Papier als Malzubehör: Wofür eignen sich Acrylmalpapier, Aquarell- und Skizzenpapier?

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Papier als Malzubehör: Wofür eignen sich Acrylmalpapier, Aquarell- und Skizzenpapier?

Der Mal- und Künstlerbedarf geht weit über die verschiedenen Farben und Pinsel hinaus. Damit ein Gemälde oder eine Zeichnung richtig wirken kann, benötigen Sie den passenden Untergrund. Hier ist die Auswahl groß. Ob Leinwände, andere Stoffe, Pappen oder Papiere – auf jedem Material wirkt ihr Kunstwerk anders. Viele Künstler fertigen ihre ersten Werke auf einfachem Papier an. Die Blöcke sind deutlich günstiger im Vergleich zu einer richtigen Leinwand und lassen sich mit unterschiedlichen Farben gestalten. Doch nicht jede Farbe kommt auf jedem Papier zur Geltung. Es gibt beispielsweise große Unterschiede zwischen Acrylmalpapier oder Aquarellpapier. Während der eine Block selbst dickere Farben aushalten muss, kommt das andere Papier mit sehr viel Wasser in Berührung. Jede Künstlerfarbe und jede Technik besitzt ihre eigenen Ansprüche, die sich auch im Papier widerspiegeln sollten. In diesem Ratgeber informieren wir Sie über die verschiedenen Papiere und zeigen Ihnen die Vorteile auf. Anhand weiterer Qualitätsstufen und Kriterien finden Sie mit Sicherheit das passende Papier für Ihren Zweck.

Besondere Eigenschaften und Einsatzbereiche von Acrylmalpapier

Acrylfarben sind wasserlöslich beim Farbauftrag und verbinden sich mit vielen verschiedenen Untergründen. Das Besondere hierbei ist das verwendete Bindemittel. Die Farben verfügen über einen bestimmten Zusatz, der sich beim Abtrocknen verflüchtigt und sie erst dann wasserfest werden lässt. Ohne Vorbehandlung wirken Acrylfarben auf folgenden Untergründen:

  • Karton
  • Kork
  • Ton
  • Holz
  • Papier
  • Textilien
  • Glas
  • Keramik
  • Porzellan

Auf glatten Oberflächen sind die Farben jedoch nicht dauerhaft spülmaschinenfest. Dennoch lassen sie sich deutlich leichter verarbeiten. Da sie im Vergleich zu Ölfarben kein starkes Lösungsmittel enthalten, ist das Malen auf Papier oder Karton möglich. Die Farbe wird durch ihre Beschaffenheit nicht vom Papier aufgenommen, sondern sticht mit ihrer Leuchtkraft darauf hervor. Mit pastoser Farbe arbeiten Sie Strukturen auf dem Papier hervor. Oder Sie bringen die Farbe in einer Art und Weise, zum Beispiel mit Spachteln oder Ähnlichem, auf den Untergrund. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Hobbykünstler zunächst für Acrylfarben in Verbindung mit Papier oder Pappe. Manche Strukturen und Techniken können Sie so mit keiner anderen Farbe erwirken. Die Papiere gibt es dabei in unterschiedlichen Qualitätsstufen und Preisklassen. Dabei wird ein etwas dickeres Papier bevorzugt, was einem Zeichenkarton ähnelt. Es sollte möglichst weiß und säurefrei sein. Das gängige Gewicht und die Dichte von Acrylpapier liegen bei 190 g/qm.

Spezielle Strukturen und Farben bei Acrylmalpapier

Acrylmalpapier gibt es nicht nur als hellen oder gar weißen Untergrund zu kaufen. Selbst mit schwarzem Papier lassen sich interessante Kunstwerke gestalten. Sie erhalten dabei ein Werk mit einem hervorragenden Kontrast. Die gängigen Papiere sind von ihrer Oberfläche nur leicht rau und fast glatt. Damit besitzen die Pinsel eine gute Gleitfähigkeit auf dem Untergrund. Außerdem bekommen Sie die Möglichkeit, die Farbe nach dem Auftragen noch etwas zu verstreichen. Das funktioniert bei sehr strukturierten Flächen nicht. Sie arbeiten mit dem richtigen Papier ansprechende Schattierungen aus und erreichen feinere Linien. Strukturierte Oberflächen eignen sich für besondere optische Effekte. Unterschieden werden die Papiere nach Flächengewichten und Strukturen. Bestenfalls probieren Sie die gewünschten Papiere aus, um die perfekte Struktur für den eigenen Malstil zu finden.

