Nützliche Tipps für den Kauf von Resonatorgitarren

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Nützliche Tipps für den Kauf von Resonatorgitarren

In den 1920er Jahren wurden Jazzmusik und Marching Bands in den USA immer beliebter. Dadurch entstand für die Vielzahl der Berufsmusiker, welche in den Varietés tätig waren, ein großes Problem: Ihre Musikinstrumente waren nicht in der Lage, gegen die viel lauteren Blechblasinstrumente und Schlagzeuge anzuspielen.
George Beauchamp, Berufsgitarrist in Los Angeles, beauftragte aus diesem Grund im Jahr 1925 den aus der Slowakei eingewanderten Banjo-Hersteller John Dopyera mit dem Bau einer Gitarre, die laut genug sein sollte, um die anderen Musiker des Orchesters zu übertönen. John Dopyera betrieb zu dieser Zeit gemeinsam mit seinen Brüdern Rudy und Emil eine Möbelschreinerei in Los Angeles und hatte sich zudem auf den Bau und das Tuning von Banjos und Geigen spezialisiert. Er nahm die Herausforderung an und meldete bereits einige Monate später das Patent auf eine Gitarre an, die tatsächlich drei- bis viermal lauter war, als alle bisher bekannten.
Da Hawaiimusik zu dieser Zeit besonders beliebt war und die Art der Musik auf einer auf den Knien liegenden Gitarre gespielt wurde, hatten die ersten Resonatorgitarren viereckige Instrumentalhälse, sogenannte Squarenecks.
Etwas später begann die Herstellung von Gitarren mit halbrundem Halsprofil. Diese wurden dann wie Akustikgitarren bespielt. Beauchamp gründete mit den Brüdern Dopyera die „Firma National Stringed Instrument Corporation“, welche unter der Kurzform "National" noch heute sehr bekannt ist. Finanziert wurde das Unternehmen durch den Millionär Ted Kleinmeyer und den Unternehmer Adolph Rickenbacher (er änderte seinen Namen später in Rickenbacker), in dessen Tiefziehpresse die für den Bau nötigen Metallteile hergestellt werden.
Das Unternehmen lief gut und dennoch trennten sich Beauchamp und die Brüder Dopyera kurz darauf. Beauchamp und Rickenbacher behielten das bisherige Konzept bei und verkauften weiterhin Gitarren mit Metallkorpus. Die Brüder hingegen gründeten unter dem Namen Dobro ihre eigene Firma und spezialisierten sich auf die Herstellung von Gitarren mit Holzkorpus, da sie nicht in der Lage waren, die teuren Materialien für die Metallgitarren zu finanzieren.
Der Name „Dobro“ steht dabei gleichzeitig als Abkürzung für „Dopyera Brothers“ und für das slowakische Wort für gut. Noch heute stehen die Firmen „Dobro“ und „National“ als Synonym für Resonatorgitarren mit Holz- bzw. Metallkorpus - unabhängig davon, wer der Hersteller ist.  

Arten und Aufbau der Resonatorgitarre

Resonatorgitarren, die Sie in großer Vielfalt auch bei eBay kaufen können, zeichnen sich durch einen besonderen Aufbau aus, der dafür sorgt, dass dieses Musikinstrument sich selbst gegen Blechbläser behaupten kann. Je nach Anzahl der Resonatoren unterscheidet man hier Singlecones und Tricones. Cone ist das englische Wort für Trichter und bezeichnet den oder die verbauten Resonatoren.  

Besonderheiten und Aufbau der Singlecone Resonatorgitarren

Um eine günstige Alternative zu der ursprünglichen Resonatorgitarre mit drei Resonatoren bieten zu können, wurde in späteren Jahren die Singlecone Gitarre entwickelt. Sie hat im Gegensatz zur Tricone Gitarre nur einen großen Resonator. Hierbei wird noch mal zwischen Biscuit-Cone und Spider-Cone unterschieden. Bei der Biscuit-Cone zeigt der Trichter nach oben, wohingegen bei der Spider-Cone der Trichter andersherum liegt.
Die Schwingungen werden hier mittels einer Metallbrücke, dem sogenannten Spider, übertragen. Die Biscuit-Variante ist die originale Form der Singlecone Resonatorgitarre, allerdings kam es nach der Trennung der Dopyera Brüder und Beauchamp zu Streitigkeiten über das Patent und so entwickelte John Dopyera die Spider-Form. Singlecones haben einen sehr lauten und harschen Klang und eignen sich somit gut für das Spielen von Blues.  

Besonderheiten und Aufbau der Tricone Resonatorgitarren

Die Tricone ist die ursprüngliche Form der Resonatorgitarre. Hier befinden sich drei Resonatoren im Korpus der Gitarre, welche über einen Steg miteinander verbunden sind. Dabei bilden sie eine T-Form. John Dopyera entwickelte diese Form und verteidigte diese Bauweise immer gegenüber Beauchamp, der gerade in der Zeit der Depression in den 30er Jahren auf die günstigere Variante der Singlecone setzte.
Beauchamp sollte recht behalten, denn der Absatz der teuren Tricone ging stark zurück, während sich die Singlecone zur Resonatorgitarre für den armen Mann entwickelte. Wenn Sie beide Typen vergleichen, werden Sie feststellen, dass die Tricone einen viel weicheren und fließenderen Klang hat, der sich besonders für die in den 20er Jahren beliebte Hawaiimusik eignete.  

Gemeinsamkeiten beim Aufbau von Resonatorgitarren

Ganz gleich, ob Sie eine Singlecone oder eine Tricone Gitarre bevorzugen, sollten Sie wissen, dass es bei allen Unterschieden auch Gemeinsamkeiten im Aufbau gibt. Wie bereits erwähnt, gibt es zwar beim Material des Korpus sowohl eine Variante aus Holz als auch aus Metall, allerdings ist allen Resonatorgitarren gleich, dass der oder die Resonatoren immer aus Aluminium bestehen. Diese werden meist gedreht und danach noch gestanzt, um die Festigkeit des Tons zu verbessern. Bei günstigen Fabrikaten, welche größtenteils aus Fernost stammen, sind die Resonatoren meist nur gedreht, bei älteren Modellen der Gebrüder Dopyera aus Kostengründen nur gestanzt.
Gedrehte Cones erkennen Sie an den konzentrischen Ringen, welche hingegen bei den gestanzten Exemplaren nicht vorhanden sind. Hier werden nachträglich oftmals Rippen eingestanzt, um die Stabilität zu verbessern. Für welche Art von Resonatoren Sie sich entscheiden, hängt von Ihrem persönlichen Geschmack ab. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass gestanzte Cones deutlich härter klingen, als der singende, weiche Klang gedrehter Cones. Die Saiten einer Resonatorgitarre bestehen in der Regel aus Stahl. Bevorzugt werden hier dickere Saiten verwendet, da dies nötig ist, um den oder die Resonatoren zum Schwingen zu bringen.
Für Roundnecks sind 013er-Saiten allerdings völlig ausreichend, da beim Stimmen stärkerer Saiten so viel Zugkraft entsteht, dass sich der Hals verbiegen könnte. Bei einer robusteren Squareneck ist auch die Verwendung von 016er-Saiten möglich, da hier der Hals stabiler gebaut ist. Angegeben wird bei den einzelnen Saitensätzen immer die Stärke der dicksten und somit auch tiefsten Saite in Zoll. 010 bedeutet zum Beispiel 0,1 Zoll, also umgerechnet eine Dicke von 0,25 mm.
Im Endeffekt ist aber Ihr persönliches Empfinden ausschlaggebend, wenn es um die Wahl der richtigen Saiten geht. Es ist für Gitarristen nicht ungewöhnlich, verschiedene Sätze zu testen, bist sie letztendlich den für sie optimalen Satz finden. Eine große Auswahl finden Sie auch bei eBay.  

Größen einer Resonatorgitarre

Bei der Wahl der richtigen Gitarre sollten Sie neben der Art natürlich auch die Größe beachten. Bei einer Gitarre mit der Angabe 1/1 oder auch 4/4 handelt es sich um eine Standardgitarre, bei der die Länge der schwingenden Saiten, beziehungsweise der Abstand zwischen Steg und Sattel, genau 650 mm beträgt. Diese Art der Gitarre ist laut Empfehlung der European Guitar Teachers Association (EGTA) am ehesten für Personen über 176 cm Körpergröße geeignet.
Alle anderen Maße, wie zum Beispiel 7/8, 3/4, 1/2 oder auch 1/16 geben dann die Größe im Verhältnis zu einer Standardgitarre an. Bei 1/2 ist die Länge des Halses dementsprechend halb so lang wie bei einer 4/4. Beachten Sie jedoch, dass dies nicht gleichzeitig bedeutet, dass die gesamte Gitarre, also Korpus und Hals, kleiner sind. Diese Maße beziehen sich immer nur auf den Abstand zwischen Steg und Sattel, also der Stelle am Korpus, wo die Saiten befestigt sind und dem Punkt, wo der Hals endet.  

Spielweise von Resonatorgitarren

Squarenecks werden üblicherweise auf dem Knie liegend oder vor dem Körper hängend bespielt. Die Korpusdecke weist hierbei nach oben. Abgeleitet von dem englischen Wort „lap“ für Schoß, wird diese Art der Spielweise auch Lapstyle genannt. Anwendung findet der Lapstyle oftmals in der Countrymusik. Seinen Ursprung hat er allerdings in der frühen Anfangszeit der Resonatorgitarre, als besonders in Amerika die Hawaiimusik viele Anhänger hatte.
Aus dem Lapstyle ging später die Entwicklung der Pedal Steel Guitar hervor, welche als reines Tischinstrument konzipiert wurde und besonders bei Anhängern der Countrymusik äußerst beliebt ist. Resonatorgitarren, die sich für diese Spielweise eignen, zeichnen sich durch einen vergrößerten Abstand von Saiten und Brett aus, damit diese so von oben besser greifbar sind. Die Saiten werden hierbei nicht mit den Fingern, sondern durch Druck auf einen massiven Metallbarren, den sogenannten Bar, verkürzt.
Roundnecks werden wie Akustikgitarren gespielt, das heißt, die Korpusdecke weist nach vorn vom Körper weg. Die Saiten können Sie hierbei mit einem Fingerpick, einem auf die Schlaghand aufgesetzten Plättchen, zupfen. Die Greifhand kann hierbei die Saiten ganz klassisch greifen. Da Roundnecks allerdings vorrangig beim Spielen von Blues oder Bluegrass eingesetzt werden, ist hier die Verwendung von Bottlenecks oder Slidern häufiger zu sehen.
Hierbei handelt es sich um ein Glas- oder Messingrohr, welches beim Spielen auf einen Finger der Greifhand aufgesetzt wird. Die übrigen Finger können die Saiten weiterhin wie gewohnt greifen. Beachten Sie dabei, dass die Saiten keinesfalls mit dem Bottleneck gedrückt werden sollten. Vielmehr gleitet dieses über die Saiten und ermöglicht so einen stufenlosen Tonhöhenwechsel, der charakteristisch für den Blues ist.  

Erste Hilfe bei Problemen mit Ihrer Resonatorgitarre

Bei eBay finden Sie Resonatorgitarren in den verschiedensten Ausführungen. Haben Sie sich für ein Modell entschieden und halten dieses schließlich in den Händen, kann es durchaus sein, dass Ihr Instrument kleinere Mängel aufweist, die es einfach nicht perfekt klingen lassen. Viele davon lassen sich allerdings durch etwas Eigenarbeit durchaus korrigieren und bedürfen keiner großen Reparatur.
Wenn die Resonatorgitarre klirrt oder scheppert, kann das daran liegen, dass die Metallteile des Cones nicht optimal aufeinander abgestimmt sind. Jedoch sollten Sie nicht einfach zum Schraubenzieher greifen und die Befestigungsschraube anziehen, da hierbei die Gefahr besteht, den Resonator dauerhaft zu beschädigen.
Besonders beim Spider-Cone ist diese Schraube dafür zuständig, die Schwingungen der Saiten auf den Resonator zu übertragen. Ziehen Sie diese Schraube zu fest an, so können diese nicht mehr übertragen werden, der Nachklang geht verloren. Verzichten Sie hingegen gänzlich auf diese Schraube, schwingt der Resonator gar nicht mehr. Sollte Ihre Gitarre klirren, kann es sein, dass der Saitenhalter zu locker auf dem Resonatordeckel aufliegt.
Hier können Sie sich mit einem Stück Karton behelfen, welches Sie zwischen beide Bauteile schieben. Sollten allerdings nicht mehr fassende Schrauben in der Abdeckung die Ursache sein, können Sie diese mit etwas Kleber befestigen. Bitte verwenden Sie hierfür keinen Sekundenkleber.

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