Omas Schaukelstuhl - Antike Originale vor 1945

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Omas Schaukelstuhl - Antike Originale vor 1945

Schöne und vertraute Dinge aus alten Zeiten schaffen ein Gefühl von Behaglichkeit und Geborgenheit. Deshalb umgibt man sich gern mit Sachen, die man aus der Vergangenheit oder aus Erzählungen kennt. Dazu gehört Omas Schaukelstuhl, in dem es sich auch die junge Generation gern gemütlich macht. Wer sich auf einem Schaukelstuhl niederlässt, empfindet sein sanftes Schaukeln als angenehm beruhigend. Doch ein Schaukelstuhl kann mehr, als sanft in den Schlaf zu wiegen. Seine schaukelnde Bewegung stimuliert das Gehirn und regt den Gleichgewichtssinn an. Hausrat und Möbel aus der Zeit vor 1945 werden häufig als "Friedensware" bezeichnet. Die meisten Einrichtungsgegenstände wurden damals noch in Handarbeit hergestellt. Bei der Gründung eines Haushalts wurden die Wohnzimmer beim Tischler bestellt, der sie mit großer Sorgfalt angefertigte. Sie sollten ein Leben lang halten. Viele dieser guten Stücke haben sogar mehrere Generationen überdauert und sind noch heute gut erhalten. Dazu gehört auch mancher Schaukelstuhl, dem in der guten Stube oder im Wintergarten ein besonderer Ehrenplatz gebührte. Der Schaukelstuhl war ein besonderes Meisterstück der Möbelhersteller. Seine Holzkufen wurden über heißem Wasserdampf gebogen. Die Sitzfläche und die Rückenlehne bestanden meist aus Korbgeflecht. Dieses Material ist weicher als Holz und bietet deshalb einen hohen Sitzkomfort.

Antike Schaukelstühle im passenden Ambiente

Original antike Schaukelstühle finden Sie aus den verschiedensten Stilepochen vor 1945. Zusammen mit den passenden Stilmöbeln, die aus derselben Zeit stammen, bilden sie ein schönes, gediegenes Ambiente.

30er und 40erJahre

Den Stil der 30er und 40er Jahre kennt man möglicherweise noch von den Großeltern oder Urgroßeltern. Zu deren Zeit kaufte man die Einrichtung nach der Hochzeit und sie hielt bis ins Alter. Die meist aus dunklem Massivholz gefertigten Wohnzimmermöbel bestanden aus einer Vitrine und einer Anrichte oder einem Vertiko. Die Glasteile der Vitrinen waren aus echtem Bleiglas gefertigt und die Türen zierten geschnitzten Blumenornamenten. Die Kanten der Schränke waren meist mit Schnitzereien bedeckt. Die Schränke waren von zweckmäßigen und bequemen Sitzmöbeln umgeben, darunter waren bereits Auszugssessel und Schaukelstühle. Schon seit Ende des 19. Jahrhunderts werden in Deutschland Schaukelstühle hergestellt. Sie kamen aus dem traditionsreichen Familienunternehmen Thonet, das neben Schaukelstühlen auch andere Holzsitzmöbel produzierte. Da die Herstellung eines Schaukelstuhls besonderer Sorgfalt bedurfte, wurden sie anfangs nur auf Bestellung angefertigt. Deshalb sind Schaukelstühle von Thonet hochwertige Unikate. 

Jugendstil

Bei Jugendstilmöbeln stammen ungefähr aus der Zeit von 1900 bis 1910. Typisch für den Jugendstil sind beispielsweise zweitürige Kleiderschränke, teils mit leicht geschwungenen Schrankkronen. Unter den Türen befindet sich meist ein Schubkasten, der mit einem schönen Schlüssel verschließbar und mit einem hängenden Metallgriff versehenen ist. Oft verfügen die Schränke über kleine und runde gedrechselte Füße. Die Seiten zieren ausgefräste Linien, die Blüten- oder Pflanzenstängel darstellen sollen. Für den Jugendstil sind florale Ornamente typisch. Lampen, Bleiglasfenster und Stuck wurden in dieser Zeit oft mit Lilien, Orchideen und Schlingpflanzen verziert. Die Tische oft oval und die Stühle haben leicht geschwungene Formen. Da auch die Kufen der Schaukelstühle geschwungen sind, passt ein Schaukelstuhl optimal in ein Jugendstilzimmer. Mit etwas Glück finden Sie sogar noch einen original funktionstüchtigen Schaukelstuhl aus dieser Zeit.

Gründerzeit

Möbel der letzten zwei bis drei Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts werden Gründerzeitmöbel genannt. Die meist zweitürigen Schränke und Vertikos dieser Zeit haben oft polierte Oberflächen und sind mit aufwendigen Drechselarbeiten und Schnitzereien an den sichtbaren Seitenkanten im Frontbereich versehen. Gründerzeitmöbel bestehen in der Regel aus einheimischen Massivhölzern wie Fichte, Eiche oder Kirsche. Auch Schaukelstühle wurden in dieser Zeit bereits produziert. Die deutschen Fabrikate der Gründerzeit sind aus Buchenholz gefertigt. Noch älter sind jedoch Shaker-Schaukelstühle. Sie stammen aus Amerika wurden aus Kirsche, Ahorn, Nussbaum oder Pinie gezimmert.

Empire- und Biedermeier

Empiremöbel wurden in der Zeit von 1800 bis 1830 hergestellt, die sich zum Teil mit dem Biedermeier (1815 bis 1848) überschneidet. Die Empiremöbel demonstrieren Größe und Macht. Sie sind meist wuchtig und schwer und bestehen aus Holzarten wie Mahagoni, Zeder und Ebenholz. Ihr repräsentativer Stil drückt sich oft in römisch-klassizistischen Details aus. Diesem aus Frankreich stammenden Stil steht der deutsche Biedermeier gegenüber, für den eher kleine Möbel, die Gemütlichkeit ausstrahlen, typisch sind. Dazu gehören Kommoden, Vertikos, Sekretäre und Nähtischchen. In ein Ambiente, das diesem Stil entspricht, fügt sich ein Schaukelstuhl besonders gut ein, da es sich der Biedermeier gern daheim gemütlich macht.

Chippendale-Stil

Der Chippendale-Stil wurde Mitte des 18. Jahrhunderts bekannt. Die Original Chippendalemöbel stammen vom englischen Kunsttischler Thomas Chippendale, der in den 1730er bis 1760er Jahren in London tätig war. Chippendale verband Rokoko-Dekor mit Gotik und mit chinesischen Formen. Echte Chippendalemöbel bestehen meistens aus Mahagoni-Holz. Typisch für Chippendalemöbel sind geschwungene Beine mit Tierfüßen an Schränken, Vitrinen und Sitzmöbeln. Ein Schaukelstuhl mit einem Bärenfell ist dazu die passende Ergänzung.

Barock

Auch original Barockmöbel stammen aus einer sehr weit zurückliegenden Ära, denn das Barockzeitalter endete ungefähr 1770. Barockschränke sind schwere Schreine mit vielen Schnitzereien und Verzierungen. Auch die Sitzmöbel sind reich verziert. Im Spätbarock, der in die Zeit des Rokoko hineinreicht, sind die Beine der Möbel geschwungen und Ruhemöbel sind oft in Ottomanen-Form gestaltet. Rokoko-Möbel sind sehr aufwendig gearbeitet und oft mit Gold verziert. Die königlichen Designs wirken prachtvoll und oft verspielt. Ältere Barockmöbel hingegen sind weniger prunkvoll, sondern eher praktisch und zweckmäßig gestaltet. Sie knüpfen oft an vorangegangene Epochen wie Renaissance und Klassizismus an.

