Nützliche Tipps für den Kauf des ersten Cellos: Welches Instrument ist für Anfänger geeignet?

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Nützliche Tipps für den Kauf des ersten Cellos: Welches Instrument ist für Anfänger geeignet?

Das Violoncello ist nach dem Kontrabass das zweittiefste der gängigen Streichinstrumente. Es hat einen sehr charakteristischen weichen Klang und wird als Soloinstrument und im Orchester geschätzt. Neben neuen und gebrauchten Celli erhalten Sie auch das passende Zubehör für das Instrument. So werden unter anderem Cellokoffer, Cellonoten und Stimmgeräte angeboten. Dieser Ratgeber soll Sie Ihnen nützliche Tipps geben, wenn Sie sich ein Exemplar dieser beliebten Streichinstrumente kaufen wollen.

Die Geschichte des Violoncellos

Das Violoncello, das meist nur kurz Cello genannt wird, ist ein relativ junges Instrument. Im 15. und 16. Jahrhundert entwickelte sich parallel zur Familie der Gamben ein etwas größeres Instrument. Die Proportionen waren der einer Violine ähnlich, deshalb wird das Cello auch in der Violinfamilie zugeordnet. Zu dieser Gruppe, die auch als Viola-da-braccio-Familie bezeichnet wird, gehören außerdem die Violine und die Viola. Eines der ersten Violoncelli, das dem heutigen Aufbau des Instruments sehr ähnlich ist, stammt aus dem Jahre 1572. Andere Bezeichnungen für das Violoncello waren Bassvioline, Bassgeige oder Violone.

In der Anfangszeit des Instruments waren auch dreisaitige Modelle gebräuchlich, ab Mitte des 16. Jahrhunderts waren vier Saiten üblich. Jedoch gab es auch Celli mit fünf Saiten. Unter anderem schrieb Johann Sebastian Bach Werke für ein fünfsaitiges Cello. Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Cello, ähnlich wie die Gambe, zwischen die Beine geklemmt und im Sitzen gespielt. In der Anfangszeit spielte man das Cello auch im Stehen oder bei Umzügen. Dazu hängte man das Instrument mit einem Tragegurt um die Schulter. Erst ab etwa 1800 wurde der Stachel eingeführt, auf dem auch die heutigen Cellos noch auf dem Boden ruhen. Ein halbes Jahrhundert später führte die Einführung der Feststellschraube zu zusätzlicher Flexibilität.

Aufbau und Funktion des Cellos – tiefes und großes Streichinstrument, das im Sitzen gespielt wird

Die Bauform des Cellos entspricht in etwa der einer Violine oder Viola. Lediglich die Proportionen sind etwas unterschiedlich. Das Instrument ist im Verhältnis zur Länge deutlich höher, dadurch wird der Resonanzraum erweitert. So wird die tiefe Stimmung des Violoncellos erreicht, ohne das Instrument zu sehr in die Länge zu ziehen. Den größten Teil eines Cellos nimmt der Resonanzkörper, auch Korpus genannt, ein. Er verstärkt den Klang, der durch die Schwingungen der Saiten erzeugt wird. Der Korpus ist hauptsächlich aus Fichte und Ahorn gefertigt, dadurch wird der beste Klang erreicht. Für spezielle Klangeigenschaften werden teilweise auch andere Hölzer wie Pappel, Weide oder Birke verwendet. Oben am Korpus ist der Hals mit dem Griffbrett befestigt. Direkt darüber befindet sich der Wirbelkasten, an dem die Saiten angebracht sind. Mit den Stimmwirbeln können die einzelnen Saiten gestimmt werden. Ein Violoncello ist üblicherweise im Quintabstand gestimmt, die vier Saiten besitzen die Tonhöhen C-G-d-a. Damit ist das Cello genau eine Oktave tiefer als die Viola. Unten am Instrument befindet sich der sogenannte Stachel, mit dessen Hilfe Sie das Cello am Boden abstellen können.

So wird der Klang erzeugt

Wenn Sie mit dem Bogen über die Saiten streichen, werden diese in Schwingung gebracht. Diese Schwingung überträgt sich über den Steg in den Korpus. Vielfach verstärkt verlässt der Klang den Resonanzkörper über die F-Löcher. Wie bei anderen Streichinstrumenten und auch bei der Gitarre können Sie die Tonhöhen einer Saite verändern, indem Sie die Saite auf dem Griffbrett niederdrücken. Dadurch verkürzt sich die Saite und die Tonfrequenz ändert sich. Das Cello wird heute fast ausschließlich im Sitzen gespielt. Der Spieler sitzt dazu hinter dem Instrument und führt mit der rechten Hand den Bogen. Mit der linken Hand werden die Tonhöhen auf den Saiten gegriffen.

Einsatzgebiete des Cellos – sowohl solistisch als auch im Orchester möglich

Für das Cello werden die Noten in erster Linie im Bassschlüssel notiert. Sollte Ihnen die Notation mit diesem Schlüssel noch nicht geläufig sein, müssen Sie sich erst einmal daran gewöhnen. Das Besondere am Cello ist der weiche und ergreifende, aber auch sehr vielfältige Klang. Außerdem besitzt das Cello einen enorm großen Tonumfang von etwa fünf Oktaven. So eignet sich das Cello vorzüglich als Soloinstrument, im Laufe der Jahrhunderte wurden etliche Solowerke für das Cello komponiert. Bekannt sind hier vor allem die Solo-Suiten von Johann Sebastian Bach. Auch fast alle anderen namhaften Komponisten haben Werke für Cello und Orchester sowie Sonaten für Cello und Klavier geschrieben.

Weiterhin können Sie mit dem Violoncello auch in verschiedenen Orchestern und Ensembles mitwirken. So besitzt das Cello im Sinfonieorchester seinen festen Platz und ist für die etwas tieferen Streicherstimmen zuständig. Auch in Kammerorchestern und Streichquartetten ist das Cello unverzichtbar. Die finnische Rockgruppe Apocalyptica ist dafür bekannt geworden, immer wieder das Cello einzusetzen. Auch im Jazz oder beim Tango findet das Cello seine Verwendung. Insgesamt ist das Cello also ein sehr vielseitiges Instrument und keineswegs nur auf das Orchester und klassische Musik festgelegt.

Die verschiedenen Größen des Cellos – Auswahl je nach Körpergröße

Wenn Ihr Kind mit dem Cellospielen beginnen will, sollten Sie keinesfalls ein Instrument in normaler Größe kaufen. Je nach Größe und vor allem Armlänge Ihres Kindes sollte es mit einem kleineren Cello beginnen. Dazu gibt es mehrere kleinere Instrumente, mit denen Ihr Kind zu Beginn die richtige Technik leichter erlernen kann. Ein Cello in normaler Größe wird auch 4/4-Cello genannt. Celli mit kleineren Korpuslängen sind beispielsweise das 1/4-Cello, das 1/2-Cello und das 3/4-Cello. Die Bruchzahlen sollten Sie aber nicht absolut sehen. Ein 1/8-Cello ist beispielsweise nicht achtmal kleiner als ein normales Instrument, sondern besitzt etwa 65 Prozent der vollen Größe. Ein 3/4-Cello besitzt etwa 90 Prozent der Größe eines normalen Cellos.

So ermitteln Sie die richtige Größe des Cellos für ein Kind

Damit Sie für Ihr Kind ein Cello mit den richtigen Abmessungen finden, können Sie zum einen die Armlänge messen und dadurch auf die geeignete Größe schließen. Bei einer Armlänge von 45 bis 50 cm eignet sich beispielsweise ein 1/4-Cello, bei 50 bis 55 cm ein 1/2-Cello und bei 55 bis 60 cm ein 3/4-Cello. Zum anderen ist aber auch die Länge der Finger entscheidend, weshalb Sie die Wahl der Größe immer mit dem Lehrer abklären sollten.

Wichtige Qualitätsmerkmale bei einem Cello für Anfänger

Wenn Sie die richtige Größe des Instruments ermittelt haben, gibt es noch einige andere Dinge, die Sie beim Kauf beachten sollten. So unterteilen sich die Instrumente in handwerklich gefertigte Celli und in industriell produzierte Exemplare. Auf den ersten Blick ist dabei der Preis der größte Unterschied, denn Celli aus Handarbeit kosten um einiges mehr als Massenware. Generell ist die Verarbeitungs- und Klangqualität bei handgearbeiteten Celli höher, natürlich gibt es aber auch schlechte Celli aus Handarbeit. Nicht immer ist Industrieware automatisch schlecht. Es gibt inzwischen darunter auch gute Instrumente, die aufgrund der Kostenvorteile bei der Massenproduktion deutlich günstiger zu erhalten sind. Besonders wenn es sich um das erste Instrument handelt, ist nicht zwingend das teuerste und beste Modell notwendig. Das beste Cello nützt Ihnen herzlich wenig, wenn es nach ein paar Wochen oder Monaten in der Ecke verstaubt. Allerdings sollten Sie auch auf der Hut vor minderwertigen Instrumenten sein. Denn durch schwachen Klang oder minderwertige Verarbeitung wird die Freude am Lernen und Spielen schnell geschmälert.

Auf die Saitenlage kommt es an

Ein wichtiges Merkmal, das alle Cellos erfüllen sollten, ist die richtige Saitenlage. Wenn diese zu hoch ist, wird beim Herunterdrücken der Saiten zu viel Kraft benötigt. Bei zu flacher Saitenlage kann es zu einem scheppernden Klang kommen. Ein weiteres wichtiges Element ist der Steg des Cellos. Um die Schwingung der Saiten möglichst gut übertragen zu können, muss er die richtige Dicke besitzen, vollflächig auf der Decke aufliegen und die richtige Neigung besitzen. Die Wirbel sollten leichtgängig und optimal eingepasst sein. So fällt Ihnen das Stimmen der Saiten deutlich leichter. Wenn die Wirbel aber zu locker sind, kann sich das Instrument während des Spielens leichter verstimmen. Weiterhin sollte die komplette Verarbeitung des Instruments möglichst makellos sein und keine groben Fehler aufweisen.

Ein passender Bogen für das Cello: Achten Sie auf Handhabung und Klang

Der Cellobogen beeinflusst in hohem Maße das Spielgefühl und den Klang. Die Bogenstange wird beim Spielen stark belastet und muss den Zug der Bespannung außerdem dauerhaft aushalten, ohne sich irreversibel zu verbiegen. Am häufigsten werden Bogenstangen aus Brasilholz und Pernambukholz gefertigt. In den letzten Jahren haben sich auch Bögen aus Kohlefasern immer stärker etabliert. Da Holz ein Naturprodukt ist, schwankt die Qualität des Holzes stark. Bei der Auswahl des Bogens sollten Sie auch auf das Gewicht achten. Dabei gibt es keine allgemein gültigen Hinweise, jeder kann mit einem anderen Bogen besser umgehen. Die Handhabung eines Bogens zu beurteilen, ohne ihn in der Hand zu haben, ist dabei recht schwierig.

Ein weiterer Bestandteil des Bogens ist die Behaarung, die aus 190 bis 250 Pferdeschweifhaaren besteht. Rosshaare sind besonders rau und bleiben beim Streichen immer wieder an den Saiten hängen. Genau dieser Effekt ist erwünscht und dadurch wird auch der Klang beim Streichen erzielt. Mit einem bestimmten Harz, dem Kolophonium, werden die Haare vor dem Spielen geschmeidig gemacht. 

Die Saiten des Cellos – leichte Ansprache bei Anfängern wichtig

Cellosaiten müssen vielen Anforderungen genügen und sind sehr wichtig für die Klangerzeugung. Natürlich ist nicht allein die Saite für einen guten Klang verantwortlich und Sie können aus einem eher mäßigen Cello mit guten Saiten kein Meisterinstrument machen. Dennoch spielen die Saiten bei der Klangfärbung eine große Rolle. Als Anfänger sollten Sie besonders auf eine leichte Ansprache der Saiten achten, so erzielen Sie schneller Erfolgserlebnisse beim Spielen. Weitere Eigenschaften einer Saite sind die Dauer der Einspielzeit, die Stimmungsstabilität und die Klangeigenschaften. Eine Allround-Saite mit all diesen Eigenschaften werden Sie nicht finden, auf der Suche nach den passenden Saiten müssen Sie immer Kompromisse eingehen. 

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