Passende Netzwerkkabel und Steckverbinder wählen

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Passende Netzwerkkabel und Steckverbinder wählen

Ein Computernetzwerk mithilfe von Netzwerkkabeln und passenden Steckverbindern aufzubauen, ist sicher und sorgt für ein hohes Datentransfervolumen. Allerdings ist es auch etwas aufwendiger, weil neue Kabel verlegt, Netzwerksteckdosen gesetzt und die einzelnen Computer und Peripheriegeräte in das kabelgebundene Netzwerk integriert werden müssen.

Außerdem ist die Auswahl an unterschiedlichen Netzwerkkabeln relativ groß und wird bestimmt von Abkürzungen und Fachausdrücken, die für den Laien schwer verständlich sind. Die wichtigsten Eigenschaften, die ein gutes Netzwerkkabel und natürlich auch die notwendigen Steckverbindungen haben sollten, sind unter anderem:

  • Hohe Datenübertragungsraten zu gewährleisten,
  • Zuverlässig zu arbeiten und
  • unempfindlich gegenüber Störungen zu sein.

Wer sich ein wenig mit den Unterschieden bei Netzwerkkabeln und Steckverbindungen beschäftigt, ist relativ rasch in der Lage, das passende Material für das eigene Computernetzwerk auszusuchen.

Hinweis: Sie müssen sich nicht mit allen Abkürzungen oder Fachausdrücken beschäftigen. Allerdings sollten Sie in der Lage sein, zwischen minderwertigen und hochwertigen Netzwerkkabeln und Steckverbindungen zu unterschieden. Nur so kann auf die Dauer die von Ihnen gewünschte Geschwindigkeit und Sicherheit im Netz gewährleistet sein.

Der Weg ist das Ziel – der Kabelkauf erfolgt abhängig von unterschiedlichen Kriterien

Bevor man sich ernsthaft damit auseinandersetzt, welches Netzwerkkabel und welche Steckverbindungen benötigt werden, muss die Frage geklärt sein, wie umfangreich das Netzwerk wird und wie die Verbindung in das Internet gestaltet ist.

Es ist ein großer Unterschied, ob ein privates Heimnetzwerk nur wenige Computer miteinander und mit dem Internet verbinden soll, oder ob ein gewerbliches Netzwerk aufgebaut wird, in dem dann eine hohe Anzahl an Netzwerkteilnehmern gleichzeitig arbeitet. Außerdem ist es wichtig, die Abstände zwischen den zum Netzwerk gehörenden Geräten zu kennen und zu wissen, auf welchem Weg die Kabel zum Beispiel innerhalb des Hauses verlegt werden können.

Netzwerkkabel und Steckverbindungen für das private Heimnetzwerk

Für die Verbindung zwischen dem DSL-Modem und dem Netzwerk genügt das einfache Netzwerkkabel, das in der Regel bereits zum Lieferumfang des Modems gehört. Das funktioniert meist aber nur dann einwandfrei, wenn sich Modem und Computer im selben Raum befinden. Ist aber zum Beispiel der Telefonanschluss samt Modem im Keller und es sollen Geräte in den darüber liegenden Geschossen angeschlossen werden, muss das Kabelnetzwerk geplant werden.

Bei einem privaten Heimnetzwerk werden in der Regel nicht alle Computer immer gleichzeitig genutzt und außerdem ist man auch selten über mehrere Stunden hinweg intensiv über das Netzwerk verbunden. Je geringer die Teilnehmerzahl am Netzwerk ist, umso rascher lassen sich auch Fehler eingrenzen. Die notwendigen Netzwerkkabel werden hier häufig lose verlegt, sodass sie jederzeit gut erreichbar sind. In der Regel genügen hier relativ einfache Netzwerkkabel, die den gemeinsamen Zugang zum Internet und den internen Datenaustausch sowie Spiele über das Netzwerk gestatten.

Das gesamte Haus vernetzen

Soll jedoch das gesamte Haus vernetzt werden und bei Bedarf in jedem Raum ein Netzwerkanschluss zur Verfügung stehen, werden höhere Qualitätsanforderungen an das Netzwerkkabel und die Steckverbindungen gestellt.

Tipp: Wenn Sie renovieren, umbauen oder ein neues Haus bauen, verlegen Sie die Netzwerkkabel am besten unter Putz. Eine elegante Lösung sind Leerrohre, sodass für jeden Raum ein Kabel verlegt werden kann. Eine oder mehrere Netzwerksteckdosen sorgen für Flexibilität. Außerdem genügt dann anschließend ein kurzes Verbindungskabel zwischen den einzelnen Geräten und der Netzwerksteckdose.

Innerhalb eines Hauses oder einer abgeschlossenen Wohnung kann man übrigens auch mithilfe des bereits vorhandenen Stromleitungsnetzes ein Computernetzwerk aufbauen. Dazu muss jeweils eine freie Steckdose für die Datenübertragung zur Verfügung stehen. Außerdem benötigt man entsprechende Adapter, in die dann das Netzwerkkabel des Computers eingesteckt werden kann.

Netzwerkkabel und Steckverbindungen für ein gewerbliches Netzwerk

Während es im privaten Heimnetzwerk keine Katastrophe ist, wenn das Netz einmal für ein paar Stunden ausfällt, sieht das im gewerblichen Bereich natürlich anders aus. Viele Betriebe und Büros könnten ohne ein funktionierendes Netz überhaupt nicht arbeiten. Es ist also klar, dass hier die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit von Netzwerkkabeln und Steckverbindungen deutlich höher sind.

Außerdem muss hier auch bei der Kabelverlegung hinsichtlich der Unfallgefahr am Arbeitsplatz ganz anders gearbeitet werden. Lose herumliegende Netzwerkkabel sollten weitgehend vermieden werden. Kabelkanäle an Schreibtischen, aber auch Kabelbinder und ähnliche Hilfsmittel sorgen dafür, dass das Unfallrisiko durch lose verlegte Kabel so gering wie möglich gehalten werden kann.

Hinweis: Beim Aufbau eines gewerblich genutzten Computernetzwerks sollten Sie zukunftsorientiert denken. Die entsprechenden Kabel sollten es zulassen, auch moderneren und vor allen Dingen auch deutlich mehr Geräten den Zugang zum Netzwerk zu ermöglichen. Anderenfalls laufen Sie Gefahr, bei Erweiterungen oder Veränderungen auch das gesamte Kabelnetz erneuern zu müssen.

Wichtig: Für das gewerbliche Netzwerk sollten Sie hochwertige Kabel verwenden, die möglichst wartungsfrei und resistent gegen Störeinflüsse sind.

Der Netzwerkstandard legt die Anforderungen an Netzwerkkabel und Netzverbindungen fest

Wenn geklärt ist, für welchen Anwendungsbereich das Computernetzwerk aufgebaut wird, ist zu definieren, welche technischen Anforderungen an Netzwerkkabel und Steckverbindungen gestellt werden. Darüber entscheidet im Wesentlichen der Netzwerkstandard, der verwendet wird oder in Zukunft verwendet werden soll.

Zu den vorherrschenden Standards bei Computernetzwerken gehören 10BaseT, 100BaseT und 1000BaseT. Die 10er- und 100er-Version wird zwar derzeit noch häufig verwendet, kommt aber bei Neuinstallationen kaum noch zum Tragen, weil die Geschwindigkeit häufig nicht mehr ausreicht.

Das „T“ in der Abkürzung steht hier für „Twisted-Pair-Kabel“. Diese Netzwerkkabel bestehen aus acht paarweise miteinander verdrillen Kupferadern. Eine Ader in jedem Paar ist für den Datentransfer zuständig. Zwei Leitungspaare entfallen dabei auf das Übermitteln der Sendesignale, die anderen beiden Paare sind für die Empfangssignale zuständig. Die Netzwerkkabel sind ausgelegt auf den Duplex-Betrieb. Das bedeutet, Senden und Empfangen sind gleichzeitig möglich und können über die gesamte Bandbreite des Netzwerkkabels erfolgen.

Das 100BaseT-Netz ist auch als Fast-Ethernet bekannt. Diese Bezeichnung findet man häufig auch auf den dafür vorgesehenen Netzwerkkabeln und Steckverbindungen. Das 1000BaseT-Netz bezeichnet man auch als Gigabitnetz. Es bietet die zehnfache Geschwindigkeit des 100er-Netzes. Hierfür sind häufig andere Netzwerkkarten in den einzelnen Rechnern notwendig.

Hinweis: Alle drei Standards beschränken die Länge der Netzwerkkabel auf hundert Meter pro Kabelteilstück. Eine solche Entfernung ist aber nur zu erreichen, wenn es keine Hindernisse zu überwinden gibt.

Nachteilig auf die erzielbare Reichweite wirkt sich zum Beispiel die Dämpfung des Kabels aus. Je höher der Wert des sogenannten inneren Kabelwiderstands ist, umso kürzer wird die tatsächliche Reichweite. Außerdem können auch Stromkabel, die zu dicht neben dem Netzwerkkabel verlegt wurde, die Reichweite beeinträchtigen. Hier entstehend unter Umständen elektromagnetische Felder, die den Datentransfer beeinflussen können. Außerdem haben die Signalstärken der einzelnen Netzwerkkarten Einfluss auf die Reichweite.