Original Barockmöbel sind wegen ihres hohen Alters sehr wertvoll. Da Barock und Rokoko auch in späteren Zeiten gefielen, wurden diese Stile ständig wiederbelebt. Während des Historismus im 19. Jahrhundert wurden Barockmöbel häufig nachgebaut. Doch auch sie sind antike Originale von vor 1945. Man spricht bei diesen stilreinen, jedoch später entstandenen Barockschränken von Möbeln der "zweiten Zeit". Wie ihre Vorgänger aus der Rokoko- und Barockzeit zeichnen sie sich durch prächtige Ornamente, reichhaltigen Schmuck sowie durch eine edle höfische Optik aus. Meist sind ihre Polster sehr üppig und genoppt gestaltet. Deshalb passt ein in dieser Art gepolsterter Schaukelstuhl optimal zu diesen luxuriösen Möbelstücken.

Aus welchen Materialien Schaukelstühle vor 1945 gefertigt wurden

Um antike Originale zuverlässig erkennen zu können, sollte man wissen, aus welchen Materialien sie ihrerzeit üblicherweise gefertigt wurden. Falls die Schaukelstühle aus Materialien bestehen, die zu der Zeit und am Ort ihrer vorgeblichen Entstehung nicht verwendet wurden, so kann es sich nicht um antike Originale handeln.

Kirsche

Kirsche ist seit langer Zeit eins der wichtigsten Edelhölzer für die Möbelhersteller. Das Holz der Kirsche ist ein bräunliches bis rotbraunes Hartholz mit einer schönen Maserung, das vor allem in der Biedermeier-Zeit sehr häufig für die Herstellung von Schränken verwendet wurde. Oft setzte man das Holz der Kirsche dabei an den Schrankfronten als Furnierholz ein. Wegen der gleichmäßigen Struktur dieses Holzes lassen sich die Oberflächen der Möbel, für die es verwendet wurde, sehr glatt polieren.

Eiche

Eiche gehört zu den schwersten europäischen Harthölzern und wurde schon zu Zeiten der Renaissance zur Möbelherstellung verwendet. Das graugelbe oder hellbraune Eichenholz dunkelt oft noch nach, sodass es bei sehr alten Möbeln oft dunkelbraun aussieht. Eichenholz wurde in allen Stilepochen hoch geschätzt und zur Herstellung von Schränken verwendet. Deshalb gibt es unter den antiken Möbelstücken sehr viele massive Eichenschränke oder Eichentruhen. Auch Schaukelstühle im antiken Stil werden oft aus Eichenholz gefertigt.

Mahagoni

Mahagoni ist ein exotisches Holz mit einer kräftigen dunklen rötlich braunen Farbe. Das Holz ist gut polierbar und wurde besonders häufig für Empire-Möbel, Louis-Seize-Möbel, Biedermeier Möbel und Rokoko-Möbel verwendet. Aufgrund seiner Robustheit und seiner guten Polierfähigkeit war Mahagoniholz seit dem 17. Jahrhundert ein begehrtes Importgut. Möbel aus Mahagoni sind besonders langlebig und ästhetisch sehr ansprechend. Schaukelstühle wurden ursprünglich jedoch nicht aus Mahagoni-Holz gefertigt. Deshalb handelt es sich bei Mahagoni-Schaukelstühlen nicht um antike Möbel.

Nussbaum

Nussbaum ist ein in Deutschland und Europa vorkommendes Edelholz, das sehr häufig in der deutschen und in der französischen Schrankherstellung verwendet wird. Oft wird es als Furnierholz an der Frontseite der Schränke eingesetzt. Die natürliche Maserung des dunklen Nussbaum-Holzes kommt vor allem bei quergesägtem Holz bestens zur Geltung. Dann kann mitunter auch eine wolkige Oberfläche zu sehen sein. In Längsrichtung gesägt, entsteht ein helleres Nussbaumholz, das leicht dunkel gemasert ist.

Nussbaum ist ein auch für Schaukelstühle häufig verwendetes Material. Es gehört zu den wertvollsten einheimischen Edelhölzern. Seine vielseitige Verwendbarkeit machte es schon vor Jahrhunderten zu einem wichtigen Möbelholz. Es spielte bei der Herstellung von Barockmöbeln bis hin zur Anfertigung von Jugendstilmöbeln zu allen Zeiten eine wichtige Rolle für Schreiner und Tischler.

Ebenholz

Ebenholz ist ein exotisches Hartholz, das aus Indien, Madagaskar, Mauritius und Afrika stammt. Es wird aus verschiedenen Arten von Dattelpflaumenbäumen gewonnen, die zur Familie der Edelholzgewächse gehören. Ebenholz ist dunkelbraun bis tiefschwarz und wird bei historischen Möbeln oft für Intarsienarbeiten verwendet. Außerdem setzt man es schon seit mehr als hundert Jahren für den Instrumentenbau ein. Schaukelstühle werden erst in neuerer Zeit aus Ebenholz gefertigt.

Rattan, Korbgeflecht und Bambus

Bei vielen historischen Stühlen bestehen die Sitze und Lehnen aus natürlichem Geflecht wie Rattan, Korb oder Bambus. Das einheimische Material Korb besteht aus Weidengeflecht, das aus den Ruten der Trauerweide hergestellt wird. Beim exotischen Bambus hingegen, handelt es sich um ein Rohrgeflecht.

Wie die Umgebung historischer Schaukelstühle gestaltet werden kann

Wandteppiche vor 1945

Heimische Wände wurden vor 1945 gern mit Bildern in dunklen Holzrahmen oder Goldrahmen verziert. Doch auch Wandschoner und Wandteppiche aus Gobelin-Gewebe waren vor 1945 groß in Mode und sind heute noch erhältlich. Beliebte Motive sind deutsche Wälder mit Bächen, an denen sich Rehe und Hirsche treffen.

Altes Porzellan

Auch als Porzellanfiguren waren Hirsche und Rehe in den 30er und 40er Jahren sehr präsent. Ein weiteres Tier, das oft in Form einer Porzellan-, Elfenbein oder Holzfigur zur Dekoration verwendet wurde, war der Elefant. Bei eBay finden Sie eine große Auswahl an Porzellan aus Omas Zeiten. Darunter befinden sich schöne Figuren, Vasen, Teeservices und Sammeltassen namhafter Hersteller wie Hutschenreuther, Winterling und Rosenthal.

Spielzeug vor 1945

Auch das Spielzeug aus der guten alten Zeit ist sehr eindrucksvoll und deshalb von Sammlern heiß begehrt. Porzellan-Puppen, Kreisel, Bollerwagen, Zinnfiguren, Teddys, Pferde auf Rädern und Enten auf Rädern, die die Kinderherzen vor langer Zeit erfreuten, sind noch erstaunlich gut erhalten und können noch erworben werden. Original-Spielzeug aus den Jahren vor 1945 hat heute einen hohen ideellen und materiellen Wert.

Die Materialien der historischen Spielsachen

Nostalgische Spielsachen bestehen typischerweise aus Porzellan, Blech, Holz, Emaille, Gusseisen, Zinn oder Elastolin-Masse. Obwohl vor der Erfindung von PVC und anderen Kunststoffen nur wenige Materialien zur Verfügung standen, präsentiert sich altes Spielzeug in einer erstaunlichen Variantenvielfalt. Besonders beeindruckend sind die lebensechten Lineol-Figuren, die Bäcker, Fischer, Bauernfamilien oder Tiere darstellen. Lineol, der Hersteller der Massefiguren wurde 1906 gegründet. Bestandteile der Elastonin-Masse von Lineol sind unter anderem Holzmehl, Baumharz und Leim.

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