Overclocking – So kühlen Sie Ihre Grafikkarte richtig

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Overclocking – So kühlen Sie Ihre Grafikkarte richtig

Wenn Sie Ihre Grafikkarte übertakten müssen, sollten Sie wissen, wie Sie mit der zusätzlichen Wärme umgehen. Beim Overclocking werden die Komponenten extrem strapaziert, entsprechend professionell sollte die Kühlung sein. Hier können Sie sich im Wesentlichen zwischen Luft- und Wasserkühlungs-Konzepten entscheiden, die Ihnen dabei helfen, einer Überhitzung effektiv vorzubeugen.

Warum benötigen Grafikkarten beim Übertakten eine neue Kühlung?

Die Übertaktung der Grafikkarte ist eine echte Herausforderung. Eine Hochleistungskarte hat mehrere Milliarden Transistoren verbaut, die auf engstem Raum gedrängt sind. Bei hoher Belastung der Karte, etwa dann, wenn aufwendige 3D-Szenen in Spielen berechnet werden müssen, können die Chipsätze eine immense Hitzeentwicklung aufweisen. Bis zu 100 Grad Celsius und mehr sind bei diesen Grafikkarten keine Seltenheit. Aus diesem Grund existiert in einem PC vielleicht keine andere Komponente, bei der die Frage der richtigen Kühlung so wichtig ist wie bei der GPU. Verschärft wird dieses Problem dann, wenn Sie eine Übertaktung Ihrer Grafikkarte planen.

Was passiert bei der Übertaktung?

Bei der Übertaktung eines Chipsatzes wird versucht, die Hertz-Zahl der Komponente zu erhöhen, sodass mehr Berechnungen pro Zeiteinheit erfolgen können. Gerade bei Spielen wünschen Sie sich als Anwender häufig größere Leistungsreserven, damit die Spielinhalte noch aufwendiger gerendert werden können. Die PCI-Express-Grafikkarte gilt jedoch als jene Komponente in einem System, die am schnellsten veraltet und damit gegen ein leistungsfähigeres Modell ausgetauscht werden muss. Wenn Sie diesen Schritt vermeiden möchten, bietet das Overclocking eine Alternative.

Kühllösungen gegen die Überhitzung Ihrer Grafikkarte

In vielen Fällen bieten die Hersteller des Grafikchips im Grafiktreiber Optionen an, mit denen sich innerhalb gewisser Grenzen Übertaktungen vornehmen lassen. Weiterhin stehen Ihnen hierfür auch Tools von Drittherstellern zur Verfügung, mit denen sich die Leistung einer GPU gezielt erhöhen lässt. Welchen Weg Sie hier auch immer wählen, in vielen Fällen werden Sie an die Grenze der Leistungsfähigkeit des Standardlüfters geraten. Zwar planen die Hersteller der Karten bei der Konstruktion der Grafikkarten-Lüfter eine gewisse Reserve ein, ein extremes Overclocking wird hierbei aber in der Regel nicht berücksichtigt. In solchen Fällen sollten Sie zu alternativen Kühllösungen greifen, um eine Überhitzung Ihrer Karte zu vermeiden. Solche Lösungen können in der Verwendung einer leistungsstärkeren Luftkühlung oder sogar einer Wasserkühlung liegen.

Sollten Sie eine bessere Kühlung versäumen, kann es zu Instabilitäten des Systems kommen, die sich durch eingefrorene Bildschirme, Systemabstürze und Fehldarstellungen in den Spielen und anderen 3D-Anwendungen bemerkbar machen. Im schlimmsten Fall kann eine zu schwache Kühlung beim Overclocking sogar dazu führen, dass die Grafikkarte beschädigt wird und ganz ausfällt. In diesem Fall müssen Sie einen teuren Ersatz beschaffen.

Grafikkarte per Luft kühlen: Das sind die Vorteile

Am weitesten verbreitet ist bei der Kühlung von GPUs ebenso wie bei der Kühlung des Hauptprozessors die Luftkühlung. Hierbei handelt es sich um ein zweigeteiltes Kühlungskonzept, bei dem ein Kühlkörper aus Aluminium oder einem anderen Metall auf der GPU aufgebracht wird und die Hitze direkt von der Oberfläche des Chips entnimmt. Über geschickt konstruierte Lamellen des Kühlkörpers wird die Hitze an einen Lüfter weitergeleitet, der die Luft entweder direkt durch einen Lüftungsschlitz auf der Rückseite der Grafikkarte nach draußen befördert oder sie erst einmal in das Innere des Gehäuses weiterleitet.

