Nicht immer kommt der Strom aus der Steckdose! Solar-Ladegeräte: Vor- und Nachteile

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Nicht immer kommt der Strom aus der Steckdose! Solar-Ladegeräte: Vor- und Nachteile

Mobile elektronische Geräte werden immer wichtiger: Schon heute ist mehr als jedes zweite verkaufte Mobiltelefon kein normales Handy mehr, sondern bietet als Smartphone eine Vielzahl weiterer Funktionen, die zunehmend unverzichtbar werden. Und auch Tablet-PCs in verschiedenen Formaten begleiten viele Menschen heute überall hin. Das Problem: Je höher die Leistung eines Mobiltelefons oder Notebooks, desto größer ist der Stromverbrauch. Dementsprechend müssen Smartphones häufiger aufgeladen werden als normale Mobiltelefone. Wer also längere Zeit in der Natur unterwegs ist, benötigt eine alternative Stromquelle. Die Lösung sind Solar-Ladegeräte. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Akkus und Ladegeräte funktionieren und worauf Sie beim Kauf eines Solar-Ladegeräts achten sollten.

Wie ein Akku funktioniert und was dies für das Aufladen bedeutet

Der Akku zählt zu den empfindlichsten Bauteilen in mobilen elektronischen Geräten. In ihm laufen ständig, also auch während der Nichtnutzung, chemische Prozesse ab, die seine Kapazität verringern. Selbst wenn Sie einen Akku ungenutzt lagern, nimmt seine Leistung also ständig ab. Die beste Akkupflege sind daher die regelmäßige Nutzung und ein sorgsames Auf- und Entladen. Allerdings hängt die richtige Nutzung auch vom Typ des Akkus ab.

Früher gab es erschwerend den sogenannten Memory-Effekt: Akkus auf Basis von Nickel wie Nickel-Metallhydrid-Akkus mussten vor dem erneuten Aufladen zunächst vollständig entladen werden. Der Grund: Der Akku “merkte” sich die Anforderungen, die der Nutzer an ihn stellte. Wenn ein Akku also bereits nach 60 % Entladung wieder an eine Stromquelle angeschlossen wurde, so korrigierte er seine Kapazität entsprechend. Heute sind die meisten mobilen Geräte mit Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet, die keinen Memory-Effekt mehr haben. Dennoch sollte auch hier intelligent und nicht wahllos geladen werden, um die Lebensdauer der Batterie zu verlängern.

So laden Sie Lithium-Akkus richtig auf

Was der Memory-Effekt bei Nickel-Akkus nahelegt, kann beim Gebrauch von Lithium-Batterien zum Verhängnis werden: Um den Memory-Effekt zu minimieren, entladen Verbraucher ihre Akkus oft soweit wie möglich, um sie anschließend wieder komplett aufzuladen. Doch gerade dies nagt an der Kapazität der Batterie. Am besten ist es, den Akku nicht unter 10 % Kapazität zu bringen und ihn nicht mehr als 90 % aufzuladen. Allerdings schützt die Ladeelektronik der Geräte mittlerweile die meisten Akkus vor diesem Effekt. Lediglich günstige Akkus von No-Name-Marken könnten nicht ganz auf die integrierte Ladeelektronik in Mobiltelefonen, Tablets und Notebooks abgestimmt sein und somit schneller an Kapazität verlieren.

Der Einsatz eines Solar-Ladegeräts mit einem Verbraucher auf Lithium-Basis ist daher sicher; möchten Sie das Solar-Ladegerät hingegen mit einem Nickel-Cadmium- oder Nickel-Metallhydrid-Akku verwenden, so sollten Sie auf eine fast vollständige Entladung und ausreichend Sonnenschein achten. Denn: Wird der Ladevorgang ungewollt unterbrochen, dann tritt der Memory-Effekt ein. Aus diesem Grund empfiehlt sich ein Solar-Ladegerät mit zusätzlichem Akku.

Solar-Ladegeräte mit und ohne Zusatz-Akku

Solar-Ladegeräte gibt es sowohl ohne als auch mit zusätzlichem Akku. Liegt ein Akku bei, so erfolgt das Aufladen eines mobilen Endgeräts letztendlich über die beiliegende Batterie. Dies hat zwei große Vorteile: Zum einen kann gutes Wetter mit viel Sonne auch dann genutzt werden, wenn das Endgerät gerade keine Energie benötigt; der Akku speichert den Strom, bis das Smartphone oder das Notebook ihn brauchen. Zum anderen sind die Akkus meist kompakter als das Solarpaneel selbst, sodass Sie Ihr mobiles Endgerät auch bequem in der Tasche aufladen können, da es getrennt vom großen Solarmodul ist. Ein Solar-Ladegerät ohne Akku ist hingegen meist günstiger, hat allerdings den Nachteil, dass bei fehlender Sonne der Ladevorgang unterbrochen werden könnte. Bei Akkus auf Basis von Nickel kann dies schädigend sein, da diese komplett entladen und dann in einem Vorgang vollständig aufgeladen werden sollten.

Reicht der Strom einer Solarzelle überhaupt zum Laden eines Akkus aus?

Die Kapazität eines Akkus wird in Milliamperestunden (mAh) gemessen. So verfügen moderne Akkus für Smartphones über rund 1.000 bis 1.800 mAh. Der Wert beschreibt die Menge an Energie, die in einer Stunde abgegeben wird. Je höher der Wert, desto höher ist die Kapazität des Akkus. Wird eine Batterie normal über die Steckdose wieder aufgeladen, so dauert dies nicht lange: Ein Smartphone ist in meist weniger als drei Stunden wieder auf 100 % aufgeladen und kann anschließend genutzt werden. Die Energie, die ein Solarpaneel zur Verfügung stellen kann, hängt sowohl von der Art der Solarzellen als auch von ihrer Größe ab. Mit steigender Leistung des Solar-Ladegeräts sinkt die Flexibilität, da die Größe des Solarpaneels zunimmt. Gerade wer lange Touren in der Natur macht, ist über jedes eingesparte Gramm glücklich. Der Nutzen eines Solar-Ladegeräts ist also stets ein Kompromiss aus Leistung, Größe und Gewicht.

Ob der zur Verfügung gestellte Strom eines Solar-Ladegeräts ausreicht, hängt darüber hinaus vom Gerät ab. Bei Modellen mit zusätzlichem Akku lässt sich der Nutzen recht leicht herausfinden. So sollte die Stromstärke des Akkus die Stromstärke des Endgeräts übersteigen. Bei Smartphones und Mobiltelefonen ist dies meist kein Problem, da deren Akkus in aller Regel nicht mehr als 2.000 mAh liefern. Ein Notebook-Akku ist hingegen deutlich größer und liefert mehrere Tausend mAh. Wenn dem Solar-Ladegerät lediglich ein Akku mit 2.000 mAh beigelegt ist, dann schafft er es nicht, das mobile Endgeräte vollständig aufzuladen. Dementsprechend sind zwei Ladevorgänge nötig, sodass das Aufladen an einem Tag praktisch unmöglich ist.

Gleichzeitig steigt die benötigte Größe des Solarpaneels mit der Größe des Akkus. So gibt es Solar-Ladegeräte mit rund 1.500 mAh, also ausreichend Strom für Smartphones und Mobiltelefone, bereits im sehr kompakten Format und mit dem Gewicht eines normalen Mobiltelefons. Ein Solar-Ladegerät für größere Verbraucher wie Computer ist hingegen vergleichsweise groß. In beiden Fällen benötigen die angebotenen Geräte zwischen fünf und acht Stunden, um den Akku komplett zu laden. Anschließend kann dieser an das mobile Endgerät angeschlossen werden.

Lösungen für große Solar-Ladegeräte: faltbare und flexible Paneele

Um auch große Solar-Ladegeräte möglichst kompakt zu konstruieren, greifen Hersteller zu intelligenten Designs. Viele Modelle verfügen daher über ein faltbares Paneel, das bequem in den Rucksack passt. Möchten Sie den Akku aufladen, so wird es auseinandergefaltet und auf dem Boden ausgebreitet. Auf diese Weise steht eine möglichst große Fläche bei möglichst geringen Maßen zur Verfügung. Kleine Solar-Ladegeräte für kleine Endgeräte wie Handys oder GPS-Geräte haben hingegen oftmals eine feste Größe und sind deutlich günstiger.

Viele große Solar-Ladegeräte bieten auch intelligente Lösungen zur Verstauung. So können einige Modelle bequem an den Rucksack geschnallt werden und laden den Akku somit bereits während des Wanderns auf. Dies ist auch gegenüber kleinen Paneelen ein großer Vorteil, da der Nutzer sie so nicht ständig in der Hand halten muss. Andere Modelle lassen sich an der Innenseite von Fensterscheiben montieren und können so auch im Bus oder im Auto genutzt werden.

Eignen sich Solar-Ladegeräte wirklich für den Outdoor-Einsatz?

Wer eine mobile Stromquelle sucht, der legt in aller Regel entsprechend hohe Ansprüche an die Robustheit des Ladegeräts. Aus diesem Grund ist eine der Hauptanforderungen die Wasser- und Schmutzfestigkeit der Solarpaneele und des Akkus. Doch gerade hier sparen viele Hersteller günstiger Modelle noch zu häufig. Wenn Sie ein Ladegerät aus der günstigeren Preisklasse nehmen, dann sollten Sie es von Wasser und starkem Regen fernhalten. Weitaus besser sind da die Produkte von Herstellern, die sich gezielt auf das Outdoor-Segment spezialisiert haben. Diese bieten Solar-Ladegeräte mit Schutz vor Wasser und Staub sowie vor Erschütterungen. Um sicher zu sein, dass das Gerät den Anforderungen standhält, gibt es die IP-Zertifizierung: Geräte ab IP6x halten sowohl starken Regen als auch Staub problemlos stand. Dabei zeichnen sich vor allem große Solarpaneele, die an den Rucksack geschnallt werden können, durch eine besonders hohe Wasserfestigkeit aus. Hier lohnt sich der Kauf in jedem Fall.

Die Anschlussmöglichkeiten eines Solar-Ladegeräts

Einer der wichtigsten Aspekte für die Kaufentscheidung eines Solar-Ladegeräts sind die Anschlussmöglichkeiten. Standard sind hier vor allem USB- und Mini-USB-Anschlüsse, die mit den meisten Smartphones kompatibel sind. Schwierig wird es hingegen, wenn Sie ein Notebook aufladen möchten. Guten Produkten liegen daher viele verschiedene Adapter bei, von Anschlüssen für das iPhone über Samsung bis hin zu verschiedenen USB-Adaptern. Ob sich das Solar-Ladegerät mit Ihren Gadgets nutzen lässt, sollten Sie vor dem Kauf unbedingt überprüfen. Ist dies nicht der Fall, so bieten gerade große Hersteller auch eine Vielzahl an passendem Zubehör, das Sie zusätzlich erwerben können.

Interessant sind bei einigen Modellen auch die zusätzlichen Funktionen. So laden manche Ladegeräte auch normale Akkus im AA- oder AAA-Format auf. Dies ist besonders für den Gebrauch daheim interessant: Das Solarpaneel ist schnell am Fenster montiert – und schon können Sie auch Ihre normalen Akkus für den Hausgebrauch günstig aufladen.

Fazit: Für wen lohnt sich der Kauf eines Solar-Ladegeräts besonders?

Solar-Ladegeräte gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen. Besonders häufig genutzt werden sie von Outdoor-Fans, die tatsächlich mehrere Tage ohne Stromversorgung unterwegs sind. Möchten Sie hierbei auch ein Notebook nutzen, so empfiehlt sich ein entsprechend großes Ladegerät. Darüber hinaus sollte es staub- und wasserfest sein. Für den gelegentlichen Gebrauch, zum Beispiel am Badestrand, reichen auch günstige Ladegeräte, mit denen Sie den Akku Ihres Smartphones schnell wieder aufladen. Wirklich nötig ist ein Solar-Ladegerät in der Stadt allerdings nicht. Dafür kann es aber eine gute Alternative zu einem herkömmlichen Netzteil sein, um Batterien günstig und ohne Steckdose aufzuladen.

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