Nützliche Tipps für den Kauf einer fabrikneuen Geige

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Nützliche Tipps für den Kauf einer fabrikneuen Geige

Der Kauf einer neuen Geige oder Violine stellt insbesondere Laien und Anfänger vor vielfältige Fragen. Unabhängig davon, was Sie sich leisten können oder wollen, steckt auch in fabrikneuen Instrumenten aus industrieller Vorfertigung viel handwerkliche Arbeit. So ist jede Geige ein Unikat mit einem individuellen Klang. Auf eBay finden Sie eine große Auswahl an beliebten und hochwertigen Geigen und können sich je nach Belieben auch andere Streichinstrumente kaufen.  

Die Größe der Geige bemisst sich proportional zur Armlänge

Zunächst sollten Sie wissen, welche Größe Ihr Instrument haben soll. Entscheidend sind dabei die Körpergröße bzw. die Länge der Arme. Das gängige Maß ist eine sogenannte 4/4-Geige, man nennt sie auch ganze Geige. Diese empfiehlt sich ab einer Armlänge von 60 cm – gemessen vom Armansatz an der Schulter bis zur Mitte der Handfläche. Unterhalb des 4/4-Maßes gibt es Abstufungen, die dem Armmaß proportional angepasst sind. So gibt es angepasste Kindergeigen in verschiedenen Ausführungen. Von 56 bis 60 cm Armlänge beträgt das Geigenmaß 3/4 und ist für Kinder zwischen etwa sieben und zehn Jahren passend. Eine 1/2-Geige ist geeignet für etwa sechs- bis achtjährige Kinder mit einer Armlänge von 50 bis 56 cm. Die 1/4-Geige bietet sich für Armlängen von 45 bis 50 cm an – sie eignet sich in der Regel für Kinder zwischen fünf und sieben Jahren. Für Kinder ab ungefähr vier Jahren mit einer Armlänge zwischen 43 und 45 cm ist eine 1/8-Geige ideal. Die kleinste Geige hat ein 1/16-Maß für Kinder ab ungefähr drei Jahren; sie ist proportional auf Armlängen zwischen 35 und 43 cm abgestimmt.

Alle Altersangaben sind nur Richtwerte. Als Faustregel für die richtige Größe des Instrumentes kann gelten, dass bei der ausgestreckten, linken Hand die Finger um die Schnecke einer Geige herum reichen sollten. Ob also eine 4/4, 1/2 oder eine 1/8-Geige die richtige Wahl ist, hängt in erster Linie von der Armlänge des Musikers oder der Musikerin ab.

Die wichtigen Bauteile der Geige 

Bevor Sie sich nun für den Kauf des passenden Instrumentes entscheiden, ist es hilfreich, die wesentlichen Bestandteile einer Geige zu kennen.

Schnecke

Die Schnecke bildet das obere Ende der Geige. Sie hat zwar kaum Auswirkung auf den Klang des Instrumentes, ist aber traditionell ein wichtiges Charaktermerkmal für den kunstfertigen Halsabschluss der Violine und findet sich zum Beispiel auch bei E-Geigen wieder. Geigen ohne auswendig gearbeitete Schnecken sind deshalb nicht weniger geeignet, als solche, die eine detailreich verzierte Schnecke aufweisen. Gerade auch für Einsteiger spielt dieses Detail eine nur sehr untergeordnete Rolle.

Wirbel

Jede Geige verfügt zudem über vier sogenannte Wirbel – jeweils zwei auf der linken und rechten Seite des Wirbelkastens. Um eine Geige zu stimmen, sind auf den Wirbeln die oberen Enden der vier Geigen-Saiten aufgewickelt. Die Wirbel sollten leicht zu bedienen sein; lassen diese sich nur schwer drehen, kann eine Saite abreißen. Deshalb sollten Sie bei der Prüfung einer Geige die Wirbel auf sorgfältige und stabile Verarbeitung prüfen.

Decke, Boden, Zarge

Der Geigen-Korpus besteht aus der Decke, dem Boden und der Zarge. Er ist der ursprüngliche Klangkörper einer Geige. Wegen der guten Resonanz und Härte wird für die Decke einer Geige in der Regel Fichtenholz benutzt. Die Decke besteht aus zwei Teilen, die exakt zusammengeleimt sein sollten. Fällt Ihnen hier eine unsaubere Verarbeitung auf, sollten Sie Abstand vom Kauf der Geige. In der Decke befinden sich zwei Schalllöcher, die sogenannten F-Löcher. Auf der Unterseite der Decke befindet sich zur Verstärkung der verleimte Bassbalken. Dieser besteht aus einer länglichen Holzleiste, die die Decke von innen stützt. Der Bassbalken verteilt so den Druck des Steges gleichmäßig auf die Decke. Auch dieser sollte sorgfältig verarbeitet sein und nicht wackeln.

Der Boden der Geige wird meist aus Ahorn gefertigt. Es werden aber auch Pappel, Erle oder Kastanie verwendet. Bisweilen werden bei günstigen Geigen Sperrhölzer eingesetzt, was beispielsweise für eine erste Übungsgeige ausreicht. Die Zargen verbinden Decke und Boden miteinander – sie werden zumeist aus dünnem Ahorn gefertigt.

Kinnhhalter

Der Kinnhalter ist durch eine Halterung am unteren Ende des Korpus festgeklemmt. Die ergonomischen Proportionen sind sehr wichtig, da man sich bei unpassender Größe und falscher Ausformung chronische Fehlhaltungen aneignen kann. Sie sollten die Geige anlegen und den Sitz prüfen, wenn möglich einige Takte spielen und herausfinden, ob die Geige gut anliegt.

Hals, Griffbrett, Saiten

Der Hals der Geige verbindet den Wirbelkasten und die Schnecke mit dem Korpus. Das folgende Griffbrett ist auf den Hals geleimt. Prüfen Sie die Verleimung daraufhin, dass sie sauber durchgeführt wurde. Ist das Griffbrett nicht sicher aufgebracht, ist das nachteilig für das Geigenspiel. Das Griffbrett wird oft aus hartem Ebenholz gefertigt. Im Gegensatz zur Gitarre hat es keine Bundstäbchen. Der Obersattel dient der Führung der Saiten. Es ist wichtig, dass die Saiten leichtgängig geführt werden. Um einen vorzeitigen Abrieb an der Hülle der Saiten zu vermeiden, lässt sich mit dem Graphit einer Bleistiftmine die Schmierung verbessern. So können Sie die Lebensdauer der Saiten verlängern.

Steg, Saitenhalter, Feinstimmer

Der Steg einer Geige ist zumeist aus Ahorn gefertigt. Er ist das verbindende Glied zwischen den Saiten und dem Korpus der Geige. Der Steg ist genau an die Wölbung der Decke angepasst. Wenn eine Saite neu aufgezogen oder neu gestimmt wird, kann sich der Steg neigen und sollte wieder angepasst werden. Die untere Befestigung für die Saiten bildet der Saitenhalter. Dieser ist an einem Saitenhalterknopf befestigt. Der Halter besteht oft aus Palisander oder Ebenholz, bei neuen Instrumenten kann er auch aus Kunststoff hergestellt sein. Alle diese Bestandteile der Geige sollten sauber verarbeitet, glatt und ohne Splitter oder raue Stellen sein. Am oberen Ende des Saitenhalters befinden sich die Öffnungen zum Befestigen der Saiten und der sogenannte Feinstimmer. Bestehen alle vier Saiten aus Metall, gibt es meist für jede Saite einen Feinstimmer. Anderenfalls sind diese zumeist nur für die zwei Saiten mit den hohen Tönen – a und e – angebracht. Insbesondere für Anfänger ist es ratsam, sich ein Instrument mit vier Stimmern zuzulegen. Dies erleichtert die Feinstimmung der Saiten.

Stimmstock

Der Stimmstock ist ein zylindrischer Stab aus Fichtenholz. Dieser ist lose zwischen die Decke und den Geigenboden geklemmt. Er wird durch das F-Loch in die Geige eingebracht und exakt platziert. Ohne ihn würde eine Geige viel leiser klingen und dumpfer im Klang sein. Der Feinstimmer ist am oberen Ende des Seitenhalters befestigt. Hier sind die Saiten fest verankert. Meist wird er nur für die zwei hohen Saiten (a und e) aus Metall angebracht. Sind alle vier Saiten aus Metall, finden Sie in der Regel auch vier Feinstimmer für je eine Seite.

Der Geigenbogen und passende Saiten komplettieren Ihre neue Geige

Um eine Geige erklingen zu lassen, sind die Saiten und der Bogen unerlässlich. Ein Bogen besteht aus Holz oder Carbon – für Anfänger eignet sich besonders ein Geigenbogen aus Carbon. Dieser hat ein leichtes Gewicht und funktioniert beim Geigenspiel auch ohne fortgeschrittene technische Kenntnisse. Der Geigenbogen ist mit Pferdehaaren, dem Rosshaar, bespannt und hat einen großen Einfluss auf den Klang. Durch das Streichen des Bogens wird eine Geigensaite in anhaltende Schwingung versetzt. Vor jedem Spiel sollte der Bogen mit der Stellschraube am unteren Ende des Bogens gespannt werden. Um beim Spiel den Reibungswiderstand zwischen Saite und Bogen zu erhöhen, werden die Bogenhaare mit Kolophonium eingerieben.

Wissenswertes über Kollophonium

Kolophonium ist ein Balsam aus Naturharz von Stämmen der Kiefer, Fichte oder Tanne. Das Harz ermöglicht den Bogenhaaren, die Saiten zum Schwingen zu bringen. Das Bogenhaar wird so oft über das Kolophonium gezogen, bis der Bogen die Saiten des Instrumentes greifen kann und zum Erklingen bringt. Kolophonium gibt es in diversen Varianten. Es unterscheidet sich durch verschiedene Härtegrade. Je weicher das Kolophonium ist, desto griffiger wird es.

Wissenswertes über die Saiten

Die Saiten der Geige bestanden ursprünglich nur aus Schafsdarm. Sie haben mittlerweile eine Ummantelung aus Metall oder Aluminium, sodass das ursprüngliche Material nicht mehr zu sehen ist. Die Saiten gibt es in verschiedenen Stärken – damit kann man den Klang und die Ansprache des Instrumentes beeinflussen. Dünne Saiten haben eine höhere Spannung; erzeugen jedoch ein geringes Klangvolumen. Die dickeren Saiten sprechen beim Spiel schlechter an, erzeugen dafür einen satteren Klang und haben eine geringe Spannung. Die meisten Saiten aus Kunststoff werden in drei verschiedenen Stärken angeboten.

Auf unterschiedliche Kernmaterialien von Geigen-Saiten achten

Neben der Stärke werden handelsübliche Saiten nach ihren stofflichen Bestandteilen unterschieden. Darmsaiten bieten einen sehr warmen Klang der Geige. Sie sind allerdings nur eingeschränkt haltbar und reagieren empfindlich auf Wärme und Feuchtigkeit. Bis die Darmsaiten ihren endgültigen, warmen Klang erreicht haben, sollten Sie diese über einen längeren Zeitraum einspielen. Saiten aus Darm gibt es in zahlreichen Stärken. Alternativ werden zumeist Kunststoffsaiten aus Nylon etc. verwendet. Der entscheidende Vorteil der Kunststoffsaiten liegt in relativ kurzen Einspielzeiten. Die Saiten sind verhältnismäßig unempfindlich gegen Wärme und Feuchtigkeit und sie lassen sich sehr gut stimmen. Beim Spielen lassen sich Kunststoffsaiten gut greifen und im Allgemeinen reißen sie seltener als Darmsaiten. Stahlsaiten sind im Vergleich zu den oben genannten Saiten etwas preiswerter, haben allerdings einen scharfen Klang. Für die Finger sind sie beim Zupfen des Instrumentes nicht so gut geeignet wie Darm- oder Nylon-Saiten. Saiten aus Stahl gibt es nur in dünnen Stärken und sie verfügen grundsätzlich über eine hohe Spannung.

Praktisch für Einsteiger: komplette Geigen-Sets 

Haben Sie sich nun für eine bestimmte, neue Geige entschieden, ist es – insbesondere für eine Erstausstattung – ratsam, ein komplettes Geigen-Set zu kaufen. Dieses besteht aus der besaiteten Geige mit dem Streichbogen. Dazu gibt es das Kolophonium und idealerweise eine Schulterstütze. Für den Transport und die Aufbewahrung Ihres Instrumentes sollte auch ein Geigenkasten mit integrierter Tasche für Geigen-Noten im Lieferumfang enthalten sein.

Wahl eines Etuis oder Koffers für den Schutz und Transport der neuen Geige

Der Geigenkasten unterscheidet sich in seiner Form; es gibt das sogenannte Violinetui oder den Geigenkoffer. Das Etui ist eine platzsparende Möglichkeit, die Geige zu transportieren oder sie zu schützen. Die Hülle des Etuis sollte wasserdicht sein. Ein großer Vorteil ist – insbesondere für Kinder – das niedrige Gewicht, das zwischen 1,2 und 2 kg liegen sollte. Der Geigen- bzw. Violinen-Koffer hat die typische Form eines viereckigen Koffers. Von Vorteil ist, dass der Innenraum viel Platz bietet. In der Regel haben Sie Platz für mehrere Bögen. Es gibt weitere Zubehörfächer, zum Beispiel für die Aufbewahrung von Kolophonium und der Schulterstütze. Der Koffer wiegt in der Regel zwischen 2 und 3 kg.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden