Nützliche Hinweise zum Kauf von Kabelverbindungen

Aufrufe 12 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Bitte beachten Sie unbedingt den Disclaimer am Schluß dieses Ratgebers!

Eines vorneweg - sich mit diesem Thema zu beschäftigen setzt entsprechendes Highend-Equipment vorraus, bei Mittelklasse Anlagen wird man mit teueren Kabeln keine Wunder erwarten können. Ich habe neulich eine Anlagen-Empfehlung eines HiFi-Studio gefunden, da wurde zu einem 500,-EUR Verstärker Kabel für 1.200,-EUR angeboten. Ich hätte eher empfohlen die 1.700,-EUR wie folgt aufzuteilen: 1.200,-EUR für den Verstärker und 200,- bis 500,- EUR für die Kabel. Ich denke, das dürfte deutlich mehr bringen.

Warum sind  Kabelverbindungen soviel Beachtung zu schenken, wenn ich doch eigentlich Tipp Top Geräte habe ? Weil Kabelverbindungen Transportwege für das Audiosignal sind und ein billiges Kabel für 1,50 EUR nicht das gleiche leisten kann wie ein Kabel für 50,- oder 100,- EUR oder mehr. Wenn dem nämlich so wäre, wären die teueren Kabel Nepp und Woooddoooo.

Selbst die Kabel ab Werk als Zubehör dem Gerät mit auf den Weg gegeben sind nicht der Weisheit letzter Schluß. Es dabei zu belassen bedeutet Klangpotenzial zu verschenken.

Da wir sehr wahrscheinlich mehrere Geräte haben, Zuspieler, Vorverstärker, Endstufe oder nur Vollverstärker gilt es mit deutlich besseren Kabel eine Verbindung herzustellen um praktisch die Geräte mit einander zu verschmelzen, als wären sie ein Gerät. In aller Regel sind es meist Cinchkabel, besser wären XLR-Kabel oder auch Digital-Kabel (Toslink). XLR-Verbindungen wären Cinchverbindungen vorzuziehen. Wenn allerdings die zu verbindenden Geräte nicht symetrisch aufgebaut sind, also die XLR-Verbindung quasi nur simuliert wird, kann man die XLR-Verbindung sich schenken, denn diese Kabel sind ziemlich teuer, bessere Cinchkabel bringen dann mehr. Die Längen der Kabel so wählen, das sie nicht zu lang sind, zu kurz macht gar keinen Sinn. Es gibt sehr viele Kabel am Markt und die Auswahl ist schwierig. Jedes Kabel hat andere Eigenschaften und klingt sehr wahrscheinlich auch anderst. Die besten Kabel sind die, die man gar nicht hört - als wäre das Kabel gar nicht da. Es gibt aber auch anlagenbedingte Situationen, da verhilft ein entsprechendes Kabel zu mehr Fülle und Baß, wenn der Verstärker oder die Lautsprecher Defizite haben. Oder wenn bei Röhrenendstufen in Verbindung mit Lautsprechern die zuviel Eigensound an den Tag legen, das ganze durch ein analytischeres Kabel auf ein vernüftigeres Maß zurückgedreht wird. Insofern kann ich hier keine absoluten Empfehlungen aussprechen. Im allgemeinen beschreiben die Anbieter ihre Kabel recht gut. Analytische Kabel fügen dem Klang nichts hinzu oder lassen etwas weg. Bei Transitor-Endstufen könnten analytische Kabel einen leichten runden analogen Sound verhindern, vielleicht einen kleinen Tick an Härte darbieten, bei Rock und Pop vielleicht nicht schlecht, bei Klassik schon fast nervig.Während nicht analytische Kabel z.B. etwas mehr Baß und Mitten dem Klang verleihen. Hier muß leider jeder ausprobieren und "seine" Kabel zur Anlage finden. Cinchkabel im ebay ab 12,- EUR bis 60,- EUR sind schon eine deutliche Verbesserung gegenüber "Einfachkabeln", Kabel jenseits der 100,- Marke wären auszuprobieren. Im Teil 2 dieses Ratgebers gehe ich auf Besonderheiten und Details noch näher ein. Ideal sind Käufe mit Standardlängen bei gewerblichen Anbietern. Diese Kabel könnten dann bei Nichtgefallen zurückgeschickt werden, bei Sofort-Kauf und auch wenn sie ersteigert wurden. 

Gute bis sehr gute Kabelverbindungen bringen einen deutlich hörbaren Klanggewinn. Auch gute Netzkabel gehören mit dazu. Ein phasenrichtiger Anschluß der Netzkabel ist ein Muß ! Den Lautsprecherkabeln sollte ebenso Beachtung geschenkt werden. Hier stellt sich gleich die Frage nach Bi-Amplifing mit entsprechender Verkabelung. Netzfilter wären das i-Tüpfelchen, aber Vorsicht, das kann auch sehr schnell verschlimmbessert werden. CD-Player strahlen oft Störungen ins Netz zurück, daher ist der separate Netz-Anschluß des CD-Players Pflicht.

Aber was heißt eigentlich Klanggewinn? Denkbar wäre Dynamikgewinn, noch mehr räumliche Abbildung in der Tiefe und Breite, feineres Klangbild, luftiger, analoger, Bäße trockener und sauberer, Höhen feiner, klarer, exaktere Ortung der Instrumente. Bitte bedenken: Viele Aufnahmen sind nicht audiophil - wo nichts ist kann auch die beste Referenzanlage nichts hervorzaubern, außer uns eine grottenschlechte Aufnahme zu präsentieren. Auf keinen Fall treten Effekte auf wie +4 dB mehr Höhen oder +6 dB mehr Baß. Wer so etwas sucht, sollte sich lieber einen einschleifbaren Equilizer kaufen und glücklich werden, das hat dann aber nichts mehr mit audiophilem Highend zu tun. Sehr gute Geräteverbindungen und gute Netzkabel bringen schon einen Klanggewinn mit den oben beschriebenen Effekten, meßbar vielleicht +0,25 bis +0,5 dB in den Höhen und Mitten, im Baß bis zu +2 dB. Der wesentliche Unterschied dieser "Klangverbesserungsmaßnahmen" zur normalen Klangregelung (Höhen, Bäße) ist einfach der, das diese Maßnahmen nicht zu Lasten der räumlichen Abbilung gehen, was bei der Klangregelung immer der Fall ist. Bei eingeschalteten Klangregelung klebt die Musik förmlich an den Lautsprechern, die Musik wird im Frequenzband verzerrt, Feinheiten und Details in den Nachbar-Frequenzen gehen verloren, ohne Klangregelung löst sich der Klang und es entsteht eine virtuelle Bühne, alle Feinheiten und Details sind hörbar. Man hört die Flöhe husten, wenn denn Flöhe bei der Aufnahme mit dabei waren. Das ist der Unterschied ! Das macht Highend aus !

Meine Empfehlung:  Immer schrittweise vorgehen, nicht neues Cinchkabel und neues Netzkabel und neuen Netzfilter auf einmal einsetzen. Welche neue Komponente jetzt welchen klanglichen Beitrag leistet (im positiven oder negativen Sinne) ist dann so gut wie nicht mehr nachvollziehbar. Also: Schritt für Schritt einzeln ausprobieren und hören. Ich selbst habe mittlerweile eine kleine Sammlung an verschiedenen Kabeln und Röhren, die ich aber genau kenne. Höre ich eine neue Endstufe (Röhre, Class-A ect.) weiß ich meistens gleich, welches Kabel oder Röhre da am besten paßt. Die einzelnen Maßnahmen addieren sich und zuviel ist einfach zuviel des Guten und kann dann wieder ins Negative kippen. Nach meiner Einschätzung ist die Endstufen/ Schallwandlerkombination mit die Wichtigste, das muß einfach technisch und klanglich passen ! Bei der Zeitschrift Audio wird eine Kennzahl dafür vergeben (AK) um praktisch auf einen Blick zu sehen, ob Endstufe und Lautsprecher technisch zusammen passen.  Wie das klingt ist nochmal eine andere Frage, insofern sollte man Lautsprecher immer probehören, am besten mit dem eigenen Verstärker in den eigenen 4 Wänden. Alle Geräte und Wandler sollten so neutral/linear wie möglich klingen, es sei denn, man verfolgt spezielle Klangthemen. Beispielsweise klingt Jazz und Klassik mit Röhrenverstärker einen Tick analoger, runder. Pop und Rock ist eher bei Transitor und Class-A Schaltungen besser aufgehoben. Aber hier geht es oft nur um Nuancen und fällt dann schon in den Bereich des persönlichen Geschmacks. Auch die Bedämpfung des Hörraumes spielt eine sehr große Rolle.

TIPP: Lautsprecherkabelenden sollten am besten mit silbernen Aderendhülsen vercrimpt werden - anstelle von Bananensteckern. Alle Übergangsstellen sind prinzipiell kritisch (Cinch, XLR, Netz, Lautsprecherkabel). Daher emfehle ich ein Kontaktmittel, das zum einen die Kontakte reinigt zum anderen auf 10 Jahre konserviert und optimale elektrische Leitfähigkeit verleiht. Der Name "Wonderlube" ca. 20,- EUR hier in ebay bei highend-experte. Geringe Kosten, große Wirkung !! Alternativ:  Caig Pro Gold oder Furutech Gold-Silver Nano Liquid (49,- u. 133,-EUR zu finden bei  dieNadel.de) .

In diesem Sinne - Ohren auf und genau hinhören und vergleichen ! Viel Spaß und Freude, wenn es denn Verbesserungen bringt.

Bitte Ratgeber Verbindungen Teil 2  beachten, dort sind weitere Details und Materialhinweise zu finden.

Für die vielen positiven Feedbacks interessierter Leser aus dem In- und Ausland darf ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken.

Disclaimer: Die hier dargestellten und empfohlenen Materialien und Verbindungen, insbesondere am Hochvoltnetz sind lediglich zur Information gedacht und stellen keine Aufforderung zum nachbauen dar. Elektroarbeiten dürfen nur von qualifizierten Elektro-Fachpersonal ausgeführt werden. Für die hier aufgeführten Angaben kann keine Garantie und/oder Gewährleistung übernommen werden. Sie dienen lediglich als Anhaltswerte und zum generellen Verständnis.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden