Objekt der Tuning-Begierde: Der Golf GTI wird 40!

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Ameisen, duckt Euch: Dieser Golf II GTI kommt tief, mit bösem Blick und umgebauten Karosserieteilen
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Ameisen, duckt Euch: Dieser Golf II GTI kommt tief, mit bösem Blick und umgebauten Karosserieteilen

Der Golf GTI war vor 40 Jahren eine der frechsten Entscheidungen, die VW-Mitarbeiter je getroffen hatten: ein Sportwagen fürs Volk – die Revolution auf der Straße.
 
Ein kräftiger Wind streift durch die Straßen, in einer Hinterhofwerkstatt blitzt und röhrt es. Du blickst um die Ecke. Ganz hinten vor dem Garagentor steht ein metallisch braun glänzendes Auto. Es ist so tief, dass keine Ameise sich trauen würde, darunter her zu krabbeln. Die Felgen sitzen perfekt bündig zu den komplett lackierten Radhäusern. Du kommst näher und stellst fest: Das hier ist kein normaler Golf GTI. Hier hat jemand viel Herzblut hineingesteckt. Detailverliebt und kompromisslos wurde ein Showcar aufgebaut, das es so mit Sicherheit kein zweites Mal geben wird. 

Evergreen oder Oldtimer, Tuningbude oder Original: Alles ist erlaubt

Der Besitzer kommt aus seiner Garage, beäugt Dich zunächst misstrauisch. Eure Blicke treffen sich, die Blicke zweier Petrolheads. Ihr nickt Euch zu, anerkennend, lobend, den Mund zu einem Lächeln geformt. Das Eis ist gebrochen. Dass dies hier ein besonderer GTI und gleichzeitig überhaupt kein GTI mehr ist, erzählt Dir Razvan frei heraus.

Seit gut neun Jahren ist der 87er Golf II in seinen Händen und steht wohlbehütet in der Garage. Rost war nie ein Problem, dennoch wurden Unterboden und einige schwierige Stellen vorsorglich versiegelt. Der braune Metallic-Lack zierte keinen Serien-GTI, der frisch das Werk verließ. Insgesamt viermal lackierte Razvan sein Showcar um – vom originalen Weiß zu drei unterschiedlichen Rottönen bis er schließlich karamellisiert wurde.  

Schon seit seinem Erscheinen anno 1976 Objekt der Tuning-Begierde: der Golf GTI
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Schon seit seinem Erscheinen anno 1976 Objekt der Tuning-Begierde: der Golf GTI

Der aktuelle Tuning-Trend: potenziell schnell sein

Unter der Haube blieb im Vergleich zur Serie keine Schraube auf der anderen. Der originale 1.3-Liter-Motor wurde durch einen 2.0-Liter-Block ersetzt, auf den Razvan den Zylinderkopf des 1.8-16V-Motors setzte. Dichtungen und Kühlwasserführung hat er entsprechend angepasst.

Bei so viel Hubraum braucht es keine Aufladung. Über die Leistung legt der Fahrer ein Tuch des Schweigens. Er meint, es reiche für alle Gelegenheiten. Viel wichtiger seien Klang und Haltbarkeit. Zündverteiler und Umlenkrollen aus dem Golf III, Sportauspuffkrümmer und Edelstahlabgasanlage machen das Antriebspaket perfekt. Und schnell – zumindest in der Theorie. Denn für den harten Renneinsatz ist dieser Golf II GTI definitiv zu schade.

Dank „Airride“ lässt sich das Fahrwerk des Golf II GTI in der Höhe verstellen. Dann kann man ihn sogar fahren.
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Dank „Airride“ lässt sich das Fahrwerk des Golf II GTI in der Höhe verstellen. Dann kann man ihn sogar fahren.

Dem Luftfahrwerk sei Dank: Er kann sogar fahren

Was Rennfahrer zu schätzen wissen, kann auch für den Golf GTI nicht verkehrt sein: Das Auto muss tief. Und noch tiefer – am liebsten so tief, dass die obere Reifenflanke im Radhaus verschwindet.

Das geht nur mit einem Airride, einem sogenannten Luftfahrwerk. Es ersetzt das originale Stahlfedern-Stoßdämpfer-Konstrukt und kann so beliebig in der Höhe justiert werden. Ein im Kofferraum verbauter Kompressor erzeugt den Luftdruck, der per Ventilsteuerung schließlich die Fahrzeughöhe einstellt. Es klingt aufwendig – ist es auch. Doch der Aufwand lohnt sich. Der Golf GTI steht breitbeinig auf seinen fetten Alufelgen. Trotzdem bleibt die Möglichkeit, ihn jederzeit völlig normal und komfortbetont zu fahren – ohne Angst vor Bodenschwellen, Polizeikontrollen oder Ameisen auf Beobachtungsposten.

Gut gemachter Umbau: Die Kotflügel wurden komplett lackiert, im Innenraum eine große Musikanlage und Sportsitze aus dem
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Gut gemachter Umbau: Die Kotflügel wurden komplett lackiert, im Innenraum eine große Musikanlage und Sportsitze aus dem

Im Serienzustand selten geworden: Golf GTI I und II

Manch einer mag beim Anblick umgebauter Golf GTIs die Nase rümpfen. Doch Tuning gehört zur GTI-Szene wie das Bier zum Feierabend, wie Erdbeeren zur Sahne, wie Honig zur Biene. Und mal Hand aufs Herz: Ohne all die verrückten Enthusiasten wäre der GTI-Kult nie entstanden.
 
Tuning kann nämlich auch eine Art der Pflege sein. Du setzt Dich mit Deinem Auto auseinander, erhältst den Zustand und verfeinerst es dort, wo es nicht Deinen Geschmack trifft. Diese Herangehensweise macht den kleinen Golf GTI seit 40 Jahren groß. Wer nicht glauben kann, wie groß die Fangemeinde geworden ist, braucht sich nur einmal auf diversen Autotreffen umsehen – allen voran das Wörterseetreffen in Österreich. Hier sieht man auch, wie wertvoll die beiden ersten GTI-Generationen im Originalzustand geworden sind. Unberührte und gut erhaltene Exemplare werden von Fans ebenso umringt wie die Showcars auf der Bühne. Warum? Sie sind ein seltener Anblick.
 
Originale Golf GTI entwickeln sich bei eBay zu gesuchten Schätzchen – neben den gut gemachten Umbauten, die auch in den nächsten 40 Jahren zur Szene gehören werden.

Schlagwörter:

Golf

Tuning

golf gti

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