Neodym-Magnete - Die stärksten Magnete der Welt

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Was sind Neodym-Magneten?

Neodym- oder NdFeB-Magnete sind Magnete die dank eines neuen Materials und Herstellungsverfahrens eine unglaubliche Hubkraft erreichen. Die Magnete bestehen aus einer gesinterten Neodym-Eisen-Bor-Verbindung, die im allgemeinen mit einer Schutzschicht aus z.B. Nickel überzogen ist.

Wie stark sind Neodym-Magneten? 

Neodym-Magneten heben bis zu ihrem 2000-fachen Eigengewicht - Das ist so als würde ein Mensch ein Flugzeug der Marke Boeing 747 anheben!!

Ein Magnet der Größe eines Cent-Stückes (D15x5 mm) hebt beispielsweise bereits einen Staubsauger:

Selbst ein winziger Magnet -D1,5x1,5 mm (Weniger als ein Stecknadelkopf!!) hebt bereits große Gewichte:

Gibt es verschiedene Qualitätsstufen?

Es gibt große Unterschiede in der Qualität von Neodymmagneten. Es gibt verschiedene Qualitätskriterien, von denen einige nur für bestimmte Anwendungen von Bedeutung sein mögen. Die wichtigsten sind:

1. Seine Hubkraft

2. Das verwendete Oberflächenmaterial

3. Die Temperaturfestigkeit

 

1. Die Hubkraft

Die Hubkraft wird für die meisten Anwendungen das wichtigste Kriterium sein. Neodym-Magnet ist nicht gleich Neodym-Magnet, es gibt große Unterschiede in der Stärke!

  • Die Stärke eines Magneten wird in Tesla, mT (milliTesla) oder Gauss angegeben.
  • Außerdem ist noch eine Stärkeangabe der Form N35 oder N48 üblich.
  • Preisgünstige Neodym-Magnete haben meist die Stärke N35, das sind etwa 1,19 Tesla, oder 11900 Gauss.
  • In ebay angebotene Magnete, deren Stärke nicht explizit angegeben ist, haben meist die Stärke N35.
  • hochwertige Neodymmagnete sollten die Qualitätsstufe N48 oder höher erreichen, das sind 1,4 Tesla oder 14000 Gauss. (Kugelmagnete und sehr große Magnete erreichen diesen Wert meist nicht ganz, da diese sonst in der Herstellung zu teuer würden.)
  • Die Stärkeangaben sind unabhängig vom Volumen, ein großer Magnet der Stärke N35 wird also viel mehr heben können als ein kleiner Magnet derselben N35er Qualitätsstufe.
  • Die Hubkraft eines N35er Magneten verhält sich zur Hubkraft eines N48er Magneten wie das Verhältnis der Zahlen 35:48. Der N35er Magnet erreicht also etwas mehr als 70% der N48er Hubkraft.
  • Da der Preis eines Neodym-Magneten mit der Qualitätsstufe meist stärker ansteigt als seine Hubkraft, empfiehlt es sich für ein ideales Preis-Leistungsverhältnis, nicht die allerstärkste Qualitätsstufe zu wählen. N35 reicht für die meisten Anwendungen völlig aus, lieber einen etwas größeren Magneten wählen als einen Magneten mit maximaler Stärke.

Wichtig ist auch, sich klarzumachen wie stark diese Magneten sind! Schon ein Magnet 30x30x10 mm stellt ein erhebliches Verletzungsrisiko dar, und kann von einem zweiten Magneten dieser Größe praktisch nicht mehr getrennt werden!

  • Magnet D10x4 mm N35: Hubkraft etwa 3 kg
  • Magnet D10x4 mm N48: Hubkraft etwa 4 kg
  • Magnet D15x5 mm N48: Hubkraft etwa 10 kg
  • Magnet 30x30x10 mm N48: Hubkraft etwa 35 kg
  • Magnet 75x45x20 mm N48: Hubkraft etwa 200 kg

Als Faustregel gilt: Wenn die Hubkraft eines Magneten die Hubkraft des Anwenders übersteigt, kann der Magnet nur noch mit großem Aufwand gehandhabt werden. Zum "Spielen" eignen sich Magnete mit über 50 kg Hubkraft also nur noch sehr bedingt. Diese Magneten stellen ausserdem ein erhebliches Verletzungsrisiko dar!

 

2. Das Oberflächenmaterial

Als Oberflächenmaterial wird meist Nickel, Zink oder Chrom verwendet. Ein Neodymmagnet ohne Oberflächenveredlung würde in kürzester Zeit durchrosten, und wäre sehr brüchig. Von solchen unveredelten Magneten ist also in jedem Fall abzuraten!

Es gibt folgende Materialien, mit folgenden Vor-und Nachteilen:

  • Nickel (Vorteil: gute Stabilität, schönes, edles Aussehen (silbrig) Nachteil: Kann Allergien auslösen)
  • Chrom (Vorteil: besser für Allergiker geeignet, evtl. etwas stabiler als Nickel. Nachteil: relativ teuer, sieht weniger edel aus als Nickel)
  • Zink (Vorteil: gut für Allergiker geeignet, preiswert. Nachteil: sehr instabil, Magnete brechen leicht, wenig korrosionsstabil. Neutral: Die Oberfläche ist matt, glänzt also nicht wie z.B. Nickel. Das ist ein Vorteil wenn man die Magnete kleben will, weil der Kleber besser hält. Ansonsten bringt das aber meist nur Nachteile.)
  • Epoxy (Vorteil: sehr stabil gegen Korrosion, z.B. für Unterwasser-Anwendungen. Gut zu kleben. Kann in den Farben schwarz, grau, u.a. hergestellt werden. Nachteil: relativ teuer, mechanisch nicht sehr stabil)
  • Ni-Cu-Ni  (Nickel-Kupfer-Nickel-Dreifachcover. Noch etwas stabiler als Nickel, ansonsten gleiches Aussehen. Meiner Meinung nach das beste cover-Material.)
  • Gold (ein reines Gold-cover wäre sehr instabil, da Gold ein weiches Material ist und sich leicht abscheuert. Wird meist in Kombination mit anderen Veredelungen verarbeitet.)
  • Ni-Cu-Ni-Au (Nickel-Kupfer-Nickel-Gold-Vierfachcover. So ziemlich das teuerste cover-Material, kombiniert die hochwertigen Eigenschaften des Ni-Cu-Ni-covers mit der goldenen Farbe der finalen Goldschicht.)
  • Teflon (Meines Wissens bin ich der einzige Anbieter für Teflon-überzogene Neodymmagneten. Anders als die anderen cover-Materialien kann Tefon nicht einfach über eine beliebige Magnetsorte gezogen werden, sondern es müssen spezielle Gussformen dafür angefertigt werden. Dadurch werden Teflon-überzogene Magneten sehr teuer. Teflon-Oberflächen sind meist einen bis mehrere Millimeter dick, und verleihen den Magneten eine von keinem anderen Oberflächenmaterial erreichte chemische und mechanische Stabilität. Wird z.B. für Rührmagnete zum Rühren von Flüssigkeiten im chemischen Labor eingesetzt.)

3. Die Temperaturstabilität

Jeder Neodymmagnet hält Temperaturen bis 80°C mühelos aus. Kurzzeitig sind etwas höhere Temperaturen auch ok. Eine höhere Temperaturfestigkeit geht meist einher mit einer niedrigeren maximalen Stärke, und mit einem höheren Preis. Sie sollten deshalb nur dann hochtemperaturfeste Magneten wählen, wenn Sie diese Eigenschaft wirklich benötigen.

  • Die Temperaturfestigkeit versteckt sich in Angaben wie N35 (80°C), 35M (100°C), 35H (120°C), bis hin zu 35EH (200°C).
  • Mehr als 200°C Arbeitstemperatur kann mit Neodym-Magneten nicht erreicht werden. Für höhere Temperaturen sollten Sie einen Samarium-Cobalt-Magneten wählen.

Warum ist hier schon Schluss?

Weil es 0:30 Uhr ist und ich in die Heia muss ;) Haben Sie Interesse an diesem Text, und möchten dass ich ihn weiter ausformuliere? Dann schreiben Sie mir bitte eine Mail, das könnte meine Motivation stark erhöhen... :) Momentan wollte ich erstmal ausprobieren ob dieser recht neue ebay-Dienst (Ratgeber) schon verwendbar ist oder ob die bei ebay üblichen Kinderkrankheiten wie üblich jegliche sinnvolle Nutzung eh´ im Keim ersticken.

 

 
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