Pädagogisch sinnvolle Bilderbücher für Kinder erkennen

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Kinderbuch ist nicht gleich Kinderbuch
Ich bin Erzieherin und möchte aufzeigen, woran man ein pädagogisch wertvolles und unterstützendes Buch erkennen kann.
Es gibt unendlich viele Kinderbücher. Zu jedem Thema und jeder Lebensphase gibt es mittlerweile Literatur für die Kleinsten. Um zu erkennen, welches Buch aber wirklich pädagogisch sinnvoll ist und das Kind unterstützt, gibt es verschiedene Merkmale, auf die man achten sollte.


Merkmale eines "guten" Bilderbuchs
Beschaffenheit:
Umso jünger das Kind, umso robuster sollte das Buch sein. Ein Pappbuch/Kuschelbuch ist fast unkaputtbar, während die dünnen Seiten schnell einreißen. Ab 3 Jahren kann man den Kindern aber den Umgang mit Büchern durchaus zutrauen und anlernen.
Es ist auch sinnvoll, wenn das Buch an sich nicht zu klein ist, damit die Kinder die Möglichkeit haben, die Bilder darinnen betrachten zu können.

Gefühle:
Bücher, in denen Menschen/Tiere verschiedene Emotionen zeigen, sind für Kinder geeignet. Lachen, verärgert sein, traurig sind, erschrocken sein.....In einem Kinderbuch sollten verschiedene Emotionen erkennbar und vertreten sein. 

Gesellschaftsbild:
In einem Kinderbuch sollten auch Männer am Herd stehen, Frauen arbeiten gehen und Menschen mit Behinderungen zu sehen sein. Auch dunkelhäutige Menschen, homosexuelle Menschen oder weinende Männer sind für Kinder unterstützend. Auf Klischees sollte also weitgehends verzichtet werden.

Text:
Der Text sollte kindgerecht und einfach gehalten sein. 
Ein Beispielsatz: "Lena ärgerte sich darüber, dass der Verkehr zu schnell lief" ist weniger kindgerecht.
Besser: "Lena ärgerte sich, dass die Autos immer so schnell fahren auf der Straße".
Ein "gutes" Buch erkennt man auch daran, dass die Bilder aussagekräftig sind, sodass es nicht mehr viel Text braucht.

Bilder:
Die Bilder in einem Kinderbuch sollten so gestaltet sein, dass sie die Aussage des Textes widerspiegeln. Wenn es darum geht, dass sich ein Mensch ärgert, ist es also sinnvoll, wenn ein sich ärgernder Mensch auch abgebildet ist.
Die Bilder sollten auch harmonisch dargestellt sind. Ein sich ärgernder Mensch muss nicht schwarze Kleidung tragen, während es aus dunkelblauen Wolken regnet. 

Geschichte:
Die Geschichte sollte immer mit einer Lösung des Problems enden. Der sich ärgernde Mensch sollte also am Ende des Buches wieder gute Laune haben können. Entweder, weil er einen Weg gefunden hat, den Ärger rauszulassen, oder weil sich der Grund für den Ärger aufgelöst hat. So können die Kinder mit der Geschichte abschließen und erlernen Techniken, um Probleme zu bewältigen, die sie auf ihr eigenes Leben und ihre eigene Situation übertragen können.
Es ist sinnvoll, wenn sich Spannung und Entspannung abwechseln. Wenn auf 10 Seiten immer mehr Spannung aufgebaut wird, und es nur 1 Bild zum Ende als Entspannung gibt, ist das Kind emotional aufgewühlt. 


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