Notladegeräte

Aufrufe 10 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Plötzlich ist der Akku leer - und weit und breit kein Ladegerät. Gibt es etwas lästigeres? Behelfen kann man sich in diesem Fall mit einem batteriebetriebenen Notladegerät. Das klingt sehr einfach, ist es aber leider nicht immer. Die meisten Probleme, die bei der Verwendung von Notladegeräten auftreten sind jedoch hausgemacht und können leicht vermieden werden, wenn man einige simple Fakten kennt.

Welche Größen spielen eine Rolle?

Zunächst muß man verstehen, wie ein derartiges Ladegerät arbeitet. Ein Batterieladegerät ist keine Tankstelle, mit der man elektrische Ladung von einer Batterie in die andere einfach umfüllt. So etwas geht nicht. Die Ladung muß - bildlich gesprochen - unter Druck in den Akku hineingepresst werden. Was nun also passiert, wenn man eine Batterie mit einer anderen auflädt, ist vergleichbar mit dem was passiert, wenn man eine leere Gasflasche mit einer vollen verbindet. Sind beide Gasflaschen gleich groß, dann wird die leere Flasche nur halb voll werden und den halben Nenndruck erreichen. Daher muß man eine möglichst große Gasflasche zum Nachfüllen verwenden. Nun, zugegeben, der Vergleich hinkt was den Druck angeht. Gute Batterien halten ihre Spannung bis kurz vor dem Ende ihrer Kapazität relativ konstant.

Die erste wichtige Größe ist die Nennkapazität. Es gilt für das Laden von Akkus analog dasselbe was für das füllen von Gasflaschen gilt:  Die ladende Spannungsquelle muß ein möglichst großes Vielfaches der Nennkapazität (d.h. der enthaltenen Gesamtenergiemenge, gemessen in mAh) des zu ladenden Akkus haben, sonst funktioniert das laden nicht oder nur unzureichend. Wenn man ein Steckerladegerät verwendet, ist die "Kapazität" der Energiequelle gewissermaßen unendlich. Nicht so mit Batterien. Diese sollten eine möglichst hohe Kapazität aufweisen, die mindestens dreimal so hoch wie die des zu ladenden Akkus sein sollte. Dabei ist die mögliche Nennkapazität natürlich abhängig von der schieren Größe der Batterie. Intuitiv ist klar, daß eine Microzelle (AAA) nicht so viel Energie enthalten kann wie eine Monozelle, da diese mit der größeren Menge chemische Reaktanten logischerweise eine größere Energiemenge enthalten kann.

Neben der Nennkapazität ist auch die Stromleistung eine wichtige Größe. Beim Laden von Akkus treten relativ hohe Ströme auf. Nicht jede Batterie ist in der Lage, solche auch bereitzustellen. An dieser Stelle fällt nun der Vergleich von den Gasflaschen gänzlich auseinander - Die elektrische Energie ist in einer Batterie ja nicht wie in einem Kondensator direkt als solche gespeichert. Im Grunde ist jede konventionelle Batterie ein kleines chemisches Kraftwerk. Wie schnell die chemische Reaktion im inneren ablaufen kann, davon hängt nun ab, welche Leistung die Batterie zu erbringen imstande ist. Überschreitet der entnommene Ladestrom (gemessen in mA) die Leistungsfähigkeit der Batterie, so bricht die Spannung der Batterie ein. Da die meisten modernen Geräte eine Ladespannungserkennung haben, schaltet das Gerät den Ladevorgang dabei in der Regel ab und beginnt ihn erst wieder, wenn sich die Spannung der Batterie wieder aufgebaut hat. Dies wiederholt sich im kurzen Abständen, während die Spannung über den Kritischen wert auf- und abpendelt. Dabei wird der Akku nicht nur nicht geladen, er geht sogar kaputt. Dem Benutzer wird dieses Phänomen offenbar, indem z.B. eine sonst konstant leuchtende Ladekontrollleuchte plötzlich blinkt, oder das Gerät abwechselnd Meldungen wie "wird geladen" und "laden unterbrochen" anzeigt. In diesem Fall sind die verwendeten Batterien zu wechseln.

Welche Unterschiede bei den Batterien sind zu beachten?

Billigbatterien von der Supermarktkette enthalten meiner persönlichen Erfahrung nach deutlich weniger Energie als Markenbatterien, auch wenn Stiftung Warentest auf ihrer Website etwas anderes behauptet. Die traditionellen, aus Kindertagen bekannten Zink-Kohle Batterien sind die einfachsten und billigsten Batterien auf dem Markt - sie sind bei weitem zu leistungsschwach um für Notladegeräte in Betracht zu kommen. Grundsätzlich sind hierfür Alkali-Mangan(oder kurz Alkali bzw. Alkaline)-Batterien gefragt. Aber auch hier gibt es signifikante Unterschiede. Heutzutage sind verschiedene Batterien für verschiedene Anwendungen auf dem Markt. Die Unterschiede zwischen ihnen sind nicht so sehr solche von Qualität als solche von Anwendungsspezialisierung.
    1. Es gibt Batterien für konventionelle Anwendungen wie Taschenlampen und Radios.
    2. Es gibt solche für CD-Player, MP3-player oder elektrische Spielzeuge.
    3. Letztens gibt es noch solche für Fotoapparate, Blitzgeräte, PDAs oder Handys (Es gab wirklich einmal Handys, die mit Batterien zu betreiben waren) 
      Diese Batterien unterscheiden sich in ihren Leistungscharakteristika. 
      • Erstere sind darauf ausgelegt, über möglichst lange Zeit relativ geringe Ströme zu liefern.
      • Zweitere sind darauf ausgelegt, über längere Zeit konstant hohe Ströme zu liefen. Diese Fähigkeit geht allerdings auf Kosten der Lebensdauer.
      • Letztere sind optimiert dafür, wiederholt kurzzeitig hohe Ströme zu liefern wie sie z.B. zum Laden eines Blitzes oder zum Ein - und Ausfahren eines Objektivs benötigt, ohne dabei in der Spannung einzubrechen.
      Für Notladegeräte sind zweitere die beste Wahl. Die Erstgenannten sind zwar billiger, aber bei ihnen kann selbst bei Markenbatterien genau das Phänomen des Spannungseinbruches auftreten, das weiter oben beschrieben ist. Die letztere Art Batterien wäre zwar sicher ebenso geeignet, ist aber teuer und deshalb nur zu verwenden, wenn aus irgendeinem Grunde die empfohlenen Batterien nicht nutzbar sind.  In einem Notladegerät kommt es nicht auf die Lebensdauer der Batterien an, sondern nur darauf, daß sie die benötigte Leistung erbringen. hierfür sind die unter 2. beschriebenen Batterien am besten geeignet.
      Die verschiedenen Marken sind hierbei untereinander recht ähnlich in ihrer Eignung. Welche Marke man kauft ist weitgehend eine Frage persönlicher Präferenz.

      Kann man auch Akkus in Notladegeräten verwenden?

      Akkus in Notladegeräten zu verwenden ist aus zwei Gründen problematisch. Erstens beträgt die Spannung von Akkus lediglich 1,2V im Vergleich zu 1,5V bei konventionellen Batterien. Bei Stromentnahme sinkt die Spannung jeder Stromquelle ab. Je mehr Strom entnommen wird und je geringer die Leistungsfähigkeit der Stromquelle ist, desto stärker dieser Spannungsabfall. Bei Akkus mit ihrer von natur aus geringeren Spannung ist die Marge hier natürlich wesentlich enger.
      Zweitens ist die Gesamtkapazität eines Akkus in der Regel geringer als die einer gleich großen Batterie. In der Regel wird dies auch auf die Stromleistung zutreffen.

      Daher sind Ni-Cd-Akkus, die mit ihren etwa 650-900 mAh in der Regel unter der Nennkapazität des zu ladenden Akkus liegen, gänzlich ungeeignet. Will man Akkus in einem Notladegerät verwenden, so muß man sich unter dem Fotozubehör nach passenden Zellen umsehen. Sie sollten je nach Leistung des zu ladenden Akkus mindestens 2500 mAh zu liefern imstande sein und ausdrücklich für die Verwendung in Fotoapparaten vorgesehen sein.
      Es ist aber zu beachten, daß geladene Akkus sich bei Nichtverwendung innerhalb kurzer Zeit entladen. Schon allein dies spricht gegen die Verwendung von Akkus in Notladegeräten, da die Verwendung eines Notladegeräts i.d.R nicht vorher geplant sein dürfte.

      Können Geräte während der Notladung verwendet werden?

      Dazu kann keine generelle Aussage gemacht werden. Es ist aber zu beachten daß

      1. der Strom, den das Gerät im Betrieb verbraucht, von dem Strom abgeht, der zur Ladung verwendet werden kann
      2. der Betrieb bei der Energiezuteilung i.d.R. Vorrang vor der Ladung hat, da die Geräte für eine Ladung mit einem reichlich dimensionierten Ladegerät ausgelegt sind.
      3. die zusätzliche Belastung die ladenden Batterien überlasten kann, so daß der Ladevorgang nicht zu Ende geführt werden kann
      Generell gilt: der Betrieb am Notladegerät kann möglich sein, sollte aber im Interesse der Akkupflege nur in Notfällen und nur kurzzeitig versucht werden. Mit Akkus wird der Betrieb am Notladegerät i.d.R. zum Ladeabbruch führen, wenn er überhaupt möglich ist.



      Was gibt es sonst noch zu wissen?


      Batterien, die im Notladegerät nicht mehr funktionieren, sind nicht notwendigerweise leer. Da Notladung sehr Stromintensiv ist, können Batterien in Notladegeräten nicht bis zu ihrer vollständigen Entleerung verwendet werden. Die "leeren" Batterien sind meist noch lange für etwas Licht aus der Taschenlampe oder ein halbes Stündchen Musik aus dem Radio oder MP3-Player gut! Diese Batterien sind recht teuer, es wäre schade, sie halb leer wegzuwerfen.

      Batterien sind Umweltschädlich und nicht so schwer, daß man sie nicht in der Hosentasche behalten könnte, bis man an einer Rückgabestelle vorbeikommt! Man kann Batterien in Supermärkten, an Tankstellen oder in Rathäusern und Gemeindeämtern abgeben. An den meisten Altmetallcontainern ist ebenfalls ein Sammelbehälter angebracht. Im Ausland kann man Batterien in der Regel auch im Hotel abgeben.

      Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber