Öle, Schutzlasuren und Wetterschutz für Haus und Garten

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Ratgeber für den Kauf von Holzschutz: Öle, Schutzlasuren und Wetterschutz für Haus und Garten

Der nachwachsende Rohstoff Holz ist in unseren Heimen nach wie vor das Material Nummer eins. Der schöne Holztisch im Wohnzimmer ist dabei ebenso ein Hingucker, wie die Gartengarnitur aus edlem Plantagen-Teak-Holz. Auch größere Konstruktionen aus Holz, wie zum Beispiel ein Carport oder eine Gartenlaube, machen einiges her und reihen sich harmonisch in die Hauseinrichtung ein. Doch anders als Plastik, Glas und Stein ist Holz ein im wahrsten Sinne des Wortes lebendiges und bewegliches Material, das regelmäßig gepflegt und vor Umwelteinflüssen geschützt werden muss.

Doch wozu ist Holzschutz eigentlich gut? Und worauf muss man bei unterschiedlichem Holz und unterschiedlichen Einsatzbereichen achten? Das alles wollen wir in diesem Ratgeber erklären. Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten Sie im Innen- und Außenbereich haben und worauf Sie beim Kauf von Holzschutz achten müssen. So finden Sie schnell und einfach die richtigen Öle und Schutzlasuren für Ihre Zwecke.

Was bringt Holzschutz und für welche Zwecke wird er eingesetzt?

Unter Holzschutz versteht man alle Maßnahmen die unternommen werden, um eine Wertminderung oder Zerstörung von Holz, Holzbaustoffen und Holzkonstruktionen zu verhindern. Zu Holzkonstruktionen gehören neben Holzgartenhäusern und Möbeln auch wirklich tragende Elemente wie Dachkonstruktionen, Leitungsmasten oder Eisenbahnschwellen. Es gilt, die Beschädigung des Holzes zu vermeiden. Die größte Gefahr für das Holz geht dabei von drei Faktoren aus:

  • Witterungseinflüsse
  • Chemische Einflüsse
  • Biologische Einflüsse

Damit das Holz möglichst lange in Gebrauch bleiben kann, wird es gezielt gegen diese drei Dinge geschützt. Chemische Einflüsse wirken dann auf Holz ein, wenn es mit anderen Materialien verbaut wurde und mit diesen chemisch reagiert. Denn auch wenn Holz in seiner Stabilität nicht mit Beton oder Metall konkurrieren kann, kommt Holz doch immer dort zum Einsatz, wo Stahl und Beton korrodieren würden. Die genaue Widerstandsfähigkeit von Holz ist dabei von der Art des Holzes abhängig, man kann jedoch davon ausgehen, dass die Beständigkeit von Holz im ph-Bereich von 3-10 gewährleistet ist.

Biologische Einflüsse entstehen durch Pilze, Insekten und Bakterien, die nach und nach die Holzsubstanz verändern können. Je nachdem wo Sie leben, können die Einflüsse stark variieren. Es hängt stark von Parametern wie der Feuchtigkeit und der Temperatur des Holzes ab, ob sich Pilze oder Insekten ansiedeln. Das wohl bekannteste Beispiel bei Möbeln ist der gefürchtete Holzwurm, der das Holz durchlöchert und die Substanz der Holzkonstruktion angreifen kann.

In unseren Breitengraden sind es gerade im Außenbereich Witterungseinflüsse, die unserem Holz am meisten zu schaffen machen. Hier spielen die Faktoren Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen, UV-Strahlung und Wind eine wichtige Rolle. Während Feuchtigkeit in die Fasern des Holzes eindringt und es aufquellen lässt, führen große Temperaturschwankungen dazu, dass im beweglichen Holz Risse entstehen. Die Mischung aus Niederschlag und UV-Strahlung bewirkt chemische Reaktionen im Holz, die es ausbleichen lassen und die Oberflächenfarbe stark verändern können – das Holz erscheint gräulich und porös.

Diese verschiedenen Arten des Holzschutzes gibt es

Da es unterschiedliche Faktoren gibt, die Holz angreifen, gibt es dementsprechend auch unterschiedliche Maßnahmen, die eingesetzt werden, um Holz vor diesen zu schützen. Man unterscheidet dabei zwischen vier Methoden. Diese sind

  • Konstruktiver Holzschutz
  • Natürlicher Holzschutz
  • Physikalischer Holzschutz
  • Chemischer Holzschutz

Wir möchten Ihnen im Folgenden erklären, was diese vier Varianten im Einzelnen bedeuten.

Konstruktiver und natürlicher Holzschutz kommen ohne Hilfsmittel aus

Der konstruktive und der natürliche Holzschutz kommen dabei gänzlich ohne zusätzliche Materialien aus. Unter konstruktivem Holzschutz versteht man eine angepasste Bauweise, in der das Holz so verbaut wird, dass es vor Nässe geschützt wird. So kann man das Risiko des Pilzbefalles deutlich eingrenzen. Diese Baumaßnahmen schützen das Holz dauerhaft und machen den chemischen Holzschutz in vielen Fällen unnötig. Auch wenn Sie Ihr Holz auch mit anderen Mitteln schützen, sollten Sie darauf achten, auch konstruktiven Holzschutz zu betreiben. Bei den Gartenmöbeln lässt sich das zum Beispiel ganz einfach umsetzen, in dem Sie die Möbel bei Regen unterstellen oder wasserfest in Möbelschutzhüllen verpacken. Was profan klingt, wird die Lebensdauer Ihrer Gartenmöbel auf lange Zeit sichern.

Der natürliche Holzschutz beschreibt den Einsatzort von bestimmten Holzarten. Es geht also darum, immer geeignetes Holz für den jeweiligen Gebrauch zu nutzen. So ist zum Beispiel Teak-Holz auch deshalb so gut für den Außenbereich geeignet, weil es einen natürlichen Insektenschutz mitbringt und so gegen Fressfeinde immun ist. Nach DIN-Norm kann Holz in fünf verschiedene Resistenzklassen eingeteilt werden, wobei Resistenzklasse 1 besonders widerstandsfähig gegen Pilze, Insekten und Wasser ist.

Gegen Regen, Sonne, Wind und Schnee – physikalischer Holzschutz

Methoden und Mittel, die vor Witterungsschäden schützen sollen, sind in der Regel dem physikalischen Holzschutz zuzuordnen. Dazu gehört der Schutz vor Feuchtigkeitsaufnahme, Sonnenlicht und mechanischen Einflüssen. Aus diesem Grund ist die Variante auch als Wetterschutz bekannt. Physikalischer Wetterschutz besteht dabei meistens aus aufgetragenen Schutzschichten, die gegen Wettereinflüsse wirken, aber keinen Schutz gegen Schädlinge und Pilze bieten.

Man unterscheidet dabei natürlich auch zwischen behandeltem und unbehandeltem Holz. Im Außenbereich wird aufgrund der erhöhten Belastungen häufig thermisch vorbehandeltes Holz verwendet. Darauf wollen wir in den Pflegetipps für Holz im Außenbereich noch genauer eingehen.

Sicher und schonend gegen Insekten und Pilze: mit chemischem Holzschutz

Beim chemischen Holzschutz werden Holzschutzmittel eingesetzt, die das Holz aufgrund ihrer Wirkstoffe und nicht aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften schützen. Dadurch unterscheidet sich der chemische Holzschutz maßgeblich von dem physischen. Chemische Holzschutzmittel sollen den Befall durch holzzerstörende oder verfärbende Organismen verhindern bzw. bei bereits akutem Befall bekämpfen. Dazu werden Biozide eingesetzt, deren Wirkstoffe dazu bestimmt sind, Schadorganismen zu zerstören. Dazu wird das Holz entweder oberflächlich behandelt oder mit dem Holzschutzmittel durchtränkt.

Neue Holzschutzmittel werden immer umweltverträglicher konzipiert, sodass die behandelten Hölzer für Mensch und Umwelt unbedenklich geworden sind. So werden zum Beispiel Holzschutzmittel zunehmend auf Wasserbasis produziert. Ölhaltige Mittel eignen sich besonders, da sie tief in das Holz eindringen und dort ihre schützende Wirkung entfalten. Dadurch sind nur noch sehr geringe Biozid-Konzentrationen notwendig, um das Holz zu schützen.

So reinigen und pflegen Sie Massivholzmöbel im Innenbereich

Nur durch die optimale Reinigung und Pflege lässt sich sicherstellen, dass Sie lange Freude an Ihren Holzmöbeln haben werden. Man unterscheidet dabei im Innen- und Außenbereich zwischen vorbehandeltem und unbehandeltem Holz. Vorbehandeltes Holz im Innenbereich ist in der Regel komplett lackiert und daher gegen die meisten Umwelteinflüsse geschützt. Hier gilt es, das Holz regelmäßig zu polieren und es so mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Unbehandeltes Holz hingegen sollte regelmäßig gepflegt und geölt werden, damit es sein ursprüngliches Aussehen lange beibehält. Das ist in wenigen Arbeitsschritten getan. Je nachdem, ob der Tisch nur geölt werden soll oder Sie gleichzeitig die Farbe des Holzers auffrischen möchten, wird der Vorgang etwas komplexer.

