Panda, Silbermünzen aus Fernost, Tafelsilber, Silber

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Beim Kauf von Silbermünzen, die aktuell sehr gesucht sind, muß man unbedingt auf die exakte Beschreibung einschließlich des Scans achten.

Häufig werden Münzen als "Silber" angeboten und in der detailierten Beschreibung fehlt dann die Beschreibung des Silbergehaltes. In diesem Falle sollte man besser nicht kaufen.

Das trifft auch für Angebote unter "Tafelsilber" oder "Silberbesteck" und ähnlichem zu. In diesen Fällen handelt es sich meistens eben nicht um Silber, sondern nur um einen Überzug. Es gelten die folgenden Regeln:

1 .)Alle Ziffernstempel zwischen 40 und 200 bezeichnen lediglich Auflagesilber. Das bedeutet   bei 90 z.B., daß auf 12 normalen Eßlöffeln insgesamt 90 Gramm Silber durch Doublieren - nicht galvanisch - aufgebracht wurde und bei allen übrigen zugehörigen Besteckteilen die Silberschicht ebensodick ist.

2.)Bis zur Zeit Napoleons wurde in Deutschland das Silber nach einer Loteinteilung gestempelt. 16 Lot entspricht 1000/Silber, dem entsprechend 12 Lot entspricht 750/Silber; geringere Legierungen sind kaum verwendet worden.

3.) Nach 1806 wurde die Stempelung nach der Teilung 1000 = Feinsilber vorgenommen, wie wir sie heute noch durchführen. Legierungen unter 750/ sind kaum gebräuchlich, weil sie nicht mehr wie Silber aussehen.

4.) unter "Markung" versteht man eigentlich zusätzliche Zeichen zum Feingehalt. Das sind die Firmenzeichen, in Deutschland der Halbmond (ehemals das Alchemistenzeichen für Silber ) und die Krone als Garantie des Deut.Reiches für den Silbergehalt, ferner in alten Stücken die Zeichen der Handwerks-Innung ( die ebenfalls für den Feingehat garantieren) sowie gelegentlich staatliche Beschauzeichen, die beweisen, daß das Stück bei einer Abnahmekommissionn vorgelegt worden ist.

5.) Wenn jemand beschreibt, daß Stück sei gepunzt oder gemarkt, so ist das kein Qualitätsmerkmal, sondern sichert nur zu, daß die Stempelung den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Welcher  Hersteller würde wohl darauf verzichten, wenn die Stücke echt sind?

 Da das begefügte Bild Teil der Angebotsbeschreibung ist, sollte man dieses genau betrachten.

Beispiel: Angeboten wird eine Sammlermünze Panda ohne Wertbezeichnung aus China in Silber. In der Beschreibung steht zwar, daß es sich um eine begehrte Sammlermünze als Replik handelt, aber auf dem Foto sieht man deutlich die Beschriftung "1 oz Ag 999". Bei der Prüfung des Stückes stellt sich heraus: Keine Unze Gewicht, sondern nur 21 Gramm,  silberfarbige Legierung bestehend aus 83% Zinn, 1% Molybdän, Rest Kupfer, Nickel u.a. Wieso sollte so etwas  jemand sammeln wollen, wo ist das Silber geblieben? Als Lehrgeld war der Preis gerade noch angemessen, aber durch den Kauf dieser Stücke unterstützt man solche Machenschaften. Das muß jedoch nicht sein. 

Ich bin nach wie vor der Meinung: Wo Silber draufsteht, solte auch Silber drinn sein.

Rich. Ch. Kreibich Goldschmiedemeister

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