Neue Vergaser für die Honda CB 750 Four finden Sie am besten auf dem Oldtimer-Teilmarkt

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Neue Vergaser für die Honda CB 750 Four finden Sie am besten auf dem Oldtimer-Teilmarkt

Ninja, Monster oder Hayabusa sind Bikern mit Sicherheit geläufige Namen – steht doch hinter jedem dieser Begriffe ein rassiges Motorrad oder vielmehr sogar eine ganze Serie. Andere Modellnamen geraten mehr und mehr in Vergessenheit, weil die Modelle längst nicht mehr produziert werden.

Und doch kann sich so manche Maschine ihren Namen wahren und vor allem treue Fans behalten. Tatsächlich sind neben den extrem schnellen Superbikes und Supersportlern, verchromten Choppern und Bobbern oder geländegängigen Enduros alte Klassiker und Oldtimer immer mehr im Kommen. Zum einen, weil ältere Maschinen eine gewisse Geschichte erzählen. Zum anderen, weil womöglich das besondere H-Kennzeichen lockt.

Das ist nach deutschem Gesetz für die Honda CB 750 Four längst zu haben, um genau zu sein seit spätestens 2008. Aber: Um als Oldtimer angesehen zu werden, muss Ihre Honda CB 750 Four gewisse Vorgaben erfüllen – beispielsweise originale Ersatzteile. Wie und wo sie diese und vor allem einen passenden Vergaser bekommen, erfahren Sie in diesem Ratgeber zur Honda CB 750 Four.

Japanische Tourer mit Sportgenen: die Honda CB 750 Four

Auf den Markt kam die CB 750 Four 1969, wobei der Hersteller Honda sogar mit alten Traditionen brach: Die Honda CB 750 Four war das erste Bike in Großserie, das von einem Vierzylinder in Reihe angetrieben wurde. Prompt zeigte sich die Honda Four – unter welchem Namen das Modell anfangs vermarktet wurde – als ein großer Wurf. Doch von vorn.

Angesiedelt in der Klasse der Tourer wurde das erste Vorserienmodell im Oktober 1968 in Tokyo präsentiert, das fertige Serienmodell folgte bereits zum Januar 1969 in Las Vegas. Zur Mitte des gleichen Jahres stand die „Four" im Handel, genauer in Japan und den USA, wo die Maschine 385.000 Yen beziehungsweise knapp 1.700 US-Dollar kostete.

Schon die erste CB 750 Four-Version – später als „Sandguss" legendär – wurde über 7.400 Mal verkauft und gilt heute als Liebhaberstück. 1973 kam die Honda CB 750 Four endlich nach Deutschland. Der Preis startete zuerst bei 6.598 D-Mark, was heute rund 9.900 Euro entsprechen würde. Doch schon 1975 stieg der Preis auf 7.198 DM, 1976 sogar auf 7.368 DM.

1969 bis 1978: Die Honda CB 750 Four erlebt (fast) ein Jahrzehnt

Angeregt durch Filme wie Easy Rider wurde die „Four" sogar zur Honda Chopper umgebaut, parallel wurde das Modell auf Wunsch mit Halbautomatik angeboten. Überhaupt erlebte die Honda CB 750 Four zwischen 1969 bis zu ihrem Produktionsende anno 1978 einige Überarbeitungen. Über die Jahre erwies sich die Tourer zudem als relativ robust. Vor allem der Motor der CB 750 Four konnte Fachpresse und Fans überzeugen: bis zu 150.000 Kilometer Laufleistung waren bei der Vierzylinder-Maschine keine Überraschung. Nur als Randnotiz: Damals galten eher 30.000 bis maximal 40.000 Kilometer als Norm.

Apropos Motor: Der quer eingebaute Vierzylinder lieferte aus 736 Kubikzentimeter 49,3 kW oder 67 PS sowie ein maximales Drehmoment von 60 Nm bei 7.000 Touren. Damit schaffte die 218 Kilogramm schwere CB 750 Four eine Spitze von mehr als 200 km/h, womit die Tourer die gesamte Konkurrenz von BMW, Norton und anderen Marken klar abschüttelte. Trotzdem hatte selbst die Honda CB 750 Four ihre Tücken – beispielsweise galt das Fahrwerk der Tourer als recht anfällig und wenig überzeugend.

Erfolge und Daten: die Honda CB 750 Four in Zahlen

Und doch schaffte es die Honda CB 750 Four sogar auf die Rennstrecke. Allerdings wurde die Maschine nicht direkt von Honda eingesetzt, sondern von den damals zahlreich agierenden Tunern wie Fritz Egli oder Bimota, die die CB 750 entsprechend modifizierten. Jedenfalls raste die Honda CB 750 Four bereits 1969 bei den 10 Stunden für Produktionsmaschinen im japanischen Suzuka zu ihrem ersten Sieg, wo auch die Formel 1 gern gastiert.

Ebenfalls 1969 gewann die Honda CB 750 Four die 24 Stunden von Bol d'Or im französischen Montlhéry. 1970 folgte ein Sieg bei den 200 Meilen von Daytona. 1972 wurde erneut das 24-Stunden-Rennen von Bol d'Or gewonnen, außerdem die Europäische Langstreckenmeisterschaft. Etliche weitere Siege folgten, wobei die meist eingesetzte Maschine CR 750 zwar von der CB 750 abgeleitet, aber doch deutlich für die Rennstrecke optimiert war. Immerhin gelang Honda mit der Tourer 1977 sogar ein Sieg bei der legendären Tourist Trophy, bei der Phil Read in der Formula-1-Klasse triumphieren konnte.

In den Verkaufszahlen spiegelten sich die Erfolge auf der Strecke wieder. Obwohl die Honda CB 750 Four keine zehn Jahre gebaut wurde, konnte Honda bis zur Einstellung 1978 über 552.000 Fahrzeuge verkaufen.

Biker-ABC: Wozu dient der Vergaser in der Honda CB 750 Four?

Obendrein konnte die Tourer wie gesagt mit ihrer Technik – mit Ausnahme des Fahrwerks – überzeugen, wofür auch der Auspuff der CB 750 Four in der auffälligen 4-in-4-Bauweise gesorgt haben dürfte. Andererseits zeigte die Honda Four natürlich den typischen Verschleiß sowie damit die ebenfalls typischen Probleme eines Motorrads. Reifen, Bremsen, Elektrik, Dämpfer und Federn mussten und müssen regelmäßig gewartet und manchmal auch ausgetauscht werden.

Ebenfalls im Fokus einer guten Wartung sollte zudem der Vergaser der Honda CB 750 Four stehen. Eine regelmäßige Kontrolle des Bauteils ist weniger einer mangelnden Qualität Hondas oder dem betreffenden Zulieferer geschuldet, sondern vielmehr dem permanenten Gebrauch des Vergasers. Doch was ist der Vergaser überhaupt und wozu dient das Bauteil?

Der Vergaser dient der Dosierung des Kraftstoffs, ist somit die letzte Instanz vor dem Motor. Tatsächlich sorgt der Vergaser dafür, dass der Motor beziehungsweise dessen Zylinder jederzeit mit der richtigen Menge an Treibstoff versorgt werden. Hierzu wird das Benzin aber nicht verbrannt oder „vergast", sondern lediglich zerstäubt. Somit wäre der Begriff Zerstäuber eigentlich zutreffender, trotzdem setzte sich in der Branche der falsche Name Vergaser durch.

Ruhestand: Vergaser-Defekt in der Honda CB 750 Four erkennen

Ob nun Vergaser oder Zerstäuber – arbeitet das Bauteil nur noch mangelhaft, werden Sie das deutlich zu spüren bekommen. Manchmal reicht bereits ein Blick. Läuft beispielsweise Benzin aus dem Vergaser, kommt zu viel Kraftstoff an. Der Motor quittiert dieses Zuviel an Benzin mit einem unrunden Lauf, Aussetzern, einem schlechteren Anzug oder Anspringen sowie schwarzem Rauch aus dem Auspuff.

Trotz dieser Symptome muss der Vergaser allerdings nicht komplett defekt sein, oft genug reichen eine gründliche Reinigung oder der Wechsel einzelner Bauteile wie Düsen, Nadeln oder Vergasermembrane aus.

Frühjahrsputz: Den Vergaser der Honda CB 750 Four reinigen

Mit etwas technischem Geschick dürfte es dem Biker selbst möglich sein, den Vergaser auszubauen und entsprechend zu reinigen. Kleines Manko: Da die CB 750 Four eine Vierzylinder ist, sind auch vier Vergaser vorhanden. Von daher lohnt es, gleich alle vier Vergaser zu reinigen. Hierzu müssen die Vergaser natürlich erst einmal ausgebaut werden.

Schließen Sie den Benzinhahn und lösen sämtliche Leitungen der Vergasers, achten Sie auf Restbenzin. Danach gilt es, einige Schrauben oder Muttern zu lösen, worauf Sie den Vergaser schon demontiert haben müssten. Zerlegen Sie nun den Vergaser, doch seien Sie vorsichtig. Das Gehäuse besteht in der Regel aus weichem Zink, manche Bauteile wie die Düsen aus noch weicheren Messing. Nutzen Sie daher zur Reinigung keine harten Werkzeuge, sondern lediglich Lappen. Eventuell defekte Teile tauschen Sie durch entsprechenden Ersatz aus, die Membrane prüfen Sie mit Gegenlicht.

Nach der Reinigung bauen Sie die Vergaser wieder ein. Kleiner Tipp: Kontrollieren Sie auch gleich den Tank, nämlich auf Rost. Der verstopft Benzinleitungen und verschmutzt möglicherweise auch den Vergaser.

Typisch Oldtimer: Hier finden Sie Ersatzteile für die CB 750 Four

Unter Umständen werden Sie nicht um den Kauf neuer Ersatzteile herum kommen, wobei diese nicht mehr ganz so einfach zu finden sind. Da die Honda CB 750 Four bereits Ende der 1970er eingestellt wurde, dürften fabrikneue Bauteile jedenfalls eher schwer zu ordern sein.

Trotzdem bieten sich Ihnen einige Möglichkeiten zur Ersatzteilsuche. Erste Idee sind sogenannte Oldtimer-Teilemärkte, wo Unternehmen oder Privatleute entsprechende Bauteile aus verschrotteten Maschinen oder sogar alten Lagerbeständen anbieten. Da von der Honda Four mehrere Hunderttausend Modelle gebaut wurden, ist das Angebot an gebrauchten Teilen tatsächlich noch recht groß.

Alternativen zu solche Teilemärkten speziell für Oldtimer finden Sie zudem in Fanclubs, Online-Börsen, Auktionshäusern, Foren und – mit etwas Glück – bei Unternehmen, die nach alten Bauplänen Originalnachbauteile produzieren. Und gerade die Originalität Ihrer Maschine wollen viele Fans und Halter nicht nur aus eigenem Antrieb erhalten, sondern vor allem für ein H-Kennzeichen.

Original muss sein: H-Kennzeichen für die Honda CB 750 Four

Mit diesem H-Kennzeichen werden in Deutschland alle Oldtimer und Klassiker versehen, deren Erstzulassung mindestens 30 Jahre zurückdatiert. Der Gesetzgeber zeichnet solche Motorräder oder Automobile als „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut" aus, verlangt dafür jedoch die Erfüllung einiger Kriterien. Punkt eins ist gerade mit dem Alter schon genannt worden.

Punkt zwei: Ihre Honda CB 750 Four muss original sein, darf also keine oder nur wenige „neumodische" Teile zeigen. Für bestimmte Bauteile wie die Sitzbank, Tank, Beleuchtung oder Auspuff ist diese Originalität oder eine fachmännische Restauration sogar zwingend vorgeschrieben. Alternativ sind jedoch mitunter die bereits genannten Originalnachbauteile erlaubt, wo etwa der Auspuff sogar aus modernem Edelstahl bestehen darf. Für andere Teile wie Rahmen oder Felgen der Honda CB 750 Four dürfte die gleiche Originalität gelten. Fragen Sie hierzu einfach den TÜV oder eine andere vergleichbare Organisation.

Neben Originalität und Alter muss Ihre Maschine außerdem einen dritten Punkt für das H-Kennzeichen erfüllen, nämlich einen guten Pflegezustand.

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