Nottingham Analogue Systems Horizon Masselaufwerk

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Wer vor der Wahl steht sich einen neuen Plattenspieler zuzulegen und den Einstieg in die Highend-Klasse in Betracht zieht, sollte sich durchaus auch die Plattendreher von Nottingham ansehen und vor allem anhören. Das die Engländer sehr gute Laufwerke bauen ist hinreichend bekannt. Das neueste Projekt "Horizon" von Nottingham (NAS) ist das kleinste Modell eines Masselaufwerkes, das soweit abgespeckt werden sollte, als das es dem Klang keinen Nachteil mit sich bringen sollte, aber es sollte ein preiswertes Einsteigermodell werden.  Es werden verschiedene Materialien verwendet, deren Eigenresonanzen sich gegenseitig aufheben.  Die Basis (aus HDF mit einem hohen Gewicht und mehrfach höher als Naturholz verdichtet)  steht auf 3 einzeln höhen verstellbaren Füßen, so daß eine exakte Ausrichtung per Dosenlibelle perfekt und einfach möglich ist. Das Lager und der Plattenteller aus einer Bronce-Legierung wurden von größeren Modellen übernommen, ebenso der Motor. Dieser kommt ohne zusätzliches Netzteil aus, direkt in die 230 Volt-Dose gesteckt und man läßt ihn für die Hörsession durchlaufen. Der Motor ist so konzipiert, das er exakt die Sollgeschwindigkeit einhält. Ein Umschalten der Geschwindigkeit wird durch Umlegen des Riemenantriebes auf dem Pulley durchgeführt. Allerdings ist der Motor so ausgelegt, das zum Starten der Masseteller per Hand quasi angeschubst werden muß.  Ein stärkerer Motor würde stärkere Vibrationen auslösen, deshalb die relativ schwache Auslegung. Meistens werden Masselaufwerke ohnehin immer angedreht über Plattenklemme oder Plattengewicht, um den Riemen und auch den Motor zu schonen. Insofern ergibt dieser "schwache" Motor keine Nachteile.

Testaufbau:

Kombiniert mit einem Einpunktarm dem Ace-Space 9 Zöller von NAS, war dies schon eine deutlich bessere Kombination, als mit dem angebotenen Rega-250 Arm, wobei das reine Laufwerk auch einzeln erhältlich ist. Als Tonabnehmer fungierte ein Benz Micro ACE-L, das vom Typ her eher analytisch einzuordnen ist. Mit einer EAR 834 P deLuxe Röhren-Phonovorstufe konnte die Leistungsfähigkeit des Plattendrehers und des Tonarmes vollständig ausgelotet werden. Das Gesamtsystem wurde sehr sorgfältig und exakt aufgebaut und justiert, das sind ja einige Parameter die zu beachten und einzustellen sind. Jede Schludrigkeit wirkt sich sofort und gnadenlos auf die folgenden Parameter aus, ein perfektes Ergebnis ist dann nicht mehr zu erzielen. Aber der Tonarm von NAS paßte natürlich perfekt zum Horizon, so daß die Montage und Einstellung zum Kinderspiel wurde. Zum Vergleich diente der Challanger von Acoustic Signature mit einem Satisfy-Arm von Clearaudio und dem Benz-LP System. Da werden jetzt zwar Äpfel und Birnen verglichen, aber es sollten sich die Geräte und ihre klanglichen Eigenschaften sofort offenbaren, das Ohr sollte jedes System beurteilen und einschätzen. Was die Musikalität anbelangte überraschte der "Kleine" Horizon sehr, vor allem die Schärfe und Analytik des Tonabnehmers ACE-L waren vollständig verschwunden. Das Klanghaus wurde auf den Mitten aufgebaut und sehr schön bis in den tiefen Baß aufgelöst. Die Hören waren präsent ohne jegliche Schärfe. Insbesondere bei Klassischer Musik spielte der Horizon sehr schön auf, das es Appetit auf mehr hören machte. Die räumliche Darstellung, die Klangfarben, das Timbre war in dieser Preisklasse nicht zu erwarten. Der Challanger klang dazu im Vergleich einen Ticken härter, analytischer, das eine oder andere Detail präziser dargestellt; jedoch der Horizon zelebriert und musiziert die Aufnahme und das schon mit einem vergleichsweise "kleinem" Tonabnehmer-System. Es ist schon sehr erstaunlich, was bereits ein Laufwerk zu dem Klang beiträgt.

Test mit  Benz-LP auf den Horizon montiert:  Das LP vermittelt klanglich nochmals eine Steigerung, wobei die Möglichkeiten und Performance des LP mit dem Horizon nicht mehr dargestellt werden können. Insofern wäre das ACE-L die adäquadere und bessere Wahl. Wer sich mit einem Referenz-Tonabnehmer wie das LP beschäftigt, der braucht auch entsprechende Mitspieler, um die Performance des LP ausspielen zu können. 

Seitens NAS wurde das Projekt "Horizon" wegen zu schwacher Nachfrage wieder eingestellt, so daß man den Horizon nur noch in wenigen Stücken als Lager-Restbestände oder Gebraucht kaufen kann. Bei diesem "Tonprojekt" habe ich die Erkenntnis gewonnen, das man NAS Laufwerke und Tonarme sehr sehr ernst nehmen muß, denn ich denke, das die deutlich größeren NAS-Laufwerke mit Sicherheit noch eine Schippe oben drauf packen. Im Gegensatz zu großen Metall-Masselaufwerken klingen die NAS-Laufwerke tonal einfach stimmiger. 

Noch ein wichtiger Hinweis für Besitzer der Phonovorstufe PP1 / Lukaschek von Benz Micro: Das von NAS mitgelieferte Phonokabel beim ACE-Space Tonarm paßt impedanzmäßig nicht zur PP1. Da die PP1 nicht anpassbar ist, scheidet diese Kombination aus, es sei denn, man wechselt das Phonokabel aus (Folgekosten). Das NAS-Phonokabel an sich ist sehr hochwertig und ziemlich neutral von der Klangfarbe. Ein Test bei einem Händler gegen ein tausend Euro-Phono-Kabel brachte, das die Kabel zwar unterschiedlich klangen, aber das teuere Kabel klang nicht besser als das NAS-Kabel. Und was NAS verbaut ist auf diese Systeme abgestimmt !

        Bild links  Horizon mit Rega-250-Arm,    Bild rechts Ace-Space 9 Zoll Einpunkt-Arm

                                                                                        einfach aber sehr effizient - spätestens beim Hören ist sind diese Dinge völlige Nebensache !!




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