Aquarellpapier – diese Eigenschaften muss es besitzen

Das richtige Aquarellpapier ist beinahe so wichtig, wie die Farben selbst. Es gibt unterschiedliche Qualitätsabstufungen und Preisklassen, die Einfluss auf das spätere Ergebnis haben. Scheuen Sie sich also nicht davor, alle Papiere auszuprobieren, um den idealen Untergrund für die Zeichnung zu finden. Die Papiere sind grundsätzlich holzfrei und müssen Feuchtigkeit gut aufnehmen können. Die Grammatur und Papierstärke spielen hier eine wichtige Rolle. Das Papier muss sowohl Farbpartikel als auch Feuchtigkeit gut aufnehmen können. Gleichzeitig darf es sich nicht zu stark wellen oder verziehen. Auch beim Trocknen darf keine Wellung auftreten, da das Kunstwerk somit ruiniert wäre. Grundsätzlich gibt es Aquarellpapiere ab 120 g/qm. Die stärksten Papiere ähneln Karton und liegen bei etwa 850 g/qm. Arbeiten Sie mit viel Flüssigkeit und benötigen Sie das Wasser für einen optimalen Farbverlauf, sollte das Papier mindestens 300 g/qm stark sein.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Langlebigkeit. Um Ihre Kunstwerke möglichst lange erhalten zu können, muss hochwertiges Aquarellpapier säurefrei sein. Nahezu alle Papiere dieser Art im Künstlerbedarf sind säurefrei. Dennoch gilt es, sich nicht auf diese Annahme zu verlassen, sondern beim Kauf einen genauen Blick darauf zu werfen.

Die verschiedenen Oberflächenstrukturen bei Aquarellpapieren

Neben der Papierstärke achten viele Künstler auf die Oberfläche der Aquarellpapiere. Hier bekommen Sie eine besonders große Auswahl je nach Maltechnik. Die sehr feinen Papiere besitzen eine nahezu satinierte Oberfläche. Sie wirkt sehr glatt und kann sogar mit einer matten Oberfläche versehen sein. Mit diesem Papier arbeiten Sie Details besonders in den Vordergrund und bringen kleine Akzente zur Geltung. Für Anfänger sind diese Papiere eher weniger geeignet. Wer mit feinem Aquarellpapier arbeitet, benötigt bestimmte Vorkenntnisse. Die Farbe wird deutlich schneller aufgenommen, sodass hier unerwünschte Farbränder entstehen können. Bei grobem Papier haben Sie einen deutlich größeren Spielraum. Diese Papiersorten besitzen eine gewisse Oberflächenstruktur, die sich gar an das Motiv anpassen kann. Manche Künstler setzen bei Landschaftsmalerei auf eine solche Qualität. Die raue Struktur nimmt das Wasser besonders gut auf und ist sehr saugfähig. Wenn Sie mit viel Wasser arbeiten, haben Sie später auch genügend Zeit für die Farbverläufe und die besonderen Aquarelleffekte. Auch großflächige Bildausschnitte wirken mit einem gröberen Papier deutlich besser. Folgen Sie Ihrer individuellen Vorliebe und wählen Sie sich die Struktur entsprechend dem Motiv aus.

Künstlerpapiere als Block, auf Rolle oder als Bogen kaufen?

Je nach Papierstärke oder Form gibt es das Material als einzelner Bogen, als Block mit mehreren Seiten oder auf der Rolle. Viele Künstler werden sich für einen Block oder einen Einzelbogen entscheiden. Vor allem bei den einzelnen Bögen bleibt das Experimentieren erhalten. Sie erkennen schnell, welcher Bogen sich für Ihr Vorhaben eignet. Zeichnen Sie öfter in einem bestimmten Stil, bietet sich ein kompletter Block an. Bekannt ist diese Form der Papiere vor allem durch den Skizzenblock. Doch auch für Aquarelle oder Acrylzeichnungen gibt es das nötige Papier direkt auf dem Block. Je dicker das Papier ist, desto weniger Blätter sind meist im Block enthalten. Die Form des jeweiligen Papiers ist auch hier wieder eine sehr individuelle Entscheidung. Geleimte Blöcke haben gegenüber Einzelbögen weitere Vorteile. Das verwendete Blatt muss nicht extra auf einem zusätzlichen Untergrund fixiert werden. Sie können direkt mit Ihrem Kunstwerk beginnen. Allerdings gibt es gerade hier in der Aquarellmalerei etwas zu beachten. Der Block muss rings herum gut verleimt sein. Nur so verhindern Sie eine Wellenbildung während des Malens. Besonders dünne Papiere neigen dazu und müssen in einem hochwertigen Aquarellblock gesammelt sein.

Einzelbögen sind grundsätzlich auf einem weiteren Untergrund zu fixieren. Nur so verrutschen Sie nicht während der Arbeit und behalten außerdem ihre Form. Setzen Sie eher auf Sonderformate und benötigen Sie sehr viel Papier, so bietet sich eine Rolle des gewünschten Materials an. Sie müssen sich nicht an eine vorgegebene Größe halten und entscheiden selbst, wie lang das zu bearbeitende Stück werden soll. Nachteil: Sie müssen das Papier vor dem Gebrauch erst selbst zuschneiden. Außerdem benötigen Sie wieder einen festen Untergrund mit der passenden Fixierung. Andernfalls rollt sich das Papier möglicherweise wieder zusammen und behindert damit Ihr Kunstwerk. Achtung – bei Aquarellen dürfen Sie die Befestigung des Papiers vom Untergrund erst nach dem völligen Austrocknen lösen. Andernfalls zieht es sich wieder in die gerollte Form zurück. Gleiches gilt für die Papierbögen auf einem verleimten Block. Auch hier sind die Kunstwerke erst nach dem Austrocknen vom Block zu entfernen. Im schlimmsten Fall verlaufen sonst die Farben.

Skizzenpapier – darauf müssen Sie beim Kauf achten

Das sogenannte Skizzenpapier ist meist als Block in unterschiedlichen Größen erhältlich. Entscheiden Sie sich, ob Sie das Papier täglich dabei haben wollen oder eher für größere Skizzen benötigen. Je nach Beschaffenheit des Papiers eignet es sich für Bleistiftzeichnungen oder Skizzen mit Zeichenkohle. Papiere von höherer Qualität überzeugen mit ihrer Gleitfähigkeit. Das gewählte Zeichenmittel gleitet sanft über die Oberfläche und verhilft zu einer dynamischen Linienführung. Bestenfalls lässt sich der Materialauftrag später noch verwischen. Damit erzielen Sie gekonnt Schraffuren oder interessante Schattierungen in ihrer Zeichnung. In gröberen Strukturen setzen sich die Partikel sofort fest und lassen sich nur schwer wieder verwischen. Dafür sind diese Strukturen im späteren Ergebnis zu erkennen und können mit zur Zeichnung gehören. Bei Landschaften wirkt die etwas gröbere Körnung ideal. In der Porträt-Malerei setzen die Künstler eher auf glatte Oberflächen, um selbst kleinste Details hervorheben zu können.

Skizzenblock oder Einzelbogen – auch hier stellt sich die Frage

Ein Skizzenblock besitzt in der Regel eine Spiralbindung. Damit lassen sich die Skizzen einfach umblättern, ohne diese aus dem Block trennen zu müssen. Bei verleimten Blöcken haben Sie diese Möglichkeit nicht und müssen immer das obere Blatt abtrennen. Blöcke lassen sich einfacher transportieren und sind unterwegs schnell einsatzbereit. Allerdings verrutschen sie auf den Knien deutlich schneller und behindern möglicherweise die Zeichnung. Wer am liebsten mit der freien Hand zeichnet, sollte sich für einen Einzelbogen entscheiden. Fixieren Sie diesen auf einer zum Format passenden Hartfaserplatte. Zur Befestigung dienen entweder Klebestreifen oder die bekannten Maulklammern. Damit sitzt das Blatt über den Ecken fest. Bestenfalls ist die Platte gleich etwas größer, damit sie gut angefasst werden kann. Als Künstler sind Sie jetzt besser beweglich und arbeiten mit einem hochwertigen Papier auf einem stabilen Untergrund.

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