Opel Kadett – der Kleinwagen-Klassiker mit Oldtimer-Status

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Opel Kadett – Wissenswertes über den Kleinwagen-Klassiker mit Oldtimer-Status

Der Opel Kadett ist ein Kultfahrzeug, das bereits Ende des Jahres 1936 angeboten wurde. Dabei war das Auto der Nachfolger vom Opel P4. Kriegsbedingt und durch wirtschaftliche Entwicklungen beeinflusst, begann Opel im Jahr 1962 die durchweg lückenlose Produktion des Opel Kadetts. Mit Einführung des neuen Namens „Astra" endete die Kadett-Ära im Sommer 1991 und ging in die Baureihe des Astra über, wobei sie bei hartgesottenen Fans oft noch als „Kadett/Astra" bezeichnet wird.

Der Opel Kadett A: Für ihn wurde das Opel-Werk in Bochum gebaut

Der aus den Vorkriegsjahren bekannte Name „Kadett" wurde mit dem Opel Kadett A reanimiert. Ihm gebührt größte Aufmerksamkeit, denn er ist die Initialzündung für Opel auf dem deutschen Markt. Das Auto galt als Waffe im Kampf um die Marktanteile in der unteren Mittelklasse. „Konstruieren Sie einen perfekten Anti-VW", soll der Mutterkonzern von Opel, General Motors, zu dem damaligen Kopf der Konstruktionsabteilung gesagt haben. Und das tat dieser dann auch. Kaum jemand konnte die Entwicklung des Urgesteins verfolgen und erst, als 1960 das Opelwerk in Bochum gebaut wurde, drangen Informationen an die Öffentlichkeit. Produziert wurde er bis 1965.

Der Opel Kadett A war moderner und der Innenraum größer, als beim erklärten Konkurrenten VW-Käfer. Die kantige Karosserie setzte das Fahrzeug auch optisch exorbitant von dem runden „Käfer" ab. Das Modell Opel Kadett A war mit 40 PS und einem Vierzylindermotor ausgestattet, hatte ein schwaches Blattfeder-Fahrwerk und war sehr rostanfällig. 1962 kam der Kadett A als Limousine und als Kombimodell heraus, wobei Opel dafür die Bezeichnung „Caravan" einführte. 1963 erweiterte ein Coupé der Opel Kadett A-Linie mit 48 PS und einem S-Motor die Palette. Vom Band liefen knapp 650 000 Exemplare, die wenigsten sind noch auf dem Markt und käuflich zu erwerben. Mit etwas Glück finden Sie einen der seltenen Klassiker bei eBay.

Ein Mittelklassewagen etabliert sich: Der Opel Kadett B

Als zweites Modell der Baureihe Kadett/Astra kam der Opel Kadett B 1965 auf den Markt, wo er bis 1973 als Neufahrzeug zu haben war. Die nicht nachlassende Nachfrage, die bereits sein Vorgänger, der Opel Kadett A, bei den Käufern ausgelöst hatte, machte ihn zu einem der erfolgreichsten Verkaufsschlager von Opel. Während der neunjährigen Laufzeit kamen zahlreiche Sondermodelle auf den Markt.

Das Grundmodell hatte einen Hubraum von 1,1 Litern bei einer Leistung von 45 PS, auch die Ausmaße der Karosserie nahmen etwas zu. Die Baureihe wurde durch eine viertürige Variante ergänzt und mit einem Coupé abgerundet. Die Autos verfügten nun über einen 12-Volt-Spannungskreislauf. Wenn Sie sich heute diesen Klassiker zulegen wollen, fallen die Unterhaltskosten gering aus. Die einfache Technik des Gusseisen-Motors lässt sich leicht funktionsfähig halten und arbeitet zuverlässig. Gleichwohl ist ein wenig Geschick notwendig. Doch wie bei allen Modellen dieser Zeit, ist der Rost der größte Feind des Autos. Trotzdem bleibt der Opel Kadett B ein charmantes 60er-Jahre-Auto mit guter Substanz. Es ist ein sehr geeignetes „Anfängerobjekt" für alle, die in der heimischen Garage werkeln wollen.

