PCI-Erweiterungskarten: Vielseitige Schnittstellen für Ihren PC

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Einkaufsratgeber für PCI-Erweiterungskarten aller Art

PCI-Steckkarten sind heute ein fester Bestandteil des Computers. Durch ihre einfache Handhabung ermöglichen sie dem User die mühelose Installation interner Erweiterungen. Für diese Steckplätze auf dem Mainboard gibt es eine große Anzahl unterschiedlicher Steckkarten. Hier erfahren Sie, was der PCI-Standard ist, wozu er benutzt werden kann und welche Anwendungsmöglichkeiten und Besonderheiten sich dadurch für den Benutzer ergeben.

Mit PCI-Steckkarten einfach neue Komponenten installieren

PCI (=Peripheral Component Interconnect) bezeichnet einen BUS-Standard, der es ermöglicht, interne Steck- und Erweiterungskarten schnell und einfach mit dem Chipsatz des Computers zu verbinden. Das englische Akronym BUS steht für 'Binary Unit System' und bezeichnet ein System zur Datenübertragung zwischen den einzelnen Komponenten auf der Hauptplatine und dem Prozessor. Der Chipsatz fungiert dabei als Manager zwischen den einzelnen Schnittstellen und steuert den Energiebedarf sowie die Datenmenge, die hin und her fließt.

PCI-Steckplätze auf dem Mainboard können Sie ganz einfach erkennen. Es sind die lang gestreckten weißen Leisten, von denen meist zwei, drei oder vier nebeneinander angeordnet sind.

Zu diesen Steckkarten gehören beispielsweise Sound- und Grafikkarten, Netzwerkarten, Modems, Satelliten-Receiver oder Radio-Empfängerkarten. PCI-Steckkarten sind seit den 1990er Jahren auf dem Markt und vereinfachen mit ihrem Plug-and-play-System die Installation und Konfiguration interner Erweiterungen erheblich. Denn Plug and play bedeutet, dass die jeweilige Steckkarte vom System automatisch erkannt wird. Sie ist nach dem Einbau und der Installation der passenden Treiber sofort einsatzbereit. Damit entfällt die früher notwendige manuelle Konfiguration der einzelnen Komponenten im BIOS. Dieses Vorgehen ist zwar auch mit PCI-Standard noch möglich, wird aber in der Regel nicht benötigt.

IDE und AGP – die Verwandten der PCI-Schnittstellen

Der PCI-Bus hat sich vor allem aufgrund seiner benutzerfreundlichen Bedienbarkeit durchgesetzt. Ältere Computer besitzen unter Umständen noch ISA-Schnittstellen. Auch Grafikkarten, die über einen sogenannten AGP-Standard verfügen, sind bei älteren Modellen keine Seltenheit. AGP-Schnittstellen waren ein spezielles Anschlussformat für Grafikkarten. Sie basierten auf den PCI-Schnittstellen, waren jedoch erheblich schneller. Inzwischen wurde AGP von dem sogenannten PCI-Express abgelöst. Beim Einbau dieser AGP-Grafikkarten war Vorsicht geboten, denn bei einem falschen Einsetzen auf den Steckplatz konnte die Karte im Nu beschädigt werden. PCI- und PCI Express-Steckplätze hingegen funktionieren einfach nicht, wenn die Karte verkehrt gesteckt wird – ein großes Plus an Sicherheit für alle, die interne Hardwarekomponenten selbst ein- und ausbauen.

Von Mini-PCI bis PCI Express – welche Steckplatzarten gibt es?

Je nach Bauart wird bei den Steckplätzen zwischen normalem PCI, Mini-PCI und PCI Express unterschieden.

Mini-PCI – kompaktes System für Laptop & Co

Wie der Name Mini-PCI schon vermuten lässt, ist dieser Standard besonders kompakt und kommt häufig in Notebooks zum Einsatz. Mit dem Mini-PCI-Steckplatz können Sie das Gerät beispielsweise um eine W-LAN-Karte oder ein Internet-Modem erweitern.

Auch der Einbau von Speichererweiterungen ist möglich. Für den Laptop eignen sich schnelle SSDs (Solid State Disc) mit Anschluss für einen Mini-PCI-Steckplatz. Diese Festplattenart ist im Gegensatz zu einer herkömmlichen Harddisk solide. Das heißt, sie besitzt keine beweglichen Teile wie Magnetscheibe und Lesekopf, sondern funktioniert rein auf elektronischer Basis. Mit dieser Turbo-Festplatte können Sie dank des PCI-Anschlusses im Notebook mit wenigen Handgriffen für mehr Geschwindigkeit sorgen.

Mini-PCI-Steckplätze werden auch von einigen Computerherstellern in normalen PCs eingesetzt. Dies geschieht vor allem aus Platzgründen. Denn die kleineren Steckplätze ermöglichen es, den begrenzten Raum perfekt zu nutzen und Netzwerkkarten und anderes Zubehör effektiv unterzubringen.

PCI – Standardsteckplatz für Heim- und Office-Computer

PCI ist die ultimative Schnittstelle für interne Erweiterungen. Früher gab es neben den PCI-Steckkarten auch noch andere Formate wie AGP oder ISA für Geräte wie Grafikkarte, Soundkarte und Modem. Heute hat sich PCI gegenüber den anderen Standards durchgesetzt und sie vollständig vom Markt verdrängt. Auf älteren Mainboards finden sich unter Umständen noch AGP- oder ISA-Anschlüsse. Steckkarten in diesem Format sind jedoch im Handel nur noch selten erhältlich. Wenn Sie derartige Ersatzteile suchen, ist eBay eine gute Adresse, um solche Computer-Klassiker zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis zu erwerben.

PCIe oder PCI Express – der Turbo unter den PCI-Schnittstellen

PCIe, auch PCI Express genannt, ist eine Weiterentwicklung des herkömmlichen PCI-Standards. Während der normale PCI-Anschluss eine parallele Schnittstelle darstellt, ist der PCIe-Steckplatz seriell geschaltet. Parallele Datenübertragung setzt stets voraus, dass die gesendeten Datensignale genau gleichzeitig ankommen, da sie sonst nicht verarbeitet werden können. Durch Störungen im PC und Fertigungstoleranzen in den einzelnen Leiterbahnen des Steckplatzes kommt es in der Praxis bei parallelen Schnittstellen häufig zu Verzögerungen. Die Controller schicken diese fehlerhaften Datensignale zurück und fordern sie erneut an. Durch dieses Hin und Her entsteht eine Zeitverzögerung, die sich negativ auf die Arbeitsgeschwindigkeit der jeweiligen Erweiterungskarte auswirkt.

PCIe hingegen besteht aus seriellen Punkt-zu-Punkt Verbindungen. Hier werden die Daten in der richtigen Reihenfolge korrekt nacheinander gesendet. Die Controller können sie sofort erkennen und weiterverarbeiten. Daher besitzt PCIe eine bis zu 16 Mal höhere Geschwindigkeit als das standardmäßige PCI. Aus dem veränderten Aufbau und der größeren Leitungsfähigkeit von PCIe-Schnittstellen ergibt sich ein wesentlich höherer Datentransfer und damit eine äußerst effektive Nutzung des Potenzials von Grafikkarten, Satellitenkarten etc. Außerdem bietet PCIe eine benutzerfreundliche Bedienung durch Hot-Swap und Hot-Plug. Das bedeutet, dass Sie die PCIe-Steckkarten bei laufendem System wechseln können. Gerade im Serverbetrieb ist dies ein großes Plus, da diese Rechner rund um die Uhr im Einsatz sind und Ausfallzeiten durch Wartung oder Reparaturen oft mit hohen Kosten verbunden sind.

Nachteilig bei der Nutzung des PCIe-Standards ist, dass PCI und PCI Express untereinander nicht kompatibel sind. Für das schnellere System werden komplett andere Steckplätze und Controller benötigt. Auch Adapter sind leider nicht erhältlich.

Ein PCI-Port – vielseitige Möglichkeiten: PCI-Steckkarten im Überblick

PCI-Steckkarten ermöglichen demnach den problemlosen Anschluss von Hardwarekomponenten an die Hauptplatine. Doch welche Erweiterungen gibt es überhaupt? Im Anschluss finden Sie die gängigsten Anwendungsbeispiele im Detail:

Zusätzliche USB-Buchsen dank PCI

USB-Anschlüsse am PC ermöglichen den Anschluss von zahlreichen Peripheriegeräten wie zum Beispiel Kartenlesegeräte, Ladegeräte, Drucker, Soundkarten sowie USB-Sticks, USB-Festplatten oder Gimmicks wie Lampen, Ventilatoren, Tassenwärmer und vieles mehr. Mit einer USB-Steckkarte schaffen Sie im Nu weitere USB-Ports, falls Ihnen der Platz einmal knapp werden sollte. Auch ältere PCs können mit einem PCI USB 2.0-System problemlos nachgerüstet werden.

USB-Steckkarten sind auch mit USB 3.0-Standard erhältlich. Diese Steckkarten benötigen jedoch eine PCI-Express-Schnittstelle und werden darüber mit der Hauptplatine gekoppelt. USB 3.0 wird überwiegend für den Anschluss von schnellen USB-Sticks und -Festplatten verwendet, da dieser Standard die Daten wesentlich schneller überträgt als USB 2.0.

Steckkarten mit diesem USB-Standard dienen zur Erweiterung der vorhandenen USB-Buchsen. Sie können damit jedoch auch einen Computer nachrüsten, der noch nicht über einen schnellen USB 3.0-Anschluss verfügt. Voraussetzung dabei ist, dass Ihr Mainboard einen PCI Express-Schnittstelle besitzt.

Soundkarten mit PCI-Anschluss

Viele Mainboards werden inzwischen mit Onboard-Soundchip geliefert. Dieser auf der Hauptplatine integrierte Chip liefert für den Hausgebrauch einen durchaus passablen Klang. Wenn Sie jedoch Computerspiele oder Filme mit Surroundsound oder Raumklang erleben möchten oder Musik in Konzertqualität abspielen wollen, stößt dieser Soundchip schnell an seine Grenzen. Hier lohnt es sich auf jeden Fall, etwas Geld in eine hochwertige Soundkarte zu investieren. Mithilfe des PCI-Standards ist diese Hardware schnell installiert und kann in Windows zudem einfach konfiguriert werden.

Grafikerlebnis pur mit PCIe-Erweiterungskarten

Ebenso wie die Soundchips sind auch die Onboard-Grafikkarten für einfache Home- und Officeanwendungen ausreichend. Bessere Qualität liefert jedoch in jedem Fall eine interne Grafikkarte. Hier haben Sie eine reiche Auswahl. Von der einfachen Version für Business-Computer über mittlere Preisklassen für den Heim-PC bis hin zu Highend-Produkten für anspruchsvolle Gamer sowie die Video- und Grafikbearbeitung.

Multimedia-Erweiterungen für HT-PCs und Heimkino

Im Bereich der Unterhaltungsmedien ist der Wohnzimmer-PC stark auf dem Vormarsch. Kein Wunder, denn die Vorteile dieser Multimedia-Computer liegen auf der Hand: Ein Home Theatre PC, kurz HT-PC genannt, verbindet elegant die einzelnen Home-Entertainment-Bereiche miteinander. Mit diesem Gerät können Sie sowohl DVD, Blu-Rays oder Videofilme anschauen als auch das TV-Programm ansehen und aufzeichnen. Dazu kommen komfortable Extras wie Musikverwaltung und -wiedergabe, das Anschauen von Digitalfotos oder der Radio- und DVB-T-Empfang.

Durch das breit gefächerte Angebot an PCI-Erweiterungskarten ist es problemlos möglich, sich seinen eigenen HT-PC mit allen gewünschten Funktionen zusammenzustellen. Außerdem bieten viele Hersteller fertige Produkte an. Diese können Sie bei Bedarf mit den gewünschten Extras ausstatten.

Ein attraktives Beispiel für die Vielseitigkeit der multimedialen Erweiterungen ist der TV-Bereich. Bei eBay finden Sie beispielsweise PCI-Steckkarten für den digitalen Fernsehempfang über Satellit. Zusammen mit einer geeigneten Recorder-Software erhalten Sie im Handumdrehen einen digitalen Videorekorder dazu. Und für die terrestrischen Fernsehsender stehen geeignete DVB-T-Karten für PC und Laptop bereit.

Fazit:

Der PCI-Standard erleichtert das Austauschen oder Hinzufügen von Hardwarekomponenten erheblich. Neben Grafik- und Soundkarten sind es vor allem Produkte aus dem Heimkinobereich, die von diesen Schnittstellen profitieren.

Wichtig dabei ist, dass Sie die unterschiedlichen Standards PCI und PCI Express im Auge behalten, da sie untereinander nicht kompatibel sind. Das schnellere PCI Express benötigt eigenständige Schnittstellen und Controller.

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