Nichtöffentliches Bieten - sinnvoll oder verdächtig ?

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Vor kurzem beobachtete ich einen Artikel viele Tage vor Auktionsende, wobei mir aufgefallen war, dass alle bisherigen Gebote von nichtöffentlichen Bietern stammten ( zudem waren diese mit ihren Geboten - meiner bescheidenen Meinung nach - schon ziemlich frühzeitig relativ großzügig eingestiegen). Drei Tage vor Auktionsende gab ich nacheinander zwei Gebote ab, wobei ich  jeweils sofort überboten wurde. Da ich auf den Artikel großen Wert legte, bot ich in der letzten Minute mit einem fast schon übertriebenen Betrag, um auf alle Fälle auf der sicheren Seite zu sein. Da staunte ich nicht schlecht, als sich im letzten Moment ein (weiterer ?) nichtöffentlicher Bieter "hautnah" meinem Gebot annäherte. Ich blieb zwar der Höchstbietende und, um über den Verdacht erhaben zu sein, dass ich diesen Ratgeber quasi aus Rache schreibe, betone ich, dass mir der Artikel seinen Preis schon wert ist (wenn dabei auch meine finanzielle Schmerzgrenze tangiert wurde). Es ist zudem nichts Besonderes, im letzten Augenblicke noch überboten zu werden... Unangenehme Gedanken kamen mir erst dann, als ich die zahlreichen aktiven, weiteren Auktionen des gleichen Anbieters studierte. Überall, wo bereits Gebote vorlagen, handelte es sich um die nichtöffentliche Bieterliste, fast überall waren schon ca. eine Woche vor Ende recht stattliche Beträge geboten worden, was sicher nicht dem Normalverhalten eines Normalbieters entspricht. So drängte sich mir allmählich der Verdacht der Preistreiberei auf - beweisen lässt er sich leider nicht !
In der Rolle des "advocatus diaboli" kann ich dieses nichtöffentliche Bietertum auch positiv sehen. Mich stört es eigentlich schon lange, dass gleichsam jeder über mein Bewertungsprofil einsehen kann, welche Artikel sich huehni48 zu kaufen pflegte. Es würde vollauf genügen, meine erhaltenen Bewertungen  lesen zu können. Vor allem bei Auktionen mit äußerst wertvollen, seltenen oder sehr persönlichen Artikeln vermag also eine absolute Anonymität a u s n a h m s w e i s e  durchaus sinnvoll zu sein. (So gesehen könnte man sich mit dieser nichtöffentlichen Bieterei sogar anfreunden.)
Summa summarum aber finde ich eine gewisse Transparenz vertrauenserweckender als wenn obige Ausnahme (wie in meinem Beispiel) zur Regel wird - da wäre es wenigstens auffallend, wenn immer die gleichen Bieter aufträten...
Im geschilderten Falle wandte ich mich an eBay, indem ich meinen Verdacht erläuterte. Man hielt meine Bedenken für nicht unbegründet und sicherte mir zu, den Verkäufer genauer unter die Lupe zu nehmen.
Man mag es mir nicht verübeln, wenn ich abschließend noch einen sehr ketzerischen Gedanken zu Papier bringe: der Verkäufer hat an die 40.000 Bewertungen vorzuweisen, meine Wenigkeit nur etwas über 500. Finanziell gesehen ist er für eBay wesentlich wertvoller als ich ...sollte er deshalb quasi "unantastbar" sein?? :-(                             (- Hoffentlich nicht!)

Jeder mag selbst entscheiden, wo er mitbietet - de gustibus non disputandum - ich behielt jedenfalls bei Angeboten mit nichtöffentlichen Bieterlisten einen unangenehmen Beigeschmack im Munde !  CAVE HOMINEM !

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, sei mir noch gestattet, der Mehrheit der ehrlichen Verkäufer zu danken, ohne die der eBay-Markt letztlich nicht existieren könnte. Zugegeben, ich denke nicht so uneigennützig, dass ich mich nicht freute,  gelegentlich ein Schnäppchen zu erhaschen, aber  "LEBEN UND LEBEN LASSEN"  muss der Grundtenor fairen, langfristigen Handelns bleiben. Wer einen mehrwertigen Artikel für geringen (aber ehrlichen) "Verdienst" noch sicher verpackt und zum Versandunternehmen bringt, ist anscheinend - verglichen mit Verkäufern, welche sich gewisser oft schwer
beweisbarer Tricks bedienen - der Dumme. Doch alleine er ist es, der Vertrauen in einen Markt schafft. Er ist ein wahrer (eBay-) Held des Alltags, ihm will ich hiermit meine Hochachtung aussprechen!

p.s.: Es freut mich, dass Sie, werter Leser, sich die Zeit nahmen, meinen Ratgeber (der im eigentlichen Sinne gar keinen Rat gibt, nur verschiedene Anregungen vermitteln kann !) zu lesen. Mit einem "hilfreich".- Klick könnten Sie meine Mühe belohnen. Danke!
      
      

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