Nützliche Hinweise zum Kauf von Netzfiltern

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Eines vorneweg - sich mit diesem Thema zu beschäftigen setzt entsprechendes Highend-Equipment vorraus, man hört beispielsweise deutliche Unterschiede bei dem Einsatz von verschiedenen Kabeln. Ist die vorhandene Audio-Anlage nicht auf diesem Niveu, hat ein Netzfilter eher die Funktion eines Blitzschutzes, den bekommt man aber für  5,-EUR mittels eines Schukosteckers mit einer Schmelz-Feinsicherung. Überspannungsschutz geht meistens mit Klangeinbußen einher und sollte daher vermieden werden. Bei Gewitter Netzstecker ziehen !

Wenn wir uns auf dem Highend-Niveu bewegen, sollten wir unsere Geräte genau kennen, sprich die technischen Daten und Merkmale exakt kennen. Gerade in diesem Segment bauen die namhaften Hersteller teilweise schon in der Serie entsprechende Filter-und Netz-Maßnahmen ein, die auf ihre Geräte genau abgestimmt sind. Filtern wir dann noch zusätzlich, könnte der Schuß nach hinten losgehen, also eine klangliche Verschlechterung eintreten, anstelle des erhofften Klanggewinns.  Aber was heißt eigentlich Klanggewinn? Denkbar wäre Dynamikgewinn, noch mehr räumliche Abbildung in der Tiefe und Breite, feineres Klangbild, luftiger, analoger, Bäße trockener und sauberer, Höhen feiner, klarer, exaktere Ortung der Instrumente. Bitte bedenken: Viele Aufnahmen sind nicht audiophil - wo nichts ist kann auch die beste Referenzanlage nichts hervorzaubern, außer uns eine grottenschlechte Aufnahme zu präsentieren. Auf keinen Fall treten Effekte auf wie +4 dB mehr Höhen oder +6 dB mehr Baß. Wer so etwas sucht, sollte sich lieber einen einschleifbaren Equilizer kaufen und glücklich werden, das hat dann aber nichts mehr mit audiophilem Highend zu tun. Sehr gute Geräteverbindungen und gute Netzkabel bringen schon einen Klanggewinn mit den oben beschriebenen Effekten, meßbar vielleicht +0,25 bis +0,5 dB in den Höhen und Mitten, im Baß bis zu +2 dB. Der wesentliche Unterschied dieser "Klangverbesserungsmaßnahmen" zur normalen Klangregelung (Höhen, Bäße) ist einfach der, das diese Maßnahmen nicht zu Lasten der räumlichen Abbilung gehen, was bei der Klangregelung immer der Fall ist. Bei eingeschalteten Klangregelung klebt die Musik förmlich an den Lautsprechern, die Musik wird im Frequenzband verzerrt, Feinheiten und Details in den Nachbar-Frequenzen gehen verloren, ohne Klangregelung löst sich der Klang und es entsteht eine virtuelle Bühne, alle Feinheiten und Details sind hörbar. Man hört die Flöhe husten, wenn denn Flöhe bei der Aufnahme mit dabei waren. Das ist der Unterschied ! Das macht Highend aus !

Ich mußte etwas ausholen um dieses Thema zu sensibilisieren - von was sprechen wir hier, um was geht es hier eigentlich, was wir u.a. mit Netzfiltern erreichen oder leider auch verschlechtern können !

Wenn in Netzfiltern die einzelnen Filtermaßnahmen/-aufgaben in Reihe geschaltet sind, so kann der Strom eher totgefiltert, was mit Dynamik- und Druckverlust, sowie müden Klangbild sich dem Hörer präsentieren kann. Ich selbst habe mir Netz-Filter gekauft, die bestimmte wenige Filtermaßnahmen in einer Parallelschaltung ausführen und so vorgenannte Effekte weitestgehend vermeiden. In dem Netzfilter ist sogar ein großer Kondensator eingebaut, der quasi als Strompuffer dient, also Impulsspitzen abdecken soll, mehr Strom kurzfristig liefern, als es der Netzstrom hergeben würde. Aber: Meiner Endstufe fehlte trotzdem Baß und Druck. Filter raus, Problem behoben. Warum war das so ? Weil meine Endstufe bereits über werkseitige Netz- und Strom-Pufferungsmaßnahmen verfügte! Hier war der Netzfilter fehl am Platz.  Beim CD-Player sah es schon wieder anderst aus. Der spielte mit Netzfilter luftiger, analoger mit feinerem Klangbild.  Wir lernen aus diesen beiden Beispielen, das man um Tests und Versuche nicht drumrum kommt. Am besten die Geräte einzeln mit dem Netzfilter hören, nicht über eine gefilterte Netzleiste gehen. CD-Player strahlen oft Störungen ins Netz zurück, daher ist der separate Anschluß des CD-Players Pflicht.

Meine Empfehlung: Kauf eines Netzfilters bei einem gewerblichen Anbieter, denn man hat dort 4 Wochen Rückgaberecht gemäß Fernabsatzgesetz. Wenn also der versprochene Effekt sich nicht einstellt, vielleicht sogar eine Verschlimmbesserung erreicht wurde, dann schicken wir das Teil wieder zurück. Beim Privatkauf bliebe dann nur noch der private Weiterverkauf mit Verlust (meistens).

HINWEIS: Der phasenrichtige Anschluß von Geräten sollte sich eigentlich von selbst verstehen. Das Klangoptimum kann nur bei phasenrichtigem Anschluß aller angeschlossenen Geräte erzielt werden. Diese Maßnahme ist von Netzfiltern unabhängig und sollte auf jeden Fall beachtet werden. Diese Maßnahme bringt oft viel bei vergleichsweise geringen Kosten.

TIPP: Lautsprecherkabelenden sollten am besten mit silbernen Aderendhülsen vercrimpt werden - anstelle von Bananensteckern. Alle Übergangsstellen sind prinzipiell kritisch (Cinch, XLR, Netz, Lautsprecherkabel). Daher emfehle ich ein Kontaktmittel, das zum einen die Kontakte reinigt zum anderen auf 10 Jahre konserviert und optimale elektrische Leitfähigkeit verleiht. Der Name "Wonderlube" ca. 20,- EUR hier in ebay bei highend-experte. Geringe Kosten, große Wirkung !! Alternativ: Caig Pro Gold oder Furutech Gold-Silver Nano Liquid (49,- u. 133,-EUR zu finden bei  dieNadel.de) .

Außerdem: Immer schrittweise vorgehen, nicht neues Cinchkabel und neues Netzkabel und neuen Netzfilter auf einmal einsetzen. Welche neue Komponente jetzt welchen klanglichen Beitrag leistet (im positiven oder negativen Sinne) ist dann so gut wie nicht mehr nachvollziehbar. Also: Schritt für Schritt einzeln ausprobieren und hören. Ich selbst habe mittlerweile eine kleine Sammlung an verschiedenen Kabeln und Röhren, die ich aber genau kenne. Höre ich eine neue Endstufe (Röhre, Class-A ect.) weiß ich meistens gleich, welches Kabel oder Röhre da am besten paßt. Die einzelnen Maßnahmen addieren sich und zuviel ist einfach zuviel des Guten und kann dann wieder ins Negative kippen. Nach meiner Einschätzung ist die Endstufen/Schallwandlerkombination mit die Wichtigste, das muß einfach technisch und klanglich passen ! Bei der Zeitschrift Audio wird eine Kennzahl dafür vergeben (AK) um praktisch auf einen Blick zu sehen, ob Endstufe und Lautsprecher technisch zusammen passen.  Wie das klingt ist nochmal eine andere Frage, insofern sollte man Lautsprecher immer probehören, am besten mit dem eigenen Verstärker in den eigenen 4 Wänden. Alle Geräte und Wandler sollten so neutral/linear wie möglich klingen, es sei denn, man verfolgt spezielle Klangthemen. Beispielsweise klingt Jazz und Klassik mit Röhrenverstärker einen Tick analoger, runder. Pop und Rock ist eher bei Transitor und Class-A Schaltungen besser aufgehoben. Aber hier geht es oft nur um Nuancen und fällt dann schon in den Bereich des persönlichen Geschmacks. Auch die Bedämpfung des Hörraumes spielt eine sehr große Rolle.

In diesem Sinne - Ohren auf und genau hinhören und vergleichen ! Viel Spaß und Freude, wenn es denn Verbesserungen bringt.

Für die zahlreichen positiven Feedbacks interessierter Leser aus dem In- und Ausland  für meine Ratgeber darf ich mich herzlich bedanken.

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