Netzwerkkameras: Das eigene Heim jederzeit im Blick

Aufrufe 3 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Netzwerkkameras sind mehr als nur Webcams: Mit ihrem internen Rechner komprimieren sie Bilddaten und schicken sie als Videostream ins Netzwerk – per LAN oder WLAN. Und via Smartphone haben Sie auch unterwegs Ihr Zuhause jederzeit im Blick.

 

Netzwerkkameras: Das eigene Heim jederzeit im BlickNetzwerkkameras senden Videodaten digitalisiert ins Web. (Copyright: JVC)
 

Webcam oder Netzwerkkamera?

Per Could können die Aufnahmen jederzeit und überall live im Netz gestreamt werden. (Copyright: D-Link) Herkömmliche Webcams brauchen eine Verbindung zu einem Computer, der die Aufnahmen digital verarbeitet und dann ins Netz stellt. Netzwerkkameras hingegen sind eigene kleine Computer und erledigen diese Aufgaben selbst - sogar drahtlos per WLAN. Auch in anderen Punkten sind sie flexibler: Webcams können nur von dem Rechner gesteuert werden, an dem sie angeschlossen sind.

 

IP-Kameras dagegen lassen sich von jedem Computer im Netzwerk ansprechen. Sie können so von mehreren Standorten kontrolliert und ferngesteuert werden. Netzwerkkameras bieten zudem eine wesentlich größere Funktionsvielfalt – etwa mit Bewegungssensoren und Nachtobjektiven.

 

 

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig

Wozu "Überwachungskameras" gut sind, scheint selbstverständlich. Die wetterfesten Modelle sind prädestiniert für Outdoor-Alarmanlagen zu Hause oder im Geschäft, zumal sie sogar nachts per Infrarot-Aufnahme scharfe Aufnahmen liefern und auf jede Bewegung ansprechen. Von manchen Geräten bekommen Sie sogar eine E-Mail, wenn der Alarm ausgelöst wird. In verschiedenen Branchen lassen sich IP-Cams auch wirtschaftlich einsetzen, etwa zur Dokumentation der Baustelle oder als Strandkamera, die Touristen den nächsten Urlaubsort schmackhaft macht.

 

Indoor-Modelle bieten auch genügend private Einsatzmöglichkeiten: Was macht zum Beispiel Ihr Hund, wenn Sie im Restaurant sind? Bleiben die Kinder beim Spielen friedlich? Hat der Sturm während des Urlaubs Schaden angerichtet? Und alles können Sie jederzeit auf dem Smartphone überprüfen: Hersteller wie etwa D-Link liefern gleich den geeigneten Cloud-Service mit, um die Aufnahmen live ins Netz zu streamen – so wissen Sie jederzeit, ob zu Hause alles in Ordnung ist.

 

 

Hohe Auflösung nicht immer von Vorteil

Welche Auflösung sollte Ihre Netzwerkkamera bieten? Wer hier wie bei einer Fotokamera gleich nach der höchsten Megapixelzahl und HD-Auflösung giert, sollte vorsichtig sein: Hohe Auflösungen erzeugen immense Datenmengen und fordern hohe Rechenleistungen. Eine flüssige Live-Wiedergabe wird so oft nicht gewährleistet, vor allem übers WLAN. Außerdem sind Megapixel-Sensoren weniger lichtempfindlich, weil weniger Licht pro Pixel einfällt. Sie werden also je nach Einsatzzweck Kompromisse eingehen: Für die Friedenswacht zu Hause brauchen Sie keine Megapixel, für steckbrieftaugliche Kriminalaufnahmen darf es ruhig etwas mehr sein.

 

LAN oder WLAN?

Mit einer WLAN-Anbindung sind Netzwerkkameras nicht an einen Standort gebunden und somit wesentlich flexibler einsetzbar – zum Beispiel tagsüber im Babyzimmer und nachts an der Haustür. Eigentlich spricht nichts gegen eine WLAN-Kamera – es sei denn, Sie benötigen zum Beispiel für Ihr Geschäft Überwachungsaufnahmen in einer Qualität und Auflösung, die Ihr WLAN nicht hergibt. Eine Überwachungskamera im Laden wird zudem stets am selben Platz bleiben. Hier können Sie also auch zu einer kabelgebundenen Lösung greifen.

 

Weltweite Fernsteuerung möglich

Am Computer lassen sich die Netcams individuell konfigurieren. (Copyright: Sony) Mit dem PC und einer Kamera-Software können Sie die Netcam konfigurieren und ihre volle Funktionsvielfalt genießen: Live-Bilder ansehen, das Bild heranzoomen, Audioaufnahmen anhören, Video aufzeichnen und Schnappschüsse machen. Noch spannender ist aber die Fernsteuerung von unterwegs: Da die Netzwerkkamera ihre eigene IP-Adresse im Netzwerk bekommt, ist sie von jedem Computer im Netzwerk erreichbar – und sogar weltweit, sofern sie eine "Dynamic-DNS" einrichten, mit der sie stetig mit einer bestimmten URL über den Browser erreichbar ist. Je nach Modell und Software haben Sie auch mit dem Smartphone die volle Kontrolle über Ihre IP-Cam.

 

Videoübertragung stets verschlüsseln

Wie jeder Computer im Netzwerk ist auch eine Net-Cam prinzipiell angreifbar. Wenn Sie nicht wollen, dass Fremde in Ihr Wohnzimmer schauen, treffen Sie die nötigen Vorsichtsmaßnahmen: Achten Sie darauf, dass die Wunschkamera einen Passwortschutz bietet, und verschlüsseln Sie die Videoübertragung: "Offene" Kameras sind sogar über normale Suchmaschinen leicht zu finden. Extrem wichtig: Manche Kamera-Modelle haben Sicherheitslücken, die von Angreifern ausgenutzt werden könnten. Führen Sie deshalb sofort nach Kauf und auch danach regelmäßig ein Firmware-Update durch, um diese Lücken zu schließen. Achtung: Ein Firmware-Update setzt unter Umständen Ihr Gerät auf die Werkseinstellungen zurück. Prüfen Sie also danach immer, ob Ihre persönlichen Einstellungen noch stehen.

 

> Zurück zum Themen-Überblick

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden