Oberlandesgericht München Urteil: Ebay-Käufer muss negative Bewertung löschen

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Negative Beurteilungen können durchaus teuer werden

Das OLG München hat im Oktober 2014 einen Ebay-Käufer in einem richtungsweisendem Urteil zur Zurücknahme einer schlechten Bewertung eines Verkäufers verurteilt.
Das Oberlandesgericht in München hat entschieden, dass ein Ebay-Käufer seine schlechte Bewertung über einen Händler wieder zurücknehmen muss.
Der vom Urteil betroffene Ebay-Nutzer hatte bei einem Ebay-Händler Ware erworben und anschließend den Händler negativ bei Ebay bewertet und sich dabei über Mängel an der gelieferten Ware beschwert.
Der Händler wollte die negative Bewertung nicht hinnehmen und verklagte den Käufer. In der Klage wies der Anwalt des Verkäufers das Gericht darauf hin, dass sich der Käufer nicht direkt beim Verkäufer über die Ware beschwert habe und diese auch nicht aufgrund der angeblichen Mängel zurückgeschickt habe.
Das Gericht gab dem Kläger nun Recht. Eine Revision gegen das Urteil wurde nicht zugelassen.
Eine Anspruchsgrundlage für eine Bewertungslöschung wird u.a. in § 824 BGB (Kreditgefährdung) gesehen.
Die Anwalts- und Gerichtskosten eines derartigen Verfahrens, sind, wenn es nicht zu einer mündlichen Verhandlung oder zu einem Widerspruch kommt, mit über 800.- Euro zu veranschlagen. Im Falle des Obsiegens hat der bewertende Handelspartner, der zur Löschung verpflichtet wird, diese Kosten zu tragen. Voreilig oder rechtswidrig abgegebene negative oder neutrale Bewertungen sind somit auch für denjenigen, der die Bewertung abgibt, immer mit einem erheblichen Kostenrisiko verbunden.
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