Kauftipp: Achten Sie beim Kauf des Netzwerkkabels darauf, dass der Signalpegel möglichst hoch und die Dämpfung möglichst niedrig ist. Das sorgt für einen sicheren Datentransfer mit der höchstmöglichen Geschwindigkeit.

Die einzelnen Netzwerkkabel und ihre Abschirmung

Zu den wichtigsten Abkürzungen, die man im Zusammenhang mit Netzwerkkabeln findet, gehören die Hinweise auf die Abschirmung. Hier gibt es unterschiedliche Formen, und zwar:

  • Ungeschirmte Netzwerkkabel (U/UTP),
  • einfach abgeschirmte Netzwerkkabel (S/UTP oder FTP) und
  • doppelt abgeschirmte Netzwerkkabel (S/STP oder S/FTP).

Die ungeschirmten Netzwerkkabel bestehen aus verdrillten Adernpaaren, die mit Kunststoff gegeneinander isoliert und mit einem Kunststoffmantel umgeben sind. U/UTP-Kabel (Unscreened Unshielded Twisted Pair) sind biegsam, sollten aber aufgrund der fehlenden Abschirmung nicht unmittelbar neben Strom führenden Leitungen verlegt werden.

Einfach abgeschirmte Kabel verfügen zwischen den verdrillten Adernpaaren aus Kupfer und dem äußeren Mantel aus Kunststoff über ein Geflecht aus Kupfer oder über eine Aluminiumfolie. Das Kabel wird dadurch etwas steifer. Auch FTP-Kabel (Foiled Twisted Pair) gehören in diese Kategorie, obwohl es hier keine Gesamtabschirmung für das Kabel gibt. Dafür sind aber die einzelnen Adernpaare geschirmt. Diese beiden Kabelarten eignen sich für kurze und mittlere Distanzen, die über zehn Metern liegen.

Die höchstmögliche Sicherheit bieten die doppelt abgeschirmten Netzwerkkabel. Hier sind alle Adern einzeln geschützt durch Kupfergeflecht oder Aluminiumfolie. Außerdem gibt es eine weitere Metallschutzschicht, die sich zwischen den Adernpaaren und dem Schutzmantel des Kabels aus Kunststoff befindet.

Kauftipp: In kritischen Bereichen, wo mit Störeinflüssen auf das Netz gerechnet werden muss, oder bei Entfernungen ab etwa 25 Metern sollten immer doppelt abgeschirmte Netzwerkkabel verlegt werden. Sie sind allerdings noch ein wenig steifer als die einfach geschirmten Kabel. Dafür sind sie aber auch wesentlich widerstandsfähiger.

Steckverbinder haben eine wichtige Aufgabe

Steckverbinder sind genauso wichtig wie Netzwerkkabel, denn sie stellen den Kontakt zwischen dem Kabel und Netzwerkkarte, Switch oder Router her. Bei den Ethernet-Kabeln wird hierfür der sogenannte RJ45-Stecker verwendet. Sein Aussehen erinnert an die herkömmlichen Westernstecker eines Telefonkabels. Allerdings sind RJ45-Stecker etwas größer und haben einen Widerhaken. Dieser verhindert, dass das Netzwerkkabel versehentlich aus der Netzwerksteckdose gezogen werden kann. Zum Abziehen des Steckers muss nämlich ein Pin heruntergedrückt werden.

Steckverbindungstypen

Steckverbindungen haben einen ganz entscheidenden Einfluss auf die Haltbarkeit und Stabilität des Netzwerkes. Häufig sind Netzwerkkabel in unterschiedlichen Längen bereits mit einer Steckverbindung ausgestattet. Hier werden drei unterschiedliche Variationen angeboten:

  • Assembled
  • Booted
  • Snagless molded

Die einfachste Form der Verbindung zwischen Kabel und Stecker ist „assembled“. Der RJ45-Stecker ist einfach am Kabelende montiert. Er bohrt sich sowohl in den Kunststoffmantel als auch in die Adern. Dadurch ist ein gewisser Schutz gegen Zugkräfte gegeben.

Achtung: Vermeiden Sie bei dieser Kabelversion das Knicken des Kabels unmittelbar hinter dem Steckeranschluss. Das führt auf die Dauer zu Beschädigungen am Kabel und der Steckverbindung.

Unter „booted“ versteht man einen Knickschutz. Steckverbindung und Kabel sind mit einer Hartgummilasche umgeben, die für eine höhere Zugentlastung sorgt und gleichzeitig das Abknicken des Kabels unmittelbar hinter der Steckverbindung verhindert.

Bei qualitativ hochwertigen Netzwerkkabeln findet man die Verarbeitungsversion „snagless molded“. Hier wurde aus Kabel und Steckverbindung eine Einheit ohne Nähte und scharfe Ecken mit einem Schutz für den Arretierungs-Pin.

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