Nützliches Wissen über Auto-Fahrwerke

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Nützliches Wissen über Auto-Fahrwerke

Ratgeber: alles, was Sie über Auto-Fahrwerke wissen sollten

Unter dem Oberbegriff Fahrwerk werden alle beweglichen Teile des Autos zusammengefasst, die die Verbindung zur Fahrbahn herstellen. Dass hier viele Dinge ineinandergreifen, ist sicher auch einem Laien klar. Wie aber dieses Zusammenspiel funktioniert und was vor allen Dingen auch im Bereich der Wartung beziehungsweise Instandsetzung zu beachten ist, geht über den Kenntnisstand vieler Autofahrer hinaus.

Bei modernen Pkw, die über eine selbsttragende Karosserie verfügen, wird zum Beispiel das Fahrwerk als eigenständiges Element betrachtet. Bei Oldtimern hingegen dient das Fahrwerk unter anderem auch der Stabilisierung der Karosserie. Das allein macht schon deutlich, wie wichtig zum Beispiel das Baujahr eines Autos ist, wenn man online Ersatzteile für das Auto-Fahrwerk bestellen möchte.

Dieser Ratgeber macht auf die wichtigsten Bestandteile und technischen Besonderheiten von Auto-Fahrwerken aufmerksam.

Grundsätzlich aber gilt: Nur, wer sich gut mit der Kfz-Technik auskennt, sollte Arbeiten am Fahrwerk vornehmen, um die Fahrsicherheit nicht durch unsachgemäß ausgeführte Tätigkeiten zu beeinträchtigen und zu gefährden. Im Zweifelsfall gehören Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten am Auto-Fahrwerk in die Hände einer erfahrenen Kfz-Werkstatt.

Die Bestandteile eines Auto-Fahrwerks

Das Fahrwerk wird häufig auch als das Herzstück des Kraftfahrzeugs bezeichnet. Es hat vordringlich die Aufgabe, für sicheres Fahren zu sorgen, und zwar durch eine gute Straßenlage, ein optimales Fahrverhalten in Kurven und eine sichere und ruhige Geradeausfahrt.

Die Bestandteile eines Auto-Fahrwerks sind unter anderem:

Die gesamten Betätigungseinrichtungen von Lenkung und Bremsen, aber auch Motor, Getriebe und Antriebsstange sind keine Bestandteile des Auto-Fahrwerks und müssen deshalb auch vollkommen gesondert davon betrachtet werden.

Entscheidend für ein gutes und sicheres Fahrverhalten ist ein perfektes Zusammenspiel aller Komponenten eines Auto-Fahrwerks. Sie müssen deshalb aufeinander abgestimmt sein. Jede Veränderung an einer einzelnen Komponente führt gleichzeitig auch zu einer Veränderung im gesamten System. Ein einfaches Beispiel ist hier das unterschiedliche Verhalten des Fahrwerks mit Sommer- oder Winterreifen.

Während ein Reifenwechsel durchaus auch von Autofahrern durchgeführt werden kann, die wenig Erfahrung mit der Kfz-Technik haben, sollte die Abstimmung aller Einzelkomponenten nach Wartungs- oder Reparaturarbeiten am Auto-Fahrwerk vorzugweise in einer Fachwerkstatt vorgenommen werden.

Die Rad-Reifen-Kombination

Was herkömmlich beim Auto als Rad bezeichnet wird, ist eine Kombination aus Reifen und Rad. Häufig ist auch von Kompletträdern die Rede. Hier sind alle Bestandteile – also Rad, Reifen und Ventil – in einer Einheit gemeint.

Die Bestandteile der Rad-Reifen-Kombination für ein Auto sind:

  • Felge,
  • Radscheibe oder Radspeichen,
  • Nabenteil,
  • Reifen.

Die Räder haben einen ganz wesentlichen Einfluss auf das Verhalten des Fahrzeugs. Sie stellen den Kontakt zwischen Fahrzeug und Fahrbahn her und beeinflussen dadurch auch die Fahrdynamik. Die Reifen sind dabei teilweise sehr hohen Belastungen ausgesetzt und zählen deshalb zu den Verschleißteilen des Auto-Fahrwerks. Damit sie bei jedem Wetter und unterschiedlichen Fahrbahnoberflächen den bestmöglichen Kontakt zur Straße halten können, sollte das Profil regelmäßig kontrolliert werden. Abgenutzte Reifen sind ein Sicherheitsrisiko, das jeder Autofahrer vermeiden muss.

Die Radaufhängung – Garant für die sichere Befestigung der Räder

Normalerweise ist die Radaufhängung unmittelbar am Rahmen des Fahrzeugs befestigt. Bei selbsttragenden Karosserien wird hier ersatzweise ein sogenannter Fahrschemel verwendet, der Radaufhängung und Karosserie wieder zu einer Einheit zusammenfügt.

Generell gehören zur Radaufhängung die Bauteile, die eine bewegliche Verbindung zwischen dem Auto-Fahrgestell und den Rädern ermöglichen. Über die Radaufhängung werden alle Brems- und Lenkbewegungen, aber auch die Beschleunigungskräfte des Antriebs an die Räder weitergeleitet.

Über welche fahrdynamischen Eigenschaften eine Radaufhängung verfügt, ist dabei unmittelbar abhängig von den geometrischen Definitionen der einzelnen Bauteile. Einige Veränderungen lassen sich zum Beispiel am Radsturz, der Vorspur und der Spur sowie beim Radstand vornehmen. Unter dem Radsturz versteht man übrigens den Neigungswinkel des Rades, also die Abweichung von der senkrechten Stellung. Ebenfalls veränderbar sind unter anderem

  • der Nachlauf,
  • der Federweg,
  • das Dämpfungsvermögen und
  • die Eigenschwingungszahl.

Räder werden an der Radaufhängung entweder über eine Starr- oder Koppelachse beziehungsweise mit einer Einzelradaufhängung befestigt. Unterschieden wird ebenfalls noch nach Lenk- und Antriebsachsen (Vorder- beziehungsweise Hinterradantrieb).

Spur, Vorspur und Nachspur – das verbirgt sich dahinter

Eigentlich müsste es Vorspur- und Spurwinkel heißen, aber die Kurzform hat sich umgangssprachlich inzwischen durchgesetzt. Die Spur beschreibt den Winkel, der zwischen der Längsachse des Fahrzeugs und der Schnittlinie zwischen der Fahrbahnebene und der mittleren Radebene besteht. Ist das Lenkrad auf geradeaus eingestellt, spricht man auch von der Vorspur. Die Vorspur kann – je nach Einstellung – positiv oder negativ sein. Positiv ist die Vorspur, wenn der Abstand an der Radvorderseite kleiner ist als an der Radhinterseite.

Die Nachspur bezeichnet die negative Vorspur. Sie wird häufig an der Hinterachse eingesetzt, um die Fahrstabilität zu verbessern.

Tipp: Es ist ausgesprochen wichtig, dass Spur, Vorspur und Nachspur korrekt eingestellt sind. Eine zu große Vorspur zum Beispiel verursacht einen höheren Reifenverschleiß. Fachwerkstätten sind in der Lage, eine Spurvermessung vorzunehmen und die Werte gegebenenfalls sofort anzupassen.

Wichtig: Nach einer Kollision, auch wenn sie nur geringfügig war, sollte auf jeden Fall eine Spurvermessung erfolgen, damit mechanisch durch den Aufprall erfolgte Abweichungen wieder korrigiert werden können.

Weitere Maße und Begriffe, die bei einem Auto-Fahrwerk wichtig sind

Bei Pkw, die ja nur über zwei Achsen verfügen, bezeichnet der Radstand den Abstand der beiden Achsen in Längsrichtung des Fahrzeugs. Für mehrachsige Fahrzeuge (Lkw, Busse oder Nutzfahrzeuge) werden die einzelnen Radstände zwischen den jeweiligen Achsen immer gesondert angegeben.

Wichtig für das Fahrverhalten sind aber noch weitere Komponenten beim Auto-Fahrwerk. Um das komplizierte System zu verstehen, sollte man wissen, was sich im Einzelnen hinter diesen Fachbegriffen verbirgt.

Den Nachlauf eines Auto-Fahrwerks bekommt man in der Regel bei Kurvenfahrten zu spüren. Dahinter verbirgt sich die Fähigkeit, das Lenkrad automatisch wieder bis fast in die Geradeausposition zu bewegen. Je größer der Nachlauf ist, umso näher an den Geradeauslauf kommt man heran. Allerdings werden hierfür hohe Lenkkräfte benötigt. Ein geringer Nachlauf sorgt dafür, dass sich das Fahrzeug leicht lenken lässt. Allerdings geht das, zumindest bei höheren Geschwindigkeiten, häufig zulasten der Stabilität.

Der Federweg beim Auto-Fahrweg ist die Strecke, die ein Rad zwischen ein- und ausgefederter Stellung überwindet. Er hat im Übrigen auch Einfluss auf die Eigenschwingungszahl des Fahrwerks. Diese sollte möglichst konstant sein, um ein übermäßiges Schwanken der Karosserie zu verhindern.

Die Lenkung – wichtiger Bestandteil von Auto-Fahrwerken

Die Lenkung sorgt dafür, dass sich ein Auto in die gewünschte Richtung steuern lässt. Bei modernen Kraftfahrzeugen wird heute überwiegend die Achsschenkellenkung eingebaut, vorzugsweise in Kombination mit der Einzelradaufhängung. Eine starre Achse, wie man sie bei älteren Fahrzeugmodellen und Oldtimern findet, ist heute bei Pkw kaum noch gebräuchlich.

Die Spurstange wird heute durch eine geteilte Lenkstange ersetzt und anstelle von Achsschenkelbolzen gibt es eine sogenannte Drehachse, die aus Federbein und Stützlager besteht. Heute werden kaum noch Autos ohne eine Lenkkraftverstärkung – die sogenannte Servolenkung – gebaut. Sie ist notwendig, um bei immer breiter werdenden Reifen nicht immer größere Kraftanstrengungen zum Bewegen des Lenkrades aufwenden zu müssen.

Hinweis: Sollte die Servo-Lenkung ausfallen, hat das keinen sicherheitsrelevanten Einfluss auf das Auto-Fahrwerk. Es lässt sich trotzdem noch lenken, allerdings wird ein größerer Kraftaufwand benötigt.

Innerhalb der Geometrie bei Auto-Fahrwerken ist das Lenktrapez zuständig für die unterschiedlichen Einschlagwinkel (Spurwinkel) der Räder. Grundsätzlich wird das kurveninnere Rad immer stärker eingeschlagen als das nach außen zur Kurve gerichtete Rad.

Was ist eigentlich eine Betriebsbremse?

Betrachtet man die Aufzählung der zum Auto-Fahrwerk gehörenden Komponenten, fällt der Begriff „Betriebsbremse“ ins Auge. Manchmal wird sie auch als Radbremse bezeichnet. Darunter versteht man alle Bestandteile der Bremse, die zur Verringerung der Geschwindigkeit, zum konstanten Halten der Geschwindigkeit oder zum Anhalten benötigt werden. Im Komplettbegriff Bremse sind darin auch die Bauteile enthalten, durch die der Fahrer Einfluss auf das Bremsverhalten nehmen kann, also das Bremspedal und die Bremsleitungen zur Übertragung der Bremskraft und Bremsflüssigkeit. Diese Bauteile sind jedoch kein Bestandteil des Auto-Fahrwerks.

Bremsen sind in der Regel am Fahrwerk montiert und wirken unmittelbar auf die Räder ein. Es gibt aber auch besondere Bauformen, bei denen die Bremskraft auf die Antriebswelle übertragen wird.

Ersatzteile für das Auto-Fahrwerk 

Im Grunde lassen sich heute alle Auto-Ersatzteile frei erwerben. Da bildet auch das Fahrwerk mit seinen einzelnen Komponenten keine Ausnahme. Damit man aber das richtige Ersatzteil für das eigene Auto-Fahrwerk bekommt, sind einige Angaben zum Fahrzeug sehr wichtig. Dazu gehören unter anderem

  • Herstellerschlüssel,
  • Typenschlüssel,
  • Baujahr und
  • Motorisierung.

Alle diese Angaben lassen sich dem Kfz-Schein entnehmen. Es ist aber auch möglich, auf der Herstellerwebseite die Suchfunktion zu nutzen. Hier gibt man Modell und Baujahr des Pkw ein und bekommt die notwendigen Schlüsselnummern genannt.

Das Baujahr ist übrigens ausgesprochen wichtig. Auch wenn Modellbezeichnungen nicht immer eindeutig geändert werden, kann sich innerhalb einer Modellreihe etwas am Zubehör geändert haben. Deshalb werden bei einzelnen Komponenten bereits in der Produktbeschreibung häufig Angaben gemacht, die sich auf die entsprechenden Baujahre der einzelnen Fahrzeugmodelle beziehen.

Ein Tipp für Ihre Sicherheit und die aller anderen Verkehrsteilnehmer: Nehmen Sie Reparaturarbeiten am Fahrwerk nur dann selber vor, wenn Sie über die notwendigen Fachkenntnisse verfügen. Ist das nicht der Fall, sollten Sie auf jeden Fall eine Fachwerkstatt in Anspruch nehmen. So können Sie sicher sein, dass Ihr Auto-Fahrwerk allen Sicherheitsvorschriften entspricht.

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