Papiergeld aus aller Welt - eine spannende Reise rund um den Globus

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Papiergeld aus aller Welt - eine spannende Reise rund um den Globus

Geschichte und Entstehung von Papiergeld

Die Erfindung des Papiergeldes geht auf die Chinesen zurück. Im Jahre 960 wurde nachweislich in Chengdu im Westen Chinas Papiergeld ausgegeben. Zu dieser Zeit bestimmten in Europa noch Kurantmünzen die Währung. Kurantmünzen erhalten ihren Handelswert durch ihr Material und ihr Gewicht, unterliegen also der Inflation und benötigen keinen Wertaufdruck, entsprechen also genau dem Gegenteil des Prinzips des Papiergeldes. Beim Papiergeld wird dem Besitzer nur anhand des aufgedruckten Wertes eine Garantie über die Kaufkraft gegeben, der Schein selbst besitzt keinen materiellen Wert.

Marco Polo war im Jahre 1276 einer der ersten Europäer, der diese chinesischen Geldscheine aus der Song-Dynastie sah und über sie berichtete. 1402 wurde die Verwendung von Papiergeld in China jedoch eingestellt, da zahlreiche Kaiser sich nach Belieben Geld drucken ließen, was zu immensen Inflationswellen führte. Nach Europa gelangte das Papiergeld in Form von Belagerungsscheinen im Jahre 1483. Mit den heutigen Banknoten hatte dieses Notgeld noch wenig gemein. Die spanische Festung Alhama wurde zu dieser Zeit von den Mauren belagert und die Stadtverwaltung sah sich genötigt, aufgrund des Mangels an Münzen, Belagerungsscheine als Garantie und Ersatz für Münzen herauszugeben.

Die ersten Banknoten in Europa

Als die ersten Banknoten gehen die 1609 von der Bank von Amsterdam herausgegeben Scheine in die Geschichte Europas ein. Man achtete stets darauf, dass die in Geldscheinen herausgegebenen Werte durch Münzen des eigenen Vorrats gedeckt wurden, was man damals für notwendig erachtete.

In Schweden wurden im Jahr 1661 die ersten Banknoten von der Bank von Stockholm herausgegeben. Jedoch waren die Kunden misstrauisch gegenüber dieser neuen Form des Geldes und der durchschlagende Erfolg blieb aus. In England erschienen im Jahr 1694 die ersten Banknoten, Herausgeber war die Bank of England. Der schottische Kaufmann Paterson erhielt von König William die Genehmigung zur Gründung der Bank und zur Ausstellung der Banknoten. Diese wurden in der Anfangszeit noch von Hand beschrieben.

Papiergeld aus den Anfängen hat Seltenheitswert

Aus dieser Zeit sind leider nur wenige Geldscheine erhalten, da Papier empfindlich ist. Außerdem wurden nur sehr wenige Geldscheine herausgegeben, sie waren alles andere als weit verbreitet und von der Masse der Bevölkerung nicht akzeptiert. Im großen Umfang wurden Banknoten das erste Mal zwischen 1718 bis 1720 in Frankreich in Umlauf gebracht. Jedoch endete auch dieses Experiment aufgrund der Unerfahrenheit der Entscheidungsträger in einer Spekulationsblase und Inflation. Die Banknoten wurden 1720 wieder aus dem Verkehr genommen.

Auch in Russland verbreitete sich das Papiergeld bereits im 18. Jahrhundert. Katharina die Große gründete 1768 eine Notenbank und gab dieser das alleinige Vorrecht, Banknoten herauszugeben. Aufgrund der Inflation, besonders zur Zeit des Ersten Weltkriegs, sind aus Russland Banknoten mit exorbitant hohen Werten erhalten. So stellten Noten mit Werten wie 100.000 Rubel keine Seltenheit dar.

1798 ging das Prägerecht der Münzen in der Schweiz von den Kantonen auf die Landesregierung über und mit dem Schweizer Franken wurde eine einheitliche Währung eingeführt. Der Schweizer Franken gilt heutzutage als Synonym für eine stabile Währung. Bis zur Drucklegung der ersten Schweizer Banknoten sollte es aber noch eine Zeit dauern. Im Jahre 1907 veröffentlichte die Schweizer Nationalbank die erste Serie von Banknoten, die in regelmäßigen Abständen erneuert wird.

Die Entwicklung des Papiergeldes in den Vereinigten Staaten

Im ausgehenden 17. Jahrhundert, als Nordamerika noch aus französischen und britischen Kolonien bestand, entwickelte sich auch hier allmählich ein System von Banknoten. In der britischen Massachusetts Bay Kolonie, dem heutigen Bundesstaat Massachusetts, wurden Anfang der 1690er die ersten permanenten Banknoten auf dem nordamerikanischen Kontinent in Umlauf gebracht. In den Anfängen des 18. Jahrhunderts schließlich gab es in allen 13 Kolonien reguläre Banknoten.

Mit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1787 wurde die First Bank of the United States mit der Herausgabe von Banknoten betraut. 1862, mitten im Bürgerkrieg, übernahm die Regierung der Vereinigten Staaten selbst die Hoheit über die Herstellung von Banknoten und gab die bis heute bekannte Ein Dollar Note heraus. Falls Sie zu den Sammlern gehören, die Geldscheine aus der ganzen Welt sammeln, gehören einige Dollar-Scheine mit Sicherheit in Ihre Sammlung. .

Der Dollar als Währung in anderen Ländern der Welt

Nicht nur in den Vereinigten Staaten ist der Dollar die Landeswährung, weltweit finden sich über 20 Nationen, die ebenfalls den Dollar als Währung führen. Dabei handelt es sich nicht um den US-Dollar, sondern um eigene Währungen, die sowohl in Aussehen als auch im Kurs vom US-Dollar unabhängig sind. Unter anderem besitzt Australien den Dollar als Währung, führte diesen aber erst im Jahre 1966 ein. Im Umlauf befinden sich Banknoten zu 5, 10, 20, 50 sowie 100 Dollar. Auch im benachbarten Neuseeland ist der Dollar offizielles Zahlungsmittel und wurde kurz nach dem australischen Dollar im Jahre 1967 eingeführt. Die meisten der Länder, die den Dollar als Zahlungsmittel verwenden, sind historisch mit den Vereinigten Staaten oder England verknüpft. Darunter zählen unter anderem Singapur, Bermuda oder die Salomonen. Eine Sammlung mit Dollar-Scheinen sollte so viel wie möglich Banknoten aus den unterschiedlichen Gebieten der Welt enthalten.

Banknoten aus Fernost und Asien

Neben dem Euro und dem US-Dollar ist der japanische Yen eine der drei Leitwährungen der Welt. Er existiert seit 1870 und die ersten Yen-Banknoten wurden im Jahre 1872 gedruckt. Die Herstellung übernahm interessanterweise die Frankfurter Druckerei Naumann. Im Laufe der Zeit wurden die Yen-Noten oftmals ersetzt. Der Grund dafür liegt in den vielen Fälschungen, die immer wieder in Umlauf gerieten. Man versuchte in Japan das Fälschen mit immer neuen Sicherheitsmerkmalen einzudämmen, dennoch sind die Yen-Banknoten eine der meistgefälschten Währungen der Welt.

Zu den exotischen Banknoten zählen die Baht-Scheine aus Thailand. Sie zählen auch zu den ältesten Geldscheinen in Asien, denn die Währung wird in dieser Form seit dem 21. Mai 1889 herausgegeben. Es war die Hongkong & Shanghai Banking Corporation mit Sitz in Bangkok, die jene Noten orderte. Gedruckt wurden diese Noten übrigens ebenfalls in Deutschland und diese waren sowohl in Thai als auch in Englisch beschriftet. Die ersten Banknoten in rein thailändischer Beschriftung wurden im Jahre 1925 veröffentlicht.

Alte Banknoten aus Indien und China

Ebenfalls zu den ältesten Währungen in Asien zählt die indische Rupie. Münzen als Zahlmittel wurden bereits zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert vor Christus verwendet. Zu dieser Zeit steckte auch in Europa die Münzprägung noch in den Anfangsphasen und nur wenige Völker verfügten über die entsprechende Technik. Die Rupie als einheitliche Währung wurde von Afghan Sher Shah Suri zwischen 1540 und 1545 in Indien eingeführt. Im 18. Jahrhundert gaben die Bank von Hindustan und die Bengalische Bank Rupien in Form von Banknoten aus. Sammler von Geldscheinen finden in Indien übrigens eine ganz besondere Seltenheit, denn der 10-Rupien-Schein wird hier aus Plastik hergestellt. Dies soll neben der Fälschungssicherheit auch die Lebensdauer des Geldscheins deutlich erhöhen.

Obwohl China als das Land gilt, welches das Papiergeld erfunden hat, gehört der Renminbi, die Währung Chinas, zu den jüngsten der Welt. Erst nach der Gründung der Volksrepublik China führte die kommunistische Regierung 1949 diese Währung ein. Für eine kurze Zeit, zwischen 1898 bis 1914, gab die Chinesische Handelsbank Banknoten aus. Banknoten aus China sind dennoch bei eBay zahlreich im Angebot. Vom Renminbi gibt es Banknoten zu 100, 50, 20, 10, 5, 2 und 1 Yuan. Auch Geldscheine in Fen, was bei uns den Cents entspricht, sind vereinzelt im Umlauf.

Die Entwicklung der Geldscheine in Deutschland

Mit Ausnahme von Preußen, wo im 18. Jahrhundert Staatspapier- und Tresorscheine ausgegeben wurden, hielt das Papiergeld erst sehr spät Einzug in Deutschland. Die 1875/76 gegründete Reichsbank begann mit der Herausgabe von sogenannten Reichsbanknoten in Reichsmark, die zu den ersten Banknoten in Deutschland wurden. Anfang des 20. Jahrhunderts, vor den Zeiten der Weltkriege und Wirtschaftskrisen, war die Währung in Deutschland noch stabil und Reichsbanknoten mit 20 Mark gehörten zu den alltäglichen Zahlungsmitteln.

Die Reichsmark hatte bis 1948 Bestand und wurde dann durch die Deutsche Mark abgelöst. Von diesen D-Markscheinen sind im Laufe des 20. Jahrhunderts vier verschiedene Auflagen mit jeweils unterschiedlichen Motiven erschienen. Die erste Serie, die von 1948 bis 1956 gültig war, wurde in den Vereinigten Staaten gedruckt. Spätestens mit der Ankündigung der Euroeinführung zum Jahr 2002 wurden Geldscheine der Deutschen Mark zu Sammlerobjekten. Zumindest die 5-DM-Scheine, die eher selten im täglichen Umlauf zu sehen waren, sollten in einer Sammlung von Papiergeld aus aller Welt vorhanden sein.

Die Banknote im Europa des 21. Jahrhunderts

Mit der Einführung des Euros als Währung in zwölf europäischen Nationen wurden in diesen Ländern auch die neuen Euro-Banknoten ausgegeben. Obwohl die Scheine in allen Ländern, anders als die Euromünzen, die gleichen Motive besitzen, gibt es dennoch Unterschiede zwischen den Scheinen. So können Sie anhand der Druckereikennung einwandfrei das Land erkennen, aus welchem der betreffende Euroschein stammt. Auf der Vorderseite eines jeden Scheins befindet sich der Plattencode, in dem die Druckereikennung enthalten ist. Beim Fünfeuroschein zum Beispiel befindet sich dieser sechsstellige Code am linken Rand des Bildes. Die erste Stelle ist immer ein Buchstabe, mit dessen Hilfe man die Herkunft identifizieren kann. Ein R steht zum Beispiel für die Bundesdruckerei in Berlin, während Scheine, deren Plattencode mit einem D beginnen, aus dem finnischen Vantaa kommen.

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