Passive Kühlung

Weniger häufig werden als alternative Lösung passive Kühlungen angeboten, bei denen auf einen Lüfter verzichtet wird. Hier sorgt für die Kühlung alleine der Grafikkarten-Kühler. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass kein Lüftergeräusch erzeugt wird, das Sie als Anwender stören könnte. Gerade für das Übertakten von Grafikkarten sind diese Produkte aber mehr als ungeeignet, da sie bereits in der Standardtaktung sehr heiß werden können und höheren Belastungen zumeist sehr schlecht standhalten. Gerade bei passiv gekühlten Grafikkarten sollten Sie beim Overclocking auf eine Lüfterlösung umsteigen. Falls Sie auf die Vorteile einer passiven Kühlung auf keinen Fall verzichten möchten, sollten Sie eine solche passive Kühlung einsetzen, deren Kühlkörper eine möglichst große Fläche aufweist.

Kleine & große Lüfter

Je nach Grafikkarten-Modell und dessen Leistungsfähigkeit kann auf der Platine bzw. auf dem Kühlkörper eine unterschiedlich große Anzahl von Lüftern untergebracht sein. Nur bei kleineren GPU-Modellen wird hier nur ein einzelner Lüfter anzufinden sein, in der Regel werden zwei oder sogar drei Lüfter eingesetzt. Aufgrund der Beschränkung der Höhe von PCI-Express-Erweiterungskarten können auf Grafikkarten in der Regel nur 80-mm-Lüfter eingesetzt werden. Diese Lüfter weisen eine kompakte Konstruktion auf und sind damit für diesen Einsatzzweck gut geeignet, weisen jedoch den Nachteil auf, dass sie für eine Ausreichende Kühlung sehr schnell drehen müssen. Kleine Lüfter sind bei gleicher Rotationsgeschwindigkeit lauter als größere Lüfter, weshalb die Geräuschkulisse bei der Grafikkarten-Kühlung mit Luft häufig ein Problem darstellt. Abhilfe können hier die Wasserkühlungen schaffen, die in der Anschaffung jedoch deutlich teurer sind. Für preisbewusste Käufer sind Lüftkühlungen daher eine sehr gute Lösung.

Wasserkühlung bei extremer Übertaktung der GPU

Sollten Sie bei der Übertaktung der Grafikkarte extreme Wege beschreiten wollen, ist eine Wasserkühlung eine sehr gute Alternative zur Luftkühlung. Hierbei errichten Sie im Inneren Ihres Computers einen Wasserkreislauf, der das Wasser vom Kühlkörper der Grafikkarte zu einem Radiator transportiert, wo das Wasser heruntergekühlt wird. Danach gelangt das Wasser wieder in den Kreislauf und kann die Kühlungsaufgabe von Neuem übernehmen. Der große Vorteil bei diesen Lösungen besteht darin, dass Wasser die Chipsätze der GPUs deutlich schneller und effektiver kühlen kann als Luft. Die Hitze wird deutlich schneller wegtransportiert, sodass hier stärkere Übertaktungen und damit höhere Taktzahlen versucht werden können. Eine Wasserkühlung sollte jedoch nur dann eingesetzt werden, wenn tatsächlich ein extremes Overclocking gewünscht ist oder ein besonders leises Betriebsgeräusch.

Passive Wasserkühlung

Die passive Wasserkühlung hat nämlich den Vorteil, dass sie keine Lüfter benötigt. Zwar können Lüfter auf dem Radiator eingesetzt werden, um die Hitze schneller endgültig aus dem Gehäuse zu leiten, eine solche Anbringung von Lüftern ist jedoch optional und es handelt sich hierbei in der Regel um sehr langsam drehende Modelle. Aus diesem Grund ist eine Wasserkühlung häufig auch für Silent-PCs eine gute Wahl. Ein weiterer Vorteil bei der Installation eines solchen Kühlungssystems besteht darin, dass Sie an den Kreislauf weitere Komponenten anschließen können wie etwa die CPU oder auch den Chipsatz. In diesem Fall können Sie mit einer Kühlung das gesamte System einbeziehen, wodurch sich auch die hohen Anschaffungskosten für die VGA-Wasserkühlung besser rechnen.

Montage einer Wasserkühlung

Nicht unterschätzt werden sollte bei einer solchen Lösung jedoch die schwierige Montage einer Wasserkühlung für GPUs. Da Wasser und Strom sich denkbar schlecht vertragen, muss hier beim Einbau mit besonderer Sorgfalt vorgegangen werden. Einige Hersteller bieten deshalb Komplettlösungen an, bei denen nur noch wenige Installationsschritte notwendig sind, damit auch Laien von den Vorteilen einer Wasserkühlung profitieren können. In der Regel werden Sie jedoch für jede Komponente in Ihrem Computer einen speziellen Kühlkörper benötigen, an den Wasserschläuche angeschlossen werden können sowie eine Pumpe und einen Radiator.

Eine Wasserkühlung kann häufig auch dann nicht verwendet werden, wenn es sich um ein besonders kompaktes Gehäuse handeln sollte. Eine Wasserkühlung benötigt sehr viel Platz und wird daher zumeist in Big-Towern und anderen großen Gehäusemodellen verbaut. Falls Sie den Einbau in ein kleineres Gehäuse wünschen, können Sie jedoch versuchen, den Radiator außerhalb des PCs zu platzieren. Hierbei müssen zwar Schläuche nach außen verlegt werden, der Radiator nimmt aber viel Platz im Gehäuse weg, der auf diese Weise eingespart wird.

Die Wärmeleitpaste sollte nicht vergessen werden

Einer der wichtigsten Faktoren beim Übertakten von Komponenten ist die Wärmeleitpaste. Das gilt nicht nur für Grafikkarten, sondern auch für CPUs und die Kühlung aller anderen Chipsätze. Ist die Wärmeleitpaste nicht leistungsfähig genug, können auch ein großer Kühlkörper oder schnell drehende Lüfter nicht mehr viel ausrichten. Aus diesem Grund sollten Sie stets darauf achten, dass Sie eine neue Wärmeleitpaste verwenden und nicht die alte Paste auf dem Chip belassen.

Wärmeleitpads

Als Alternative zu den Wärmeleitpasten werden auch Wärmeleitpads angeboten, die in vielen Fällen direkt auf dem Kühlkörper angebracht sind. Diese schmelzen, sobald das System in Betrieb genommen wird, und verteilen sich dann auf dem Chip. Von dieser Lösung ist abzuraten, wenn Sie eine Übertaktung der Grafikkarte planen. Die Wärmeleitpads werden vor allem für unerfahrene Anwender angeboten, die sich die Dosierung und Verteilung der Wärmeleitpaste auf dem Chip nicht zutrauen. In der Regel haben diese Pads aber eine deutlich schlechtere Leitfähigkeit als andere Pasten.

Vorzüge der Wärmeleitpaste

Eine gute Wärmeleitpaste kann Ihnen bei der Kühlung mehrere Grad Celsius einsparen. Gerade beim Übertakten kommt es auf jedes Grad an, weshalb es häufig die Wärmeleitpaste ist, die Ihrem Kühlungskonzept den letzten Schliff verpasst. Die Pasten werden häufig mit Zusätzen wie etwa Silber angeboten, die die Leitfähigkeit erhöhen sollen. Bei der Wärmeleitpaste sollte nicht gespart werden, auch wenn es sich hierbei auf den ersten Blick nur über eine unbedeutende Komponenten einer Kühlung handelt.

Einsatz von Wärmeleitpasten

Der Einsatz dieser Pasten ist dabei unabhängig davon, ob Sie eine Luft- oder eine Wasserkühlung wählen. In jedem Fall ist es unerlässlich, dass die Paste gründlich auf dem Chip verstrichen wird, damit eine optimale Wärmeübertragung möglich wird. Die Wärmeleitpaste dient dem Ausgleich von kleinen Unebenheiten auf den Metalloberflächen und sorgt somit für einen optimalen Kontakt. Auch winzige Zwischenräume könnten ansonsten dafür sorgen, dass die Kühlung deutlich verschlechtert wird. Auf keinen Fall darf ein VGA-Cooler jemals auf der Grafikkarten aufgebracht werden, ohne dass eine Wärmeleitpaste zuvor verstrichen wurde. Ansonsten kommt es sehr schnell zu einer Überhitzung und einer Zerstörung des Chips. Achten Sie zudem darauf, dass Sie die Wärmeleitpaste nicht unnötig dick verstreichen.

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