Novation Ultranova

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Geioles Teil. Ich habe damit schon auf der Frankfurter Messe herumgespielt und im Musikladen. Jetzt habe ich zugeschlagen.
Sieht cool und modernistisch aus: Blaues Gehäuse, blau bleuchtete Wheels, Root beleuchtete Drucktasten, blaues Display.
Das Bedienkonzept ist innovativ. Schwanenhals Mikro mit Vocoder.
Sehr gutes Keyboard mit Aftertouch. Am besten sind die berührungsempfinlichen Knöpfe mit denen man die Sounds live
beeinflussen kann. Die Parameter der Patches sind über das durchdachte Bedienkonzept schnell zu erreichen und zu verändern.
Die Sounds müssen über ein Endlos Poti ausgewählt werden. Das ist nicht so praktisch, jedoch gibt es 2 Kategorien mit denen
man die Auswahl eingrenzen kann. Man kann die Sounds auch direkt über Namen oder Nummer anwählen - wenn man diese weiß.
Das ist live nicht so praktisch, aber ein Kompromiß. Der Korg R3 hat hierfür 8 beleuchtete Gummitaster und ein Wählrad für
16 Kategorien - gibt leider nur 128 Sounds. Der Ultranova kann 4x128 sounds. 3 Bänke sind vorbelegt, etwa 100 Sounds kann
man noch von der Novation Seite laden.  Die Sounds enthalten auch sehr hochwertige Exemplare. Der Grundsound des Synths
ist sehr gut, auch in den Tiefen noch knackig. Nicht ganz so kommerziell geschmeidig wie beim Korg R3 oder MicroX.
Mit dem Ultranova lassen sich auch krasse Sounds erzeugen, was beim Korg R3 etwas schwieriger zu erreichen ist.
Das Erstellen und Verbiegen von Sounds finde ich mit dem Ultranova leichter zu erreichen als mit dem Korg R3. Das ständige
Herumdrehen an den Endlospotis kann beim Korg R3 etwas nervig werden, wenn man viel herumprobiert. Nach einiger Arbeit
mit dem Ultranova lassen sich sehr schnell gute Sounds erzeugen.
Der Ultranova  hat nur 1 Timbre. Der Korg R3 hat 2 Timbres. D.h. der Ultranova kann nur einen Sound gleichzeitig abspielen, während
der Korg R3 zwei verschiedene Sounds über die Tastatur verteilt spielen kann. Zwar kann man mit dem Ultranova auch Meeresrauschen
mit Vogelzwitschern dazu erzeugen, das bleibt aber trotzdem 1 Timbre. Man kann mit dem R3 dagegen einen Basslauf mit der linken Hand spielen und mit der Rechten Hand ein anderes Instrument - gleichzeitig wohlgemerkt. Dafür hat man mit dem Ultranova mehr Gestaltungsmöglichkeiten beim Sound wegen der 3 OSC/3 LFO.
Insgesamt halte ich den Ultranova für den  besseren Bühnen-Synth: Sieht professionell und modern  aus, mehr Soundauswahl, mehr spontane Einflussmöglichkeiten auf die Sounds (Aftertouch, 8 berührungsempfindliche Knobs statt 4 Endlos Pots). Jedoch findet man im Internet etwas mehr Patches für den R3 als für den Ultranova. Dafür ist der Ultranova besser auf die Arbeit mit Ableton zugeschnitten. Auch reicht dem Ultranova ein USB Kabel für den Anschluß aus - vorausgesetzt der PC/Notebook bringt genügend Power  (0,5 A) über die USB-Schnittstelle, was bei mir z.B. nicht der Fall ist.
Bringen Netzteil oder USB nicht genügend Power geht der Ultranova mehr oder weniger oft in Reboot, dann ist Schluß mit Live...
Was den Vocoder anbelangt, finde ich diesen beim Korg R3  besser als beim Ultranova. Zudem hat der Korg R3 auch Formant Motion,
was der Ultranova nicht hat. Dafür kann man beim Ultranova den Tasten Akkorde zuweisen. Leider ist dieses Feature nicht 100%ig durchdacht, da die Intervalle immer gleich sind. Dies entspricht aber nicht der Musiktheorie, weil sich in einer Skala die Intervalle je nach
Skalen-Stufe ändern (dur/moll) ändern. Aber gut gemeint... dann gibts da auch noch andere Features wie z.B. Autopatch, habe ich aber noch nicht ausprobiert.
Resume: der Ultranova ist der vom Aussehen und Konzept modernste Synth. Auch klanglich spielt er in der Oberliga. Er hat die fettesten
Sounds - und den gebe ich nicht wieder her!

Was ist gut?
- Design, Beleuchtung, Gehäuse, modernes Konzept
- 4x128 Patche, 2 Kategorien Auswahl, Patch# und Anfangsbuchstabe
- fetter Sound, von harten Synth Leads bis weichen Pads, gute Bässe
- leichtes Editieren von Patchen
- Aftertouch und  8 Touch Regler zur Beeinflussung von Sounds durch Drehen oder Berühren
- Betrieb über nur 1 USB Kabel theoretisch möglich (wenn das USB -I/F 0,5 A hergibt, zusätzlich!)
- Vocoder mit Schwanenhalsmikro und einfacher Bedienung, Vocoder durch einfaches Zuschalten
   mittels Vocoder Taste bei allen Sounds
- 3 gleichwertige Oszillatoren und 3 gleichwertige LFO mit vielen Wellenformen
- Akkord-Funktion
- S/PDIF - Hoho, Alleinstellungsmerkmal!

Was is nicht so gut?
- nur 1 Timbre
- Es gibt keine zuweisbaren Pads zur schnellen Anwahl von Patchen, wie das im Live-Betrieb oft erforderlich ist.
   Der Patch muß über ein Endlos-Poti ausgewählt werden. Wenn man den Namen des Patches oder seine Nummer weiss,
   kann das schnell gehen...oder nicht.
- nicht sehr viele Patche im Internet vorhanden, nur ca. 90 zusätzliche Patche auf Novation Seite verfügbar. In den Demos der
   Youtube User werden auch kaum Patches erklärt oder Links ausgewiesen.

Damit sind nicht alle Features aufgezählt, sondern das ist eine subjektive Auswahl meines Eindruckes. Ich kann den Synth.
aber sehr empfehlen. Natürlich hat dieser Synth Stärken und Schwächen, und ja nach Einsatzgebiet (Live/Studio) kann er besser
oder weniger besser punkten. Dann ist es natürlich auch eine Geschmacksfrage bezüglich Design und Sound. Aber Youtube
gibt da einiges an Hörbeispielen. Das Preis-Leistungsverhätnis ist auf jeden Fall sehr gut. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ultranova.

Manfred





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