Originelle Custom Made-Blinker für Ihren Chopper: kleine Teile mit großer Wirkung

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Originelle Custom Made-Blinker für Ihren Chopper: kleine Teile mit großer Wirkung

Kleines Biker-ABC: Was sind Chopper und Bobber

Der passende Begriff zu einem Chopper-Fahrer wäre wohl Rocker. Ein Rocker fährt keine Rennmaschine. Sondern Klassiker oder Oldtimer, Naked Bikes. Und eben einen Chopper. Damit ist der Chopper allerdings noch längst nicht erklärt. Aufgekommen ist der Begriff Ende der 1940er, genauer 1948. Damals war es vor allem die US-Marke Harley-Davidson, die die Bezeichnung Chopper populär machte.

Die früheren Biker bauten ihren Motorrädern quasi alles Überflüssige ab. Egal ob Schutzbleche oder gar den Beifahrersitz für den Sozius. Das englische Wörtchen „to chop" bedeutet dann auch nichts anderes als „abhacken" oder „hacken". Was nicht gebraucht wurde, wurde kurzerhand vom Bike „abgehackt" - natürlich nur sinnbildlich. Parallel wurde außerdem der ebenfalls noch heute genutzte, aber weniger berühmte Begriff Bobber populär.

Die Bobber ist nichts anders als ein Chopper, allerdings mit einer bestimmten „Stilrichtung". Beim Bobber wurden nämlich die vorderen Schutzbleche der Harley Motorräder abmontiert und anstelle der hinteren Bleche verbaut, weswegen die Modelle hinten den „Bob" - einen flotten Schwung - zeigten. Eben daraus wurde der Bobber. Diese Art des Tunings hatte sogar durchaus einen bestimmten Zweck, der schlichtweg der Reduzierung des Gewichts galt. Weniger Gewicht heißt bessere Fahrleistungen. Ebenso stand vielen Hobbytunern bei ihrem Chopper oder Bobber die Optik im Vordergrund.

Custom Made-Blinker für den Chopper: Was heißt das

Tatsächlich lädt gerade der Chopper oder Bobber zum Tunen und Nachbessern ein, wobei die Hersteller längst reagiert haben und entsprechend spartanische Modelle - unter Beachtung gesetzlicher Vorschriften - direkt ab Werk feilbieten. Denn logischerweise darf der Tuner nicht alles an seinem Bike abschrauben, bestimmte Dinge und Elemente sind ein Muss. Beispielsweise die Beleuchtung.

Ebenfalls ein Muss sind die Motorradblinker, die den anderen Verkehrsteilnehmern eine Richtungsänderung ankündigen. Die sind ganz konkret vom Gesetzgeber vorgeschrieben, und zwar vorn wie hinten sowie ebenso rechts und links. Ergo: Vier Blinker muss ein Motorrad gleich welcher Bauart und Klasse vorweisen, ansonsten ist die Maschine zumindest für öffentliche Straßen nicht zugelassen. Trotzdem bietet sich dem Biker hier ein gewisser Spielraum, der durchaus sogenannte Custom Made-Blinker erlaubt.

Vorschrift: Das sagt das Gesetz zum Thema Blinker

Doch was sind solche Custom Made-Blinker? „Custom Made" kommt wenig überraschend wieder aus dem Englischen und steht für „maßgefertigt", „maßgeschneidert", „spezialgefertigt" oder „individuell gefertigt" - und zwar direkt auf konkreten Wunsch des Kunden.

Custom Made-Blinker sind somit Blinker, bei denen Sie dem Produzenten genaue Vorgaben machen und dieser Ihnen ganz individuelle Blinkleuchten kreiert. Prompt ergibt sich ein Haken, denn nicht alles, was Sie gern an Ihrem Chopper oder Bobber anschrauben würden, ist erlaubt.

Beispielsweise ist in Deutschland oder vielmehr in der EU die Farbe des Blinklichts vorgeschrieben. Das muss generell gelb sein, was zugegeben in der Praxis eher einem satten Orange gleichkommt. Trotzdem ist diese Farbe ein Muss; grüne, blaue oder knallrote Blinker sind tabu. Einzige kleine Ausnahme: Die Blinker - im Amtsdeutsch „Fahrtrichtungsanzeiger" - dürfen eine zarte Weiß- oder Schwarzfärbung vorweisen. Hier dürfte eine vorherige Absprache mit dem TÜV allerdings eine gute Empfehlung sein, da Ihnen die zuständigen Prüfer genau sagen können, was Sie dürfen und was Sie besser unterlassen.

Neben der typischen Farbe macht der Gesetzgeber außerdem weitere Vorschriften, etwa zur Taktung oder der Hellzeit der Leuchten. Ein seriöser Produzent wird Ihnen aber hier wieder besser weiterhelfen und nur das fertigen, was Sie auch benutzen dürfen.

Pro: warum den Chopper mit Custom Made-Blinker tunen

Sinn oder Unsinn solcher Custom Made-Blinker für Ihr Bike mal außen vorgelassen, bieten diese Blinker durchaus den einen oder anderen Vorteil. Wichtigster Pluspunkt ist selbstredend das ganz eigene Design, das sonst kein anderer Chopper oder Bobber zeigt. Im besten Fall sind die Custom Made-Blinker ein absolutes Unikat und somit Einzelstücke, die es nirgendwo sonst ein zweites Mal gibt.

In der Regel stammen die Custom Made-Blinker jedoch eher aus streng limitierten Kleinserien, womit die Blinker zwar keine Einzelstücke, aber doch extrem selten sind. Der Biker sichert sich somit ein Set von nur wenigen Stück und kann durchaus eine kleine Besonderheit vorzeigen. Obendrein kann ein älteres Motorrad wieder mit moderner Technik, etwa LED-Blinkern, aufgerüstet werden. Der Punkt ist jedoch zwiespältig, wenn es um einen Klassiker und somit um die Originalität des Bikes geht. Dazu aber mehr im letzten Abschnitt „H-Kennzeichen".

Kontra: Nachteile solcher Custom Made-Blinker

Auf der anderen Seite können solche Custom Made-Blinker einige Nachteile bieten, zum einen die Gefahr, dass die Blinker nicht den Gesetzen des Landes entsprechen. Das muss nicht mal auf das Heimatland bezogen sein. Machen Sie beispielsweise eine Motorradtour durch fremde Staaten, können Sie plötzlich gegen dortige Gesetze verstoßen, was ebenso wie hier schnell mit einem Bußgeld geahndet wird. Und möglicherweise sogar noch weitere Strafen nach sich zieht.

Ein zweiter Minuspunkt ist die eventuell mangelhafte Ersatzteillage. Geht nur ein Blinker des Sets kaputt und ist die limitierte Serie der Custom Made-Blinker ausverkauft, ist Ersatz vielleicht nicht mehr möglich - oder nur zu einem hohen Preis. Obendrein entfacht so mancher schicke Chrom-Blinker den Neid anderer Biker, wird gestohlen oder gar einfach nur aus Bosheit zerstört. Ein vierter Nachteil ist schließlich das Problem der bereits erwähnten Originalität, siehe Abschnitt „H-Kennzeichen".

Sparen Strom: LED-Blinker als clevere Alternative

Immerhin können Sie Ihre neuen Blinker quasi modern aufrüsten, indem Sie auf LED-Motorradblinker setzen. Tatsächlich sind die kleinen Dioden mittlerweile sehr beliebt, weil die Idee einfach Geld spart. Das gilt zwar weniger für die Anschaffung, dafür aber beispielsweise im Stromverbrauch. Da LEDs einen deutlich geringeren Verlust durch Wärme aufweisen, weil Sie im Vergleich zu einer herkömmlichen Glühlampe kaum warm und schon gar nicht heiß werden, werden schlichtweg weniger Energie und Strom verbraucht. Damit muss die Lichtmaschine Ihres Bikes weniger Energie produzieren, beziehungsweise die Batterie weniger Energie abgeben.

Zugegeben halten sich die Einsparungen in Grenzen, dafür bieten Leuchtdioden aber einen weiteren Vorteil. Dieser Vorteil zeigt sich in der Langlebigkeit, wo LEDs bisher jede Glühlampe schlagen konnten. Wechseln müssen Sie Ihre neuen LED-Blinker wohl nie wieder, zumindest nicht aus Gründen des Verschleißes.

ABE: Das müssen Sie beim Custom Made-Blinker zu beachten

Doch egal, ob Custom Made oder LED, eines ist für Ihre neuen Chopper-Blinker wichtig, die ABE. Die drei Buchstaben sind von versierten Schraubern sicherlich prompt als Kürzel für die „allgemeine Betriebserlaubnis" erkannt, die später vor allem beim TÜV nötig ist. Denn sind die neu erworbenen Blinker bereits mit einer ABE versehen, sind die Bauteile bereits vom TÜV oder einer vergleichbaren Organisation abgesegnet. Vorteil für Sie: Die Blinker dürfen prompt verbaut werden, eine Abnahme und somit ein Besuch bei einem zugelassenen Prüfer ist nicht nötig.

Sind die Blinker hingegen nicht einer solchen allgemeinen Betriebserlaubnis versehen, ist ein Besuch bei TÜV und Co. Pflicht. Denn jedes Bau- und Ersatzteil ohne ABE muss laut Gesetz vorgeführt und abgenommen werden. Nachteil: Eine Abnahme ist in keinster Weise garantiert.

TÜV: Vieles kann, darf aber nicht am Chopper verbaut werden

Tatsächlich kann der TÜV Ihren neuen Custom Made-Blinker sogar eine Absage erteilen, womit Sie entweder nachrüsten oder im schlimmsten Fall auf die alten Blinker zurückbauen müssen. Wie gesagt, in Deutschland gibt es zahlreiche Vorschriften zur Farbe, Taktung oder Helligkeit der „Fahrtrichtungsanzeiger". Weichen Ihre Custom Made-Blinker auch nur in einem Punkt - und es gibt noch einige mehr - ab, werden Sie keine Erlaubnis zum Betrieb dieser Bauteile erhalten.

Gleiches gilt, wenn der Prüfer die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet sieht. Ein dreieckiger Blinker mit extremer Spitze und vollverchromt mag zwar cool ausschauen, dem TÜV aber ein sprichwörtlicher Dorn im Auge sein. Hier dürfte ganz klar eine mögliche Gefahrenquelle liegen, zumal gerade der Lenker und damit der Blinker die ungefähre Kopfhöhe von Kindern ausmacht. Solche Blinker werden zudem mit Sicherheit nicht mit einer ABE angeboten, was logische Gründe hat.

H-Kennzeichen: Custom Made-Blinker keine gute Lösung

Bei einem Oldtimer-Motorrad gilt ebenfalls besondere Obacht. Zum Erhalt des begehrten H-Kennzeichens - für Modelle mit einer mindestens 30 Jahre zurückliegenden Erstzulassung - muss das Motorrad einen Originalzustand vorweisen. Die Beleuchtung und damit eigentlich die Blinker zählen hier dazu und müssen somit originaler Natur sein.

Bei solchen Maschinen wären entsprechende originale Universal-Blinker die bessere Idee. Ansonsten könnte durchaus die Aberkennung des H-Kennzeichens und damit wieder ein höherer Steuersatz drohen. Wie und ob Sie die Blinker Ihres Chopper oder Bobber überhaupt ändern dürfen, ohne das H-Kennzeichen zu verlieren, erklärt Ihnen der TÜV aber besser.

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