Wenn Sie die natürliche Farbe des Möbelstücks auffrischen möchten, ist ein wenig Vorarbeit notwendig. Zur Vorbehandlung werden sogenannte Laugen und Beizen eingesetzt. Die Grundvoraussetzung dafür ist, dass das Möbelstück zuvor leicht mit Schmirgelpapier angeraut wird. Nur so können die Holzfasern die Pflege in sich aufnehmen. Holzlaugen entfernen Vergilbungen, die zum Beispiel durch starke Lichteinstrahlungen hervorgerufen werden. Beize wird im nächsten Schritt aufgetragen und hebt die natürliche Farbgebung der Holzmaserung hervor. Beizen und Laugen werden mit Pinseln in Faserrichtung aufgetragen und sollten in jedem Fall perfekt auf die Holzfarbe ausgerichtet sein.

Das gleiche gilt für das Öl. Bevor Sie mit der Behandlung beginnen, sollten Sie darauf achten, dass das Öl farblich zu Ihrem Holz passt. Prüfen Sie ebenfalls genau, ob das Öl auch für den Innenbereich zugelassen ist. Viele Holzschutzmittel sind speziell für den Außenbereich gedacht und enthalten einen starken Geruch. Aus gesundheitlichen Gründen sollten Sie diese Holzöle nicht im Innenbereich einsetzen.

Nachdem Sie also die Holzoberfläche angeraut haben, sollten Sie sämtlichen Staub mit einem trockenen Tuch entfernen. Das Öl wird dann, anders als die Beize, in kreisenden Bewegungen in das Holz massiert. Dazu verwenden Sie am besten ein spezielles Poliertuch. Damit können Sie überschüssiges Öl nach dem Auftrag auch einfach in Faserrichtung aufnehmen. Nachdem das Öl gut 15 Minuten eingewirkt ist, ziehen sie das Öl noch einmal ab. Nachdem das Öl eingezogen und die Oberfläche getrocknet ist, ist das Möbelstück schon fertig. Es empfiehlt, sich diesen Vorgang regelmäßig zu wiederholen. In der Regel ist es dem Holz anzusehen, wenn wieder Pflege notwendig ist.

So pflegen und schützen Sie Holz im Außenbereich

Anders als im Innenbereich bedarf die Holzpflege im Außenbereich weiterer Holzschutzmittel. Man unterscheidet dabei zwischen Lasuren, Ölen, Holzfarben und –lacken.

Meist sind Hölzer im Außenbereich bereits durch unterschiedliche Tauch- oder Druckimprägnierungsverfahren vorbehandelt, sodass das Holz auch im Inneren geschützt ist. Bei diesen Verfahren dringt der Schutz besonders tief in die Holzfasern ein. Grundsätzlich schadet es jedoch nie, Holz regelmäßig einmal im Jahr mit einem schützenden Anstrich zu behandeln.

Am häufigsten kommen hier Holzlasuren zum Einsatz. Dies sind im Außenbereich meist durchsichtige oder durchscheinende, offenporige Dünnschichtlasuren, die das Holz mit Zusätzen gegen Pilze, Insektenbefall und UV-Strahlen schützen. Für Hölzer, die direkter und permanenter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, empfehlen sich speziell pigmentierte Lasuren. Diese lassen die Holzstruktur durchscheinen und sind in den unterschiedlichsten Farben, zum Beispiel in Weiß, Braun, Grün, Gelb oder Grau erhältlich. Dadurch wird die natürliche Optik des Holzes lange erhalten. Lasuren können entweder matt oder seidenglänzend sein.

Öl eignet sich vor allem, um das Holz vor dem Austrocknen und Ausbleichen zu schützen. Sie bieten hingegen keinen Schutz gegen Pilz- oder Insektenbefall und sind generell besonders gesundheitsverträglich. Gartenmöbel und hölzerne Kinderspielgeräte sollten daher ausschließlich mit unbedenklichen Ölen behandelt werden.

Holzlacke versiegeln die Oberfläche des Holzes komplett und bieten so einen lang anhaltenden Schutz. Allerdings geht so die natürliche Optik des Holzes verloren. Bei Lacken ist eine imprägnierende Grundierung notwendig, da der Lack sonst nur schwer hält und zum Abblättern neigt.

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