaupt mit der Arbeit beginnen können, muss erst mal der richtige Autolack her.

Perfekte Farbe: Den richtigen Autolack auswählen

Tatsächlich ist Lack nicht gleich Lack, Schwarz nicht gleich Schwarz oder Rot nicht gleich Rot. Jeder Autobauer beziehungsweise Hersteller/Erzeuger hat seine ganz eigenen Mischungen. So kann das Bordeaux-Rot von Volkswagen einen Schatten dunkler sein als das von Ford, das Gletscher-Weiß von Audi wieder zwei Nuancen heller als bei Opel oder Renault. Sie stehen also vor der schweren Aufgabe, den richtigen Lack zu finden. Nichts wäre ärgerlicher, als wenn Ihr Mitternachtsblau plötzlich deutlich heller als der eigentliche Lack Ihres Wagens wäre.

Doch auch hierzu gibt es die passenden Lösungen, die den exakt passenden Lack versprechen. In der Regel benötigen Sie hierzu gewisse Informationen, nämlich Farbcode, Hersteller und Typ Ihres Wagens sowie Farbbezeichnung und Baujahr. Gerade letztgenanntes ist wichtig, da schon die Baujahre leicht geänderte Lackierungen tragen können.

Die Farbcodes sind übrigens im Internet zu finden, eventuell müssen Sie sich direkt an den Hersteller Ihres Autos wenden. Reißen sämtliche Stricke, muss der Lack mitunter sogar gänzlich neu gemischt werden, wo Ihnen wohl nur noch ein Profi weiterhelfen kann.

Do it yourself: Autolack selbst auftragen

Gleiches gilt übrigens für das eigentliche Lackieren. Was mit einer Spraydose noch relativ simpel ist, wird bei einem größeren Bauteil schnell zur Herkulesaufgabe. Zugegeben: Farbe auftragen kann sicherlich jeder, die Ergebnisse dürften jedoch unterschiedlich ausfallen.

Mit etwas Talent und Werkzeug sollte die Lackierung aber vielleicht doch kein Problem sein. Nötig jedenfalls sind die Lacke - Grundierung, Farbe, Klarlack - Nassschleifpapier, Wasser und außerdem ein Kompressor samt Sprühpistole. Letztere sind unbedingt nötig, um den Lack gleichmäßig auftragen zu können, ein traditioneller Pinsel als Alternative wäre für ein Auto hingegen keine gute Idee.

Säubern Sie mit Wasser und einem weichen Tuch zuerst die schadhafte Stelle. Danach machen Sie das Schleifpapier nass - und zwar richtig nass - und schleifen besagte Stelle, bis der alte Klarlack stumpf ausschaut. Jetzt können Sie bereits die Grundierung auftragen, danach die eigentliche Farbe und zuletzt den Klarlack. Wichtig ist die Zeit, gerade zwischen den einzelnen Lackierungen. Jede Schicht muss gut aushärten beziehungsweise trocknen. Ebenfalls wichtig: Tragen Sie die Farbe in drei Schichten auf, was Ihnen später einen guten Glanz garantiert. Auch vom Klarlack sollten Sie mindestens zwei, noch besser ebenfalls drei Schichten auftragen.

Mit einer Sprühpistole sollten übrigens keine laufenden Nasen entstehen können, zumindest, wenn Sie ruhig und gleichmäßig arbeiten. Deswegen ist die Pistole einer Spraydose vorzuziehen, wo solche unschönen „Nasen" doch relativ schnell verursacht sind. Gehen Sie auf Nummer sicher und schauen sich im Internet nach entsprechenden Videos um, die Ihnen zum Lackieren eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigen. Auf jeden Fall lässt sich hier einiges an Geld sparen, denn die Arbeit von Profis kostet mehr als die eigentliche Farbe. Trotzdem sollten Sie genügend Eigenkritik zulassen, ob Sie der Arbeit gewachsen sind. In diesem Sinne: Viel Glück und gutes Gelingen.

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