Nitratreduktion

Aufrufe 52 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Nitratreduktion

Eigentlich ist dieser Ratgeber von mir wirklich nahezu nur für ebay entworfen.

Der Grund ist einfach: Ein Blick in die eigens von ebay geschaffene Kategorie Nitratreduktion bringt erstaunliche Ergebnisse. Da werden, sogar als Top-Angebote, Wasseraufbereiter oder Bakterienhilfen aller Art angeboten.

Kurz gesagt: Keines dieser Produkte wird Ihnen meßbar den Nitratwert senken. Eher sogar das Gegenteil könnte der Fall sein.

Warum?

Ganz einfach: Nitrat ist die Folge einer biologischen Abbaustufe. Die genauen Prozesse dazu lassen sich eigentlich in jedem guten Aquarienhandbuch oder auch im Internet nachlesen.

Das Auftreten hoher Nitratwerte sollte eigentlich dem Aquarianer eine gute und eine schlechte Nachricht vermitteln. Die Gute ist, daß er nahezu davon ausgehen kann, daß seine Filtertechnik korrekt arbeitet. Die Schlechte ist, daß er durch erhöhte Nitratwerte einen Baustein für den Algenwuchs geschaffen hat. Im Seewasser ist übrigens ein zu hoher Nitratwert bei Haltung Wirbelloser weit problematischer.

Was soll also ein Aquarianer mit gut eingefahrenem und gut funktionierenden Filter mit Anfahrhilfen oder Wasseraufbereiter, wenn er doch etwas gegen Nitrat sucht?

Nichts.

Wie kann man Abhilfe schaffen?

Nitrat ist nahezu ein "globales" Problem. Selbst die hiesigen Klärwerke kämpfen mit der Nitratbelastung. Gelegentlich wird sogar der gesetzlich vorgeschriebene Grenzwert aus der Trinkwasserverordnung  überschritten.

Es gibt für den Aquarianer (Süßwasser) folgende Möglichkeiten, jeweils in der Reihenfolge genannt, die m.E. am effektivsten ist:

  1. Wasser wechseln
  2. Adsorberharz einsetzen
  3. Nitratfilter betreiben
  4. biologisch anaerob filtern
  5. Pflanzenwuchs massiv steigern

 

Die Methoden 3 und 4 erfordern viel Erfahrung und auch Vorsicht. Ein kippender Nitratfilter kann für ein Aquarium sehr gefährlich sein. Die anaerobe Filterung (die übrigens die Hilfskrücke für die Bakterienprodukte unter Nitratreduktion darstellen könnte) ist oft nur ein Hoffnungsträger und erreicht selten wirklich den gewünschten Effekt, auch wenn sie gerne und immer wieder zitiert wird. Das tatsächliche Halten von großen anaeroben Bakterienstämmen ist zudem schwierig und schwer kontrollierbar.

Leider verbrauchen auch die Pflanzen weit weniger Nitrat, als sich so manch ein Aquarianer das wünschen würde.

Sind jedoch die Ausgangswerte gut (Leitungswasser gering belastet) und der Aquarianer hat  sein Becken nur moderat besetzt, so kann oft in Verbindung mit einem guten Pflanzenwuchs ein Wert von weniger als 10 mg/l erreicht werden.

Handlungsbedarf für den Süßwasseraquarianer besteht m.E. ohnehin erst bei Werten ab ca. 40mg/l und mehr.

Fazit:

Lassen Sie sich nicht täuschen, wenn Sie in die Sparte "Nitratreduktion" schauen und dort Produkte finden, die ggf. überhaupt nicht helfen Nitrat zu verringern. Prüfen Sie gedanklich die Möglichkeiten, wie Sie ansteigendes Nitrat vermeiden können und für welche Methode der Entfernung Sie sich letztendlich entscheiden.

 

Schlagwörter:

Nitratreduktion

Nitrat

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber