Packerscheiben für Landmaschinen - ein Einkaufsratgeber

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Packerscheiben für Landmaschinen - ein Einkaufsratgeber

Packer sind landwirtschaftliche Arbeitsgeräte, die vornehmlich während des Pflügens zum Einsatz kommen. Gelegentlich werden auch Scheibeneggen als Packer bezeichnet. Landwirtschaftliche Packer gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen, was die Arbeitstechnik und den technischen Aufbau gleichermaßen betrifft. Außerdem werden je nach Bodenbeschaffenheit unterschiedliche Packer verwendet.

Aufgabe des Packers in der Landwirtschaft

Das Pflügen ist eine zentrale Bodenbearbeitungstechnik in der Landwirtschaft. Es dient nicht nur dem Auflockern der Ackerkrume und Einbringen von organischem Material. Auch die Bodengare, also die Durchlüftung und Belebung mit Mikroorganismen, ist wichtig. Beim herkömmlichen Pflügen entstehen jedoch große Erdschollen. Die Bodengare ist aber wirkungsvoller, wenn die Ackerkrume feinscholliger ist. Auch eine gewisse Rückverdichtung ist durchaus sinnvoll. Aber auch das Saatbeet muss diesen Eigenschaften entsprechend aufbereitet werden. Dazu werden Packer eingesetzt: sie verdichten den Boden wieder und gewährleisten eine Optimierung der Bodeneigenschaften.

Der grundsätzliche Aufbau eines Packers

Bei den meisten Packern handelt es sich um Scheibenpacker. Schmale Metallscheiben, die Packerscheiben, sind nebeneinander auf einer Achse befestigt. Je mehr Packerscheiben montiert sind, desto eher entsteht der optische Eindruck einer Walze. Daher wird die Achse mit den Packerscheiben auch als Packerwalze bezeichnet. Die meisten Packerscheiben haben einen Durchmesser von 60 bis 100 cm. Die Größe und das Gewicht der einzelnen Packerscheiben sowie die Anzahl der Scheiben bestimmen die Eindringtiefe in den Boden maßgeblich. Darüber hinaus sind die Packer auch in unterschiedlichen Breiten erhältlich.

Daher ist das Gewicht des Packers auch maßgeblich auf die Anforderungen an den Acker abgestimmt. Außer vertikalen, also im rechten Winkel zum Ackerhorizont drehenden Packerscheiben werden auch Packer mit Scheiben eingesetzt, die einen seitlichen Neigungswinkel aufweisen können. Neben den herkömmlichen Packerscheiben, die zumeist aus Gusseisen mit Kugelgraphit hergestellt werden, gibt es für lockere Böden, die nur eine geringe Arbeitstiefe erfordern, auch Packer mit Gummibereifung. Diese dringen weniger tief in den Boden ein, sorgen aber dennoch für eine optimale Rückverdichtung der Krume.

Die verschiedenen Arbeitstechniken von Packern

Der nachlaufende Packer

Der nachlaufende Packer ist die wohl gängigste Arbeitstechnik von Packern und von daher weit verbreitet. Der Nachlauf-Packer wird über den circa 1,50 m langen Fangarm am Pflug eingehängt und beim Pflügen nachgezogen. Unmittelbar nach dem Pflügen erfolgt also die Feinkrümelung und Rückverdichtung des Bodens. Am Ende der Pflugfurche muss der Pflug gewendet werden. Daher wird der Packer am Vorgewende abgenommen, der Pflug kann nun gedreht und in die neue Pflugfurche eingefahren werden. Jetzt wird der Packer wieder über den Fangarm am Gewende eingehängt und eingefangen. Pflüge mit einem fest montierten Packer, die mit gewendet werden, kommen selten zum Einsatz. Bezeichnet werden diese fest mit dem Pflug verbundenen Packer als integrierte Packer.

Frontpacker und Frontschwenkpacker

Der Frontpacker ist ebenfalls weit verbreitet. Wie es der Name schon andeutet, wird dieser Packer vor dem Traktor hergeschoben. Dabei kommen unterschiedliche Arbeitsweisen zur Anwendung, wobei dann zwischen dem reinen Frontpacker und dem Frontschwenkpacker unterschieden wird.

Der Frontschwenkpacker

Der Frontschwenkpacker wird ebenfalls während des Pflügens eingesetzt. Der Name "Schwenkpacker" leitet sich davon ab, dass der Packer seitlich links oder rechts versetzt vom Traktor auf die vorangegangen entstandene Pflugfurche aufgesetzt wird. Während also die neue Pflugfurche eingefahren wird, verdichtet der Frontschwenkpacker die zuvor gezogene Pflugfurche. Das gestattet eine zügige Arbeitsweise, da der Packer nicht jedes Mal abhängt und mit jeder neuen Furche erneut am Gewende eingefangen werden muss.

Der Frontpacker

Der Frontpacker hingegen wird nicht zeitgleich mit dem Pflügen eingesetzt. Vielmehr erfolgt die Zerkrümelung und Verdichtung vor der Aussaat. Oftmals wird dazu gleichzeitig eine Kreiseleggen-Kombination und Drillmaschinen-Kombination nachgezogen. Dieses Arbeitsgerät ist schwer und der Frontpacker übernimmt ergänzend die Aufgabe eines Gegengewichts. So wird eine optimale Verdichtung des Saatbeets erreicht.

Weitere Bezeichnungen und andere Geräte, die zum Teil ebenfalls als Packer bezeichnet werden

Aufgrund der unterschiedlichen Bauformen finden Sie Packer unter den verschiedensten Namensgebungen. Frontpacker können ebenso als Front- oder Cambridge-Walze oder Frontreifen-Packer ausgeschrieben sein. Aber auch nachlaufende Packer werden oft als Cambridge-Walze bezeichnet. Daneben sind Ackerwalze, Scheibenpacker, Pflugpacker oder Ringpacker ebenfalls gebräuchliche Beschreibungen von Packern. Außerdem werden oftmals auch Scheibeneggen, Kreiseleggen oder Krümmlerwalzen für Grubber als Packer bezeichnet.

Scheibeneggen und Grubber

Auch wenn Scheibeneggen und Grubber landwirtschaftliche Geräte darstellen, die an sich nichts mit Packern im herkömmlichen Sinn zu tun haben, werden Eggenscheiben auch als Packerscheiben angeboten. Dasselbe gilt natürlich auch für die Anbau- und Ersatzteile von Grubbern. Daher ist es auf jeden Fall empfehlenswert, in den Angeboten nicht nur in den dafür regulär infrage kommenden Kategorien nach attraktiven Angeboten zu suchen. Unter den speziell für Packer eingestellten Packerscheiben finden sich zahlreiche Angebote, die sich speziell an Grubber und Scheibeneggen richten.

Die richtige Wahl von Packerscheiben: das Material

Packerscheiben werden nach unterschiedlichen Kriterien zugeordnet. Zunächst erfolgt die grundsätzliche Unterscheidung zwischen Packerrädern und Packerscheiben. Packerscheiben sind aus Metall und werden beispielsweise aus Guss oder Guss mit Kugelgraphit hergestellt. Neben Kugelgraphitguss ist auch Sphäroguss eine gängige Benennung. Daher findet sich oft das Kürzel "GG" oder "GGG" bei Beschreibungen entsprechender Scheiben. Dahinter ist meist ein "50" zu lesen, also "GG50" oder "GGG50". Diese Daten beziehen sich auf die minimale Bruchfestigkeit sowie die Bruchdehnung. Eigentlich sind diese Angaben längst durch die DIN-Normen und die wiederum durch die jetzt aktuellen EU-Normen ersetzt. GGG50 entspricht daher der deutschen Norm "DIN 1691" bzw. der EU-Norm "EN-GJS-500-7". Viele Angebote beziehen sich jedoch auf die älteren Normbezeichnungen. Packerräder hingegen können den Spezifikationen der eigenen Packerräder entsprechend bei Reifenherstellern nachgefragt werden.

Neigungswinkel und andere Eigenschaften

Wie bereits vorab erwähnt, kann der Neigungswinkel der Scheiben ebenfalls variieren. Bei den herkömmlichen Packerscheiben liegt er zwischen 28 Grad und 45 Grad, also von seitlich geneigt bis hin zu horizontal zum Acker. Die Scheiben werden zudem auf Wellen montiert. Diese können ebenfalls einen unterschiedlichen Durchmesser besitzen. Daher muss auch auf diese Wellenmaße geachtet werden. Mehrere Auswahlmöglichkeiten gibt es dann bei der Nabe. Packerscheiben gibt es mit halber Nabe, in einer geteilten Ausführung oder mit einer exakt bemessenen Nabenbreite.

Lauffläche und allgemeine Gestaltung von Packerscheiben

Herkömmliche Packerscheiben besitzen mehrere Speichen und eine glatte Lauffläche. Aber auch Verzahnungen und zueinander versetzte Zacken an der Lauffläche gibt es. Außerdem können die Scheiben auch voll und im Wellen-Design gestaltet sein. Das hängt natürlich stark vom jeweiligen Landgeräte-Hersteller ab, von dem der jeweilige Packer gebaut wurde. Aber auch an die Ackereigenschaften angepasste Packerscheiben kommen zur Anwendung. Eine letzte Auswahlmöglichkeit besteht dann im Durchmesser der einzelnen Packerscheiben.

Besonderheiten bei der Produktwahl

Wenn Sie Scheiben für Scheibeneggen suchen, können diese ebenfalls als Packerscheiben oder Scheiben für Packer angeboten werden. Dasselbe gilt, wie bereits zuvor erwähnt, für die entsprechenden Elemente beispielsweise an Krümmlern - und nicht zu vergessen die Packer-Gummiräder.

Die Hersteller von Packerscheiben

Packerscheiben werden großen Kräften ausgesetzt, daher ist die Zertifizierung nach den jeweiligen DIN-Normen ausgesprochen wichtig. Renommierte Markenhersteller legen stets Wert auf eine hohe Güte ihrer angebotenen Produkte. Demnach sollte der Qualitätsanspruch über den Anforderungen zum Preis stehen.

Sorgfalt und Information beim Kauf von Packerscheiben

Bevor Sie sich nun für bestimmte Packerscheiben entscheiden, sollten Sie auf jeden Fall erst die Maße Ihrer alten Packerscheiben nehmen. Außerdem sollten Sie auf herstellerspezifische Besonderheiten achten. Vergleichen Sie sämtliche Daten Ihres Packers mit den angebotenen Packerscheiben. Bedenken Sie dabei auch die Mindestansprüche an das Gussmaterial, denn davon hängt die Kraft ab, die zum Einsatz kommen darf. Sind Sie sich nicht sicher mit einem Angebot, fragen Sie beim Anbieter oder sogar beim Hersteller des Packers an. Nehmen Sie sich Zeit und wählen Sie die für Sie infrage kommenden Packerscheiben in Ruhe aus. Bedenken Sie des Weiteren, dass Sie unter Umständen auch neue Achswellen benötigen.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden