Nützliches Wissen zum RC-Modellbau: die gängigen Maßstäbe für Autos

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Nützliches Wissen zum RC-Modellbau: die gängigen Maßstäbe für Autos

Viele Menschen gehen in ihrer Freizeit dem Modellbau nach. Dabei fügt man aus vielen Einzelteilen authentische Nachbildungen von Flugzeugen, Autos und Schiffen zusammen. Die originalgetreuen Modelle werden anschließend häufig in Vitrinen aufbewahrt. Für all diejenigen Freunde von Automodellen, die ihr Fahrzeug auch nach dem Zusammenbauen noch aktiv nutzen wollen, gibt es eine andere Möglichkeit: den RC-Modellbau.

Autos aus diesem Marktsegment sind mit einem Elektro- oder Verbrennungsmotor ausgestattet und können mit einer Fernsteuerung über vielfältiges Terrain gefahren werden. Es gibt Buggys, Lkw und Trucks, die im Wettkampf oder privat ein neues Fahrgefühl und Spaß vermitteln. In den folgenden Zeilen lesen Sie alles Wissenswerte zu den motorisierten Modellen. Sie erkennen, wie Sie ein Modell für Ihren Bedarf erkennen und worin sie sich im Einzelnen unterscheiden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Maßstab der Modelle.

Was für Besonderheiten gibt es beim RC-Modellbau?

Es gibt ein essenzielles Charakteristikum, das den RC-Modellbau vom Holz- und Kunststoffmodellbau unterscheidet: Die Fahrzeuge bleiben nach dem Zusammenbau nicht ausschließlich in einer Vitrine oder auf einer Anrichte stehen. Sie werden genutzt, um damit zu fahren. Die Steuerung übernimmt man mit einer Funkfernbedienung. Für den Antrieb sorgt ein Motor im Innern des Autos. Die Bedienungsweise klingt im Namen des Modellbausegments an. RC steht für Radio- bzw. Remote-Control.

Gemeinsamkeiten zum Zusammenbau mit Standmodellen ergeben sich dahin gehend, dass es auch im RC-Bereich verschiedene Klassen von Fahrzeugen gibt. Die Auswahl ist nicht allein auf Autos beschränkt. Der Käufer hat die Möglichkeit, motorgesteuerte Schiffe und Flugzeuge zu bedienen. Moderne Hubschrauber sind vom Sortiment nicht ausgeschlossen. Bei dieser Gemeinsamkeit ist dennoch zu bedenken, dass es sich beim RC-Modellbau um eine komplexe Technik handelt, die sich maßgeblich vom normalen Modellbau unterscheidet. Die Ausführung variiert zwischen Modellen verschiedener Hersteller und Bauweisen stark. Ein gutes technisches Verständnis ist für einen Modellbauer entsprechend vorteilhaft.

Geschwindigkeiten und Eignung von RC-Autos

Jedes RC-Modell hat einen bestimmten Maßstab. Darin unterscheidet es sich nicht von einem Standmodell. Die Größen bewegen sich in einem breiten Spektrum verschiedener Maßstäbe. Es gibt kleine Modelle im Maßstab 1:43 und große Ausführungen im Maßstab 1:5. Je nachdem, wie die technischen Voraussetzungen im Innern des Autos beschaffen sind, schaffen RC-Modelle Geschwindigkeiten, die mit denen echter Autos durchaus vergleichbar sind. Autos der Basisklassen schaffen durchschnittlich 25 km/h. Modelle mit einem stärkeren Motor und besserer Übersetzung sind zu Geschwindigkeiten von 130 – 140 km/h imstande. Der Geschwindigkeitsrekord wurde von einem Tourenwagen im Maßstab 1:10 aufgestellt. Er betrug 250,32km/h.

Wie aus diesen Werten schnell ersichtlich wird, hat die optische Komponente beim RC-Modellbau einen tendenziell marginalen Stellenwert. Häufig ist lediglich eine Abdeckung aus Kunststoff vorhanden, die lackiert ist. Dem Ausmaß der Ausstattung und der Leistungsfähigkeit entsprechend unterscheidet man zwei verschiedene Typen von RC-Modellen. Der erste ist der Toy-Grade, der andere der Hobby-Grade. Autos der ersten Art sind vorrangig für Kinder geeignet. Ihre Leistung ist nicht so hoch wie die von Hobby-Grade-Autos. Diese werden auch auf Wettkämpfen verwendet. Beachten Sie, dass die Nutzung der Fahrzeuge durch Kinder stets von einem Erwachsenen zu beaufsichtigen ist. Im Notfall kann er bei Steuerungsproblemen helfen oder das Fahrzeug zum Stillstand bringen. Im Rahmen der folgenden Einführung soll es vorwiegend um Modelle des zweiten leistungsstärkeren Typs gehen.

Wichtige Hersteller sind Thundertiger, Ansmann, Xay, GS-Racing, HoBao und HPI Europe.

In welchen Formen werden Hobby-Grade-Autos angeboten?

Es gibt grundlegend vier verschiedene Arten, in denen RC-Modelle an den Mann gebracht werden. Präferenzen bei der Auswahl sollten vorrangig nach dem eigenen Kenntnisstand und der Routine im Umgang mit Modellautos gesetzt werden. Nicht alle sind in gleichem Maße einfach anwendbar. Anbei erhalten Sie eine kurze Einführung in die wichtigsten Typen.

Ready to Run (RTR-Autos)

Diese Modelle sind prinzipiell am einfachsten zu bedienen. Sie werden vollständig zusammengebaut ausgeliefert. Jeder Teil des Autos kann ohne vorherige Einstellungen genutzt werden. Ein besonderer Aspekt ist dabei, dass die Fernsteuerung mit allen Zusatzteilen dazugehört. Bei einigen Angebotsformen ist dies nicht der Fall. Zur Fernsteuerung gehören Akku, Sender und Empfänger. Eine Antriebs- und Ansteuerungseinheit ist ebenfalls vorhanden. Man bezeichnet sie als Servo. Sie dient dazu, eingehende elektrische Signale in mechanische Energie umzuwandeln. Ready-to-Run-Modelle bieten einem Neuling im RC-Bereich durchaus Vorteile. Es sind keine anspruchsvollen Installationen und Montagen notwendig, ehe er mit dem Fahrzeug fahren kann. Es kann ausgepackt, mit Energie versorgt und unmittelbar gefahren wird. Ein Problem dabei ist, dass der Käufer keine unmittelbare Kenntnis des Innenlebens entwickelt. Im Falle eines Defekts eröffnet sich ihm häufig nicht, was zu der Funktionsbeeinträchtigung geführt hat.

Werden RTR-Modelle auch als Komplettpakete gehandelt, müssen Sie doch berücksichtigen, dass zur Nutzung des Autos weitere Kosten auf Sie zukommen. Nutzen Sie einen Elektromotor, müssen Sie zusätzliche Akkus erwerben. Bei einem Verbrennungsmotor ist der Kauf von Methanol notwendig. Unter dem Kostenaspekt sind elektronische Varianten günstiger.

Almost Ready to Run (ARR-Autos)

Diese Ausführung unterscheidet sich nur geringfügig von der ersten. Der einzige Unterschied besteht darin, dass im Paket keine Fernbedienung enthalten ist. Ein Akku muss ebenfalls separat erworben werden. Darüber hinaus ist das Modell wie die RTR-Version vormontiert.

Bind and Drive (BND-Autos)

Die Besonderheit hierbei besteht darin, dass Sender und Empfänger erst auf eine Frequenz eingestellt werden müssen. Der Empfänger befindet sich ab Werk bereits im Auto. Erst wenn beide Geräte korrekt aufeinander eingestellt sind, kann das Auto bedient werden. Der Vorteil dieser Variante besteht darin, dass man mehr Freiheiten bei der Auswahl der Fernbedienung hat.

Die Besonderheiten von Bausätzen

Im Gegensatz zu den anderen Varianten befindet sich in diesem Fall kein vollständig vormontiertes Auto im Paket. Enthalten sind die Einzelteile, die aufeinander abgestimmt worden sind. Weiterhin gehört eine Bauanleitung zum Lieferumfang. Der Modellbauer entnimmt ihr, welche Schritte er durchzuführen hat, um das Auto funktionstüchtig zusammenzubauen. Die Nutzung von Bausätzen setzt eine große Erfahrung und eine Kenntnis der verschiedenen Baugruppen voraus. Dies hängt damit zusammen, dass viele Teile nicht serienmäßig im Bausatz vorkommen. Hierzu zählen unter anderem Räder, Motoren, Reifen, Ritzel und verschiedene Regler. Für den erfahrenen Modellbauer bringt diese Fertigungsweise den Vorteil mit sich, dass er das Auto nach seinen individuellen Vorstellungen zusammenstellen kann. Im Wettbewerbsbereich bedeutet dies auch immer die Möglichkeit zur Leistungsoptimierung.

Ein weiterer Vorteil dieses Systems besteht weiterhin darin, dass der Modellbauer sehr viel genauer weiß, welche Teile in seinem Fahrzeug verbaut sind. Bei Defekten und Funktionsbeeinträchtigungen kann er häufig sehr viel differenzierter beurteilen, wodurch der Fehler zustande gekommen ist.

Weshalb hat der Maßstab eine so große Bedeutung?

Wie bei den Standmodellen spielt das Größenverhältnis bei RC-Fahrzeugen eine essenzielle Rolle. Mit dem Maßstab wird eine genaue Aussage darüber gemacht, wie stark ein Modell im Vergleich zum Original verkleinert ist. Hat ein Modellauto beispielsweise den Maßstab 1:10, dann weiß der Modellbauer, dass das Original in jeder Dimension 10mal größer ist als die Nachbildung. Die 1 steht für die Originalgröße. Die 10 gibt den Grad der Verkleinerung an. Es gibt RC-Fahrzeuge in folgenden Maßstäben. 1:36, 1:28, 1:18/16, 1:12, 1:10, 1:8 und 1:5. Die Größe des Modells steigt mit der Verkleinerung der Zahl nach dem Doppelpunkt.

Die verschiedenen Verkleinerungsgrade sind dabei keinesfalls willkürlich gewählt. Illustriert sie dies am Maßstab 1:18/16. Es handelt sich hierbei um einen Maßstab, der besonders häufig verwendet wird. Dies hängt damit zusammen, dass Größe und Innenraumtechnik in einem sehr guten Verhältnis zueinanderstehen. 1:18/16 können Technik von größeren Modellen wie 1:10-Autos beinhalten und gleichzeitig leicht und wendig gebaut werden. Der Platzbedarf beim Fahren ist geringer.

Ein großer Vorteil dieser Bauweise besteht in der geringen Beschädigungsgefahr bei Fahrfehlern. Je leichter ein Modell ist, desto geringer ist die Kraft, die einzelne Bauteile bei einer Fehlstellung belastet. Modelle im Maßstab 1:18/16 sind aus diesem Grund besonders für Anfänger zu empfehlen. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass die entsprechenden Bauteile günstiger sind als bei größeren Größen. Die Leistung ist davon nicht betroffen. Modelle dieser Größenordnung schaffen Geschwindigkeiten zwischen 120 und 140 km/h.

Große Modelle – die Maßstäbe 1:8 und 1:5

1:8-Modelle werden häufig mit Zweitaktmotoren betrieben, die einen Hubraum von 3,5 – 4,6 ccm haben. Die Leistung der Motoren beträgt etwa 1,5 kW. Die etwa 50 cm langen Fahrzeuge werden unterteilt in On- und Offroad-Modelle. Modelle dieses Typs können bis zu 12h km/h fahren und auf glatter Oberfläche sehr schnell beschleunigen. Einige Modelle beschleunigen in zwei Sekunden von 0 auf 100 km/h. Aufgrund der starken Technik werden 1:8-Modelle der Königsklasse der RC-Autos zugeschlagen. Modelle, die im Wettbewerb zum Einsatz kommen, verfügen beispielsweise über Einzelradaufhängungen mit Einstellmöglichkeit, Getriebe mit zwei Gängen, Scheibenbremsen und Fliehkraftkupplungen.

Die größte zur Anwendung kommende RC-Wagen-Klasse beinhaltet Modelle im Maßstab 1:5. Die Länge dieser Fahrzeuge kann bis zu 1,5 Meter betragen. Sie unterscheiden sich damit deutlich von den Größenordnungen in Vitrinen aufbewahrter Modelle. Ihr Gewicht beträgt durchschnittlich zwischen 10 und 15 kg. Der Hubraum ist bedeutend höher als bei Modellen der geringeren Klassen. Er beträgt zwischen 23 und 30,5 ccm. Die Leistung der meisten Modelle beläuft sich auf einen Wert zwischen 2,2 und 3,3 PS. Mit einem Tankvolumen kann der Nutzer das Modellfahrzeug für etwa eine halbe Stunde fahren. Getankt wird dabei mit Öl versetztes Benzin. Das Verhältnis liegt bei 1:25 – 1:50. Um von hohen Geschwindigkeiten abzubremsen, kommen neben Hydraulik- auch Seilzugbremsen zum Einsatz. Jedes Rad wird über eine eigene Bremsscheibe angehalten. Besonders bei Rennen werden Modelle der größten Klasse zunehmend beliebter. Die Größe garantiert gute Fahreigenschaften.

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