Oktoberfest München

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Liebe Wiesn-Interessierte,

nachdem mittlerweile so viel Negatives über das Oktoberfest zu lesen ist, möchte ich als gebürtiger Münchner einen Beitrag dazu leisten, unserer Wiesn zum einen wieder ein bisserl Positiv-Image zu verleihen und zum anderen mit manchen Vorurteilen aufzuräumen bzw. Touristen einige Ratschläge zu erteilen.

1. Die Wiesn als solches: Früher, als ich noch ein Bub war (vor ca. 35-40 Jahren), war die Wiesn natürlich insgesamt geruhsamer. Man ging Sonntag Mittag zum Essen und ist dann noch ein bisserl Karussell gefahren. Diese Zeiten sind natürlich vorbei, denn auch die Wiesn wird vom Zug der Zeit nicht verschont. Beispielsweise war es früher nicht erlaubt, auf die Bänke, geschweige denn auf die Tische zu steigen. Im Laufe der Jahre ist die Wiesn zu einem dermaßenen Magneten geworden, daß sehr viele Besucher aus aller Herren Länder kommen. Dies hat zwar eine gewisse Überfüllung zur Folge, hat aber auch den Vorteil, daß man viele Leute aus anderen Kulturen kennenlernen kann. So erlebe ich es immer wieder, daß man mit Arabern, Amerikanern oder Japanern am Tisch sitzt und ein Bier zusammen trinkt. Besser kann Völkerverständigung nicht sein.

2. Raufereien: Es war und ist immer schon so, daß manche Mitmenschen unter Alkoholeinfluß aggressiv werden und andere anpöbeln. Dies ist aber nicht nur auf der Wiesn so. Angesichts der vielen Leute finde ich sogar, daß sich das in Grenzen hält. In den Siebzigern wurde mehr gerauft. Wenn es irgendwo knistert, hält man sich besten raus.

3. Bierleichen: Hier können 3 Dinge genannt werden. Erstens wird, vor allem von Touristen, die Stärke des Bieres (das Wiesnbier ist stärker als das normale !) unterschätzt und zweitens wird es natürlich aufgrund der Größe der Gläser in ganz anderen Mengen getrunken. Gerade viele "Nordlichter", die das bayerische Bier gern als "Dünnbier" bezeichnen, haben schon eine Nacht in der Ausnüchterung verbringen müssen. Also nicht zu viel und nicht zu schnell trinken!!! Drittens ist nicht nur auf der Wiesn, sondern in unserer Gesellschaft insgesamt ein immer exzessiverer Umgang mit dem Alkohol bemerkbar (Flat-Rate-Parties, Ballermann usw.)

4. Preise: Die Wiesn war und ist nie eine Wohltätigkeitsveranstaltung gewesen. Wo eine hohe Nachfrage ist, ist auch der Preis höher. Das ist ganz einfach das ökonomische Prinzip. Im Urlaub sind die Zimmerpreise in der Hauptsaison auch oft doppelt so teuer als vor- oder nachher. Allerdings ist der Bierpreis, wenn man ihn umrechnet meistens nicht sehr viel teurer als 2 Halbe im Restaurant. Im Vergleich mit manchen Abendlokalen ist der Preis oftmals sogar günstiger. Das Essen ist definitiv teurer, aber meist von sehr guter Qualität und, wie gesagt, es ist eben die Wiesn....

Alles in allem ist zu sagen, die Wiesn, wenn man sie mit der richtigen bayerischen Bierruhe angeht, ist ein Fest des guten Essens und Trinkens und des Lustigseins. Schaun`s mal ein bisserl rum, es gibt noch viele echte Bayern auf der Wiesn, mit denen bei einer Maß Bier ein netter Ratsch z`sammgeht.

Bernhard M., München

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