Der Opel-Garant in den 1970er-Jahren: der Opel Kadett C

Gebaut von 1973 bis 1979 sicherte der Opel Kadett C die Marktanteile in der unteren Mittelklasse. Insgesamt kamen fast 1,6 Millionen Fahrzeuge aus den Opelwerken. Als Stufen- und Schräghecklimousine konstruiert, gab es den Kadett C als dreitürigen Kombi und zweitürig in den Varianten Coupé und Targa, wobei Letztgenannte ein Cabriolet des Namens „Aero" mit Targadach meint. Bei einem Targadach lässt sich das Mittelteil herausnehmen, jedoch bleibt ein Bügel fest stehen, der kurz hinter den Vordersitzen des Fahrzeugs ansetzt. Dort sind üblicherweise die B-Säulen platziert. Ersatzteile des Kadett C Aero finden Sie auch bei eBay, das Fahrzeug selbst ist erheblich seltener zu finden. Die Produktion war dann auch entsprechend geringfügig. Es sind nur 1 224 Autos verkauft worden, die auch bei eBay nicht leicht zu finden sind. Angetrieben werden alle Modelle der Baureihe von einem Ottomotor, der zwischen 1,0 und 2,0 Liter hat.

Benzinmotoren und Dieselmotoren für den Opel Kadett D

Nach wie vor rang Opel mit seinem Konkurrenten VW. Dieser hatte den VW Golf auf den Markt gebracht und Opel schickte den Opel Kadett D dagegen ins Rennen. Tatsächlich entwickelte er sich positiv, konnte dem Golf aber nicht den Rang ablaufen. Der Opel Kadett wurde von 1979 bis 1984 als Schräghecklimousine, Kombi und Lieferwagen angeboten und hatte entweder einen 1,2 bis 1,8-Liter-Ottomotor oder einen 1,6-Liter-Dieselmotor mit Frontantrieb und Differenzial. Das Leichtgewicht brachte lediglich zwischen 815 und 1 060 kg auf die Waage. Der Opel Kadett D stand für die Zeit der ausgehenden 70er-Jahre für ein Lebensgefühl. Opel setzte marketingstrategisch auf die Themen „Unbeschwertheit, Wärme und Sehnsucht" und traf damit den Nerv einer breiten Zielgruppe. Genauso, wie junge Fahranfänger den Opel als kostengünstige Möglichkeit sahen, die bei Gefallen durch einen Fuchsschwanz, aber auch durch wesentlich massivere Aufbauten getunt wurden, fuhren die älteren Herrschaften einen gut gepflegten Garagenwagen mit lammfellgepolsterten Sitzen, was deutlich konservativer wirkte. Der Opel Kadett D war ein Fahrzeug für die breite Masse und ein Verkaufshit für Opel. Den Fünften in der Reihe der Kadettmodelle stellt der Opel Kadett E dar. Er wurde von 1984 bis 1993 als Schrägheck, Stufenheck, Kombi, Cabriolet, Lieferwagen und Kastenwagen gebaut. Als Motor kamen Ottomotoren zwischen 1,2 und 2,0 Litern zum Einsatz sowie Dieselmotoren mit 1,5 bis 1,7 Liter Volumen.

Der Opel Astra F läutet 1991 die neue Namensgebung des Kadett ein

Das sechste Modell, das zwischen 1991 und 2000 in der Kompaktklasse von Opel auf den Markt gebracht wurde, ist der Opel Astra F. Er knüpft als direkter Nachfolger an den Opel Kadett E an. Die Namensänderung war eine firmenpolitische Entscheidung: Opel entwickelte während der 1990er-Jahre bei einem anstehenden Modellwechsel einer Fahrzeugklasse Kunstnamen, die alle mit dem Buchstaben „a" endeten. So kam es beispielsweise auch zu den Namen Vectra, Omega und Calibra, die Modelle anderer Klassen bezeichnen. Geblieben ist der Buchstabe, der auf die Baureihe hinweist. Es gibt den Opel Astra als Schrägheck und Stufenheck, als Kombi, Cabriolet mit Stoffdach und als Lieferwagen. Betrieben werden die Fahrzeuge der sechsten Baureihe mit Ottomotoren, die ein Volumen zwischen 1,4 und 2,0 Litern aufweisen. Hinzu kommen 1,7-Liter-Dieselmotoren. Negativ behaftet ist diese Reihe, weil sie übermäßig stark rosteten und einen Konstruktionsfehler am Tank aufwiesen. Es stellte sich heraus, dass bei der Verarbeitung nicht exakt genug vorgegangen wurde. Die Fehlerserie setzte sich in schwachen Zahnriemen, Problemen mit den Verteilern und Ausfällen der kompletten Lichtmaschine fort. Der Opel Astra F brachte dem Hersteller kein Glück, sondern schadete sogar dem Image. Die Baureihen setzten sich nach Einführung des Astras weiter fort und sind bis zum Jahr 2013 bei dem Buchstaben „J" angelangt, der die 9. Baureihe markiert. Der Buchstabe „I" wurde aufgrund der Verwechslungsgefahr bzw. optischen Ähnlichkeit komplett übersprungen.

Worauf Sie beim Kauf eines Opel Kadett mit Oldtimer-Status achten sollten

Wer sich einen alten Opel Kadett kauft, der sollte beim Kauf grundsätzlich auf den empfindlichsten Punkt achten, und das ist das leidige Thema Rost. Nur, wenn die Karosse in einem guten Zustand ist, werden Sie noch lange Freude an dem Klassiker haben, denn die Technik und die zuverlässige Motorisierung der Fahrzeuge sind nahezu unerschütterlich. Außerdem können Sie gut erhaltene Ersatzteile im Original unter anderem auch bei eBay kaufen, um das einmal ausgewählte Auto wieder fahrbereit zu machen.

Achten Sie auf Merkmale für Unfallwagen

Zunächst sollten Sie in Erfahrung bringen, ob der Wagen in der Vergangenheit einen kapitalen Schaden hatte, also ein Unfallwagen ist. Zu diesem Zweck haben Sie mehrere Möglichkeiten, die Sie auch bei technisch fehlendem Grundverständnis gut selbst anwenden können. Eine der Möglichkeiten ist, dass Sie sich die Spaltmaße der einzelnen Bauteile ansehen. Sind diese unterschiedlich, kann das auf einen Teileaustausch hindeuten, der im Falle eines Unfalls erforderlich ist. Wenn Sie zusätzlich einen Blick auf das Profil der Reifen werfen, können Sie anhand unterschiedlich stark abgefahrener Profile erkennen, ob ein Auto gleichmäßig läuft, oder nicht. Stellen Sie starke Unterschiede fest, kann ein Unfall dahinter stecken.

Roststellen bei älteren Fahrzeugen

Bei älteren Fahrzeugen kann sich unter dem Lack eine Rostblase verstecken, die Sie anhand von Wellen im Lack wahrnehmen können. Sie können solch kleinere schadhafte Stellen am besten erkennen, wenn Sie das Fahrzeug bei Tageslicht besichtigen. Außerdem können Sie dann auch feststellen, ob unterschiedliche Lacke verwendet wurden, die auf ein Überlackieren hindeuten. Es ist natürlich legitim, einen Oldtimer standesgemäß zu lackieren, doch sollte dann die Oberfläche gleichmäßig sein.

Besonders ausgeprägt sind die Roststellen da, wo die Karosserie mit Feuchtigkeit in Berührung kommt. Dazu gehören insbesondere die Radkästen, die Sie von oben und auch von unten inspizieren sollten. Eine schnelle Erkenntnis bringt ein Blick in den Kofferraum. Falls hier bereits im Kofferraum rostige Stellen zu sehen sind, sollten Sie sich das Ausmaß unbedingt auch von unten anschauen, um einschätzen zu können, ob der Schaden noch zu beheben ist. Auch ist es empfehlenswert, sich in den Innenraum zu setzen und zunächst bei geschlossener Tür zu beurteilen, ob ein muffiger, feuchter Geruch in der Luft liegt. Falls ja, ist ein Blick unter die Fußmatten hilfreich. Wenn sich Wasser sammelt, dann dort. Wasser im Fußraum deutet auf Undichtigkeiten der Türen und Fenster hin, die in vielen Fällen ebenfalls von Rost bedroht sind. Zuletzt sei erwähnt, dass der Wagen möglichst auf eine Hebebühne gebracht und von unten begutachtet werden sollte. Rost an tragenden Teilen, wie zum Beispiel an den Holmen oder Achsen, ist gefährlich, denn der Rahmen oder gar die Achse können brechen. Sollten Sie bei eBay ein Fahrzeug finden, das Ihrer Rostprüfung standhält, ist Zeit für eine Probefahrt.

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