Orden und Ehrenzeichen - das sind die Unterschiede

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Orden und Ehrenzeichen - das sind die Unterschiede

Schon seit jeher wurden in menschlichen Gemeinschaften symbolische Anerkennungen für herausragendes Verhalten vergeben. Ob bei Naturvölkern oder im preußischen Staatssystem – Menschen fühlen sich durch Auszeichnungen, Orden, Ehrenzeichen und Belobigungen anerkannt und geehrt. Dieses Bedürfnis nach Anerkennung wurde von totalitären Staaten oft missbräuchlich ausgenutzt, wie an den Ordensbezeichnungen "Verwundetenorden" – er wurde je nach Verletzungsgrad in Schwarz, Silber oder Gold verliehen – oder "Mutterkreuz" abzulesen ist. Aber auch moderne, demokratische Staaten ehren Bürger für ihr bürgerschaftliches Engagement. Die Bundesrepublik Deutschland zum Beispiel vergibt das "Bundesverdienstkreuz". In England erhält man bei einem Orden der höchsten Klasse gleichzeitig eine Verleihung die Ritterwürde. Ausnahmen bilden die Schweiz und Israel, die von Staatsseite keine Orden verleihen. Auch in der Weimarer Republik gab es ein verfassungsrechtliches Ordensverbot.

 

Orden oder Ehrenzeichen – die kleinen Unterschiede

Grob umreißen kann man den Unterschied zwischen Orden und Ehrenzeichen mit der Aussage "Orden sind mehr wert". Während im 18. und 19. Jahrhundert nur an Offiziere und adlige Orden verliehen wurden, konnten mit Ehrenzeichen auch Bürgerliche geehrt werden.
Das Verleihen von Orden hat seine geschichtlichen Wurzeln in den Ritterorden, die zur Zeit der Kreuzzüge im 11. Jahrhundert entstanden. Orden wie Templer- oder Johanniterorden prägten viele Jahrhunderte lang das gesellschaftliche Leben. Zu ihnen kamen im 13. und 14. Jahrhundert weltliche Orden, wie der Hosenbandorden, und im 17. und 18. Jahrhundert Hausorden, wie der Hubertusorden, dazu. Im 18. Jahrhundert wurde die Verleihung eines Ordens zum festen Bestandteil der Anerkennung von Seiten eines Staates. Dabei war die Vergabe eines Ordens auf den Hochadel beschränkt. Der dermaßen Ausgezeichnete wurde durch die Verleihung in den Ritterstand erhoben.

 

Ehrenzeichen gibt es in vielen Arten und Formen

Zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Bedürfnis, auch Angehörige der unteren Schichten auszuzeichnen, immer vordringlicher. Aufgrund ihrer gesellschaftliche Stellung war die Verleihung eines Ordens an diesen Personenkreis aber nicht möglich. Eine Aufweichung der Regularien zum Erlangen eines Ordens war undenkbar. So wurde das Ehrenzeichen erschaffen, das zu den unterschiedlichsten Ereignissen überreicht wurde. Einfache Soldaten bis zum Unteroffizier erhielten Tapferkeits- und Verdienstmedaillen. Ehrenzeichen gab es für Bürger, die sich in Politik oder Wirtschaft hervorgetan hatten. Später kamen Auszeichnungen im sportlichen oder humanitären Bereich, der Kunst und der Wissenschaft hinzu. Ob Kreuz, Medaille, Spange oder Ärmelbänder, ob Stoff oder Edelmetall – der Fantasie der Überreicher der Ehrenzeichen waren keine Grenze gesetzt.

 

Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Sicherlich gibt es auch Orden und Ehrenzeichen, die nur in der Schublade gelegen haben, aber seien Sie lieber misstrauisch bei Exponaten ohne Kratzer, Korrosions- oder Polierspuren. Diese kleinen Blessuren zeugen von der Echtheit, denn Orden oder Ehrenzeichen wurden von dem Geehrten zu offiziellen Anlässen getragen. Die kleinen Scharten und Spuren verleihen dem Sammlerstück seinen individuellen Wert und erleichtern eine eindeutige Identifizierung. Seien Sie misstrauisch bei zu gleichmäßigen Spuren, denn der Gebrauch der Ehrenzeichen wird in der Regel ein unregelmäßiges und kein gleichmäßiges Muster hinterlassen haben.

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