Nur noch gebraucht erhältlich - der Hummer von General Motors

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Hummer nur noch gebraucht erhältlich – General Motors produziert ihn seit 2010 nicht mehr

General Motors, ein weltweit arbeitender Automobilkonzern, ließ von 1992 bis 2010 ein Fahrzeug herstellen, dessen Vorbild aus dem militärischen Bereich stammt – den Hummer. Das militärische US Car Vorbild war das „High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle", kurz HMMWV, das der Einfachheit halber auch „Humvee" ausgesprochen wird. Ein Humvee ist ein höchst geländetaugliches Fahrzeug, das für die Armee der USA entwickelt wurde und als Mehrzweckfahrzeug universell einsetzbar war.

Der Hummer wurde in drei Generationen für den zivilen Gebrauch produziert

Angeregt von Arnold Schwarzenegger ging im Jahr 1992 die erste Generation des zivilen Hummer in Produktion, der die Abkürzung H1 erhielt. Schwarzenegger besitzt in der Tat gleich mehrere Hummer und ist überzeugendes Werbegesicht der Marke. Der Hummer H1 wird auch als der originale Hummer bezeichnet. In den folgenden Jahren wurden zwei weitere Baureihen aufgelegt, die sich H2 und H3 nennen, technisch jedoch nicht mit dem H1 vergleichbar sind. Die Produktionszeiträume überschnitten sich, so dass zeitweise alle drei Modelle gleichzeitig als Neuwagen zur Verfügung standen. Von 1992 bis 2003 war der Hummer H1 als einziges Modell zu haben und führte bis zum Produktionsstart der zweiten Generation auch ausschließlich den Namen Hummer. Erst als 2003 die zweite Generation vom Band lief, änderte sich die Modellbezeichnung folgerichtig in H1 und der Name Hummer avancierte zum Markennamen. Im Jahr 2005 kam das kleinste Modell hinzu, der H3, dessen Produktion zusammen mit dem H2 bis Ende 2010 fortdauerte. Der Produktionszeitraum des H1 endete bereits im Jahr 2006.

Der Hummer wurde im Golfkrieg eingesetzt und damit weltweit bekannt

Der Hummer H1 wurde von 1992 bis 2006 als viertüriger Geländewagen sowie als Pickup produziert. Fahrzeugangebote finden Sie auch bei eBay. Ausgestattet wurde das Fahrzeug zunächst mit einem V8-Saug- oder Turbodiesel und einem Hubraum von 6,6 Litern sowie einer Leistung von 224 kW. Technisch entspricht das Auto dem Humvee, hat jedoch eine elektrische Versorgung von 12 Volt statt 24 Volt und eine an den zivilen Gebrauch angepasste Innenausstattung. Der H1 bietet Klimaanlage, CD-Player und als Sonderausstattung elektrische Fensterheber. Das Auto wurde dann im Laufe der Zeit mit vier verschiedenen Dieselmotorisierungen und einem Benzinmotor angeboten.

Der Hummer H1 war in fünf unterschiedlichen Formen zu haben. Zum einen gab es einen viertürigen Geländewagen mit offener Ladefläche und abnehmbaren Dach, dem so genannten „4-door-open-top". Hinzu kam ein fünftüriges Modell als Kombi (4-door-wagon), ein als „Slantback" bezeichnetes Fließheckmodell, ein Pickup und nicht zuletzt ein Modell mit Hardtop. Der H1 hat enorme Ausmaße. In der Breite misst das Auto 2,19 m und es ist bei einer Höhe von 2,00 m knapp 4,69 m lang. Der Radstand beträgt 3,30 m. Insgesamt kommt das militärisch verwurzelte Fahrzeug auf ein Leergewicht von stattlichen 3.559 kg. Diese Eigenschaften begründen die ausgezeichnete Geländegängigkeit. Bis zu 76 cm tief kann ein Gewässer sein, das der H1 problemlos durchquert. Höhenunterschiede bis 56 cm sind bei einer Bodenfreiheit von 41 cm ebenfalls kein Problem und auch eine Geländeneigung von 73 Grad vorne und 37,5 Grad hinten stellt das Auto vor keine echte Herausforderung.

Ein weiteres technisches Detail sei hier noch erwähnt: Der Hummer H1 weist ein sperrbares Differential auf beiden Achsen auf, die durch Bremseinwirkung betätigt werden können. Später wurden zusätzlich Fahrzeuge mit einer elektrischen Eaton-Differentialsperre angeboten. Das Portal-Getriebe, dessen Untersetzung direkt am Rad platziert ist, wurde unter anderem auch beim Unimog und Pinzgauer eingesetzt. Zusätzlich sind fast alle Fahrzeuge des Modells H1 mit einer Reifendruckregelanlage ausgestattet. Diese sorgt über einen Zugang durch eine hohle Achse bzw. Nabe dafür, dass der Reifendruck in Abhängigkeit vom Gelände achsunabhängig gesteuert werden kann. So wird eine optimale Bodenhaftung gewährleistet. Das Auto hat einen Wendekreis von 15,54 m und ist damit wohl für den alltäglichen Stadtverkehr eher ungeeignet. Bei einem Tankinhalt von 95 Litern im Haupt- und 65 Litern im Nebentank verbraucht der H1 zwischen 16 und 20 Liter auf 100 km. Ab einem Einstiegspreis von 60.000 Euro war der H1 damals zu bekommen. Auch bei eBay können Sie Angebote von gebrauchten Hummer H1 finden.

Technisch gesehen ist der Hummer H2 mit dem Chevrolet Tahoe und dem Cadillac Escalade verwandt

Die Nachfrage an alltagstauglichen Sport Utility Vehicles, den sogenannten SUVs, stieg während des Produktionszeitraums des H1 an. General Motors reagierte darauf und entwickelte den Hummer H2. Dieses von 2003 bis 2010 produzierte Kraftpaket sollte vom Erfolg des H1 profitieren, jedoch technisch komplett abweichen. Tatsächlich standen Konzernbrüder dem H2 Pate. Der Chevrolet Tahoe und der Cadillac Escalade sind in weiten Teilen die technische Basis für den H2, auch wenn dieser rein optisch zum H1 tendiert. Wenn Sie einen H2 fahren, müssen Sie Abstriche hinsichtlich der Geländetauglichkeit machen, die der als SUV klassifizierte H2 zu Gunsten von Komfort und zivilen Anforderungen in Kauf genommen hat.

Der H2 wurde überwiegend in den USA angeboten, dennoch sind knapp 100 Exemplare als Neuwagen auf dem europäischen Markt abgesetzt worden. Der H2 ist komfortabel ausgestattet und bietet Ihnen einen Bordcomputer, vorne Doppelairbags, Klimaanlage, CD-Radio, Multifunktionslenkrad, Tempomat, Zentralverriegelung, drei Sitzreihen und noch vieles mehr. Überwiegend als fünftüriger SUV ist der H2 zu haben, gelegentlich sind auch Fahrzeuge mit Ladefläche und geschlossener Fahrgastkabine in Umlauf. Die Motorisierung bestand aus diversen Ottomotoren als V8-Sechszylinder bei einer Leistung zwischen 236 und 243 kW. Die Ausmaße sind im Vergleich zum H1 deutlich reduziert. Bei einem Leergewicht von 2.903 kg und einem Radstand von 3,12 m kommt der H2 auf eine Breite von 2,06 m und eine Länge von 4,82 m. Die Höhe jedoch ist gleich geblieben. Das Auto kam mit einem Einstiegspreis von 70.000 USD auf den Markt.

Der Hummer H3 ist das letzte und kleinste Modell aus der Serie

Beginnend im Jahr 2005 bis 2010 baute General Motors den H3, der ab 2006 auch in Deutschland zu haben war. Konzeptionell richtete sich der Autokonzern auf eine weniger zahlungskräftige Käufergruppe aus. Im Angebot waren diverse Ottomotoren zwischen 3,5 und 3,7 Litern mit einer Leistung von 162 bis 180 kW. Auch die Ausmaße und das Gewicht waren bei diesem als „Baby-Hummer" bezeichneten Fahrzeug geringer. Das Leergewicht betrug 2.200 kg, die Breite lag bei 1,94 m und die Länge bei 4,75 m. Auch der Radstand war auf 2,84 m reduziert worden, was der Alltagstauglichkeit erheblich entgegenkam. Der Hummer H3 konnte damit mühelos mit der Konkurrenz mithalten, hatte jedoch den Vorteil der vergleichsweisen höheren Geländegängigkeit. Die Innenausstattung und Technik ist analog mit dem H2, obschon natürlich zeitgemäße Anpassungen vorgenommen wurden. Auffällige oder gar bahnbrechende Neuerungen allerdings sind nicht zu erwähnen.

Der Hummer ist ein SUV und verbraucht im Durchschnitt zwanzig Liter

Möchten Sie einen Hummer fahren, müssen Sie sich auf einen hohen Spritverbrauch einstellen. Durchschnittlich zwanzig Liter sind üblich bei der empfohlenen Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Sollten Sie Ihren Hummer auf 160 km/h beschleunigen, laufen auch gut und gerne 25 Liter auf 100 km durch. Bei Tempo 160 ist ein Begrenzer eingebaut, allerdings nicht aufgrund des Spritverbrauchs, sondern in Hinblick auf die Bereifung, die in der Größe von 315/70 R 17 nahezu ballonartige Züge aufweist. Das Thema Umweltverträglichkeit und Effizienz bleibt beim Hummer komplett auf der Strecke, denn auch die Form der Karosserie ist alles andere als windschnittig und das enorme Gewicht trägt ebenfalls zu dem extrem hohen Spritverbrauch bei. Trotzdem ist das Gefährt durch die Verwendung des Achtzylinder-Motors kraftvoll. Dieser gilt auch als der stärkste SUV-Motor, der in Amerika gefertigt wird. Der Motor sorgt für eine dynamische Beschleunigung und auch bei höheren Geschwindigkeiten können Sie mit einem spürbaren Vorschub an einem anderen Fahrzeug mühelos vorbeiziehen. Die Geräuschkulisse im Hummer bleibt absolut gedämpft und erträglich, doch tatsächlich lässt das Auto durch die wenig aerodynamisch geschnittene Silhouette laut heulende Windgeräusche vernehmen. Für amerikanische Verhältnisse bewegen sich die Benzinkosten aufgrund der dortigen geringen Preise noch im Rahmen, doch in Deutschland kostet die Tankfüllung, die im Schnitt bei 120 Litern liegt, ein kleines Vermögen. In den USA hielt der Absatz auch deswegen unbeirrt an, in Deutschland allerdings leisteten sich nur recht wenige Autofahrer die Luxuskarosse. Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, sich bei eBay einen gebrauchten Hummer zu kaufen, so sollten Sie die hohen Betriebskosten mit einkalkulieren.

Der Hummer bietet allerdings ein einmaliges Fahrerlebnis. Es gibt keine großen Fenster, sondern wie Sehschlitze anmutende Öffnungen. Das verschafft dem Hummer eine gemütliche Atmosphäre und gibt den Insassen ein besonderes Gefühl der Sicherheit. Der groß dimensionierte Hummer hat eine ausgezeichnete Federung, die Bodenwellen und Schlaglöcher fast komplett auffängt. Er lässt sich ganz unkompliziert und leicht lenken, auch auf eng gewundenen Landstraßen können Sie sich auf seine Beweglichkeit verlassen. Allerdings hinkt die Bremstechnik ein wenig den Standards am europäischen Markt hinterher. Sind bei uns die elektronische Spurkontrolle ESP und andere Regelungen zur Fahrdynamik schon fest in der Mittel- und SUV-Klasse verankert, so sind die Amerikaner hinsichtlich dieser Eigenschaften für Fahrzeuge noch nicht so weit. Die gesetzlichen Anforderungen in den USA sind schlicht weniger hoch angesiedelt als in Europa. Aus diesem Grund ist der Bremsweg auch enorm lang und das ist ein Aspekt, den Sie auf jeden Fall ins Kalkül ziehen müssen, wenn Sie mit dem Hummer unterwegs sind.

Den Alltagstest besteht der „Baby-Hummer" erheblich besser als die beiden größeren Versionen H1 und H2. Auch wenn der Wendekreis immerhin noch bei 11,2 m liegt, kommen Sie mit dem Gefährt in einige Parkhäuser hinein. Der Radstand ist zwar breit, doch das Auto lässt sich auf Landstraßen und Autobahnen gut fahren. Problematisch wird es in verwinkelten Gassen und engen Kurven. Wenn kein Platz ist, um ein wenig auszuholen, dann kann es schwierig werden, dem Straßenverlauf zu folgen. In erster Linie ist der Hummer auf die Dimensionen amerikanischer Straßenverhältnisse ausgelegt. Auf europäischen Straßen, insbesondere im innerstädtischen Verkehr, erfordert das Fahrzeug jedoch eine aufmerksame und vorausschauende Fahrweise.

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