Neue und gebrauchte Ersatzteile für Ural Motorräder – Tipps für eine erfolgreiche Suche

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Neue und gebrauchte Ersatzteile für Ural Motorräder – Tipps für eine erfolgreiche Suche

Die Geschichte der russischen Ural-Motorräder kann man bis 1939 zurückverfolgen. Die russische Regierung hatte damals – nach dem Pakt zwischen Hitler und Stalin – die Konstruktionslizenz für die BMW R71 erworben, die in Deutschland nur bis 1940 gebaut wurde. Dieses 750-Kubikzentimeter-Gespann diente als Vorlage für die Entwicklung der Ural M-72, einem Gespann, das speziell für den Kriegseinsatz produziert wurde.

Bis 1957 wurde die M-72 im Ural-Werk in Irbit in Russland hergestellt. Da die BMW R71 für schweres Gelände nicht gut geeignet war, nahmen die russischen Konstrukteure etliche Veränderungen vor. Die Ural M72 verfügte über einen neuen Luftfilter mit Ölfüllung. Außerdem wurde das vordere Schutzblech höher angeordnet und der hintere Schutzblechbügel verbessert. Dies führte zum Beispiel zu erheblichen Erleichterungen beim Radwechsel. Außerdem wurden die Knotenbleche verstärkt, die hinten die Stoßdämpfer aufnahmen. So sollte man Rahmenbrüchen vorbeugen, die beim Ursprungsmodell, das eine originalgetreue Kopie der BMW R71 war, ständig passierten.

Die Besonderheiten der M-72 – wichtig auch für die Ersatzteilsuche

Wer eine alte M-72 von Ural restaurieren möchte, sollte wissen, dass der quadratische 2-Zyliner-Viertakt-Boxer-Motor nur bis in die 60er Jahre gebaut wurde. Beim Kaufen von Ersatzteilen für Ural-Motorräder ist also das Baujahr von ganz entscheidender Bedeutung. Der alte Motor hatte eine Leistung von 22 PS bei knapp 5.000 Umdrehungen pro Minute. Die Maschine war darauf ausgelegt, etwa 350 Kilogramm menschliches Gewicht und Gepäck zu befördern.

Ab dem Jahr 1966 erfolgte der Umschwung beim russischen Motorradhersteller. Hatte man bisher überwiegend Maschinen für das Militär gebaut, wurden nun auch zivile Ural-Motorräder hergestellt. Inzwischen gab es eine Eigenentwicklung bei der Motorentechnik. Der 650-Kubik-Motor wurde mit hängenden Ventilen ausgerüstet. Er sorgte über Stoßstangen durch eine Nockenwelle im Motor für den kräftigen Antrieb.

Den Namen Ural erhielt das Gespann aus Russland übrigens schon während des Zweiten Weltkriegs. In dieser Zeit wurde das Werk nämlich nach Irbit am Ural verlegt. Bei der Motorumstellung im Jahr 1966 wurde die 500.000 Maschine gebaut und die jährliche Produktionsrate lag bei etwa 200.000 Motorrädern. Die letzten Motorräder für russische Sicherheitskräfte produzierte die inzwischen privatisierte Uralomoto AG 1999.

Die Motorräder werden noch gebaut – das erleichtert die Ersatzteilsuche

Inzwischen gehört das Unternehmen drei russisch-stämmigen Amerikanern und firmiert unter der Bezeichnung Irbit Motor Works of America Inc. (IMWA). Die modernen Gespanne sind in der Regel mit E-Starter und Aluminiumzylindern ausgestattet.

Das ehemals sehr große Fabrikgelände wurde stark verkleinert und derzeit arbeiten etwa 150 Personen in der Produktion der Ural-Motorräder. Auch am Design ist erheblich gearbeitet worden und viele Ersatzteile stammen von Herstellern aus Europa und den USA.

Dies erleichtert natürlich die Suche nach geeigneten Ersatzteilen, die man sowohl neu als auch gebraucht einfach online bestellen kann. Durch die Verwendung von Teilen aus anderen Motorradproduktionsstätten stieg die Qualität der Fertigung. Bei der IMWA werden inzwischen auch neue Modelle entwickelt.

Ural-Motorräder und Ersatzteile gibt es weltweit

Obwohl die Produktionszahlen für neue Ural-Motorräder stark zurückgegangen ist, sind diese robusten Maschinen besonders in den USA sehr gefragt. Aber auch Westeuropa hat ein gut ausgebautes Händlernetz. Mehr als 60 Ural-Vertretungen gibt es, wobei der Generalvertrieb für Westeuropa über einen Händler in Linz in Österreich organisiert wird.

Achtung: Wenn Sie neue oder gebrauchte Ersatzteile für Ural-Motorräder oder -Gespanne in Ländern bestellen, die nicht zur Europäischen Union gehören, müssen Sie nicht nur die Kosten für den Zoll und die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent einkalkulieren, sondern auch möglicherweise erhöhte Transportkosten. Ein Preisvergleich vor der Bestellung sollte diese Faktoren auf jeden Fall berücksichtigen.

Ural-Motorräder und die verschiedenen Modelle

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die bekannten Handelsnamen für Ural-Motorräder Dnjepr und Ural. Sie waren beide mit einem Zweizylinder-Boxer-Motor ausgestattet. Aber es wurden Veränderungen bei der Konstruktion vorgenommen, und zwar:

  • Am Zylinderkopf
  • Am Rahmen
  • An der Vordergabel.

Damit war lediglich noch der Rahmen genauso, wie er für die BMW R71 konstruiert worden war. Dass die Konstruktionen von BMW weiterhin Einfluss auf die Ural-Motorräder hatten, zeigen die OHV-Motoren, mit denen die späteren Modelle ausgestattet wurden. Sie basieren auf der Motorisierung der R75 von BMW.

Ab 1998 wurden neue Modellbezeichnungen für die Motorräder eingeführt. Auch für diese Maschinen sind heute noch gute gebrauchte und teilweise auch neue Ersatzteile erhältlich. Es handelt sich im Einzelnen um folgende Modelle bei den Gespannen:

  • Ranger (Gear-Up)
  • Patrol (Sportsman)
  • Tourist und
  • Retro

Die früheren Solo-Modelle der Ural Motorräder tragen seit 1991 die folgenden Bezeichnungen:

  • Wolf
  • Ural Solo und
  • Retro Solo.

Alle diese modernen Modelle werden seit 2008 mit einem luftgekühlten Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor gebaut, der über 745 Kubikzentimeter Hubraum verfügt. Die Leistung liegt bei 29 kW. Geschaltet werden die Maschinen über ein 5-Gang-Getriebe, wobei der Rückwärtsgang im Leerlauf über eine gesonderte Getriebewelle geschaltet werden muss.

Das sind die Bauteile, die aus westlichen Ländern seit 2008 in Ural Motorräder eingebaut werden

Besonders interessant bei der Suche nach neuen oder gebrauchten Ersatzteilen für die Ural-Motorräder sind die Einzelteile, die aus den westlichen Ländern kommen. Dazu zählen unter anderem:

  • Vergaser (Keihin L22AA 32 mm) aus Japan
  • Denso-Lichtmaschinen aus Japan
  • Eine elektronische Zündanlage aus Italien von Ducati
  • Auch aus Italien stammen die Lenkerarmaturen, Züge, Hebel und die Scheibenbremsanlage (Brembo) am vorderen Rad
  • ZF-Sachs-Stoßdämpfer und für Motor und Getriebe Zahnräder von Herzog; diese stammen aus Deutschland

Zu den häufig gesuchten Ersatzteilen, die ebenfalls alle aus westlichen Ländern stammen, gehören darüber hinaus:

  • Alle Lager
  • Wellendichtringe
  • Schrauben und Muttern
  • Kabel
  • Elektrische Verbindungsstecker für die Gespanne

Der Endantrieb aller Ural-Motorräder erfolgt über eine Kardanwelle. Bei einzelnen Gespannmodellen wie zum Beispiel Ranger oder Sportsman kann der Radantrieb für den Beiwagen zugeschaltet werden. Die Übersetzung läuft hier allerdings ohne Differenzial direkt 1:1. Das ist aber nur bei unwegsamem Gelände empfehlenswert, wo der Hinterradantrieb der Maschine selbst nicht mehr ausreicht.

Darauf sollte beim Ersatzteilkauf für Ural-Motorräder geachtet werden

Das Angebot an neuen und gebrauchten Ersatzteilen für Ural-Motorräder ist erfreulich groß. Man kann heute von der gesamten Maschine bis hin zu den kleinsten Teilen alles bequem online bestellen. Es gibt aber einige Dinge, die unbedingt beachtet werden sollten.

Wer zum Beispiel den gesamten Motor austauschen muss oder möchte, findet Angebote sowohl mit als auch ohne Getriebe. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass man das Getriebe komplett oder in Einzelteilen gesondert bestellen kann.

Selbstverständlich lassen sich auch Vergaser, Lichtmaschine und Zündeinrichtung als Einzelteile erwerben.

In die Rubrik Antrieb und Getriebe gehören unter anderem die folgenden Ersatzteile:

  • Komplette Schaltgetriebe sowohl für 750 als auch für 650 Kubik
  • Antriebswelle mit Kickstarter
  • Gangschaltung für das Getriebe
  • Achsantrieb und Kardanwelle
  • Antriebsgehäuse und hintere Bremse
  • Seitenwagenantrieb
  • Gehäuse für den Seitenwagenantrieb
  • Der gesondert schaltbare Rückwärtsgang
  • Vorder- und Hinterräder
  • Die Vorderradbremse für die Telegabel

Dazu gehören natürlich die passenden Kleinteile wie Dichtungen, Schrauben, Muttern und vieles mehr.

Bei der Gabel kann man viele Komponenten auch einzeln bestellen. Dazu gehören insbesondere die Stoßdämpfer, die Schwinge und die Lenkungsdämpfer. Sehr wichtig ist es immer, Baujahr und Modell zu kennen, bevor man bestimmte Ersatzteile kauft. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Teile sich auch tatsächlich verbauen lassen.

Der Auspuff gehört zu den Verschleißteilen

Die 750er und die 650er Ural-Motorräder weisen unter Umständen Unterschiede bei der Auspuffanlage auf. Darauf muss unter anderem bei

  • dem rechten und linken Krümmer,
  • den Auspuffschellen und
  • Dichtungen

geachtet werden.

Außerdem stehen die sichtbaren Teile der Auspuffanlage entweder verchromt oder überzogen mit schwarzem Lack zur Verfügung.

Für den Einbau sollte man besonders bei einem schwarz lackierten Auspuff Reparaturlack bereithalten, weil sich arbeitsbedingte Kratzer nicht unbedingt vermeiden lassen.

Bequem zu sitzen ist auch für Biker wichtig

Ural-Motorräder gibt es – je nach Modell – mit einer durchgehenden Sitzbank oder mit Einzelsitzen für Fahrer und Sozius. Sollen die Sitze ausgetauscht werden, muss auf die richtige Befestigung der neuen Sitzbank oder der neuen Einzelsitze geachtet werden.

Es ist empfehlenswert, die vorhandenen Gummipuffer durch neue zu ersetzen. Das Material wird, je nach Alter der Maschine, mit der Zeit brüchig und kann die Dämpfungseigenschaften nicht mehr in vollem Umfang bieten. Auch die Halterungen und Befestigungen, die ein wichtiger Bestandteil der Fahrsicherheit sind, sollten beim Sitzbank- oder Sitztausch auf jeden Fall erneuert werden.

Weitere gängige Ersatzteile für Ural-Motorräder

Nicht nur am Antrieb, an der Federung oder bei Rädern und Sitzen sorgt Verschleiß dafür, dass bestimmte Teile von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden sollten. Dies gilt auch, wenn man alte Motorräder von Ural restaurieren möchte oder wenn die Maschine gestürzt ist oder in einen Unfall verwickelt war.

Mit einem Rahmenschaden ist die Sicherheit der gesamten Maschine beeinträchtigt. Hier sollte über einen komplett neuen Motorradrahmen nachgedacht werden. Ersatz gibt es aber auch zum Beispiel für

  • Hinterradkotflügel
  • Sturzbügel
  • Ständer
  • Fußrasten
  • Lenkschloss
  • Benzintank oder
  • Beinschilder

Auch der Seitenwagen benötigt manchmal neue Teile

Wer ein Gespann von Ural fährt oder restaurieren möchte, muss natürlich auch an die Ersatzteile für den Seitenwagen denken. Hier sind vom Fahrgestell über die Seitenwagenscheibe oder den Gepäckträger bis hin zu kleineren Komponenten, wie zum Beispiel der Verschlussmechanik für den Kofferraumdeckel, die Ersatzteilangebote fast ebenso vielfältig wie bei den eigentlichen Motorrädern von Ural selbst.

Kauftipp: Legen Sie möglichst alle Papiere bereit, die Sie von Ihrem Ural-Motorrad zur Verfügung haben. Dann können Sie anhand von Modell, Baujahr und eventuell bereits eingetragenen Angaben über Sonderzubehör leicht herausfinden, welche Ersatzteile Sie neu oder gebraucht kaufen können.

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